Sonntag, 28. August 2016
Mein Heftpflaster
...nie mehr
7 November 09:20
Liebe Malou
Ich danke dir ganz herzlich für die guten Geburtstagswünsche. Und auch
für das sms, das gestern plötzlich hereingeflogen ist. Und dass sie am
6. November Schweden beflaggen, ist mehr als richtig. Natürlich tun
sie das auch ein bisschen wegen dem reformierten König mit seiner
katholischen Tochter, die ich doch im St. Peter in Rom gesehen habe.
Wir beziehen uns auf solche Dinge in einem Satz oder zwei. Das ist
merkwürdig, wenn man bedenkt, wieviel Freud und wieviel Leid in
solchen Ereignissen für die Betroffenen gelegen haben mögen.
Ja, du bist mein Heftpflaster Malou. Du bist diejenige Person, die
noch in meine tiefere Vergangenheit gesehen hat. Ich merke langsam,
wie es ist, solcherart von der Vergangenheit abgeschnitten zu sein. Es
wird nie mehr möglich sein, sich voll zurückzuerinnern. Ich meine in
einer Art, wie es eine Familie tut, wenn alle gemütlich zusammen
sitzen und einer fragt: weisst du noch?. Natürlich kann man sich
zurückerinnern. Aber die Erinnerungen werden nicht mehr ergänzt von
andern Familienmitgliedern um sie zu einem vollen Bild zu
komplettieren, vielleicht um Irrtümer aus dem Weg zu räumen, um starke
Gefühle der Gemeinsamkeit aufkommen zu lassen.
...
Samstag, 27. August 2016
Abstinenz und Reise nach Mekka
date 18 September 10:11
subject: Wohlbehalten?
Liebe Malou
Ich habe Deine Abstinenz-Mails gelesen und diese Lektüre hat mich sehr berührt. Ooch, Du musst ziemlich gelitten haben, wie ich sehe und höre. Das tut mir leid. Und ich bin wirklich ganz gerührt, wie Du diese Pein beschreibst und sie mit dem Alkoholismus vergleichst, oder mit der Grippe, der man mit einem Chapman Lutscher kaum begegnen kann. Eigentlich könnte ich ein bisschen beleidigt sein, dass Du mir so was zutraust. Aber ich weiss, dass das vielleicht mehr Dein Problem ist als meines.
Es gäbe so viele andere mögliche Gründe, weshalb Du im Moment kein Mail bekommst: mein PC ist defekt, ich bin krank im Bett (daran hattest Du gedacht), ich bin für ein paar Tage ortsabwesend, etc. Na ja, Du wirst denken, dass man in jeder Situation ein kleines Mail schreiben kann. Aber ich glaube, wir Männer denken eher so, dass wir - wenn wir schon ein Mail schreiben - ein richtiges Mail schreiben sollten. Und das braucht eben seine Zeit.
Nur einen Punkt muss ich doch sehr streng und strikt korrigieren: ich schicke Dir keine Mail-Passagen, die ich schon für eine andere Person geschrieben hätte. Genau das Umgekehrte kommt manchmal vor. Ich verwende Gedanken und Figuren, die ich in meinen Mails an Dich gefunden habe, in anderen Zusammenhängen. Das sind zwar nicht Mails, aber zum Beispiel Gespräche oder so ähnlich. Die Mails an Dich sind für mich oft ein Ideen-Pool. Ich komme dabei auf Gedanken und Denkfiguren, auf die ich sonst nie gekommen wäre. Und das hatte ich immer gemeint, wenn ich sagte, die Mailerei sei für mich wie ein Tagebuch.
Ich kann Dich verstehen, wenn Du manchmal den Eindruck hast, es sei kein direkter Dialog. Da hast Du, so glaube ich, manchmal recht. Gelegentlich schreibe ich irgendwie einfach für mich, was mir hochkommt. Aber immerhin bist Du dabei der Anlass. Das ist doch - man höre und staune - die causa prima, der Hauptgrund. Ohne Dich würde ich überhaupt nicht schreiben. Und dann haben wir auch wieder direkte Dialoge, nicht wahr? Ich weiss schon, dass Du diesen direkten Dialog sehr magst. Du hast oft - vorsichtig - darauf hingewiesen, wenn ich nicht direkt auf Deine Fragen oder Deine Gedanken reagiert habe.
Deine Abstinenz-Mails haben mich an eine Szenerie bei uns zuhause erinnert. Vor einigen Jahren war S auf Wunsch ihrer Mutter mit ihr auf die Pilgerreise nach Mekka gereist. Das ganze sollte ungefähr 10 Tage dauern. Und wir glaubten, dass auch die Kinder diese kleine Abwesenheit gut ertragen könnten. Und dann geschah es, dass S nach 10 Tagen anrief und mitteilte, dass sie 2 Tage später käme. Und nach 2 Tagen rief sie wieder an und vertröstete uns wiederum auf später. Hinter diesen Telefonaten verbarg sich eine aufregende Geschichte, die S uns erst später erzählte. Tatsache war, dass ihr Pass verschwunden war. Alle Pilger - und es handelt sich dabei um mehrere 100'000 innerhalb dieser Zeit - geben bei Ankunft den Pass ab und erhalten ihn wieder bei der Abreise. Die Pässe werden pro Reisegruppe (die Pilger reisen immer in Nationen-Gruppen) in einem grossen Plastiksack verstaut. Und in eben diesem Sack fand sich dann Ss Passport nicht mehr. Und das war eine schlimme Zeit für B.. Sie hatte schon während der 10 Tage sehr grosse Sehnsucht nach ihrer Mama. Und als sie dann nicht heimkam, wurde es immer schlimmer. Sie hat abends geweint und ich musste sie jeweils notdürftig trösten und lange Geschichten vorlesen. Da hatte ich in meiner Not die Idee, ihr ein grossformatiges Tagebuch zu schenken, und ihr zu empfehlen, ihrer Mama Briefe zu schreiben und Zeichnungen zu machen in jenen Momenten, wo sie sich besonders nach ihrer Mutter sehnte. B. war immer ein eifriges Kind gewesen und hat diese Idee gut akzeptiert und eifrig geschrieben und gezeichnet. Und das hat ihren Schmerz doch ein bisschen gemildert.
Ich glaube auch, dass man oft von der vermissten Person Verhalten übernimmt, um näher bei ihr zu sein. Freud hat das studiert und gezeigt, wie in der Entwicklung des Kindes daraus Ich und Über-Ich entstehen.
Übrigens hatte S in Mekka die Suche dann auf eigene Faust übernommen. Die Behörden waren dazu nicht in der Lage. Na ja, wir kennen ja den Fatalismus der Orientalen! Und schliesslich hatte sie ihren Pass im Sack einer türkischen Gruppe gefunden. Offenbar haben die Türken einen ähnlich roten Pass wie wir Schweizer. Es war wirklich ein Drama, diese Reise nach Mekka. Ich gebe ihr oft den Titel: ‚Reise ins Mittelalter’!
Wir haben hier wunderbares Herbstwetter. Es ist wirklich sehr schön. Und auch die Tauben auf dem Dach scheinen diese milde Situation zu geniessen. Sie hocken dort oben und plustern sich ein bisschen auf in der Sonnenwärme.
Am liebsten würde ich von Deinem Pflaumensylt kosten. S hat die Zwetschgen, die ich ‚öffentlich’ gepflückt hatte, ebenso gekocht, dann gesiebt und gefroren. Das ist wirklich fantastisch gut zu Vanilleeis. Ich mag diesen Geschmack über alles, besonders dann im Winter.
Sollten wir - nach unserer Abstinenz-Geschichte - ein paar Regeln entwickeln, wie wir mit solchen Unterbrüchen umgehen sollten? Eine mögliche wäre, so wie es Du gemacht hast: man schreibt mal weiter, auch wenn noch keine Antwort kommt.
Ich muss jetzt an die Arbeit. Es ist beinahe Mittag, und ich habe noch nichts gemacht.
MLGUKK
...
--------------------
Subject: PS
Date: Sat, 18 Sep 19:34
Dieses Mail vom Donnerstag habe ich erst heute gefunden. Es lag bei den Junk Mails.
Sieht alles ein bisschen chaotische aus, nicht wahr?
Grüsschen
...
Freitag, 26. August 2016
Give me one reason...
Subject: Torsdag = Donnerstag
Tor, ein altnordischer Gott (in Deutschland bekannt unter dem Namen Do'nar)
Lieber ...,
Ein herrlicher Herbsttag, so wie du sie am liebsten magst. Alles wäre so schön, wenn mich nicht plötzlich die mail-abstinenz plagen würde. Ich betrachte sie klinisch und wundere mich über ihre Kraft. So muss sich ein Alkoholiker fühlen, der keinen Alkohol findet, ein Raucher, der versucht von seiner Last frei zu werden. Doch dieser Letztere hat den Vorteil zu seiner Sucht zurückkehren zu können, wenn es ihm beliebt.
Von einer CD höre ich Tracy Chapman. Das ist wie ein Lutschbonbon gegen Grippe. Ich meine es schmeckt zwar gut, hilft aber kaum. Doch man kann seine Gedanken damit betäuben.
"Give me one reason".
Nächste Woche schon wirst du vielleicht deine Reise nach Rom antreten. Ich glaube, es wird ein wunderbares Erlebnis werden. Vielleicht sogar noch schöner als damals New York. Und ich weiss, dass du das Beste daraus machen wirst. Wenn es schon keinen guten interessanten Reiseführer gibt, samle doch Material für einen eigenen. Jetzt hast du eine gute Digitalkamera und das photographische Auge fehlt dir auch nicht. Ich wünsche dir wunderbares Spätsommerwetter.
Soll ich? Soll ich nicht? Ich denke falls du krank zu Hause liegst brauchst du etwas Ermunterung.. vielleicht drücke ich auf die Taste "send".
OK.
Mit einem lieben Gruss,
Malou
ohne Flügel
Ämne: undsoweiternebenbeibemerkt?
Lieber ...,
Ich fühle mich wie ein Vogel ohne Flügel. Mein Auto ist oben in der Werkstatt. Eigentlich nur eine Bezinstation aber sie haben auch ein wenig Reparatur. So lasse ich mir ein Loch im Auspuff reparieren und das Öl wechseln. Der Mann wird anrufen, wenn er damit ferig ist.
Hoffentlich bald.
Morgen früh nehme ich meine Freundin I. und ihren Sohn Sebastian mit nach L. S. ist ein bisschen neugierig wie es in einem Studentenkorridor ist, und Anna wird uns herumzeigen.
Jetzt kam der Anruf und man will dass ich das Auto abhole. Also muss ich schon los.
Ich grüsse dich lieb und schicke dir eine Menge Dinge, die unsere §§§ eigentlich verbieten.
Einmal ist keinmal. ;-)
Malou
Donnerstag, 25. August 2016
wirklich 18.00 Uhr ...
Ämne: RE:
Liebe Malou
So wissen wir nun der Stand der Weltgeschichte. Die Griechen sind Europameister und Roger Federer ist Wimbledon Sieger. Damit können wir Schweizer ziemlich zufrieden sein, denn es war ein Match auf des Messers Schneide. Ich habe zwar nur einen Teil davon gesehen. Aber ich habe ziemlich gebangt für unseren Federer, der hier ganz in der Nähe wohnt. Er ist allerdings nur 50% Schweizer. Seine Mutter ist Südafrikanerin, wie ich mal in einem Interview vernommen habe. Und ein Kollege aus meinem Club hat ihm die Wohnung vermittelt, die er jetzt hat. Er wollte nämlich in einen anderen Kanton umziehen. Und das wäre doch ziemlich schade gewesen wegen der Steuergelder, die wir hier verloren hätten.
Und die Griechen, hast Du sie gesehen? Ich hatte wirklich ein bisschen Mitleid mit den Portugiesen. Sie waren meine Favoriten. Und ich finde es ein wenig unanständig als Gast in einem fremden Land, derart rücksichtslos einfach zu gewinnen und nicht dem Gastgeber den Vortritt zu lassen. Das ist schlechter Geschmack, nicht wahr. Aber die Griechen kennen in sportlichen Dingen keine Skrupel. Das wissen wir seit den ersten olympischen Spielen, die sie erfunden haben. Sie stellen den Sport über alles.
Und so gehen wir in eine neue Woche. Und die Mühle beginnt wieder von vorne. Das Wetter hat auch etwas abgekühlt. Es ist bedeckt und vielleicht knapp 20°. Ist das eigentlich normal, dass das Wetter so unbeständig auf und ab pendelt? Früher hatten wir doch mal warme Sommer und kalte Winter, oder täusche ich mich da?
Es ist wirklich 18.00h in meinem Leben. Ich habe es, nach einiger Überwindung, ausgerechnet. Eigentlich wollte ich es nicht so genau wissen und wollte sagen, es sei vielleicht 17.00h. Aber es ist 18.00h, man muss den Dingen ins Auge schauen. Und um 22.00h ist Schlafenszeit! Aber ich will ja gar nicht jammern. Ich will bloss feststellen, was los ist. -- Ich glaube, Du hast recht. Man muss sich die Zeit gut organisieren. Sie läuft wie Sand durch die Finger. Und die meisten Menschen, die in Pension sind und die ich kenne, behaupten, sie hätten weniger Zeit als früher. Vielleicht hängt damit ein wenig die Torschlusspanik zusammen. Aber natürlich fliesst die Zeit ungemein rasch, wenn man nicht acht gibt. Und nur, wenn man ein volles Programm hat, erscheint der Tag wirklich lang. Ich will mir also Mühe geben, besser zu planen in Zukunft. Bisher habe ich ungeplante Zeiten immer sehr genossen. Ich mag das sehr, einfach zu sehen, was auf mich zukommt. Aber ich werde hier ein hartes Regime aufziehen.
(---)
Heute morgen habe ich aufgeräumt und einige Tonnen Papier weggeschafft. Zum Glück haben wir einen kleinen Container hier im Büro, der vom Hauswart wöchentlich geleert wird. Das ist sehr praktisch und angenehm. Man hatte, als die PCs eingeführt wurden, gelobt, wie viel Papier man damit sparen könne. Ach, ich sage Dir Malou, wenn man positive Prognosen hört, dann sollte man sie geradewegs in derselben Richtung, aber als Warnung verstehen. Entwicklungen machen im Grunde keinen Sinn. Entwicklungen lösen vielleicht kleine Probleme, die man nicht hätte, wenn es keine Entwicklungen gäbe. Jede einzelne Verbesserung mag, für sich betrachtet, als kleine Verbesserung gelten, als klitzekleine vielleicht. Aber das Gemisch aus all diesen kleinen Schritten, das ist nicht ein grosser Schritt, sondern das ist bloss ein beliebiges Herumgetreten.
Na Malou, mit Deinem awiw heizest Du mir wieder mal tüchtig ein. Besonders wenn die awiws mitten in der lauen Nacht rund ums Bett flattern. Ich schlafe zur Zeit wieder ruhiger. Die Heilpraktiker behaupten ja, dass das alles auch mit der Ernährung und mit dem Sympathikus und Parasympathikus zusammenhängt. Nun, ich bin froh, wenn sich meine beiden Sympathiki wieder besser verstehen und im Zweifelsfall auch einigen können.
Ich wünsche Dir einen feinen Wochenanfang.
Mlgukuswnbm
..
Mittwoch, 24. August 2016
Re: alles was du willst
Ach, du mein lieber Mausfreund, du versprichst mir awiw - aber über dieses awiw hast du keine Macht. Wenn der liebe Gott will, oder alle anderen guten Mächte.. und auch dann glaube ich nicht an ein "awiw". Es ist zwar mein innerster Wunsch. Oder lass mich sagen der innerste Wunsch meiner Gefühle. Aber mein Verstand sagt mir, dass "awiw" nur ein "vl-awiw" sein kann. Und in diesem VL bin ich eigentlich ganz zufrieden mit dem Dasein. Könnte es eigentlich besser sein?
Es regnet alle fünf Minuten und obwohl das Gras noch etwas nass war vorhin, bin ich hinausgegangen und habe es gemäht. Es liess sich tun und ich habe ein wenig Bewegung dabei bekommen. Ich glaube das fehlt mir am meisten. Doch ich werde es nachholen. Vielleicht muss ich mir irgendeinen Stundenplan machen, oder was meinst du?
Ach, es ist doch wirklich noch nicht 18.00 Uhr in deinem Leben. Ich rechne damit, dass du über 80 wirst, und dass du noch sehr viel Schönes und Neues erleben wirst. Und ich möchte davon hören (oder besser lesen) bis meine eigene Uhr 00.00 schägt. Das ist vielleicht awiw.
Das hindert jedoch nicht, dass ich mir auch Gedanken weit darüber hinaus erlaube. Besonders, wenn ich nachts aufwache und nicht sofort wieder einschlafen kann. Dann tue ich in Gedanken awiw mit dir. Doch davon merktst du nichts. Schade eigentlich. :-)
Heute Abend ist Fussballfinale. Das werde ich mir ansehen. Und als Nachspeise werde ich schwedische Erbeeren essen. Das gehört zu dieser Jahreszeit und wir genieesen es reichlich.
Ich bin nun in meinen Papieren und anderen Dingen so weit vorgedrungen, dass ich fast in meinen Jugendjahren gelandet bin. Es ist eine spannende und zeitweise aufregende Reise in die Vergangenheit. Und dabei denke ich auch an alte Freunde, die nun schon gestorben sind. Ich habe mir immer nach unseren schönen Festen die Reden schriftlich geben lassen. Auch solche habe ich nun wiedergefunden. Sie sind von richtigen Meistern geschrieben und enthalten alles was man sich von einer Rede wünschen kann. Und es tut ein Bisschen weh.. das nochmals zu lesen.
Ich muss leider schon aufhören. Wenn du wüsstest, wie lang meine Mails wären, wenn ich ungestört meine Zeit am PC wählen könnte. Meine Gedanken sind oft bei dir.
Mit lieben Grüssen und einem zärtlichen Kuss ...
Malou
Dienstag, 23. August 2016
am Ende der Fahnenstange
Liebe Malou
„…awiw“ sollst Du haben.
Ja, die Gréco ist ein Grossmütterchen geworden. Aber in dieser Sendung auf einem französischen Sender hat sie auch gesungen. Und ihre Stimme ist immer noch sehr fest und rhythmisch aufregend und jung. Die Juliette hat in ihren Erzählungen viel Luft genommen. Sie hat erzählt, dass sie sozusagen wie ein Mann gelebt habe. Das heisst, sie konnte bei den Männern mit den Fingern schnippen, und sie sind ihr gefolgt (bis ins Bett, so muss man wohl annehmen). Sie hat sehr positiv geredet über ihr Alter und geschildert, wie sie ihren Ruhm immer noch geniesst.
Was Du über die Erlebnistiefe des Alters sagst, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Aber ich ertappe mich bei solchen Gelegenheiten oft, wie ich mich frage, dass ich in meiner Jugend gewisse Dinge viel grösser und viel schöner erleben konnte. Ich glaube, damals gab es einen weiten Horizont der Erwartungen. Alle diese Ereignisse hatten eine Bedeutungsdimension in die Zukunft. Und die war gross und weit und wichtig. Heute denke ich oft: und das war alles? Die Menschen sind doch - alles in allem - sehr menschlich! Na ja, sie sind alle sehr mittelmässig, mich selbst eingeschlossen! Du siehst, ich habe das Gefühl, am Ende der Fahnenstange angelangt zu sein. Na ja, nicht ganz, aber immerhin. Wenn man das Leben als einen Tag nimmt, ist es ungefähr 18.00h heute. Was Wunder, wenn man sich vornimmt, an diesem milden Abend bis 22.00h noch ein bisschen auf die Pauke zu schlagen?
....
So, ich schicke dieses Ding ab. Sonst hängt es hier bloss herum.
MlGukuawdw
...
„…awiw“ sollst Du haben.
Ja, die Gréco ist ein Grossmütterchen geworden. Aber in dieser Sendung auf einem französischen Sender hat sie auch gesungen. Und ihre Stimme ist immer noch sehr fest und rhythmisch aufregend und jung. Die Juliette hat in ihren Erzählungen viel Luft genommen. Sie hat erzählt, dass sie sozusagen wie ein Mann gelebt habe. Das heisst, sie konnte bei den Männern mit den Fingern schnippen, und sie sind ihr gefolgt (bis ins Bett, so muss man wohl annehmen). Sie hat sehr positiv geredet über ihr Alter und geschildert, wie sie ihren Ruhm immer noch geniesst.
Was Du über die Erlebnistiefe des Alters sagst, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Aber ich ertappe mich bei solchen Gelegenheiten oft, wie ich mich frage, dass ich in meiner Jugend gewisse Dinge viel grösser und viel schöner erleben konnte. Ich glaube, damals gab es einen weiten Horizont der Erwartungen. Alle diese Ereignisse hatten eine Bedeutungsdimension in die Zukunft. Und die war gross und weit und wichtig. Heute denke ich oft: und das war alles? Die Menschen sind doch - alles in allem - sehr menschlich! Na ja, sie sind alle sehr mittelmässig, mich selbst eingeschlossen! Du siehst, ich habe das Gefühl, am Ende der Fahnenstange angelangt zu sein. Na ja, nicht ganz, aber immerhin. Wenn man das Leben als einen Tag nimmt, ist es ungefähr 18.00h heute. Was Wunder, wenn man sich vornimmt, an diesem milden Abend bis 22.00h noch ein bisschen auf die Pauke zu schlagen?
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So, ich schicke dieses Ding ab. Sonst hängt es hier bloss herum.
MlGukuawdw
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