Sonntag, 26. Januar 2014

Happy to see you ..


Subject : Happy to see you..
Date : Thu, 05 Oct  21:11:22 GMT


Mein lieber Mausfreund,

Wenn du wüsstest, wie froh ich war als ich wieder deinen Namen in der Inbox sah. Ich habe deine wunderbaren Mails so sehr vermisst. Deine perfekte Wahrnehmung, deine wunderbare Art Dinge zu beschreiben und diesen schönen Humor, ach Schatz, man kann wirklich von Abstinenzsymptomen bei mir sprechen. Und nun bist du wieder da und ich freue mich und lache über deine drollige Art und fühle mich zu dir hingezogen wie zu niemanden sonst.
Es freut mich dass du dich wieder besser fühlst und es ist schön dass du es ein paar Tage etwas ruhiger nehmen kannst. Wir haben leider keine Herbstferien und ich stehe mitten in der Arbeit die im Moment sogar extra viel verlangt. Am Samstag haben wir "offenes Haus" und wir müssen die Montagsstunden der kommenden Woche auf diesen Tag verlegen. Dann haben Eltern und auch andere Leute die Möglichkeit den Unterricht zu besuchen. Oft kommen auch Lehrer der Grundschule und sehen sich an was aus ihren Schülern geworden ist. Morgen bekomme ich auch noch Besuch aus Deutschland in einer Klasse. So läuft es eben ohne Aufenthalt weiter.
Dein Brief ist leider noch nicht angekommen, was mich etwas wundert, denn ich dachte es könnte höchstens drei Tage dauern. Aber vielleicht morgen..
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Bei uns ist auch eine gefährliche Grippe im Anzug. Man impft schon die älteren Leute, denn voriges mal sind sehr viele gestorben. Vielleicht sollte man etwas mit C-vitamin vorbeugen.
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Das Buch von dem du sprichst habe ich sicher grob unterschätzt. Du kannst ruhig sagen dass es dir gefällt. Ich merke es doch und werde versuchen es zu finden. Ich bin schon neugierig darauf . Aber vor allem bin ich nun zuerst neugierig auf deine Sendung. Du weißt, ich kenne mich nicht besonders gut aus auf dem Gebiet der Kunst und manchmal fühle ich mich ziemlich ungebildet wenn du darüber sprichst. Aber es interessiert mich trotzdem und wenn ich Zeit hätte würde ich gern ein wenig Kunstgeschichte studieren.

Annas Artikel ist nun in der Zeitung erschienen und die Leute sind sehr überrascht und fragen sich wie sie zu dieser Ehre gekommen ist. Dass sie schon eigene Pc-programme macht imponiert sehr aber sie lacht nur darüber denn sie weiss dass es nicht so avanciert ist Sie hat auch diese Netzzeitung genannt wo sie Artikel schreibt. Es sind drei Mädchen die eine Alternative zu allen den Mädchenzeitungen schaffen wollten, die nur von Mode, Schönheit und Sex schreiben. Sie hat u.a. einen Artikel über unsere Reise nach Sorrento geschrieben, sehr lustig und spirituell. Er heisst "Die Eidechsen von Sorrento" und mit diesen Eidechsen sind alle die alten Frauen gemeint, die den grössten Teil der Touristen dort ausmachten. ;-)
Weisst du, manchmal glaube ich dass ich mich wiederhole. Gewisse Dinge wollte ich dir mal schreiben bin aber dann nicht mehr sicher ob ich es getan habe. Und nachsehen? Bei dieser riesigen Menge von Mails? Du musst es eben nocheinmal lesen.
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Es ist etwas herbstlicher geworden aber an manchen Tagen noch fast warm wie im Sommer. Morgen ist grosser Markttag und die Umgebung ist schon voll von grossen Wagen mit allen möglichen Vergnügungssachen, wie z.B. Karusellen. Dann kommen noch Verkäufer aus dem ganzen Land und schlagen ihre Stände auf. Der Verkehr wird umgeleitet. Es ist immer ein grosses Volksfest und auch ich werde meine Runde gehen und sehen ob ich was günstiges finde. Es gibt wirklich alles. Hoffentlich regnet es nicht. Es wäre schade.
*
Nun muss ich mein Mail beenden und mein Haar trocknen bevor ich zu Bett gehe.
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Ich wünsche du wärest hier
Marlena

Samstag, 25. Januar 2014

Busfahrt in Rom


Liebe Malou

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Ja, finde ich auch, dass man in einer halbstündigen Busfahrt morgens
und abends die einheimische Bevölkerung ein bisschen kennenlernt. Und
es gibt ja doch ziemlich erstaunliche Situationen in einem Bus. Auf
einer Fahrt war beispielsweise der Entwerterautomat defekt, mit dem
man das Ticket abstempeln sollte. Jeder Schweizer würde sich in einer
solchen Situation genüsslich zurücklehnen und den Vorteil geniessen,
den eine Gratisfahrt bietet. Die Italiener fingen an zu diskutieren,
und eine Frau meinte, man sollte das Ticket entwerten, indem man von
Hand das heutige Datum draufschreibt. Alle rundum nickten überzeugt,
aber zufällig hatte keiner einen Stift im Sack. Na ja, keiner hatte
sich auch wirklich bemüht, im Jacket mal nackzusehen, ob vielleicht
ein Kugelschreiber verfügbar wäre. Und so sind wir alle frei gefahren,
obwohl ein solch hoher moralischer Anspruch in der Luft lag. Das fand
ich doch ziemlich scheinheilig. Das war - unter uns gesagt - echt
katholisch.
Auf den Abendfahrten waren die Menschen jeweils ziemlich müde. Und
jeder war glücklich, der sich einen Sitz ergattert hatte. Einmal war
da eine deutsche Familie mit zwei Kindern ungefähr im
Primarschulalter. Sie waren bei der Stazione Termini so früh
eingestiegen, dass sie alle sitzen konnten. Aber allmählich füllte
sich der Bus und etliche Damen und Herren im fortgeschrittenen Alter
mussten stehen. Eine Frau fand das sehr unpassend, dass die zwei
Kinder sich auf den Plätzen breit machten, während die Grossmütter
stehen mussten. Sie fing an zu reklamieren, erst mehr oder weniger vor
sich hin. So suchte sie sich einige Verbündete unter den Fahrgästen,
stelle ich mir vor. Schliesslich wurde sie immer laut, war daran,
einen echten Skandal zu entflammen und fragte die beiden Kinder immer
wieder, wo denn ihre Eltern wären, und das dies doch wirklich
ungebührlich sei, diese Plätze zu besetzen, wo nebenan schwangere
Frauen stehen mussten. Sie konzentrierte ihre Attacken auf die beiden
Kinder, obwohl jeder halbwegs sehfähige Mensch bemerken konnte, dass
die blonden Eltern gleich zwei Sitze weiter vorne sassen. Die Kinder
sassen mit roten Ohren da, bewegten sich nicht und gaben vor, von
allem nichts zu verstehen. Und auch die Eltern stellten sich taub und
blind. Aber ich glaube, die resolute Italienerin hatte ihnen allen
richtig eingeheizt und sie in eine ziemlich unangenehme Situation
gebracht. Und die Menschen rundum hatten ihr mit den Augen ihre
Zustimmung signalisiert. Nächstes Mal wird sich die deutsche Familie
überlegen, wie sie die Plätze belegt.
Oder jene junge Römerin, die in einer Viertelstunde Fahrt drei Anrufe
von ihrem Lover erhielt, der zuhause kaum mehr auf sie warten konnte.
Jedesmal schilderte sie ihm geduldig, wo wir jetzt gleich vorbeifuhren
und wie lange er ungefähr noch warten müsste. Ich stellte mir vor,
dass er vielleicht zuhause bereits die Spaghetti in kochendem Wasser
hatte. Und da ist wohl jede Minute entscheidend, wenn man die Dinger
'al dente' behalten wollte. Na ja, diese Fantasie hatte ich, weil
meine Freunde eine solche Rollenverteilung hatten, dass er früher vom
Büro kam und zuhause kochte. Er stellte den Fernseher auf absolute
Lautstärke, liess eine von den lockeren Vorabendserien losflimmern,
und machte sich dann in der Küche zu schaffen, nicht ohne alle paar
Momente hinüber in den Wohnraum zu treten, um im Film keine flimische
Wendung zu verpassen. Kurz und gut: er machte es sich sehr gemütlich.
Doch seine Spaghetti schmeckten schliesslich perfekt, wenn seine Tina
so gegen 9 Uhr auch heimkam. Sie übernahm dann noch schnell, den Salat
zu waschen und zuzubereiten. Und nach dem Essen putzte sie die Küche.
Ist doch eine ziemlich römische Rollenverteilung, nicht wahr?
Wir haben hier sehr trübes Wetter. Und ich bin noch ein bisschen müde
nach dem grossen Essen, das wir gestern hatten. Für einen guten Schlaf
darf ich abends nicht zuviel essen. Na ja, manchmal kommt man eben
nich daran vorbei.
Ich wünsche Dir einen guten Tag
Mlg+k
...

Mittwoch, 22. Januar 2014

Dienstag, 21. Januar 2014

Re: Astrid Lindgren



Lieber ...,
Siehst du, ich bin schon wieder hier. Ich hätte eigentlich noch so einiges zu tun gehabt .. aber es kann warten. Du bist mir wichtiger.. ich meine ich kann mir nichts schöneres vorstellen im Moment als mit dir hier ein wenig zu plaudern.

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Es ist lustig das was du über Astrid Lindgren schreibst. Sie hat wirklich die Fenster mit ihren schweren Preisen aufgestellt. Zu was hätten sie auch sonst getaugt?? :-)
Ich wünsche du könntest einmal einen ihrer Filme in der Originalversion (schwedische Sprache) sehen. Dann würdest du auch ihre fantastische Stimme hören, denn sie ist oft die Sprecherinin den Filmen. Ich glaube es ist vor allem ihre Stimme die ich vermisse. Ich habe noch nie jemanden gehört der so lebendig vorlesen kann. Und politisch aktiv war sie in dem Sinn dass sie für spezielle Ideen kämpfte u.a. für eine humanere Behandlung von Tieren. Als sie 80 Jahre alt wurde bekam sie sogar ein "Tierschutzgesetz" von der Regierung geschenkt. Leider musste man es später wieder etwas einschränken weil die Proteste der Tierhälter zu gross waren. Aber dass unsere Kühe nicht das ganze Jahr im Stall stehen müssen haben sie Astrid zu verdanken. Man meint auch dass sie stark dazu beigetragen hat dass die sozialdemokratische Partei nach über 40 Jahren an der Macht die Wahl verlor. Astrid L hatte 2 Millionen verdient und sollte davon 2.020.000 Kronen Steuer zahlen (also 102 %). Das war sogar ihr (die immer diese Partei gewählt hatte) etwas zu viel und so schrieb sie eine kleine ironische Geschichte, die von einer grossen Abendzeitung gedruckt wurde. Ihr Wortwechsel danach mit unserem "selbstherrlichen" Finanzminister Gunnar Sträng war auch eine rhetorische Perle.
Übrigens finde ich die "Uno Umfrage" die du mir geschickt hast ganz herrlich. Auch Anna hat es genossen. Ich werde sie morgen meinen Schülern zeigen. Ich danke dir dafür! Danke auch für den Artikel aus der NZZ. Bald kommt in unserem Lehrbuch in Deutsch ein Kapitel über die Schweiz. Ich freue mich schon darauf.
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Blick durchs Fenster



Spuren von nächtlichem Besuch

Sonntag, 19. Januar 2014

kleine Skitour

(R)


A und K vor langer Zeit

subject Sonne und Schnee.. :-)

Lieber  ... ,
Danke für dein liebes Mail und das herrliche Bild. Dort würde ich gern
eine Woche verbringen.. aber leider, ich kann nicht Slalom fahren.
Doch für "Nordic Ski" bin ich immer zu haben.
Und stell dir vor! Heute bin ich zum ersten Mal seit ewig Ski
gelaufen. Es ist wieder ein herrlicher sonniger Wintertag und am
Morgen ist K in den nahen Wald gefahren (unsere "kleine Schweiz") um
zu sehen ob die Loipen gut sind. Und ein Skifahrer sagte ihm, dass die
3 km-loipe sehr gut sei, aber die längeren hätten stellenweise etwas
zu wenig Schnee.
So sind wir dann gegen Mittag losgefahren zu einer kleinen Skitour.
Es muss Jahre her sein, dass ich auf den Skiern gestanden habe, aber
es ist wie mit dem Radfahren.. man hat es im Körper. Und während K
noch eine extra Runde gemacht hat, habe ich ein wenig in der Sonne
gesessen und meditiert. Irgendwie habe ich versucht alle meine in der
Welt zerstreuten Teile wieder in mich hinein zu ziehen. Mag lustig
klingen. Aber der Gedanke, ganz befreit zu sein von allem ausser mir..
hat mir ein schönes Gefühl gegeben. Ich habe an die Worte aus einem
alten Schlager gedacht.. "Freedom's just another word for nothing
left to lose"..   und ich habe mich ganz frei gefühlt.

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Samstag, 18. Januar 2014

Kennst du Piaget?


Liebe Marlena

(---)

Kennst du Jean Piaget? Wahrscheinlich hast du von ihm gehört. Er war vielleicht der grösste Psychologe neben Sigmund Freud. Er hat die kognitive (nicht emotionale, wie Freud) die kognitive menschliche Entwicklung untersucht mit seiner Forschung. Seine Theorien sind absolut interessant, aber auch nicht ganz leicht bis ins Letzte zu begreifen. Ich zumindest habe das nie ganz geschafft. Piaget war ein Genie, schon früh in der Schule hatte man das bemerkt. Und er war aus Neuchàatel, also ein Welschschweizer. Worauf ich aber hinaus will: als er schon ziemlich alt war gab es im Fernsehen ein Porträt über unseren Jean Piaget. Man konnte ihn sehen mit seinem weissen Haar und wie er an seiner Tabakpfeiffe herumfingerte und in alter Manier diskutierte und argumentierte. Interessant, ja frappant für mich war nicht der alte Piaget, sondern sein Büro. Es war das absolute Chaos, voller Papier auf den Regalen, Papier auf dem Pult und - wenn ich mich recht erinnere - sogar Papier am Boden. In meinem Bild-Gedächtnis sehe ich den alten Piaget, wie er in einer Flut von Papieren versinkt und ertrinkt. Ich glaube, er war schon ein bisschen senil.

Nun ja, so sieht es um mich herum ja dank meiner S und aus vielleicht ein paar anderen Gründen noch nicht gerade aus. Aber ich bin auf gutem Weg dazu (zum Chaos, nicht zur Senilität)!

Immer wieder finde ich neue interessante Artikel, die ich lesen möchte und zur Seite lege. Auf der andern Seite sollte ich periodisch wieder aufräumen und die alten Sachen wegräumen, die ich nicht mehr brauche. Und alles in allem müsste zwischen diesen beiden Prozessen eine Balance sein. Du verstehst was ich meine? Im Büro sage ich meinen Mitarbeitern (zum Spass mehr als im Ernst): Jeder der zu mir ins Büro kommt und Papier mitbringt, ist verantwortlich, dass er ebensoviel Papier wieder hinaus- und mitnimmt. Unwichtig was es ist, es muss gleichviel sein. Sonst ersaufe ich hier in meinem Büro!

Und so ein Samstag Abend ist ideal, ein bisschen Papier aufzuräumen und dieses und jenes durchzuschauen. Und weißt du, wie das schliesslich geendet hat? Ich habe zwei alte Artikel gefunden und sie (nochmals) gelesen. Der eine war über...