Samstag, 16. November 2024

Meine Hochzeit

 Melancholia (Fortsetzung)

....
Habe ich dir erzählt, dass wir musulmanisch geheiratet haben. Also, das muss ich dir zum Schluss noch rasch erzählen:
Ich weilte als junger Student in Persien. Und wir entschieden uns, zu heiraten, damit S. überhaupt nach Europa kommen konnte. Ich wollte eine ganz einfache Geschichte. Damals war die Zeit der 68er, der studentischen Formlosigkeiten. Ich hätte auf einer Parkbank heiraten können, oder in einer Waldlichtung. S's Eltern gaben aber zu bedenken, dass man schon ein paar Verwandte einladen sollte. Ich war mit "ein paar" einverstanden. Und dann begann die Schwiegermutter, eine Liste zu schreiben. Das dauerte mehrere Tage, kannst du dir vorstellen. Es waren schlussendlich mindestens 100 Personen, die sie einluden, zumindest für den zweiten Teil in einem Hotel Teherans. Zuhause war nur die nähere Familie zugelassen, doch das waren auch um die 50 Leute. Der Mullah, der persische Geistliche redete und redete, und ich sass da wie ein Zuschauer. Einzig ein deutscher Experte, der damals in der Uno in Teheran arbeitete, war mit seiner deutschen Frau dabei. Es waren die einzigen, denen ich in dieser orientalischen Atmosphäre zuzwinkern konnte. Ab und zu musste ich irgendwo unterschreiben. Der Mullah hat mich dann in Englisch kurz angesprochen. Und anschliessend haben die vielen Tanten und Kusinen von S. Reis über uns zerstreut, was uns Fruchtbarkeit bringen sollte, und haben mit vier Farben Garn in einem Tuch genäht, was den Mund der Schwiegermutter schliessen sollte, und haben zwei Zuckerstöcke aneinander gerieben, was unsere Ehe versüssen sollte, und alle haben gelacht und Spässe geäussert. Nur ich habe kaum ein Wort verstanden.
Das war meine Hochzeit. Ein Schwager von S., der Fotograf Faramars, hat unendlich viele Fotos geknipst und Videos gedreht. Und die persischen Frauen sind mit ihren tiefen Décoltées und ihren schwarzen Frisuren, dunkeln Augen mit langen Wimpern wie himmlische Wesen aus 1001 Nacht herumgeschwebt. Und wir mussten den Kuchen schneiden und meine Frau hat die Gabel in meinem Munde stecken lassen und alle haben sich amüsiert. Und ich stand da mit der Gabel im Mund.
Einige Tage musste ich zum Mohammedanismus übertreten. Aber ich habe das nur mit einem Bein gemacht. Auf jeden Fall habe ich mich nicht beschneiden lassen, das denn doch nicht. Soweit ist meine Liebe nicht gegangen. Der Übertritt war sehr einfach und sehr formlos, zuhause, bei einer prächtigen Wassermelone und in Anwesenheit eines Mullahs wiederum. Er hat mich gefragt, ob ich wirklich daran glaube, oder ob ich bloss so tue, damit ich heiraten könne. Und ich habe minutenlang mit S. diskutiert, was ich ihm denn sagen solle, denn eigentlich habe ich nicht daran geglaubt und wollte es ihm auch so sagen. Aber das wäre in Persien natürlich völlig deplaziert gewesen. So ehrlich sind die Perser nicht. Für sie ist die Realität immer interpretationsfähig. Sie hätten vielleicht gesagt "er ist auf dem guten Weg" oder vielleicht "im Moment steht er Allah sehr nahe", damit der Mullah die Version hätte annehmen können, die er hätte annehmen wollen. Aber all das habe ich damals noch nicht gewusst und war auf und dran, dem Mullah die nackte Wahrheit ins Gesicht zu sagen. Damit, und mit der Entrüstung der Moslems, hätte ich glattweg die Revolution um ein paar Jahre vorverschieben können. So bin ich eigentlich im Jenseits Doppelbürger. Ich habe bei Allah ein Plätzchen und beim lieben Gott auch, sofern sie mir überhaupt eines reservieren. Ich bin sozusagen überversichert. Aus dem Wallis und vom Gymnasium her bin ich ja auch noch fast katholisch. Du siehst, Marlena, ich bin kein Weltenbummler, sondern ein Himmelsbummler, ein Vagabund in allen Glaubensrichtungen. Aber sicherlich kein besserer Mensch. Vielleicht ein schlimmerer?
So lasse ich Dich (das kommt vom französischen Abschied: je te laisse ...etwas colloquial, mein Bruder pflegt das zu sagen in Valais). Erzähl mir von deiner protestantischen Hochzeit, Marlena, und von deinem Grossvater mit den veilchenblauen Augen, und auch vom Onkel, dem Charmeur. Lebt er noch? Oder vielleicht lieber vom eichernen Schreibtisch? Oder von deinem Leben als Igel!!
Ich umarme dich, meine Schwester
...

Melancholia

Meine Liebe Maus-Freundin

Nein, ich fand die Bezeichnung Mailpartner nicht zu vertraulich, sondern im Gegenteil eben zu formal. Aber sie stimmt natürlich zu 100%, sie ist beängstigend genau, ich kann nichts dagegen sagen, meine liebe Mailpartnerin, du hast absolut und vollkommen Recht damit. Das reiht uns ein in die Serie der Geschäftspartner, der Tennispartner (im gemischten Doppel beispielsweise), der Lebenspartner, der Lebensabschnittpartner (gutes Wort, nicht wahr, existiert wirklich in Deutsch, ist aber wohl im Wörterbuch noch nicht zu finden) usw. Nun ist ein Mailpartner aber gewiss kein penfriend, sondern eher ein mouse-friend. Wir sind im Grunde genommen und bei Lichte betrachtet zwei Mausfreunde, Mausfreundin und Mausfreund. Das ist die korrekte Bezeichnung, da haben wir sie, hurrah!

***

"Ich bin superschlank und lache herzlich. Wenn ich es ansehe kann ich mich genau erinnern wie lustig wir es an solchen Abenden hatten. Ach wie schön und sorglos das Leben damals war!"

Das schreibst du, indem du die Fotos am Pinbrett über deinem PC anschaust und schon fast ins Träumen kommst. "Ach wie schön und sorglos das Leben damals war!" Dieser kleine Säufzer zum Schluss hat mich berührt. Er macht dich zu meiner Schwester, denn ich fühle oft genau so. Es ist die Melancholie des fortgeschrittenen Alters, die da und dort und immer wieder aufkommt. Es ist die Traurigkeit des Abschieds (davon könnte Rimbaud ein Liedlein singen!!). Es ist - alles in allem - die süssbittere Erinnerung ans Paradies, das verlorene, woraus wir vertrieben worden sind. Wenn meine Töchter abends weg wollen und um Erlaubnis fragen, so will ich sie in meiner ersten, spontanen Reaktion immer gehen lassen. Sie sollen auch diese schönen jugendlichen und ungetrübten und endlosen Erlebnisse haben, die wir früher gehabt haben. Es ist das Schönste im Leben und sie sind eine gute Investition fürs ganze Leben. Und im zweiten Moment denke ich, nein, sie sind doch Mädchen, ich kann sie doch nicht einfach gehen lassen, so dass sie erst um morgens 4 Uhr heimkehren. Weiss Gott, was alles passieren kann? Und meine Frau, mit ihrer höchst konservativen persischen Erziehung (obwohl ihre Eltern in Persien vergleichsweise sehr liberal waren, und meine S hat sehr und früh für ihre Freiheiten gekämpft), ist natürlich immer im Grunde der Meinung, es wäre doch am allerbesten, schon um halb 11 zuhause zu sein, oder noch besser, gar nicht auszugehen und den Abend im trauten Familienkreis zu verbringen. So kommen sie dann am Sonntagmorgen um 1 Uhr, um 2 Uhr, auch schon mal um 3 Uhr zurück. Für mich ist das nicht sonderlich schlimm. Als Jugendlicher bin ich oft schwer nach Mitternacht heimgekehrt. Und wenn meine Eltern die Haustüre geschlossen hatten, was selten genug vorkam, aber immerhin geschehen konnte, so musste ich - trotz der zahlreichen Gläser roten Weins, die ich genossen hatte - so musste ich über die Veranda in den 1. Stock steigen und durch die Balkontüre ins Haus gelangen. Ich habe mir in meinem Alkoholschleier immer vorgestellt, was passieren könnte, wenn ich bei dieser Fassadenkletterei fallen und etwa 3 m auf die steinerne Eingangstreppe hinuntersausen würde. Ich habe mir dies wirklich sehr plastisch und prächtig koloriert vorgestellt mit dem Effekt, dass mein Handgriff am Balkongeländer so kraftvoll und unauflöslich war, dass nie etwas geschehen konnte. So gönne ich meinen Töchtern von Herzen die schönen und aufregenden Stunden der Jugend. Früher habe ich ihnen immer gesagt: "Du sollst um 22h, oder um 23h, oder um 24h (je nach Alter damals) zuhause sein. Aber manchmal ist um 22, 23 oder 24h gerade so was von los, der smarteste Boy hat dir gerade zugezwinkert, oder die Gastgeber sind mit der Bowle aufgefahren, oder es ist sonstwie einfach so einmalig und cool, dass du unmöglich gleich heimgehen kannst. Das würde dir den ganzen Abend versauen. Also bleibst du länger, machst eine Ausnahme. Wenn du kannst, rufst du an, und alles ist in Ordnung. Unter aussergewöhnlichen Umständen muss man eine Ausnahme machen können und selbst entscheiden." Die Jüngere hat diesen Verhandlungsspielraum gelegentlich ausgenutzt. Sie war sich nicht zu gut, um Verlängerungen zu verhandeln. Ich habe sie schon ein paar Mal um 02 oder 03Uhr in der Frühe irgendwo geholt, die Kleine. Doch die Ältere hat sich ziemlich daran gehalten.
Du siehst Marlena, meine Schwester im Geiste, bei mir kommt eine ähnliche Erinnerung auf, und es macht mich gelegentlich schon melancholisch, wie doch die Zeit und das Leben rasant vergeht! Der tägliche Alltag kriecht voran wie eine Schnecke, aber diese grossen zeitlichen Räume fliehen dahin wie die Südwinde. Ist es nicht sonderbar und schmerzlich ?
Ganz klar ist Mailen lebensgefährlich. Wer zuviel mailt, der verpasst das Leben. Und das ist ziemlich gefährlich. Du tönst auch an, dass du abhängig werden könntest? Das glaube ich zwar nicht, denn du scheinst dich im allgemeinen sehr gut unter Kontrolle zu haben, darauf würde ich wetten. Doch wenn dem so sein sollte, wenn du wirklich abhängig würdest, den Haushalt vernachlässigt, deine Anna hungernd und verlumpt in einer Ecke dahin vegetierend, die Mahnungen und Zahlungsbefehle ins Haus flatternd, wenn der Gerichtsvollzieher unten vor der Türe steht, dann gibt es sicherlich eine Organisation wie die Anonymen Alkoholiker, die AA, wo du als AM (anonymer mailer) beitreten kannst und Zuspruch und Behandlung erhalten würdest. Doch es ist gefährlicher für Leute, die chatten. Der Chat ist die wirklich lebensbedrohliche Gefahr, da wirst du mir zustimmen. Vielleicht müssen wir zwei Mausfreunde zur Abwechslung wieder einmal chatten, nur so zum Spass, nur so um die gegenseitige Lebendigkeit etwas auszukosten, und der heillosen nackten Gefahr direkt ins Auge zu sehen.

Es gibt natürlich noch viele Rätsel, die dich umranken, meine liebe Marlena. Beispielsweise ist völlig unklar, wie du in den Swisstalk geraten konntest. Wie kommt eine Schwedin aus Stockholm in dieses robuste, schweizerische Netz? Ich konnte es damals gar nicht glauben, dass hier auch eine Schwedin herum spaziert. Irgendwie habe ich dies im "all" mitgehört. Und da habe ich mich mit einem zünftigen Hechtsprung, wie ich ihn höchstens alle 10 bis 15 Jahre einmal mache, habe ich mich auf diese Marlena gestürzt. Und siehe da, sie war eine Studienrätin! So kann das Leben einem spielen! Eine schwedische Studienrätin im ST zu treffen, das ist etwa so, wie wenn du Lady D im Zürcher Niederdorf triffst, oder in der Basler Rheingasse meinetwegen (die Rotlichtmilieus der beiden Städte). Das ist sowas von selten, als wie den Nobelpreis zu gewinnen, wenn du verstehst, was ich meine? Du bist sozusagen mein Nobelpreischen, meine geistige Schwester, meine Mausfreundin! Da komme ich ganz automatisch und ohne Anstrengung zu den Küsschen. Bei uns hat sich eingebürgert, oft zu küssen. Das kommt von der Romandie her, sagt man. Und in der Romandie sagt man, das kommt von Frankreich her. Und die Franzosen sagen, das kommt vom französischen Hof. Und der französische Hof gibt Auskunft und sagt, bei ihnen hatte man das Subventionsgesuch dem König ins rechte Ohr zu flüstern, und der König hat dann dem Gesuchsteller die Bewilligung ins rechte Ohr zurückgflüstert. Es sah aus wie Küsschen links und Küsschen rechts. Aber es war in Wirklichkeit nacktes Verhandeln und ein beinhartes Geschäft. Ihr Schweden treibt es nüchtern und ihr sagt "hej". Das klingt wie eine Volvo-Reklame!!! (mein Vater war früher ein überzeugter Volvo-Fahrer, er hat immer diese riesigen und robusten Dinger gekauft, in denen man sich von Blech beschützt so sicher fühlte wie in einem deutschen Leopard; und es gab doch mal - vielleicht in den 70er Jahren ? - eine Reklame, wo eine tiefe Vikingerstimme röhrte "Heja Volvo" nicht wahr?). Ihr begrüsst euch also in Schweden und macht gleichzeitig Volvo-Reklame? Das finde ich echt patriotisch und oekonomiebewusst. Ihr seid wirklich eine intelligente Nation. In der Schweiz sagten wir früher oft "salü", vom Französischen her, heute eher "halo" oder "hoy". Doch dieses hoy ist typisch für die Region von Basel hier. Ich kann mich erinnern, als ich als Junge bei meiner Grossmutter hier in den Ferien weilte, und die Jungen sagten ständig hoy, und hey und so fort, so habe ich das als sehr nordisch und fremdländisch empfunden. Im Wallis sagte man salue oder "tag wohl", was so viel wie "einen guten Tag" bedeuten könnte, oder auch "ciao", was vom Italienischen jenseits des Simplon stammt.

Diese Linien zieht mein PC, ich weiss gar nicht, was er damit meint. Ich drücke bloss drei *, und schon zieht er übereifrig diese Linie. Er ist manchmal wie ein kleines Kind, mein PC.
Also Marlena, du musst mir noch erklären, was besonderes es war, protestantisch zu heiraten. Was hättest du denn von der Familie her tun sollen? Protestantisch ist doch das Nüchternste, was es überhaupt gibt. Man kann froh sein, wenn der liebe Gott dort überhaupt eine Kravatte umbindet, so was von profan ist die protestantische Kirche.

Habe ich dir erzählt, dass wir musulmanisch geheiratet haben?  ...




Donnerstag, 14. November 2024

Luft, Hilfe Luft!

 Subject: Luft, Hilfe Luft!

 Liebe Marlena

...

Ich weiss nicht, ob es so geschickt ist, meine Gedanken über die kochenden Männer Deinem Mann zu zeigen. Sie sind ironisch und er könnte beleidigt sein. Du willst doch nicht die schwedischen Männer gegen mich aufhetzen, Marlena? Sie werden mich hassen, weil ich so ironisch wenn nicht sarkastisch über uns Männer spreche! Sie werden einen Kreuzzug planen und diese kläffenden Schweizer zum Schweigen bringen! Sei also vorsichtig und überlegt, meine Marlena. Noch wenn du zuhause behauptest, du führest mit einem Schweizer von der Spitze der Alpen fachliche Gespräche über die Schule, über die Schule allgemein und über die Schule im speziellen. Es wird den Schwedischen Männern wie Schuppen von den Augen fallen, wenn sie merken, welches unsere wirklichen „Fachgespräche" sind. Sie werden den Geheimdienst auf uns hetzen! Sie werden nach Zensur schreien! Sie werden die Telefonrechnung kontrollieren! Ich weiss wirklich nicht, ob das so weise ist, Marlena? 

Du kannst es so erzählen, als ob es von Dir wäre. Mach es zu deinen eigenen Gedanken und erzähle es mit eigenen Worten. Dann ist alles im Butter. Ich möchte nicht, dass Dein Mann misstrauisch oder eifersüchtig wird gegen mich. Und das ist schnell passiert! Ist das klaro, meine Liebe? Wie in aller Welt willst Du kochende Männer mit dem europäischen Schulsystem in Zusammenhang bringen? Ist doch ein Trapezakt sondergleichen!

Du erwähnst, in meinen Gedanken sei „esprit", und das war für mich ein grosses Kompliment. Esprit ist ein französisches Luxusprodukt, so gut wie Champagner oder Trüffeln. So was gibt es gar nicht in Deutsch. Geist, das erinnert an Hegel und den deutschen Idealismus. Aber esprit ist was sehr Elegantes, Feines, Spitzes vielleicht auch, ein Zeichen von Lebenskunst und von Lebenskompetenz. Ich hoffe, dass ich etwas davon habe. Ich hoffe es doch sehr! Ich flehe täglich darum! Esprit ist die Qualität französischer Intellektueller. Und die gibt es eben leider in der deutschsprachigen Kultur in diesem Sinne auch nicht. Manchmal wünsche ich, ich wäre mit einer französischen Zunge, oder doch mindestens mit einem französischen Geist geboren. Die germanische Kultur ist etwas schwerfälliger, auch etwas plumper gelegentlich.
...



Wie Männer kochen

(R)

...  

Nebenbei gesagt weiss ich, liebe Marlena, wie Männer kochen. Ich mach das heute eigentlich kaum mehr. Aber früher habe ich auch ab und zu gekocht, so, wie Männer eben kochen. In der einen das Weinglas, in der anderen den Kochlöffel, das ist die klassische Pose. So was gehört sich. Ohne das wäre Kochen Galeerenarbeit und die Küche die wahre Hölle. Mit dem Wein aber schon ein bisschen anzufangen, das gibt der Küche jenen Glanz, die sie überhaupt erträglich, ja vielleicht gar wohnlich macht. Man muss aber auch wissen, dass das nicht freiwillig ist. Es herrschen hier ziemlich verbindliche Regeln und Gesetze: Es geht darum, dass man den Wein rechtzeitig zu öffnen hat. Es geht darum, dass man zu prüfen hat, ob denn der Zapfen nicht riecht. Es geht nicht zuletzt darum, dass man sich für ein Vorhaben solcher Grössenordnung – nämlich ein Essen auf den Tisch zu bringen – dass man sich für ein solches Wagnis etwas Mut antrinken muss. Denn wenn man daran denkt, was dabei alles schief gehen könnte! Also, meine Liebe, alle Männer der Welt kochen auf diese Art und Weise. Nicht alle kochen sie vielleicht eine Bouillabaisse, aber alle fuchteln sie mit Weinglas und Kochlöffel herum. Das ist – darwinistisch gesprochen - das Resultat stammesgeschichtlicher Evolution. Soweit die Summe soziobiologischer Erkenntnis! Und was auch erkannt ist: Männer kochen mit doppelt bis dreifachem Budget als ihre Frauen. Und sie waschen nicht ab post festum und überlassen die schmutzige Küche dem Personal. Wer auch immer dieses Personal sein mag. Gott möge sie segnen und behüten, diese Männer der Welt!!!

Ich selbst bin heute soweit, dass ich mir erlaube, mit dem Weinglas in der Luft herum zu fahren, ohne dabei gleich kochen zu müssen. Das mag jetzt etwas überheblich klingen, Marlena, ist es ja vielleicht auch. Aber es braucht doch viel Arbeit an sich selbst, zu trinken, ohne zu kochen. Das ist sozusagen eine Trapeznummer ohne Netz.

 ...



Dienstag, 12. November 2024

Re: Sonntag ...


Ämne: Lieb von dir.. :-)
Datum: den 19 oktober 21:48

Lieber  ... ,

Ich bin eben hier reingegangen um dir ein mail zu senden und da finde ich dein liebes extramail. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Und wenn du wüsstest in welch düsterer Stimmung ich diesen Tag verbracht habe, dann würdest du es erst recht verstehen.

Ein wenig schmunzeln muss ich schon über die persische Art im Umgang mit Menschen, d.h. wie man einen Menschen dorthin kriegt, wo man ihn haben will. Da sind wir Schweden ganz anders. Die Ehrlichkeit selbst, möchte ich sagen. Vielleicht sind wir deswegen auch ziemlich misstrauisch, wenn wir in diese südlichen Länder fahren. Und feilschen können wir auch nicht. Das wissen die guten Geschäftsleute dort unten. Hast du das lustige Ding auf der Site von Side gesehen? Wenn nicht, so schicke ich es dir hier nochmals.  ...
Ganz unten siehst du einen Kupon und darauf steht:


Dieser Zettel gibt dir einen Preis der schon gefeilscht und fertig ist.

Und darüber steht: OM DU PRINTAR... d.h. wenn du diesen Zettel printest und mitnimmst, dann versprechen wir, euch wie Familienmitglieder zu behandeln und den Preis danach anzupassen. Sie haben nämlich gelernt, dass wir Schweden nicht so erpicht sind auf das Feilschen.

Findest du das nicht irgendwie süss? Und natürlich ist wohl auch dieser Zettel eine Finte um uns gerade in das Geschäft zu locken.

Aber du kannst diese Dinge auch, glaube ich. Manchmal denke ich du verwendest auch mir gegenüber etwas Taktik.. tust du doch, oder?

Weisst du, wenn du von Onkelchen erzählst, dann wird mir immer ganz warm ums Herz. Ich denke dann an meinen lieben alten Schwiegervater. Auch er hatte im hohen Alter ein ganzes Harem von Damen, die ihn bewunderten und seine Gesellschaft schätzten. Wenn er hier in der Nähe gewohnt hätte, wäre ich sicher öfters hingefahren nur um mich mit ihm zu unterhalten. Ach ja, es ist schade, dass ich gar keine älteren Verwandten mehr habe. Ich beneide dich sehr um deine.

Habe gerade die Fahrkarten nach Stockholm bestellt für den 28. Wenn man sie mehr als 7 Tage vorher bestellt sind sie um 50% billiger. Maj kommt mit und so werden wir nach meinem Besuch bei dem Spezialisten (schon wieder einer!) ein wenig in der Stadt herumbummeln, bevor wir wieder heimfahren. Ich freue mich darauf Stockholm wiederzusehen.

Am nächsten Tag muss ich wieder fit sein, denn dann kommen alle Grundschullehrer, die in Fremdsprachen unterrichten, zu uns aufs Gymnasium und ich bin ja ein wenig Mitarrangeur. Die Grundschullehrer haben die Schüler von der 7. bis zur 9. Klasse und danach übernehmen wir sie. Oft sind diese Lehrer etwas nervös, weil wir ja die Abnehmer sind und gut sehen, welche Vorkenntnisse ihre Schüler mitbringen. Und es ist auch so, dass man von einigen Schulen Schüler zu uns schickt, die sehr hohe Zeugnisse haben, aber fast nichts können. Nun ja, es gilt wirklich an dem Tag sehr diplomatisch zu sein. Das wichtigste an dem Treffen glaube ich ist, dass sich die Grundschullehrer gegenseitig treffen und miteinander ihre Kurse und Unterrichtsziele diskutieren können.

Ich denke an das kleine Bild, das eine frühere Kollegin,, mit der ich gut befreundet war, an ihrer Wand hatte. Darauf standen drei Worte: AUSHALTEN, HAUSHALTEN, MAULHALTEN. Eine gute Devise, mit der man weit kommen könnte. Besonders das letzte Wort werde ich ein bisschen extra beachten an dem Tag. Aber ich bin nicht allein. G und Å stehen mir zur Seite und dann haben wir auch noch zwei Spanischlehrerinnen und vielleicht auch die in Italienisch. Nachher haben wir dann zwei Tage frei, d.h. am 30. und 31.
*
Du hast eine strenge Woche hinter dir und dann noch dazu diese Besparungssitzung. Es ist doch komisch. Überall fehlt Geld. Auch bei uns muss auf allen Gebieten gespart werden. So hat man in diesem Jahr den Lehrern ca 10% mehr Unterrichtsstunden auferlegt ohne ihre Gehälter zu erhöhen.
Was ist los mit der Welt?
*
Ich hab gerade nach unserem kleinen ABBknirps geschaut. Er wächst nicht gerade schnell, aber immerhin: ich hatte für 39:- gekauft und jetzt steht er in 44,5 Ich werde ihn etwas mehr füttern müssen. Hast du wieder gekauft? Aber mein anderer kleiner (ich hab mehrere wie du weisst) nimmt im Moment zu. Ich meine AstraZeneka. Leider habe ich nur sehr wenig Geld darin investiert. Drum lasse ich es auch kommen wie es kommt. Freue mich wenn es steigt und bin nicht allzu betrübt über das Gegenteil.
*
Wir hören nicht so viel von den Vorhaben des Papstes. Sind ja auch kein katholisches Land. Aber trotzdem bin ich etwas ängstlich, was dieser Mann noch anstellen könnte... Man weiss ja nicht ob er mental noch ganz in Ordnung ist. Scheinbar weigert er sich zurückzutreten. Diese Seligsprechung von Mutter Theresa finde ich ganz in Ordnung. Diese Frau hat viel Gutes getan. Aber trotzdem...

Ach was? Du bist politisch in die Mitte gerutscht? Und ich könnte mir denken etwas nach links zu gehen nur um Persson behilflich zu sein. Ich glaube deine Amerikareise war ein gutes Ding. Du bist genug intelligent um korrekte Beobachtungen zu machen und wenn es sein muss deine Ansichten etwas zu revidieren.

K hatte sich schon sehr auf NY eingestellt aber einige von den Kollegen finden es zu teuer und wollen ein näheres Reiseziel wählen. Schade, denn ich glaube es wäre sehr interessant gewesen New York kennenzulernen. Jedenfalls kommt dazwischen noch eine Messe in London. "Food and Wine" oder war es Whisky? Spielt eigentlich keine Rolle, denn das Ergebnis wird dasselbe sein. ;-))

Die Dänen haben ihre Alkoholpreise so sehr gesenkt, dass nun alle Leute in Südschweden über den "Sund" fahren um dort einzukaufen und der schwedische Staat verliert eine Menge Geld dabei. Deshalb meinen viele, man müsste auch hier die Preise sinken lassen um nicht alle Kunden zu verlieren. Aber der Alkoholkonsum ist schon jetzt beunruhigend hoch und steigt immerzu.
*
Ach nein, du darfst nicht glauben, dass du mich zu sehr verwöhnst. Es tut so gut und wer sollte mich sonst verwöhnen, wenn nicht du? Hier tritt leider die Zensur ein.. ;-)

Nun werde ich zu Bett gehen. Hast du gemerkt wie tüchtig ich das in letzter Zeit tue? Vor zehn Uhr sagst du. Dafür stehe ich morgen etwas früher auf. Ich liebe das Leben am frühen Morgen. Es ist als hätte man die Welt für sich allein.

Gute Nacht, .... Und einen schönen Wochenanfang wünsche ich dir.
G+K
Marlena


Sonntag Morgen und Abend

 

den 19 oktober  10:02
Re: Hier?

Liebe Marlena
Es ist Sonntag Morgen. Weil wir gestern unsere Spar-Übung gehabt haben, konnte ich meine Wochenend-Arbeiten nicht erledigen. So hat sich alles auf den Sonntag verschoben.
Wir haben hier nochmals schönes Herbstwetter. Aber die Wetterprognosen haben uns schon gewarnt. Am Montag soll Regen kommen und Kälte. Vielleicht ist es das Ende dieses warmen und ausserordentlich sonnigen Sommers. Es geht Richtung Winter. Auch gut, wir nehmen es wie es kommt.
*
Gestern hatte Onkelchen Geburtstag. Wir wollten eigentlich gestern hinfahren. Aber er hatte schon ein Programm mit zwei Freundinnen. Er ist wirklich der Hahn im Korb mit 96 Jahren. Es gibt für diese alten Damen nicht mehr viel Auswahl. Und er ist sehr gentlemanlike, auch wenn er ein bisschen langsamer un beim Gehen vor sich hintappend geworden ist. Ich glaube nicht, dass ich selbst so alt werden möchte. Die Dinge werden doch ziemlich beschwerlich. Und wenn er in seinen Keller, der auf gleicher Ebene, nur eben hinten in der Wohnung unter dem Berg sich befindet, wenn er also im Keller eine Flasche Wasser holen muss, so ist das ein grösseres Unternehmen, das einige Anstrengung und Vorsicht erfordert.
*
Jetzt muss ich schleunigst an meine Arbeit. In den Nachrichten höre ich gerade, dass in Rom was los ist. Der Papst scheint in seinen letzten Momenten noch eine wilde Tätigkeit zu entwickeln.
Mit lieben Grüssen
...

-------


den 19 oktober 16:34
Sonntagabend

Liebe Marlena

Vielleicht verwöhne ich Dich ein bisschen zu sehr, wenn ich jetzt - am Sonntag Nachmittag - noch ein Mail schreibe. Man sollte ja doch die Verwöhnungen, die man anderen Personen angedeihen lässt, gut dosieren und sie auf keinen fall übertreiben. Denn das ist schädlich. Es ist wie mit dem Trinkgeld. Seit sie das in der Schweiz abgeschafft haben, weiss niemand mehr richtig, wie man es einsetzt. Soll man die kleine Aufmerksamkeit am Anfang geben, oder am Schluss, wenn die Leistung erfolgt ist? Soll man viel geben oder wenig? S. ist ziemlich gut in diesen Dingen. Das habe ich in der Türkei wieder bemerkt. Nun ja, die Türken sind den Persern ja auch sehr ähnlich. Deshalb funktioniert das Prinzip. Sie gibt ziemlich anfangs ein sehr gutes Trinkgeld. Damit hat sie sich in das Bewusstsein der betreffenden Person eingebrannt. Und dann lässt sie die Leute für sie springen, und sie tun es wirklich. Ich glaube, das hat sie von ihrer Mutter gelernt. Sie ist in solchen Dingen wirklich sehr geschickt. Ich erinnere mich, wir wollten mal eine Art Heiligtum im Süden unterhalb Teherans besuchen, und sie bestellt ein Taxi. Man sah vor, dass er uns den ganzen Tag herumführen würde. Doch bevor wir richtig im Wagen sassen, fragte sie ihn, ob er denn den Weg wisse, und weshalb denn eigentlich nicht, sie hätte doch einen bestellt, der die Situation dort unten kenne. Der junge Fahrer wurde immer unsicherer und wollte seinen Auftrag am liebsten zurückgeben. Dann aber meinte sie, sie würde ihm ein bisschen helfen, den Weg zu finden. Und langsam baute sie den Typen wieder auf, und er tat alles, was sie wollte. Und schliesslich lachten sie zusammen und er schien wirklich sehr glücklich. Er hatte ein echtes Erfolgserlebnis. Und das vor allem, weil sie ihn anfangs wirklich einigermassen zur Schnecke machte.

*

Onkelchen war begeistert vom Essen heute. S. hatte für ihn Leber gekocht, für uns aber Lammfleisch. Dazu gab es Gemüse und Reis. Und das nach einem Voressen mit Salat und Lachs. Weil er ein bisschen Mühe mit dem Beissen und mit seinen Zähnen hat, war er begeistert von allem. Als Nachtisch hatten wir ihm einen Kuchen gebracht aus einer Konditorei, die er bestens kannte. Er erzählte mir die ganze Geschichte dieser Familie. Offenbar hatte er am Samstag einen strengen Tag. Er war mit einigen Leuten unterwegs zum Essen. Und offenbar hat er das sehr genossen.

*
Dieses Wochenende hatten wir Parlamentswahlen. Man sagt den Linken und den Rechten Gewinne voraus. Die Mitte verliert. Das schreiben die enttäuschten Mittenpolitiker der Bevölkerung zu, die offenbar nur noch einfache Botschaften verstehen würden. Ich habe dieses mal erstmals Mitte gewählt, während ich früher eher links gewählt hatte. Schon daran sieht man, dass ich endgültig alt werde.

Ich wünsche Dir einen schönen Wochenanfang.
Gruss
...



Sonntag, 10. November 2024

Wien, Wien, nur du allein ..

 


Lieber ...,
Ich mache eine kleine Pause um dir zu schreiben. Ja, dein voriges Mail war etwas Besonderes. Du hast etwas intensiv wiedererlebt. Man kann sich eigentlich nicht beschliessen so ein Mail zu schreiben. Die Gedanken und Worte kommen ganz von selbst tief aus dem Inneren. Es ist fast als hättest du bei mir "auf der Couch" gelegen. Und wenn du es dir nachher anschaust, was du geschrieben hast, bist du selbst erstaunt.
Du hast mir einmal ähnlich geschrieben über deine junge Liebe zu dem kleinen Mädchen Vreni (so ungefähr war ihr Name). Ach, eigentlich gibt es viele solche Passagen in deinen Mails, die so schön sind, dass es fast schmerzt sie zu lesen.
*
Ja, der Film gestern war interessant. Und speziell eine Szene war sehr dramatisch und ergreifend. Der Fotograf, ein nicht mehr allzu junger Mann, sass still im Gras und betrachtete die Gorillas, als plötzlich ein Weibchen, natürlich riesig im Verhältnis zu seiner Grösse, auf ihn zuging und ihn in seine Arme nahm. Und so sass sie lange da und hielt ihn umschlungen wie man nur jemanden umarmt den man wirklich lieb hat. Zum Glück konnten andere das ganze verfilmen und er konnte sich diese Szene nachher nochmals in Ruhe ansehen. Er verhielt sich ganz still und wagte nicht, wie er eigentlich hätte wollen, die Gorilladame zu umarmen. Und die ganze Zeit war er etwas ängstlich dass der Graurücken, der Leiter der Gorillas, mit Eifersucht reagieren könnte. Er meinte auch, dieser Augenblick wäre der stärkste seines Lebens gewesen.
Ja, es ist schön, wenn man einen gefühlsmässigen Kontakt mit einem Tier hat. Ich glaube besonders mit Hunden passiert das leicht und ich verstehe Menschen die einem Hund fast wie einem guten Freund nachtrauern.
*
Hier scheint heute die Sonne und in den Bäumen hängen kleine Tropfen wie Kristalle. Die Erde ist von einer dünnen Schneeschicht bedeckt. Es ist ganz einfach schön.
Du hast recht. Es ist etwas einsam hier im Haus. Meistens bin ich so sehr beschäftigt dass ich es nicht allzusehr merke. Aber wenn Anna nach Hause kommt erfüllt sich das Haus mit einer Wärme und einem Wohlbehagen, das ich vermisse wenn ich allein bin. Aber ganz allein bin ich ja nicht hier. Du bist auch jeden Tag gegenwärtig. Und oft ist es schön mit dir hier allein sein zu können. :-)

Nahrungseinnahme. Das ist gut ausgedrückt. Und manchmal, wenn ich mich nicht einmal hinsetze beim Frühstück z.B., denke ich an einen Satz in einem englischen Buch, das ich vor langer Zeit gelesen habe. "She ate standing so as not to make a ceremony out of it". Das Buch hat mir damals so gut gefallen, dass ich es zum Schluss fast auswendig konnte. Und meine Bekannten waren entweder hoch begeistert davon oder fanden es sehr schlecht. Ich frage mich zu welcher Gruppe du gehört hättest. Das Büchlein heisst: "The Girl with the green Eyes" von Edna O'Brian. Es ist das mittlere Buch einer Trilogie über das Leben zweier Mädchen aus Irland.
*
Ach, endlich verstehe ich deine Liebe für Wien. Ja, es ist so, wenn man heiratet wählt man ein Leben. Schade, dass man oft mehr mit den Hormonen als mit dem Verstand wählt. ;-) Seitdem ich Kontakt mit Wien habe sehe ich was für ein schönes Leben man dort leben kann. Rs Frau hat auch beruflich sehr interessante Aufgaben. Irgendwie dirigiert sie das Musikleben in Wien. Konzerte, Ausbildung, Aufführungen.. Neuerdings will man ein neues chinesisches Musikseminar an der Musikuniversität aufbauen, es gibt eine ernste Anfrage. Solche und ähnliche Dinge hat sie zu organisieren. "Wien, Wien, nur du allein..."

(---)

So, nun rasch wieder ins BL (Berufsleben). Ja, es unterscheidet sich stark von meinem PL.

Mit lieben Grüssen
Marlena 

Freitag, 8. November 2024

Im Nebel

 


Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,

Jeder ist allein.


Hermann Hesse