Sonntag, 3. Oktober 2021

10 september 2001

 

Ämne: Hotchpotch
Datum: den 10 september 2001 13:18

Lieber ...,
Ich habe heute keinen Unterricht. Eigentlich hätte ich wohl mithelfen können an dem speziellen Tag den der Schülerverband arrangiert hat, aber da ich erkältet bin brauchte ich es nicht zu tun. Und nun befinde ich mich also in der Situation die du so schätzt: Ich bin frei und habe ein Alibi richtig faul zu sein. ;-))
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Ach warum bittest du mich dauernd um etwas das ich selbstverständlich finde. Anfangs wäre es natürlich leichter gewesen für mich wenn ich P ganz einfach seine Frage, wer der Visper ist hätte beantworten können. Ich habe ziemlich viel gelogen deinetwegen und habe mir auch weniger schöne Dinge anhören müssen wegen meiner Verschwiegenheit. Aber das liegt nun weit zurück und nichts könnte mich dazu bewegen ihm deine Identität zu verraten. ICH will es selbst nicht und damit ist auch keine "Versuchung" vorhanden.
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Habe ich gesagt du könntest Rilke imitieren? Das doch nicht. Aber seine Art wie er diese "Bibliothèque Nationale" geschrieben hat erinnert mich sehr an deine Art zu schreiben und aus Spass habe ich mir vorgestellt wie Leute aus meiner Bekanntschaft diese paar Seiten geschrieben hätten und dabei merke ich noch deutlicher deine Verwandschaft mit seiner Sprache.
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Fondue, ja das kenne ich gut obwohl man es hier sehr selten isst. Eine zeitlang war es ein bisschen "in" aber jetzt hat die orientalische Küche die Überhand genommen. War sicher sehr gut! Ich habe am Sonntag noch schnell einen Apfelkuchen gebacken als Nachspeise zu der "Fischsuppe", diese Bouillabaisse, die du schon kennst. Aber ich muss vorsichtig sein mit solchen Speisen denn K kann ihr nicht widerstehen. Immer wieder holt er sich ein Stück davon und es wäre nicht gut für seine Figur.
Ich muss lachen über das was du von deinen Tabletten sagst. Ja, so geht es mir auch.. ich kaufe sie und vergesse sie dann. Nun hast du sie vielleicht schon wiedergefunden und ich warte gespannt auf das Ergebnis. ;-) Übrigens meine ich nicht "irgendwelche" Tabletten. Nur bei Gericomplex habe ich eine ganz merkbare Veränderung gespürt.
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Wolltet ihr nicht schon morgen abreisen? Und immer noch nicht gepackt? Da wirst du heute Abend noch in Zeitnot geraten und ich Arme werde vergeblich auf ein Mail von dir warten müssen. Aber du schreibst doch noch einmal vor der Abreise, ja?
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Jetzt scheint die Sonne plötzlich hinter den dicken grauen Wolken hervor und die Welt sieht gleich ganz anders aus. Speichere auch etwas Wärme für mich wenn du im Iran bist. Ich glaube sie würde mir gut tun.
Ich schicke dir nun dieses "pyttipanna" (ein Mix aus verschiedenen Resten) und wünsche dir noch einen schönen Nachmittag und Abend,
G&K
Marlena 

Dienstag, 28. September 2021

Warum so still?

 

Ämne: Warum so still???
Datum: den 6 september 2001 22:04

Lieber ...,
Verzeih mir dass ich nicht früher geschrieben habe aber das Leiden des kleinen Tierchens hat mir so weh getan. Ich wusste nicht dass einem ein kleiner Vogel so ans Herz wachsen kann. Nun versuche ich den Gedanken an die zwei letzten Tage zu verdrängen.
Es ist so still geworden hier und leer. Vielleicht kannst du es nicht verstehen.
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Und du bist nun schon fest am packen. Es hat mich gefreut von deinen lieben interessanten Reisegefährten zu lesen. Ach, ich glaube ihr werdet eine wunderbare Zeit miteinander verbringen. So ist das Reisen am schönsten, mit guten Freunden, denn man sieht alles auch mit ihren Augen. Sicher wird es nachher sehr viel zu erzählen geben. Vielleicht schreibst du auch ein Tagebuch.. oder?
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Du hast gefragt warum ich so still bin. Ich habe eben auf ein Mail von dir gewartet. Du warst ja "dran", oder? Und ich habe mnich auch gefragt warum du so still bist. :-)
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Ich weiss nicht warum du mir nicht glauben willst aber ich erzähle wirklich nie etwas von dir. Das einzige was ich ihm geschickt habe sind 2-3 Beschreibungen von Visp, z.B. das von dem Markt. Dieses mit dem Scherenschleifer, denn er war gerade dabei seinem "Schützling" das Scherenschleifen beizubringen. Ich fand es ein bisschen merkwürdig, dass ihr gleichzeitig von so ungewöhnlichen Dingen geschrieben habt. Und ich habe auch nur Passagen gewählt die ganz neutral sind. Als er einmal, als du noch zu den Verdächtigten zähltest, fragte ob der Visper jemals die Lonza erwähnt hätte habe ich ihn gefragt was das ist. Ich hätte ihm überhaupt nicht gesagt dass ich mit noch jemanden maile wenn nicht dieses komische Zusammentreffen mit Visp gewesen wäre. Du gehörst zu meiner privatesten Sphäre von der ich nicht mit anderen spreche. Nur Anna weiss, dass es dich in meinem Leben gibt.
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Ach, schreib mir doch.. ich leide wirklich schon sehr an Abstinenzsymptomen.

Mit einem lieben Gruss und einem Kuss (wahlfreie Sorte diesmal)
MSU
Marlena  



Montag, 20. September 2021

Blick durchs Fenster


 unter und auf der alten Baumruine

(mein geliebter Blogbaum)



Donnerstag, 16. September 2021

9 september 2001

 

den 9 september 2001 23:10
Na ja

Liebe Marlena

Nein, ich habe immer noch nicht gepackt. Ich habe zwar angefangen, eine Liste zu schreiben, damit es zum Schluss nicht so lange dauern wird. Und ich habe natürlich schon viele Dinge, die bereit liegen und darauf warten, eingepackt zu werden. Ich bin noch unsicher, was ich an Kleidern mitnehmen soll. Es ist ja immer noch ziemlich warm im Iran. Wir werden einen zweiten Sommer erleben.

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Nee, meine Bemerkungen über Pierro, die ich Dir geschrieben habe, waren einfach eine Notbremse. Früher hatte ich mir nicht zuviele Gedanken darüber gemacht. Aber wenn ich es mir richtig überlege, dann möchte ich es nicht. Gleichzeitig weiss ich doch, wie gross die Versuchung ist. Es ist doch eine solch merkwürige Situation für Dich. Deshalb meine Notbremse. Ich bitte Dich wirklich, das zu respektieren.

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Und bei Onkelchen war ich in der Tat. Ich habe ihm ein Fondue gemacht. Kennst Du dieses Gericht. Es ist typisch schweizerisch, kommt aus der französischen Schweiz. Im Wesentlichen besteht es aus Käse und Weisswein. Man erhitzt die Masse in einem Caquelon auf der offenen Flamme. Und wenn das ganze flüssig ist wie eine dicke Crüme, dann geht man mit Brotwürfeln hinein und dreht die Dinger, damit der Käse nicht auf die Tischdecke tropft. Es ist eine kleine Kunst, es zu essen. Und man kann viel Pfeffer dazu brauchen, und saure Gurken auch. Onkelchen hat es sehr genossen. Und ich eigentlich auch. Es ist ein gutes Menue für kühles und nasses Wetter. Und das war es auch. Allerdings bin ich schon am Samstag hingefahren.

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Ja, ich glaube, wenn ich wollte, könnte ich Rilke schon ein bisschen imitieren. Ich habe den Malte noch nie gelesen. Aber ich hatte früher einmal versucht, Gedichte à la Rilke zu schreiben. Man nennt das im Deutschen nicht "imitieren", sondern "nachempfinden". Doch das ist lange her, und ich glaube nicht, dass meine Produkte so tiefsinnig waren wie jene Rilkes.

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Am Freitag hatte ich ein Gespräch mit  ...

Lazy saturday morning..

 

Ämne: Lazy saturday morning..
Datum: den 1 september 2001 13:04

Lieber ...,
Es ist Samstagmorgen. Neben mir auf dem Sofa liegt ein Haufen Bügelwäsche. Soll sie tun. Zuerst will ich mich ein wenig mit einem Mail an dich ”verlusten” (heisst es so?).
Gestern war ein schöner sonniger Nachmittag. Freitags komme ich erst spät nach Hause (sogar nach K und A) und bin meistens ziemlich erschöpft. Anna und K dagegen schienen in prima Form zu sein und beschlossen noch schnell vor dem Essen einen Waldlauf zu machen. Und dann kamen sie mit einem schönen grossen ”blomkålssvamp” nach Hause.

 Das ist eine Leckerheit die wir alle sehr schätzen und damit hatten wir auch eine gute Vorspeise zu unserer wie immer köstlichen Mahlzeit. Ja, in unserer Familie halten wir fest an den gemeinsamen Mahlzeiten schon deshalb weil wir uns ja nur am Wochenende sehen. Und weisst du, ich glaube es ist ein Grund dafür dass Anna eine grosse Allgemeinbildung besitzt. Vielleicht ist es was den heutigen Kindern fehlt. Der Kontakt mit Leuten die etwas mehr wissen als sie selbst. Man spricht oft im Radio darüber dass die Eltern allzu wenig mit ihren Kindern reden. Ein paar arme Minuten am Tag hat man ausgerechnet und man rät ihnen sogar gemeinsame Mahlzeiten einzuführen.
Ich beneide manchmal die Kultur der Juden. Sie haben noch solche gemeinsame Traditionen wo alle um den Tisch versammelt sind.
Bei uns essen wir immer im Wohnzimmer bei Kerzenlicht und klassischer Musik. Und wir unterhalten uns über die Geschehnisse der vergangenen Woche. Es ist ein schöner Moment.
Dann veschwindet jeder in seine private Sphäre. Ganz privat wird sie leider nicht. K liebt es seine CDs zu hören (und hören zu lassen). Er hat wirklich alles was man sich wünschen kann. Ich höre sie ja auch gern aber nicht immer. ;-)
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Heute habe ich ”satsat på hästar” (auf Pferdegesetzt?) Und diese kleine Zeitspanne zwischen Hoffnung und Enttäuschung träume ich davon eine Riesensumme zu gewinnen. Dann weiss ich dass ich mal nach Visp fahren würde um mir diese merkwürdige Stadt anzusehen. Ich glaube ich habe mich etwas falsch ausgedrückt im letzten Mail. Pierro wird nicht verstimmt weil ich mit dir maile - im Gegenteil glaube ich dass es meinen ”Status” bei ihm um einiges erhöht.. *lacht* aber er ärgert sich eben jedesmal dass er nicht wissen darf wer dieser fantastische Mensch ist der auch seine Heimat so gut kennt. Nun ja, ihr habt nicht in demselben Milieu gelebt. Ein blouson noir und ein blouson doré treffen sich kaum. Aber ihr kennt dieselben Personen (Visp war sicher damals ziemlich klein) und als ich ihn lesen liess was du von dem Scherenschleifer geschrieben hattest dann weiss ich dass seine Nostalgie gigantisch war.
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Du hast mir erklärt was dich beschäftigt. Ich verstehe dass man sich in deinem Beruf sehr à jour halten muss um richtig beurteilen zu können was einem Kind fehlt. Aber weisst du, dass ein Familienleben heute wesentlich anders sei als früher das ist übertrieben. In unserem Deutschbuch steht: ”Früher hatten Eltern viele Kinder, heute haben Kinder viele Eltern”. Das finden die Schüler lustig und gut ausgedrückt. Und das ist wohl das neue. Natürlich ist es das Ende der Familie von der du sprichst aber gleichzeitig auch der Beginn einer neuen Familie wo sich wie ich hoffe die Eltern lieben. Und das ist was Kinder am wichtigsten finden, dass die Eltern einander lieben. Ich glaube eine warme, liebe Atmosphäre zwischen den Erwachsenen ist die wichtigste äussere Bedingung für ein glückliches Kind. Aber ich glaube auch dass das Erbe eine sehr grosse Rolle spielt, dass wir irgendwie programmiert sind, dass unsere Gefühle mehr mit unseren Genen zu tun haben als mit der s.g. Realität.

Eigentlich sollte ich nicht über solche Dinge schreiben. Ich könnte mich locker mit dir darüber unterhalten aber so schwarz auf weiss klingt alles so definitiv. Ach ja, ich würde mich für mein Leben gern mit dir unterhalten. Sag warum tun wir es nicht wieder einmal im ST? Es war doch ab und zu wirklich schön ...
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Aujourd’hui je vais téléphoner à la soeur de mon oncle qui habite à Paris pour lui demander l’adresse e-mail de sa fille en Amérique. Malheuresement j’ai perdu le contact avec elle. Nous avons passé des étés merveilleux ensemble à Paris (quand nous étions jeunes) et je la regarde presque comme une petite soeur. Il faut que je fasse quelque chose pour ne pas oublier le français. Un peu d’exercise pour m’aider à m’exprimer plus facilement.


Devant moi je vois la carte avec les deux élans qui s’embrassent tendrement. Elle me fait penser à toi.
Je t’embrasse aussi et te souhaite une bonne journée,
Marlena  

 

 



Mittwoch, 15. September 2021

10 september 2001 Mein Vater

 

den 10 september 2001 22:23
  na ja ... einfach so 

...
Es ist lustig, mein Vater hat nie viel gelesen. Als Ingenieur hat er sich auf Facts konzentriert. Nein, es ist falsch zu sagen, er hätte nicht viel gelesen. Er hat ganze Sonntagnachmittage Fachzeitschriften gelesen, ohne Begeisterung, unterbrochen mit kleinen Schläfchen auf dem Sofa in der Stube. Manchmal hat er sich auch Energie angegessen, indem er in der Küche eine ganze Hand voll Haselnüsse holte und genüsslich zermalmte. Nein, er hat immer viel gelesen, auch Zeitung. Aber Literatur hat er kaum zur Kenntnis genommen. Nur zwei Autoren hat er still bewundert: Hemingway und Churchill. Er hat 8 Bände Churchill auf dem Büchergestell stehen gehabt. Und er hat einige Sachen von Hemingway gelesen. Ich glaube, er hat die beiden als maskuline Typen gesehen. Rauh, aber herzlich. Rilke wäre für ihn nie in Frage gekommen. Rilke ist zu fein, zu gefühlhaft, fast ein wenig feminin. Hypochondrisch und hysterisch, sozusagen. Nein, Rilke, das hätte mein Papa nie lesen können. Dann eher noch Dürrenmatt. Aber er hat es mit den Zeitungen und den Fachzeitschriften über Elektroenergie und Energieversorgung und so fort bewenden lassen. Ich hätte in einem gewissen Alter gerne mit meinem Vater diskutiert. Aber er lebte in einer anderen Welt, der Welt der Technik und der Zahlen. Kurz, nachdem meine Mutter gestorben war, nahm er mich häufiger mit auf die Baustelle im Ackersand, wo unter seiner Oberaufsicht ein neues Elektrokraftwerk gebaut wurde. Ich erinnere mich, wie ich dort über die Fundamente gestolpert bin. Du weißt vielleicht, wie hart und aggressiv frischer Beton sein kann. Er kratzt dir die Schuhe auf. In der alten Turbinenhalle war alles blitzblank und die Maschinen machten einen grossen Lärm. Die Männer grüssten meinen Vater mit einer gewissen Unterwürfigkeit. Er mochte das, hatte ich den Eindruck. Und er hat wohl nie bemerkt, dass man mit dem Wallisern viel besser vorankommt, wenn man sie als Seinesgleichen versteht, wenn man den Kumpel in ihnen anspricht, wenn man mit ihnen ein Glas Wein trinkt. Sie sind liebe Kerle, die Walliser. Wenn man sich als Herr aufspielt, dann torpedieren sie die Situation hinten herum. Nein, ich glaube, mein Vater hat es mit den Wallisern nie besonders gut verstanden. Er war zu exakt, zu korrekt, zu formell. Er war ein Schweizer aus dem Norden. Er hat immer gedacht, die Walliser seien etwas bequem und faul, wollten nur das Leben geniessen. Ich glaube, er war nicht besonders glücklich im Wallis. Aber da bin ich mir nicht so sicher. Aber ich bin sicher, dass ich selbst glücklicher war. Das bestimmt.

*

Siehst Du, Marlena, ich habe noch mit niemandem in meinem Leben ...

13 september 2001

 

Ämne: Hello!
Datum: den 13 september 2001 17:49


Lieber ...,
Wie geht es dir? Es ist wohl etwas viel geworden im Moment. Erst diese schrecklichen Ereignisse von denen wir stündlich hören und dann deine schöne Reise auf die sich sicher alle sehr gefreut hatten (sogar ich). Und weißt du, wenn ihr jetzt trotzdem fahren würdet dann wäret ihr vielleicht doch nur mit halbem Herzen dabei, denn die Gedanken sind dauernd woanders.
Arbeitest du jetzt wieder oder hast du Urlaub? Hast du deine mit Mühe gepackten Koffer fertig stehen für eine neue Abreise oder schon ausgepackt? Es ist alles sehr traurig und ich fühle mit euch.
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Hier regnet es dauernd und dabei ist es noch ziemlich warm und das Gras im Garten ist schon sehr lang. Ich war heute wieder bei der Arbeit. Das zu Hause bleiben macht mich noch kranker und ausserdem sind viele sehr erkältet und ich werde sie kaum anstecken.
Anna ist bei ihrem Ensemble wo sie Klavier spielt und ich werde mir einen gemütlichen Abend machen, vielleicht ein wenig fernsehen oder was lesen. Dann werde ich auch deinen schönen langen Brief, der wohl als Proviant für 14 Tage reichen sollte, noch einmal durch lesen. Es gab so viel darin, das schon längst vergessene Erinnerungen weckte. Z.B konnte ich wieder meinen Onkel vor mir sehen wie er Haselnüsse "zermalmte", Immer wieder holte er sich diese Dinger aus dem Küchenschrank und ich weiss nicht wie ich sagen soll aber manchmal ekelte es mich an ihn dabei zu sehen (vielleicht ist es etwas zu stark ausgedrückt aber du verstehst sicher). Vielleicht konnte ich nicht akzeptieren dass er sich nicht besser beherrschen konnte.. ;-)
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Jetzt muss ich Anna holen. Bei dem Regen habe ich sie mit dem Auto hingebracht.
Bitte schreib mir ein paar Zeilen damit ich weiss was bei dir los ist.
Mit einem lieben Gruss
Marlena