Mittwoch, 6. Januar 2016
6. Januar
Ämne: Puhhh
Datum: den 6 januari 2004 12:28
Liebe Malou
Ja, Du scheinst wirklich ein Glückspilz zu sein. Stell Dir vor, das ganze wäre Dir Mitte Januar passiert, zu einem Zeitpunkt, da Du mit vielen anderen Dingen beschäftigt gewesen wärst. Und dass dabei nur die alte Waschmaschine ihren Geist aufgegeben hat, dafür muss man Verständnis haben.
Wir haben hier einen ehr trüben und kalten Dienstag. Ich bin früh auf gewesen heute und habe mich an die Dinge gemacht. Es gibt so viel zu tun, dass man sich fast Sorgen macht, ob man es alles hinkriegen könne. Der Apero gestern war gut. Unser neuer Chef hat ein paar Worte zu uns gesprochen. Er ist schon gut in seinem Element und ich denke, er packt seine Arbeit mit viel Fleiss und mit Können an. Es scheint, dass er sich sehr schnell einarbeitet.
Hast Du für das neue Jahr auch gute Vorsätze gemacht. Die meisten Leute sagen heute, dass sie so was nicht mehr tun. Ich habe es früher nie gemacht, weil ich dachte, das sei völlig sinnlos. Aber heute bin ich doch eher der Meinung, dass es doch ganz nützlich sein könnte, sich ein oder mehrere Ziele vorzunehmen. Ich lebe wirklich antizyklisch, wie das so schön heisst, nicht wahr? Damit meine ich, dass ich dieses tue, wenn alle jenes machen, und dass ich jenes will, solange alle andern dies wünschen. Aber ich will auch nicht allen Menschen erzählen, was denn meine Ziele seien. Sie sind sehr privat, wenn nicht geheim. Ich habe festgestellt, dass meine Ziele eher verpuffen, wenn ich zuviel darüber spreche. Dann wird das so, als ob ich sie schon fast realisiert hätte. Ich muss offenbar Suppen essen, solange sie warm sind. Vielleicht ist schon das allein ein Ziel, d.h. Ziele sofort umzusetzen, und nicht ellenlang darüber zu reden. Na ja, wir werden sehen.
Und am Himmel kreisen die Tauben. Was wollen denn sie bei dieser Kä$lte. Ziehen sie nicht in den Süden zu Sankt Markus? Nein? Hätte ich jetzt wirklich von ihnen erwartet.
Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag.
GuK
...
Ämne: So?
Datum: den 6 januari 2004 13:08
Lieber ...,
A und K sind hinunter ins Zentrum gefahren. Anna hat sich alle Brotreste vom Silvesterabend mitgenommen um die Enten am Bach zu füttern. Das muss ich mal fotografieren und dich sehen lassen. Es ist ein gemütlicher Anblick und man wird ganz harmonisch dabei.
Ja, wir hatten grosses Glück gestern. Und an einem Tag wo es keine Spur von Glück gab, so weit man sehen konnte, war es plötzlich gegenwärtig. Und das nur weil das Schlimme augeblieben ist.
Ach, du hast sogar geheime Pläne für dieses Jahr. Jetzt hast du mich aber neugierig gemacht. Ich tippe darauf, dass du ein Buch herausgeben wirst.. oder ist es von mehr privater Natur? Erzähl mir doch davon, bitte. Nur mir.
Nein, ich habe ganz vergessen bei der Jahreswende irgendwelche Versprechen zu machen. Doch wächst die Einsicht von Tag zu Tag, dass ich mein Leben wieder in die Hand nehmen muss. Unter dem Motto "Es ist besser etwas zu tun als etwas zu versprechen", gehe ich so langsam ans Werk. :-)
Hier ist es immer noch wunderschön weiss und nur -5 Grad.
Ich muss leider schon schliessen, aber ich würde mich sehr über ein kleines "Zwischenmail" von dir freuen, bevor ich weiterschreibe, wenn es möglich ist.
Mit lieben Grüssen,
Malou
Ämne: RE: Soso lala
Datum: den 6 januari 2004 20:44
Liebe Malou
Na ja, wirklich grosse Pläne habe ich nicht. Aber wie Du sagst, es ist besser, es zu tun, als zu versprechen. Ich glaube, ich verspreche absolut nichts. Eher beisse ich mir die Zunge ab. Es ist schlecht, irgendwas zu versprechen. Diese Dinge muss man sich selbst versprechen, dann bleibt die Energie dabei und es kommt heraus wie bei einem Vulkan. Du siehst, ich kann Dir nichts sagen. Umso mehr kann ich nix sagen, als ich noch gar nicht so genau weiss, wohin das laufen soll. Und das wäre doch wohl das erste.
Ich habe mich heute im Büro grün und blau geärgert. Mein PC war blockiert, ungefähr seit 12.00h mittags. Und bis sie den Fehler herausgefunden hatten, war es 16Uhr, oder noch später. Und natürlich war ich zuerst selbst damit beschäftigt, mit der Hotline zu diskutieren. Es ist dort ein Südamerikaner beschäftigt, ein netter Kerl, aber man versteht ihn kaum. Und wenn er irgendwelche Anweisungen gibt, was man jetzt tun so, wo drücken und wo absolut nicht drücken, dann versteht man kaum ein Wort. Später haben sie einen herüber geschickt. Und dann hat er dasselbe mit ihm gemacht. Aber er hat in am Telefon besser verstanden. Und schliesslich war es bloss eine Einstellung, die bewirkt, dass die Tastatur nicht funktioniert. Man tippt, aber es erscheinen keine Buchstaben. Es ist wie Blindenschrift :--) Und ich konnte fast nichts arbeiten, dabei hatte ich einige Dinge, die ich hätte erledigen wollen. Es war wirklich ärgerlich und ich hasse es, so von Maschinen abhängig zu sein. Wenn du nicht in den PC kommst ist es, wie wenn sie dich zuhause nicht herein lassen. Es ist absolut beleidigend. In dein eigenes Haus lassen sie dich nicht mehr hinein. Ich hätte den PC wieder mal zum Fenster hinaus schmeissen können. Ich war wirklich nahe daran. Und meine Sekretärin hatte Mitleid mit mir. Ich glaube nicht, dass sie je soviel Bedauern und Mitleid mit ihrem Chef hatte! Aber sie konnte da auch nicht weiterhelfen.
Ich wollte eigentlich schon nach dem Mittag gleich heim gehen. Was soll man im Büro tun ohne PC? Aber ohne mein Passwort konnten meine Leute damit auch nicht fertig werden. So bin ich geblieben. Um halb fünf bin ich endlich abgehauen. Und habe in meinem Ärger den falschen Zug erwischt, der eine Station weiter fuhr. So musste ich dort wieder warten, bis ich einen passenden Zug zurück gefunden habe.
Du siehst, es gibt Tage, da läuft alles ziemlich schief. Und ich habe den Eindruck, dieser Dienstag war so. Ich bin froh, dass ich ihn hinter mir habe für dieses Jahr. Das wird wohl nicht mehr vorkommen. So sehr kann Dich das Schicksal nur einmal pro Jahr necken, wollen wir doch hoffen, nicht wahr?
Dieses Mail schreibe ich, nach langer Zeit wieder einmal, von zuhause. Ich habe mir eine Platte aufgelegt, Beethovens sechste, Pastorale. Und dazu einen kleinen Whisky. Ich habe ziemlich gute Erinnerungen an die Momente, da ich mit den beiden zum ersten Mal im Leben Kontakt gemacht habe. Mit dem Whisky war es in Frankreich. Auf unserer Croisière Rhodanienne von Lyon bin Montélimar. Für zwei Tage waren wir (meine Oesterreichische Kollegin, eine hübsche Jüdin aus Wienerneustadt und ich) in einer Familie eingeladen, die etwas auf dem Land wohnte. Sie hatten ein hübsches Haus, nicht so riesig, wie andere Franzosen aus dem Club dort unten. Und vor dem Essen haben sie uns auf der Terasse einen Apéro offeriert. Ich wählte einen Whisky, was ich damals kaum kannte. Aber die Wirkung war fantastisch gut. Ich glaube, die Kollegin – sie hiess Christiane, wenn ich mich recht erinnere - hat sich später beschwert, dass ich sie allein französisch reden lasse mit den Leuten. Ich habe mich etwas gewundert, wie mild sie diese Kritik vorbrachte. Denn sie hatte recht, ich liess sie reden, weil ich ziemlich sicher war, dass ich selbst nicht so flüssig mit den Gastgebern plaudern konnte. Und darüber hinaus hatte sie viel Charme.
Das also meine Madeleine, was den Whisky betrifft.
Die Beethoven Symphonie hatte ich mir damals in England gekauft. Die Schallplatten waren so billig im Vergleich mit der Schweiz, dass ich überzeugt war, ich müsste was kaufen. Ich war sicherlich nicht sehr entschieden, was es sein sollte. Und ich kann Dir, Malou, auch nicht beteuern, dass ich die Platte vielleicht nicht bloss wegen des Covers gekauft hatte. Auf jeden Fall habe ich diese Beethoven mit dem hübschen Cover heimgebracht und sie immer wieder gehört. Und noch heute gefällt mir diese Leichtigkeit der 9. Symphonie. Man spürt die warme Luft und sieht die Blüten im Wind. Na ja, vielleicht hat sie Beethoven nicht gesehen, aber ich sehe sie.
Ich habe gerade festgestellt, dass es angenehm sein kann, nicht den Fernseher, sondern eine CD anzulassen. Die Musik füllt den Raum und gibt ihm Atmosphäre. Das Fernsehen zieht dagegen die Aufmerksamkeit weg. Es macht den Raum leer und leblos. Ach, es gibt doch diese schönen Bilder, wo die Menschen in ihren wunderschön dekorierten Stuben sitzen, vielleicht sogar am Schreibpult, und wo sie einen Brief schreiben. Alles ist dort so sinnlich und nah. Heute ist in modernen Räumen alles in dieser Hopper-Atmosphäre. Du kennst sie ja.
Das war auch der Grund, weshalb ich immer ein altes Haus wollte. Alte dunkle Räume, in welchen die Lampen bloss eine Ecke ausleuchten, wo das Licht einen intimen warmen Lichtkegel bildet, und nicht alle Dinge im Raum in grossen dunkeln Schatten zur Wand wirft. Aber das ist wohl alles ein bisschen altmodisch gedacht. Erinnerst Du Dich, bevor ich den Film „The Hours“ sah, hatte ich einen kleinen Ausschnitt in einer Reklame gesehen. Und es war genau so eine Zimmerecke, allerdings im Sommer bei offenem Fenster, wo draussen so nah die Bäume standen. Nur diese kurze Szene, vielleicht 15 oder 20 Sekunden, hatten mich begeistert. Dort schien alles so nah und sich gegenseitig befreundet. Das ist heute nicht mehr so. Wie sagt Rilke irgendwo? Man sollte „... den Dingen wie ein Bruder sein ..“.
Siehst Du Malou, das war jetzt vielleicht doch der Whisky. In solchen Momenten lasse ich meine Stimmungen zu. Sonst ignoriere ich sie vielleicht manchmal, was nicht gut ist, aber irgendwie so passiert. Ich hatte während der Weihnachtstage oft einen Freund aus dem Wallis im Sinn. Und jetzt merke ich, dass ich ihm doch wenigstens eine Neujahrskarte senden sollte. Das wäre doch das mindeste, um nicht ihn, aber doch meine Gefühle ein bisschen ernster zu nehmen.
Ich wünsche Dir einen guten Arbeitsanfang morgen.
Nimm die schweren Dinge leicht und die leichten schwer. Das ist ein ziemlich gutes Rezept, finde ich.
Mit vielen Grüssen und Küssen
...
Montag, 4. Januar 2016
Swisstalk u.a.m
Subject: Swisstalk u.a.m.
Date: Sun, 04 Jan 2004 21:56:12 +0100
Liebster Maufreund,
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, heisst es doch. Und vielleicht soll man ihn auch nicht vor dem Abend verwerfen. Gegen Mittag wollte ich dir ein Mail senden und meine Not klagen über diesen Tag, der mir so ganz überflüssig vorkam - nur eine Transportstrecke zum nächsten Tag. Aber dann tauchen doch hier und da kleine Oasen auf in der Wüste und am Ende ist man ziemlich zufrieden mit dem Dasein.
Wir sind immer noch erkältet und Gäste sind ausgeschlossen. Anna hängt über den Büchern und K hat den halben Tag an seiner Internetsite gearbeitet. Jezt sitzt er, glaube ich, vor einer Sportsendung. Wenn er das tut, fühle ich mich frei wie ein Vogel. ;-)
Anna hat vorhin ein wenig Klavier gespielt. Es war wunderschön anzuhören und hat mich aufgemuntert. Es ist komisch, aber ein Stück live auf einem richtigen Klavier gespielt übertrifft fast die beste CD, auch wenn das Spiel nicht ganz perfekt ist. Es ist gut, dass sie versucht ihr Klavierspielen zu unterhalten. In Linköping kommt sie ja nicht dazu.
Heute bin ich für die Küche verantwortlich. Ein Hähnchen bratet schon im Ofen und verbreitet herrliche Düfte.
*
Jetzt ist es schon Abend und ich habe vorhin dein Mail gefunden. Wie immer schlägt mein Herz einen kleinen extra Schlag vor Freude, wenn ich deinen Namen in der Inbox sehe. :-)
Jetzt weiss ich welchen Film du meinst. Als ich den schwedischen Titel sah in Google habe ich ihn sofort erkannt. D.h. den Namen, denn der Film war lange superaktuell. Kann etwas lange aktuell sein? Leider habe ich ihn noch nicht gesehen aber ich werde es sobald wie möglich nachholen. Ich habe auch in einer Rezension gelesen, dass sich N. selbst übertrifft, gerade weil er nicht so ”überspielt”, wie er es normal tut in seinen Rollen. Der englische Titel ist übrigens ”As Good as It Gets” und der schwedische ”Livet från den ljusa sidan” (=Das Leben von der hellen Seite).
Nein doch, du brauchst mich nicht zu beneiden um die freien Tage. Der Dienstag ist ein Feiertag, an dem alle frei sind und wenn ich auch am Montag die Arbeit ruhen lasse, so ist es mit einem schlechten Gewissen. Denn eigentlich müsste ich den Mittwoch vorbereiten, weil ich dann ein Programm für ”meine” Sprachkollegen zusammengestellt haben soll. Nicht für den ganzen Tag, aber für ein paar Stunden doch. Man nennt es ”fortbildning”. Du siehst, ich bin nicht so fleissig wie du mit meiner Vorbereitung. Dann wartet eine Inventur meiner Institutionen. Ja, es sind zwei geworden, weil ich auch Französisch übernommen habe. Die Inventur soll gegen Ende Januar fertig sein. Ich habe nicht viel dazugekauft seit vorigem Jahr und werde ganz einfach die alten Angaben etwas komplettieren und ein paar Bücher, die ich an die Schüler verschenkt habe abziehen.
*
Was kann ich dir noch erzählen? Ich habe kontrolliert, ob es mich noch im Swisstalk gibt und man hatte mich immer noch nicht entfernt. Muss man vielleicht anmelden, wenn man austreten will? Ich glaube der ST hat sich sehr verändert seit unserer Zeit. Es gibt jetzt viel mehr junge Leute dort und dann natürlich solche die ”Hengst” und dergleichen als Pseudo wählen. Ich habe auch nach Harro gesucht und zu meinem Erstaunen gab es ihn, mit Bild und allem. Aber es war leider nicht mein Harro.
Ich freue mich auf den Besuch in der Italobar. Habe kurz dort reingeschaut, aber da sass nur ein einziger Gast. Franco habe ich nicht gesehen, aber er arbeitet wohl nicht jeden Tag.
Sonst habe ich keine Lust wieder im ST zu chatten. Ich finde es ziemlich langweilig und ausserdem tun mir die Männer leid, die sich Hoffnungen machen. Ich habe einen Neujahrsgruss in der Mailbox dort gefunden. Er war gestern abgesandt und das ist ein komischer Zufall, denn ich habe die letzten Jahre keinen Kontakt mehr gehabt mit dem sturmreichen Züricher, von dem ich dir mal erzählt habe. Und wäre es nicht wegen der Italobar, so wäre ich wohl kaum mehr dort reingegangen.
*
Es ist spät geworden. Anna und K sehen sich den dritten Teil eines Krimis an und ich werde mich jetzt gleich in ein Buch vertiefen. Ich habe es schon einmal gelesen vor sehr langer Zeit und ich weiss noch dass es damals einen ganz besonderen Eindruck auf mich gemacht hat. Ich muss mal sehen ob ich immer noch so reagiere. Lachst du nun? Ich habe mit anderen Worten ein Alter erreicht wo man alte Bücher nochmals lesen kann. ;-))
Nun lasse ich dich für heute. Hoffentlich geht es dir schon wieder besser.
Ich schicke dir ein kleines Bild mit aus dem Film mit Nicholson. Zwei Personen, die sich gegenübersitzen, sonst nichts, und doch finde ich so viel Elektrizität in der Art wie er sie anschaut. Siehst du das auch? Würdest du mich so anschaun in der Italobar? Dann wäre ich verloren. ;-)
Mit lieben Grüssen
Malou
am Vierten
Ämne: RE: zum Vierten ...
Datum: den 4 januari 2004 18:06
Liebe Malou
Kann ich mir gut vorstellen, dass Schokolade mit Pfeffer gut zusammen gehen. So wie sich das Sanfte mit dem Heftigen nicht schlecht kombinieren lässt. Ach, ich denke, ich habe wirklich was verpasst. Aber vor allem hatte ich Lust auf eine echte Fischsuppe. Wenn wir in den Ferien in der Nähe des Meeres sind, bestelle ich mir stets solche Fischgerichte, von denen ich meine, dass sie in der Gegend oft und gerne gegessen werden. So wie ich dazu Landwein bestelle. Und eine gute Fischsuppe ist wirklich etwas besonderes.
Ich habe den Titel des Films mit Nicholson auch gesucht. Es hiess so etwa „as … as possible“, ich glaube im Deutschen etwa ‚so gut wie möglich’ oder ähnlich, mindestens diese Struktur war im Titel. Und vielleicht war das Wort ‚Liebe’ auch dring? Aber ich habe kein schriftliches Programm gefunden, um das Nachzulesen. S hatte den Film früher schon mal gesehen. Nicholson und Helen Hunt (?) haben ausgezeichnet gespielt. Der Homo daneben war ein bisschen weniger auffallend.
‚Vaya con Dios’ habe ich mal - nach Deinen häufigen begeisterten Bemerkungen und Deiner Empfehlung - gekauft. Nicht geklaut, wohlbemerkt. Die Geklaute ist irgend eine andere, ich weiss nicht mehr welche. Meine Töchter waren erstaunt, sie haben die Band längst gekannt. Mich hat sie dann doch nicht so eingenommen. Ich weiss nicht weshalb.
Na klar wäre ich für ein Date in der Italobar zu haben. Ich würde mir vielleicht sogar den Schlips anziehen. Aber ich bin schon lange nicht mehr im ST. Ich hatte ein paar Mal versucht, mich zu erinnern, wie das dort war. Na ja, es war manchmal lustig, aber sehr zeitaufwendig. Und ich glaube, es macht leicht abhängig, ähnlich wie Fernsehen.
Jemand hatte mir erklärt, weshalb so ein Talksystem gut für Leute ist, die im fortgeschrittenen Alter einen Partner suchen. Das hat mir eingeleuchtet. Mit einem gewissen Alter hat man so viele Präferenzen und Vorlieben, und damit natürlich auch Abneigungen und Bedingungen, so dass eine Partnersuche sehr schwer wird. Im Internet lernt man die Leute sozusagen von innen nach aussen kennen, dh. von den Gedanken, vom Gespräch her. Das Aussehen kommt zum Schluss. Solche Leute in fortgeschrittenem Alter brauchen eine grosse Population, um die Chance zu haben, jemanden zu finden. Sie sind ja auch nicht mehr so flexibel, sich jemandem anzupassen, der schlecht passt. Deshalb brauchen sie sozusagen ein grosses Bassin, um zu fischen. Und da Netz bietet das.
Ich habe mir schon oft gedacht, dass eine Art Partnervermittlung für mich ein guter Job wäre. Früher habe ich diese Suche über die Medien eher verachtet. Heute glaube ich, dass es dem modernen Leben entspricht, sich damit zu behelfen. Es entspricht der Mobilität moderner Menschen. Das heisst ja auch nicht, dass gleich jeder seine Frau in Teheran suchen muss.
Ich war heute nicht mit zu Onkelchen. Habe mich ziemlich schlecht gefühlt morgens, etwas Kopfweh und ein Gefühl von Fieber. So bin ich nochmals ins Bett gekrochen, nachdem ich eine Tablette geschluckt hatte. Und jetzt geht es besser. Jetzt bereite ich die Sitzung vor und beneide Dich, dass Du noch zwei Tage frei hast. Es ist UNGERECHT, und ich weiss nicht, was der liebe Gott sich dazu denkt!
GuK
...
Nochmals am dritten ...
Ämne: Nochmals am dritten..
Datum: den 4 januari 2004 01:55
Liebster Maufreund,
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass du noch einmal geschrieben hast, obwohl mein Verstand das als ganz ausgeschlossen sah. Und wirklich, da lag noch ein kleines Mail von dir. Aber wie kommt das, chéri? Bist du in Exil? Spät am Samstagabend im Büro.. wenn ich S wäre würde ich mich schon etwas ängstigen.
Natürlich lade ich dich ein zu der Fischsuppe. Und nachher gab es Eis mit einer herrlichen Schokoladesauce, die mir Anna unbedingt zeigen wollte. Schlagsahne, Blockschokolade und.. du wirst es kaum glauben, Chilipfeffer. Zuerst waren wir nicht sicher ob wir statt Chilipfeffer eine lange schmale Paprikaschote gekauft hatten und um das zu erkundigen habe ich ein winzig kleines Stück in den Mund gesteckt. Uuhh... im ersten Moment habe ich mir die Feuerwehr herbeigewünscht. Aber die Sauce hat himmlisch geschmeckt zu dem Eis.
Die ganze Prozedur kam mir ein bisschen vor wie in dem Film ”Chokolat”. Kennst du den?
Ich habe grosse Lust bekommen den Film mit Nicholson, über den du so positiv schreibst, zu sehen. Vielleicht kann ich ihn auf Video finden. Kennst du den Titel auf englisch?
K spielt gerade eine meiner Lieblings-CDs unten. Ich weiss nicht ob du dir damals diese CD gekauft (oder gestohlen) hast.. ”Vaya con Dios” heisst sie und es tut fast ein bisschen weh sie anzuhören.
Heute Abend gab es übrigens ein Konzert im Fernsehen dirigiert von Riccardo Muti. Er musss sehr ”in” sein jetzt. Und vielleicht ist er wirklich etwas Besonderes. Nach deiner Beschreibung bin ich eigentlich ganz sicher, dass er das ist.
Ach wie schön! Möchtest du wirklich wieder einmal in die Italobar gehen? Es ist so lange her... Ich muss nur etwas Mut sammeln. :-)
Morgen ist schon wieder Sonntag. Fährst du wieder zu Onkelchen? Hast du dein Interview mit ihm schon fertig gemacht?
Ich sage dir nun gute Nacht und wünsche dir einen schönen Tag morgen.
G+K,
Malou
"süss und knackig"
Ämne: 3. Januar -04
Datum: den 3 januari 2004 17:58
Lieber ...,
Es ist bereits der dritte Tag des neuen Jahres. Heute habe ich Kopfschmerzen und auch Schmerzen in den Gliedern. Vielleicht habe ich eine leichtere Variante von der Grippe, die hier geht. Mein Kollege Å. hat was ähnliches gehabt. Wochenlang. Und wenn er glaubte auf dem Besserungsweg zu sein, war plötzlich alles wieder da. Es ist gut, das ich frei habe, so kann ich mich in Ruhe pflegen. Ich habe schon mit dem Gedanken gespielt, diesen Tag ganz einfach zu verschlafen.
Und du arbeitest schon wieder fleissig? Das tut fast niemand hier in Schweden. Alle nehmen sich frei an diesen ”Zwischentagen”, wie man sie nennt. K und ich beginnen wieder am Mittwoch und Anna wird wohl noch über das nächste Wochenende hier bleiben. Für die kommende Prüfung kann sie sich auch hier zu Hause vorbereiten.
Sie hat gerade eine kleine Pause gemacht und wir haben uns den ersten Teil der englischen Serie angeschaut, wo sich eine grosse Verwandtschaft versammelt. Ich liebe es diese exklusiven Milieus zu sehen und was sich hinter der eleganten Fassade verbirgt.
Sorry wegen dem Bild. Ohne Text, sagst du. Aber ich glaube es waren gerade die Worte ”süss und knackig” die mich irgendwie auf die falsche Spur gebracht haben. Das Wort ”knackig” habe ich zum ersten mal im Swisstalk gesehen, wo jemand seinen knackigen Hintern lobte und anbot. Übrigens, vielleicht sollte ich wieder mal nachsehen, ob sie nun mein Pseudo entfernt haben. Es ist eine komische Stelle geworden. Eine Art ”online-bordell”. Glaubst du unsere ”Italobar” hat sich auch so verändert? Würdest du gern mal dorthin gehen? (eine Frage!)
*
Ach? Du hast kein Sofa in deinem Büro? Und ich habe doch dauernd eins dort gesehen. Zwar kein grosses, aber immerhin ein Ding auf dem eine kleine Familie Platz hat.
Nein, Nicholson ist doch nicht ein Mann in meinem Geschmack. Na ja, vielleicht hatte er etwas, was mich anzog als ich so um die 30 war. Man lobt ihn als einen guten Schauspieler, aber ich finde er spielt immer wieder dieselbe Rolle. Diesen unerträglichen ”he-man”. In dem Film ”das Kuckucknest” hat er mir sehr gefallen. Du weisst, dort wo er in der Irrenanstalt revoltiert. Aber ich habe meinen Geschmack, was Männer betrifft verändert.
Nicholsontypen sind zwar unterhaltend zu studieren aber einen näheren Kontakt möchte ich nicht mit ihnen haben.
Es ist immer noch sehr kalt und die Landschaft liegt in tiefen Schnee eingebettet. Durch das Fenster ist es sehr schön aber man steckt nicht gern die Nase vor die Tür. Ein bisschen ängstlich bin ich, dass mein Auto nicht in Gang gehen wird, denn ich habe jetzt immerzu K’s Wagen genommen. Aber vielleicht wird es etwas wärmer bis Mittwoch.
Ich werde mich in der Küche nützlich machen. Krevetten schälen. Heute gibt es eine gute Fischsuppe mit verschiedenen Meeresfrüchten. Das mag ich sehr. Und dazu vielleicht einen Weisswein.
Ich wünsche auch dir einen schönen Abend,
mit lieben Grüssen und einem ganz besonderen Kuss,
Malou
3. Jan. Die falsche Karte?
Ämne: Die falsche Karte ? Sowas ...
Datum: den 3 januari 2004 14:23
Liebe Malou
Vielleicht war es die falsche Karte? Wo siehst Du einen müden Ehemann? Ist denn irgendwo ein Ehemann ? Vielleicht sogar ein Mann ? Eigentlich wollte ich eine Karte OHNE WORTE machen. Funktionierte dann nicht ganz, wie Du siehst. Na ja, war ja auch nur ein Versuch, Dich aufzuheitern! Mit Hansi war eigentlich die treue Amsel gemeint, die Du fotografiert hast. Ich bin erstaunt, wie ungenau ich manchmal denke. Aber darin liegt eben vielleicht meine Genialität, sozusagen !!
Heute muss ich mich langsam wieder in den alten Arbeits-Betrieb zwingen. Montags steht eine Sitzung an, sogar zwei, und um 16Uhr haben wir einen Neujahrsapero auf der Direktion. In den letzten Jahren bin ich dort kaum mehr hingegangen. Aber jetzt, mit dem neuen Chef, kann ich ihn doch nicht gleich zu Beginn so hängen lassen! Ich werde mich also hinbemühen und noch mit einigen Leuten das „Du“ machen. Du weißt, dass wir in der Schweiz als Erwachsene untereinander siezen. Und erst nach zwei oder drei Ewigkeiten entschliesst man sich dann, vielleicht nach einer Überdosis Weisswein, doch langsam zum ‚Du’ zu wechseln. Wir sind bei Weitem noch nicht so fortgeschritten wie die Skandinavier. Und eigentlich hatte ich vor einigen Jahren, als Du mir über die Gewohnheiten in Deinem Land erzählt hattest, die Idee, man könnte in der Schweiz einen Anlauf nehmen, um das allgemeine ‚Du’ einzuführen. Aber vielleicht sollte eine solche Initiative doch eher von den jungen Leuten kommen. Also warten wir weiterhin darauf.
Apropos Sofa! Im letzten Jahr habe ich mit dem Gedanken gespielt, hier in meinem Büro ein Sofa hinzustellen. Vielleicht wollte ich damit eine Gelegenheit haben, mich über die Mittagszeit ein bisschen auszustrecken? Aber auf der bewussten Ebene wollte ich doch eher eine gemütliche Sitzgelegenheit für die Leute, die kommen. Ein Sofa ist so ideal, weil man sich auf 100 verschiedene Arten drauf setzen kann. Bei einem Stuhl gibt es vielleicht 5 oder 10 Arten. Ein Stuhl ist psychologisch weit weniger ergiebig. Ein Sofa ist praktisch ein Rorschach-Test. Kennst Du ihn. Er wurde von einem Schweizer entwickelt und es geht darum, dass der Klient die vorgegebenen sinnlose Tintenbilder interpretieren soll. Genau so lässt sich ein Sofa verschiedenartig interpretieren, dh. eben zum Sitzen verwenden. Ich habe in meiner Bibliothek zuhause im Moment zwei Sofas, weil A. dasjenige, welches sie mitgenommen hatte, wieder zurückgebracht hat. Eines ist mit Leder, das andere mit Leinen bezogen. Beide sind weiss. Und beide sind, auf je eigene Art, schön. Deshalb wollte ich sie nicht von fremden Leuten hier im Büro zerquetschen und zerklekkern lassen. Ich bin also ins Brockenhaus gegangen, und habe -- eine Walliser Zinnkanne heimgebracht. Solch eine Kanne wollte ich schon immer. Seit Ewigkeiten habe ich mir solch ein Ding gewünscht. Aber diese hier ist lustig. Wenn man oben mit den zwei Eicheln, die auf dem Deckel stehen, letzteren öffnet, erscheint auf der Unterseite eine Eingravierung. Sie sagt: ‚Unserem lieben Kollegen zum 40 jährigen Arbeitsjubiläum’. Ist doch fantastisch. Ich habe meine Arbeitstätigkeit damit geradezu verdoppelt. Und kürzlich habe ich in einem Secondhandshop in Basel dazu noch einen feinen Zinnbecher gefunden, der dazu passt. Darin haben jetzt meine Farbstifte ihren Platz gefunden. Er sieht ziemlich elegant aus zum Preis von einer Tasse Kaffee. Aber das Sofa habe ich dann doch nicht mitgenommen. Es war zwar Leder, aber so schwer und breit, dass es mein Büro erschlagen hätte. Ich meine, Du weißt doch, wie eng es hier geworden ist mit all den Büchern. Du bist fast die einzige, die das weiss. Es sind in den letzten 2 oder 3 Jahren zwei- oder dreihundert neue Bücher dazu gekommen. Ich spiele mit dem Gedanken, eine Kindergartenseminaristin anzustellen, die den Kindern im Wartezimmer Geschichten vorliest. Das wäre, zum Beispiel zur Weihnachtszeit, eine gute Idee. Die Eltern könnten in der Zwischenzeit hier im Städtchen ihre Einkäufe machen. Aber die Weihnachtszeit ist ja eben zu Ende gegangen!
Ich weiss schon, es sind alle Fragen fragbar. Aber weil Du in diesen Dingen sparsam bist, möchte ich nicht. Und vielleicht ist es auch besser, wenn man das Interesse in diese Hinsicht ein bisschen zurückbindet. Es ist ja auch fairer gegenüber unseren Partnern, nicht wahr.
Ich habe gestern einen Film gesehen mit Nikelson (oder schreibt man Nicolson, vielleicht Nikolson, Nickelson oder ähnlich?), und habe dabei oft an Dich gedacht. Es ist - weiss Gott - lange her, seit ich einen Film von Anfang bis Ende angeschaut habe. Nikolson spielte einen zwangsneurotischen Schriftsteller, der sich ein bisschen - eben soweit ein Zwangsneurotiker das überhaupt kann - ein bisschen in eine Serviererin verliebt. Und daneben lebt sein Nachbar, eine Tunte (homo) und Maler mit seinem Hündchen und seinem schwarzen Lover und Bodyguard. Es war in der Tat eine extravagante Geschichte, ein psychologisches Meisterstück. Die Schauspieler, darunter eben Dein geschätzter Nikelson, haben ausgezeichnet gespielt, wirklich ausgezeichnet. Und auch die Kombination von Homosexualität und Zwangsneurose fand ich gut gewählt, denn die beiden Typen ergänzen sich bestens: während der eine seine Gefühle zuinnerst versteckt und gefangen hält, trägt sie der andere offen zur Schau. Der eine ist in jeder Hinsicht und immer wieder verletzend, weil er in seiner egomanen Manier keinen Zugang zu einem Sensorium für das Zwischenmenschliche findet, während der andere wie ein Seiltänzer jederzeit Harmonie und Balance sucht. Man konnte den Eindruck haben, Freud hätte das Stück gleich selbst geschrieben. Und bei aller Komik war der Film doch rundum traurig, zuzusehen, wie diese die Personen an sich selbst und gegenseitig aneinander litten.
***
Und jetzt war gerade die junge Lehrerin nochmals hier. Ich hatte ganz vergessen, dass wir einen Termin haben. Sie kam, wie letztes Mal, eigentlich zu spät und lachte deswegen, als sie eintrat. Und weil sie noch etwas verschlafen aussah, habe ich ihr zuerst mal einen Kaffee gemacht. Das gehört auch zur Beratung. Man muss die Leute ein bisschen pflegen, damit sie wieder zu sich selbst kommen.
Und jetzt muss ich doch langsam an meine Arbeit. Beginnst Du auch montags wieder mit der Arbeit, oder habt ihr noch eine Woche frei?
Mit lieben Grüssen und Küssen
...
Sonntag, 3. Januar 2016
Re: 2. Jan
Subject: RE: ...
Date: Fri, 02 Jan 2004 19:01:16 +0100
Liebe Malou
Ich war heute in Basel. Wollte nur für einen Moment aus dem Büro kommen. Aber in der Stadt war es ziemlich düster. Alle rennen schon wieder herum, weil sie jetzt den Ausverkauf riechen. Ich war bloss - na ja, wo denn ? - im Buchladen. Wahrscheinlich denken sie dort, ich hätte eine geheime Geliebte unter den Verkäuferinnen. Als ich jung war, hatte ich oft gedacht, eine Buchhändlerin wäre eine ideale Freundin für mich. Und dies nicht nur wegen der %%, die ich hätte erwarten dürfen. Mein damaliger Freund, ein Architekturstudent wie ich, hatte einen älteren Bruder. Dessen Freundin war Buchhändlerin, eine hübsche und freundliche Frau, eine Bernerin, wie ich aus dem Dialekt entnehmen konnte. Sie hatte in der Bahnhofstrasse gearbeitet. Das war für mich ein bisschen zu weit entfernt, wenn ich wirklich Bücher brauchte. Und im übrigen war sie auch schon älter. Aber jedes Mal, wenn ich in Zürich an diesem Laden vorbeigehe, steigt sie zurück in mein Gedächtnis, obwohl ich nicht mal mehr ihr Gesicht erinnern kann. Sie hatte schwarzes, eher kurzes Haar.
Wenn Du vom grünen Sofa erzählst, kommt Deine ganze Ehe mit ins Spiel. Da tauchen bei mir viele Fragen auf, die ich nicht fragen will. Ich stelle mir stattdessen lieber das grüne Sofa vor, ein Jugendstilsofa mit gestreiftem, seidenem Stoff bezogen, lindengrün würde ich sagen, mit beige, hübsch und leicht, aber doch nicht so unempfindlich, dass man darauf Liebe machen könnte. Ich meine, wegen der möglichen Flecken!
Ich habe gerade eine Neujahrskarte gemacht, in der Eile. Ich meine, sie gilt auch für Dich und Deinen Hansi.
Mit G und K
...
Ämne: RE: ??
Datum: den 3 januari 2004 00:56
Lieber ...,
Was soll ich zu deiner Karte sagen? Du kannst sehr gut illustrieren. ;-) Aber das Bild? Der Traum eines müden Ehemannes? An wen schickst du diese Karte? Ist sie für eine Zeitung gedacht?
Gibt es wirklich Fragen, die du nicht stellen kannst? Warum gibt es sie? Kennen wir uns nicht schon so lange, dass wir alle Fragen stellen können? Und wenn ich sie nicht beantworten kann oder will, dann kann ich es doch so wie du machen: sie ganz einfach übersehen.
Nein, mein lieber Mausgeliebter. Beim Betrachten des Sofas kommen mir nicht solche Gedanken wie du glaubst. Die Farbe ist wirklich, so wie du angenommen hast, in verschiedenen Nuancen von grün und so viel ich mich erinnern kann, hat es keine so aufregende oder romantische Geschichten erlebt, wie du glaubst. Viele tugendreiche junge Fräuleins haben sittsam darauf gesessen. Auch einige Männer. Vielleicht etwas weniger sittsam. Aber darauf gelegen hat nur K, damals in meiner früheren Wohnung, weil er von da aus gut fernsehen konnte. Aber nun steht es oben bei mir und nur manchmal, wenn ich abends sehr müde bin und noch nicht ins Bett will, lege ich mich darauf, ziehe eine Decke über mich und ... schlafe vielleicht ein. Aber ich liebe das Sofa. Alles daran ist schön. Und die Farbe ist wie balsam für eine gestresste Seele.
Anna und K sehen sich unten einen Krimi an und ich nehme mir etwas auf Video auf. Es ist eine englische Story und handelt von einem Mann, der plötzlich ganz unerwartet alle seine Verwandten übers Wochenende in ein flottes Hotel einlädt. Es sind hunderte von Leuten, von denen sich die meisten noch nie gesehen haben. Du kannst dir sicher vorstellen, was Engländer aus einer solchen Story alles machen können. Sie sind doch die Meister auf dem Gebiet.
Ich muss nun schliessen, wenn ich das Mail noch heute absenden will.
Sende dir einen lieben Gruss und Kuss,
Malou.
Was hatte dein Bild mit Hansi zu tun? Hast du das falsche geschickt???
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