Samstag, 5. April 2014

Fiori belli




Ämne: fiori belli

Meine liebste Allerliebste
Nein, ich habe nur gedacht, Du siehst mich als oberflächlichen Dandy, weil Du denkst, ich mache viele Flirts und Liebschaften im und ausserhalb des Netzes. Wenn Du wüsstest, wie scheu ich eigentlich bin, wie steif ich den Frauen gegenüberstehe, wie sich mein Gesicht versteinert, wenn sie mich anschauen. Ach, Du würdest niemals so denken, meine Liebste. ;--)))
Heute bin ich rasch in die Bibliothek gegangen, um ein paar Rezensions-Exemplare mit Heim zu nehmen. Und jetzt habe ich zwei Kisten Bücher, die ich im nächsten Monat kritisieren oder loben sollte. Wenn also meine Mails ein bisschen kürzer werden, liebe Marlena, gib nicht den Frauen, sondern gib den Büchern die Schuld. Es sind 42 Bücher, zweiundvierzig, das braucht alles seine Zeit. Erst muss man sie lesen, und dann sollte man noch etwas Sinnvolles darüber schreiben. Ja, es ist ein bisschen viel. Aber es ist auch gut, sich von der Arbeit mit so was abzulenken.
Im übrigen war ich heute morgens um 8h beim Arzt. Er musste mir bei nüchterem Magen eine Blutprobe nehmen. Du siehst, der Kreis der königlichen Leibärzte dreht sich weiter bis in die Wochentage hinein. Es ist wirklich schlimm im Moment. Doch ich fühle mich nicht allzu krank. Nur, wie gesagt, manchmal habe ich wenig Energie. Es reicht kaum mehr auf den Tisch, um mit leerem Whisky-Glas zu tanzen ;--) Aber das wird schon wieder werden.

Jetzt ist schon 2000h und ich muss heim, um noch ein Nachtessen zu kriegen.
Ach, und die Fotos habe ich immer noch nicht gesucht. Ich habe nur ein altes Abonnement gefunden, mit einem Foto von mir, etwa 10 Jahre alt. Dh. vor 10 Jahren aufgenommen. Ich sah sehr smart aus, kann ich Dir verraten. Ich schicke es mal. Aber Du möchtest gerne was Aktuelles. Ich weiss schon. Hab ein wenig Geduld, Marlena. Ach, ich weiss, Du bist ein so guter und geduldiger Mensch. Man kann Dich wirklich nur umarmen.
Mit lieben Grüssen
...

Freitag, 4. April 2014

Vatikan und Schweizergardisten




Es ist natürlich eine merkwürdige Berufung, Gardist zu werden. Und ich glaube, sie haben heute Mühe, noch genügend Rekruten zu finden. Es gibt viele Studenten, die einfach während der Ferien nach Rom reisen, um dort ein bisschen als Gardist in der Hitze herumzustehen und um nach den Mädchen und dem Papa zu schauen ;--).
Der Stato della Città del Vaticano ist der kleinste Staat der Welt. Er ist sogar noch kleiner als die Schweiz. Und die Schweiz ist schon sehr eng, so dass jeder dem anderen ins Gärtchen sehen und auf die Zehen stehen kann. Ich glaube, der Vatikan ist die letzte absolute Monarchie, ein totaler Anachronismus auf dieser Welt. Ein Relikt aus der Zeit des Absolutismus, als es noch Sonnenkönige und solch gloriose Häupter gegeben hatte. Der Papst ist der Souverän und das Oberhaupt der Weltkirche. Er ist Bischof von Rom und oberster Priester, dh Summus Pontifex der universalen Kirche. Er ist im Grunde genommen ein Nachfolger der römischen Kaiser. Und die waren bekanntlich nicht sonderlich geistliche Einrichtungen. Einmal habe ich von einem katholischen Geistlichen eine hübsche Definition des Vatikans respektive der katholischen Kirche gehört. Er hat gesagt, die katholische Kirche sei eine absolute Diktatur gemildert durch die Unfolgsamkeit der kleinen Priester.
Es ist schon sonderbar, dass es heute noch so etwas gibt wie den Vatikan. Ich behaupte immer, es sei die älteste Firma der Welt. Es ist eine riesige und absolut superreiche Organisation, und sie wird von ein paar überalterten, greisen bis senilen Männern geleitet, die zudem oft noch etwas homophil sind. Er ist wirklich komisch, dieser Vatikan, und wenn es ihn nicht gäbe, dann müsste man ihn schnellstens erfinden.
Ich freue mich darauf, ihn wieder zu besuchen. Es gibt soviele schöne Bilder und Dinge zu sehen. Und es wirkt alles so enorm katholisch. Es ist der intimste Punkt dieser grossen Weltkirche. Es ist sozusagen das Schlafzimmer der katholischen Kirche. Es ist das, woher alles kommt, im Guten wie im Schlechten.
Und vor den Eingängen stehen die farbigen Svizzeri, die Gardisten, mit ihren malerischen Uniformen und stehen da so treu und ruhig, wie nur Schweizer dastehen können. Wir werden einen lustigen Witz machen und ihnen zuzwinkern, wenn wir an ihnen vorbeigehen.
Ach, es ist, als wäre ich schon dort.



April 2014


Donnerstag, 3. April 2014

Proust - Alain de Botton


Ich habe für mich - du wirst schmunzeln Malou - ein kleines
Taschenbuch für die nächte Zeit gefunden. Es heisst "Wie Proust Ihr
Leben verändern kann", von einem Schweizer namens Alain de Botton.
Du weißt ja sicher, wie Proust in der Vergangenheit gerührt hat.
Nichts anderes hat er gemacht. Noch seine Madelaine hat er in der
Vergangenheit gegessen. De Botton hat in Cambridge studiert und lebt
in London. Er schreibt ein bisschen maniriert und intellektuell. Das
mag ich. Das Buch fängt so an: 1. Wie man das Leben heute liebt
"Es gibt wenig, dem sich der Mensch mit grösserer Hingabe widmet als
mit dem Unglücklichsein. Hätte ein böser Schöfper uns nur in die Welt
gesetzt, damit wir leiden, dürften wir uns zu Recht damit brüsten,
diese Aufgbabe mit Begeisterung erfüllt zu haben. Dabei gibt es
wahrhaftig genug Gründe, untröstlich zu sein: die Vergänglichkeit des
Fleisches, die Unbeständigkeit der Liebe, die Verlogenheit im Alltag,
die Kompromisse zwischen Freunden, die lähmende Wirkung der
Gewohnheit. Angesichts derartiger Misstände sollte man meinen, dass
wir nichts sehnlicher herbeiwünschen müssten als unsere eigene
Auslöschung."
Du siehst, ich bin auf dem Weg der Besserung.

Mittwoch, 2. April 2014

Re: 1. April


den 1 april 2000 20:23
Re: 1. April


Mein lieber Mausfreund!
Wie hast du mich heute erfreut mit deinen Mails. Ich hoffte sehr dass ich etwas von dir finden würde aber glaubte nicht daran da ich ja nun "dran bin" wie man sagt.

Oh Schreck, ich habe dich wirklich für einen kleinen Augenblick vor meinen Augen zusammenschrumpfen sehen und weisst du was ich dabei dachte? Soll ich es dir verraten? Ich dachte: Es ist zu spät, ich bin schon fest.. ;-) Du hast alles so drollig geschrieben dass mir fast die Tränen kamen vor Lachen. Ich habe es auch Anna vorgelesen.. musste es ganz einfach mit jemanden teilen :-)
Ziemlich schnell habe ich natürlich begriffen dass es sich um einen Aprilscherz handelte. Da hat mich übrigens Anna heute drangekriegt indem sie aufgeregt rief: Schau hier mamma, lauter Ameisen am Fussboden! Schnell bin ich aus dem Bett gesprungen nur um ihr Gelächter zu empfangen.
Ein wenig fühle ich mich wieder wie das schweigsame Fräulein. Ich sehe dir zu während du mich zeichnest und immer schöner machst. ---

Wenn du mir über Wien schreibst werde ich ganz nostalgisch. Ich kann mir gut vorstellen dass man sogar Wienerwürstchen so serviert im Hotel Sacher. Es ist ein wunderschöner Raum und ich wünsche dass alle Leute einmal in einem solchen Milieu essen könnten. Sogar der "Tafelspitz" schmeckt gut dort obwohl ich mir bessere Speisen vorstellen kann. Ich weiss im Moment nicht ob ich nicht doch lieber in Wien wäre mit dir.. oder machen wir eben beides. Paris und Wien, unsere zwei Lieblingsstädte.(?) Oder hast du noch andere?
Nach Rom habe ich mich mein Leben lang gesehnt, aber ich bin leider noch nicht dort gewesen.

Es ist Samstag, der Tag, an dem ich versuche, mich von den Gedanken an meinen Beruf loszureissen. Ich möchte einen Tag für mich ganz privat haben aber es gelingt mir nicht immer. Es ist wie du sagst: Es arbeitet schon irgendwo in einem und so ist man nie richtig frei.
Gehen wir in Gedanken ins Café Landtmann. Vielleicht vergesse ich dann doch meine Pflichten :-)
Es ist wahr. Du machst mir sehr viele schöne Komplimente und natürlich freuen sie mich sehr obwohl ich sie nicht immer ernst nehme ;-) Aber dann kommen plötzlich zwei extra mails an diesem Samstag und ich denke: das ist nicht gelogen. Ich habe sie vor mir und muss meinen Augen trauen.
Auch ich hätte dir längst wieder geschrieben wenn ich nicht so unter "Bewachung" stünde (stände?) Ich denke schon öfter an dich als ich es eigentlich möchte. Sogar heute Nacht, als ich aufwachte so um 2 Uhr gingen meine Gedanken zu dir...
Deinen Traum könnte ich leicht interprätieren. Er ist doch sehr deutlich, oder? Nun, ich werde dir helfen den richtigen Kurs im Vekehr zu behalten. :-) Bin ich nicht ein sehr grosser Menschenfreund? ;-))
Was sagst du? Lassen wir vielleicht doch den §5 weg. Wenn wir ihn behalten, müssen wir wahrscheinlich den § 2 (Serenität) auch streichen und das wäre schade..
Ich habe gerade in den Swisstalk reingeschaut und deine Mitteilungen gefunden. Bist lieb!

Es ist schon Abend geworden, an diesem grauen Frühlingstag. Morgen werde ich endlich die Bäume beschneiden. Vielleicht lese ich ein wenig in dem Buch von Updike (leider ist es ein Übersetzung ins Schwedische). Die Bibliothek hat nicht so viel Literatur in der Originalsprache.

Ich muss nun schliessen für heute. Wünsche dir einen schönen Sonntag
und lass bald wieder von dir hören
Je t'embrasse
Marlena

1. April (2)




Ich muss dir ein kleines Erlebnis aus Wien erzählen. Vor vielen Jahren fuhren S. und ich um Ostern nach Wien. Es war eine unendlich lange Autoreise und es fing sogar an zu schneien. Ich war noch Student und wir wollten billig reisen. Deshalb klingelte ich an etlichen Türen, um ein Privatzimmer für eine Nacht zu mieten. Aber kein Mensch öffnete die Türe. So gingen wir schliesslich doch ins Hotel.
Wir waren dann in Wien im Hotel Berger, etwas ausserhalb, ganz ok. Und eines abends wollten wir Wien by night geniessen und spazierten die Ringstrasse entlang zum Hotel Sacher. Im Café Sacher, so hatten wir beschlossen, eine Sachertorte zu essen. Das war auch alles sehr schön und schick und k&k, du weißt ja schon. Im Sacher sassen wenige Gäste, lasen Zeitung, tratschten und genossen die Zeit. Gegenüber setzte sich ein rundlicher Herr. Er wünschte zu Essen und studierte fachmännisch und in Windeseile die Karte. Und nach einiger Zeit kam auch schon der Kellner mit einer riesigen Suppenschüssel, zugedeckt, elegant auf einem Tablett. Und er arrangierte eine grosse Zeremonie und legte das Gedeck bereit und das Glas an die richtige Stelle und scharwänzelte um diesen dicklichen Gast herum, dass es eine Freude und ein Vergnügen war. Und zum Schluss hob der eifrige Kellner mit abgespreizten Finger, also mit gekonnter Preziosität und einem kleinen Bückling den Deckel von diesem grossen Topf. Und natürlich sassen wir armes Studentenehepaar gegenüber, sahen eine kleine Duftwolke entweichen, schluckten leer und trocken und waren hungriger Neugierde, welches schöne Menue der kleine Herr nun auf seinen Teller garniert erhalten würde. Und schliesslich hievte der Ober, die Umständlichkeit in Person, hievte der Ober mit der langen weissen Schürze feierlich und überaus vorsichtig ein Paar Wienerwürstchen aus dem Topf und legte sie mit einer gewissen Zärtlichkeit und Ehrfurcht auf den Teller, so wie man ein zartes Stück Wild auf den Teller platzieren würde. Dazu gabs Brot und Senf, na ja, so, wie man Wienerli eben zu essen pflegt.

2. Mai 2005


date 2 May 2005 19:03
subject ...


Lieber...,
Es regnet. Nein es regnet nicht nur, es giesst Eimer voll Wasser vom
Himmel herunter. Und vielleicht ist mir dieses "kompatible" Wetter
doch lieber als ein kontrastierender Sonnenschein.
Weisst du, ganz neulich habe ich wieder die Warnung gehört, dass man
in Zukunft keine Spuren von uns sehen wird. Jede Art von Kommunikation
geschieht heute entweder per Telefon, SMS oder Mails. Und mit Mails
meine ich diesmal wirkliche Mails. Kurze, in aller Hast geschriebene
Mitteilungen, die unser Inneres im Schatten lassen.

---
Wir stehen ein Jahr vor den nächsten Wahlen in Schweden.. und die
Temperaturen steigern sich in der Politik. Die Sozialdmokraten sind im
Moment "in bad shape". Noch nie hatten sie so wenig Anhänger. Und ich
glaube, dass die vorwiegendste Eigenschaft der Schweden, der Neid, (so
sagt man jedenfalls) einen nicht geringen Teil der Schuld trägt. Göran
Persson, unser "statsminister" hat sich nämlich ein "Gut" gekauft, und
man wirft ihm vor, dass er überhaupt kein Interesse mehr hat an der
Politik, sondern nur an sein Privatleben denkt und dass er nun als
Gutsbesitzer kein geeigneter Vertreter der Arbeiterklasse sei.
Aber natürlich gibt es auch Gebiete auf denen die jetzige Regierung
nicht besonders erfolgreich ist. So haben wir z.B. eine riesige
Arbeitslosigkeit.. Man spricht offiziell von ca 8 % doch die Gegner
sagen es handelt sich um 20 - 25 %. D.h. wenn man diejenigen
dazuzählt, die weiterstudieren, weil sie keine Arbeit finden. Dazu
kommen auch die Unmengen von Krankgeschriebenen und vorzeitig
Pensionierten. Ich wage keine Zahlen zu nennen, aber sie ist riesig.
*
Puh, wie bin ich bei der Politik gelandet?
Ich habe mir einen warmen Kakao gemacht. Einen richtigen. Als ich noch
Teenager war, habe ich es von einem Gast unserer Familie gelernt. Er
war ein Geistlicher aus Südamerika und er zeigte mir, wie man das
machen muss. Seitdem kann ich ihn nicht anders trinken.. und immer
denke ich dabei an diesen Mann, der eifrig in seiner Tasse Kakao,
Zucker und Schlagsahne zu einem "fluffy" Brei zusammenrührte und dann
kochendes Wasser darüber goss. Mir fehlt wirklich ein neues deutsches
Wörterbuch.
*
Dies ist eine kurze Woche. Heute mussten wir unsere
Einkommensteuererklärungen abgeben. Für mich ist das einfach.. ich
unterschreibe nur ein Papier, das schon alle Angaben vorgedruckt
enthält. K hat es ein bisschen schwerer gehabt, weil er Wald verkauft
hat voriges Jahr. Für so drei Stunden Hilfe von einem Juristen, hat er
rund 4.000:- Skr (450 Euro) bezahlen müssen. Solche Stundengebühren
sollte man als Studienrat haben. Wenn ich denke, wie oft wir für
nichts eine Menge extra Arbeit auf uns nehmen mussten. Erinnerst du
dich, wie ich oft spät am Abend müde und "wütend" nach Hause kam und
dir dann mein Leid klagte?

Und du mein lieber Mausfreund? Wohin bist du verschwunden? Gerade
jetzt, wo ich dich so sehr brauchen könnte..
---
Ich grüsse dich lieb,
Malou

Dienstag, 1. April 2014

"1. April-Verein"


den 1 april 2000 13:13
---
Wie weit bist du mit der Arbeit? Trinken wir einen kurzen Kaffee zusammen und dann erzähle? Mélange, wenn du willst, wie in Wien. Ich habe hier gerade eine Meldung aus Wien gelesen. Da gibt es einen "1. April-Verein". So etwas können nur die Wiener machen. Es geht den 5 Leuten, die dort offenbar dabei sind, darum, Politik zu machen. Sie wollen der Politik zeigen, dass sie die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge ständig verwische mit ihren Intrigen und Täuschungen und Masken und sie wollen beweisen, wie liebenswert doch eigentlich die Wahrheit sei. Sie treffen sich im Café Landtmann, das ist im Herzen der Stadt an der Ringstrasse, gleich neben dem Burgtheater und in Nähe von Parlament und Rathaus. Das Café Landtmann war immer ein Ort der Heimlichkeiten. "Im Café Landtmann kann man sich treffen, um nachher unwidersprochen zu behaupten, man habe sich weder gesehen noch irgendwas miteinander zu bereden gehabt" (wäre echt eine Adresse für uns, und dazu schummrig, wie die Wiener-Cefés sein sollen), sagt eine gewisse Waltraut Sikl, Mitglied dieses ominösen Vereins. Der Verein ist 1969 als "Verein zur Belebung des 1. Aprils" gegründet worden. Es war eigentlich ein anarchodadaistischer Akt (allein das Wort für sich ist schon ein Kunstwerk). Vorbild war Orson Welles' Film "Krieg der Welten", der von einer Invasion der Marsmännchen erzählt und als Aprilscherz im Amerika grosse Panik ausgelöst hatte. Der April-Verein hat sich zum Ziel gesetzt, jeden 1. April einen neuen, völlig überflüssigen Verein nach allen gesetzlichen Auflagen zu gründen. So wurde 1970 der "Verein der freiwillig Schwitzenden" gegründet, und heuer soll ein "Verein für den 2. April" aus der Taufe gehoben werden. Es hat auch einen "Verein für Senkrechtbestattung" gegeben, oder einen "Verein für die Vereinigung von Vereinen". Beide seien aber heute nicht mehr aktiv.

Der Ursprung des 1. April ist unklar. An sich gilt der April als Unglücksmonat bei den Bauern, und sie waren seit je angehalten, keine Geschäfte zu machen und keine Bäume zu putzen. Judas soll sich am 1. April an einem Baum erhängt haben.
Es ist auch möglich, dass der 1. April vom römischen Narrenfest herkommt oder an das Herumschicken Christi von Pontius zu Pilatus erinnert.
Andere sehen seine Ursprünge Ende des 16. Jahrhunderts, als der 1. Januar verbindlich als Jahresanfang eingesetzt worden war. Die Narren waren diejenigen, die immer noch das Neujahr am Frühlingsanfang feierten.
Oder aber 1530, da sollte am 1. April ein Reichstag in Augsburg stattfinden. Doch er wurde gestrichen, sehr zum Gespött von Händlern und Geldspekulanten.
Wen man erwischt, nennt man Arpilkalb, -ochs, -esel, -narr oder -affe. In romanischen Ländern nennt man ihn den Aprilfisch. Napoleon erhielt diesen Übernamen, weil er sich am 1. April hatte trauen lassen.
Seit 20 Jahren sammelt der Verein dokumentarisch die besten Enten und Scherze. Die NZZ hatte mal berichtet, man hätte einen bisher unbekannten Brief von Goethe entdeckt und man hat ihn wortgetreu, vielleicht gar faksimile abgedruckt. Der Literaturredaktor der reputierten Zeitung Die Zeit sogar war auf diese literarische Ente hereingefallen. Der Verein aus Wien will die besten Scherze der Vergangenheit unter www.aprilscherz.de im Internet veröffentlichen.
Der 2. April soll nun aber der Tag der Wahrheit werden, so sagen die Verantwortlichen. Und er soll alle 4 Jahre am 29. Februar stattfinden, bloss. Ist ein bisschen selten, für die Wahrheit?