Donnerstag, 20. März 2014

Penthesilea, eine Alpha-Dame




Liebe Marlena
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Am Samstag werden wir die Oper Penthesilea besuchen. Sie hat sehr gute Kritiken.

" Penthesilea, Tochter des Ares, Königin der Amazonen, kam mit ihrem Heer dem Priamos zu Hilfe und fiel durch die Hand des Achilleus."

Das steht in meinem kleinen Mythologischen Lexikon, welches ich hier im Büro zwischen den Germanischen Sagen und den Grimmschen Märchen gefunden habe. Es ist sozusagen die Gymnasiasten-Ausgabe und schwer zensuriert. Ich werde dann zuhause noch die Variante sabbernder Gelehrter nachlesen.

Die Amazonen waren dieses Weiber-Volk mit eigenem Staat irgendwo drüben in der Nähe des Schwarzen Meeres. Penthesilea, eine Alpha-Dame mit diesem wunderschönem Namen, der die letzten 200 Jahre die erotischen Träume aller pubertierenden Gymnasiasten angefeuert hat, war deren Königin. Das Gerücht ging  um, die Amazonen hätten sich jeweils die rechte Brust wegschneiden lassen, um im Kampf mit Pfeil und Bogen nicht behindert zu sein. Das haben uns gar die prüden katholischen Geistlichen erzählt - ohne freilich genauer zu wissen, wovon sie redeten.. Periodisch musste sich also dieser antike Frauenverein überlegen, wie sie es mit ihrer Nachkommenschaft anpacken sollten. Schon damals war offenbar  Nachhaltigkeit ein Punkt der Traktandenliste! Und so haben die Amazonen alle paar Jahre blutige Raubzüge unternommen, um ein oder zwei Dutzend tüchtige fortpflanzungsfähige Mannsbilder zu klauen und heimzuschaffen. Den Fakten ins Auge schauend: wir haben es hier geschichtlich mit den ersten  'Samenraub' zu tun.
Die Amazonen sollen also dort unten am Eingang zum Bosporus irgendwie auch auf dem Schlachtfeld des Trojanischen Krieges aufgetaucht sein, um sich - auf beiden Seiten der Front notabene - die prachtvollsten Kerle herauszupicken. Gerade das vertuscht die Gymnasiasten-Variante. Man stelle sich das vor. Der Kampf zwischen Griechen und Trojanern tobt fürchterlich. Das Blut spritzt in respektablen Fontänen. Und dann kommt da  ein Heer von adretten einbusigen Damen herangaloppiert und mischt sich zielbewusst in die tobende und brodelnde Schlacht.
Als die Damen ihre Herren schon gebunden und für die Heimreise gestapelt  hatten, da erspäht Penthesileas Auge noch den absoluten Superstar .Achilles. Sie kann es natürlich nicht lassen. Und es entwickelt sich zwischen den beiden antiken Promis ein merkwürdiges und einzigartiges Liebes- und Kampfspiel, welches der gute Schoeck dann mit besonderem Vergnügen vertont haben soll. Er - Schoek - meint, "Küssen" und "Beissen" reimten sich auf sonderbare Weise.
Ja, klingt alles ein bisschen verwegen. Wir werden sehen, ob wir schweissgebadet wieder aus dem Theater herauskommen?
Liebe Gs und Ks
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Mittwoch, 19. März 2014

Blick durchs Fenster

19/3
nochmals Schnee


und etwa später


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Dienstag, 18. März 2014

Gedanken über das Beten



Liebe Marlena
Ja, es hilft auch bei jenen, die nicht daran glauben. Wir haben die Resultate zwar noch nicht bekommen, aber wir beten immer noch. Und wenn ich sage "beten", dann meine ich irgendwie eine wohlwollende Gedankenflut in die richtige Richtung. Ich glaube auch nicht, dass der liebe Gott durch unsere Gebete wie mit einer Feder im Nacken gekitzelt wird und dann aufmerkt. Und bei Allah glaube ich es noch weniger. Na ja, vielleicht würde, von der feinen Feder gekitzelt, der liebe Gott aufschrecken und auch Allah wecken, der im Nebenzimmer vor sich hindösen scheint, und gemeinsam würden sie sozusagen den Wind in die richtige Richtung lenken. Das wäre natürlich schon möglich. Doch sooooo glaube ich nicht dran. Aber natürlich weiss ich auf eine Art, dass meine Gedanken irgend etwas in der Welt verändern, wenigstens doch an mir selbst. Es gibt diesen englischen Forscher Sheldrake, der sich mit Phänomenen dieser Art auseinandersetzt. Ich habe mal ein Buch über ihn gelesen. Muss ein lustig-komischer Kerl sein.
Wenn ich also "beten" sage, so meine ich eine Art Fürbitte, wie die Katholiken das doch stark haben. Und auf irgend eine geheimnisvolle Weise nehme ich an, dass meine Gedanken ein bisschen etwas erleichtern können.
Oder vielleicht können sie es auch nicht. Das spielt eigentlich keine Rolle. Vielleicht könnte ich sagen, ich wünsche es mir einfach. Es ist ein Wunsch in die frische Luft hinaus. So etwa! Ein Wunsch wie ein Ruf in die Berge hinein, in der Hoffnung, es kommt ein Echo zurück. Manchmal kommt auch keines. Ob die Götter wegen meiner Wünsche auch noch Wolken verschieben und an den langen Fäden des Schicksals herumzerren, das überlasse ich ihnen. Das weiss ich nicht, denn sie haben es mir ja nie verraten. Aber wenn sie es denn nicht tun, so ist es doch für viele Menschen eine tröstliche Vorstellung.

Gerade gestern habe ich gehört, dass in Spanisch Schutzengel Angelo della guardia oder so heisst. Eigentlich also Wachengel. Über diese Idee haben wir doch sicherlich auch schon diskutiert. Es ist eine schöne Vorstellung, einen Schutzengel zu haben. Und ich erinnere mich an die kleine Anekdote, die meine Mutter erzählt hat. Als die kleinste Schwester noch sehr klein war, wurde sie im Kinderbett und angesichts der Engelchen ermahnt, ruhig zu bleiben und zu schlafen. Sie hat sich beschwert und ihrer Ungeduld heftig Ausdruck gegeben und gesagt, sie könne dieses nächtliche Geflatter der Engel rund um ihr Bett ohnehin nicht ertragen.

Liebe Marlena, ich muss kurz bleiben. In einigen Minuten fahre ich ab zu einem Termin .. hier. Und da darf ich nicht zu spät sein.
Ich wünsche Dir einen schönen Tag.
Mit einem lieben Gruss
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Montag, 17. März 2014

Sonntag, 16. März 2014

Fortsetzung




Wie schön, dass du unsere maladi gegen meine Vermutung verteidigst, sie könne mich von der Arbeit abhalten. Ach, wie du recht hast, Marlena, und wie dein Denken schöne Wendungen findet, so so dass ich aus meinen Engnissen zwischen Scylla und Charybdis loskomme! ...  Ich danke dir für diesen kleinen Schubser mit dem Ellbogen.  ...
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Ich habe soeben meinen Brief von gestern nochmals überflogen. Entschuldige die Fehler, über die ich jetzt plötzlich da und dort stolpere. Es ist mir ein bisschen peinlich dir gegenüber, wenn ich daran denke, wie du schreibst. Ich hoffe, es stört dich nicht zu sehr und du verstehst trotzdem, was ich meine.
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Und du hast gerade noch einmal Recht mit dem Zusammenhang zwischen Stressniveau und Ordnung. Ich versuche auch, immer wieder, auf der Strecke zwischen den beiden Polen Chaos und Ordnung so weit wie möglich rechts einzubiegen. Aber immer kriege ich die Kurve in Gottes Namen nicht. Und diese schlimmen Strassenverhältnisse! Ich weiss, dass du Recht hast, aber manchmal muss man auch ein paar Fehler tun dürfen. Nicht wahr, meine Liebe? Ich gebe mir ja sonst ziemlich Mühe in meinem Leben. Und wir haben hier eine nette junge und sympathische Putzfrau. Wenn sie mein Büro macht, so richtet sie auf dem Pult all die vielen Dinge ein bisschen, legt die Stifte gerade, die Papiere im rechten Winkel, alles ordnet sie auf eine bescheidene und minimale Weise innerhalb der übergeordneten Unordnung. Es ist kein grosser Unterschied, aber es ist ein Unterschied. Und wenn ich am Morgen komme, habe ich den Eindruck, dass ein wohlwollender Engel über mein Pult hinweggeschwebt sei und seine guten Wünsche auf dem Pult hinterlassen habe. Es gibt wirklich ein gutes Gefühl, man würde es nicht denken, und ich sage ihr das auch immer wieder. Dann ist sie stolz und strahlt.
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Jetzt geht es schon gegen Abend. Und ihr werdet bald vom Zahnarzt heimkehren. Ich bin so gut wie erledigt. Ich habe im Büro nachmittags fast nichts anderes gemacht als Bücher eingeordnet, Möbel herumgeschoben und Bilder neu aufgehängt. Und du hast mir dabei geholfen. Allein schon dieser Gedanke hat mich vergnügt gemacht. Du bist eine liebe Kameradin, Marlena.
Sicher kennst Du diesen Geruch verstaubter Bücher, und die trockene Luft in der Nase. Man fühlt sich ganz schmutzig zum Schluss. Aber mein Büro ist einigermassen bewohnbar geworden. Ich könnte dich heute abend für einen Apero empfangen. Einen schönen und vergnügten natürlich, keinen verdorbenen. Jetzt sieht der hintere Teil meines Büros aus wie eine Bibliothek, sagen wir in einem Tudor-Schloss, nahezu ;-). Nein nicht ganz, aber es sieht ein bisschen schwer aus, mit diesen Gestellen aus Nussbaumholz, die fast bis zur Decke reichen. Vorher hatte ich ein Gestell, jetzt habe ich noch zwei zusätzliche. Im Grunde war vorgesehen, dass ich das alte zurückgebe. Nun habe ich es aber auch behalten. Es sieht jetzt alles ziemlich aus wie eine Wohnwand in der Stube. Speziell mit dem Schaukelstuhl, der noch in der Ecke steht. Es wirkt sehr intellektuell und man denkt, ich würde jeden Moment die Cognac-Flasche holen, um während des kleinen literarischen Streitgesprächs daran zu nippen. Die paar Bändchen mit den Rilkegedichten stehen oben links an der Rückwand, ein bisschen diskret. Nur, damit du weißt, wo du sie suchen musst, sofern du sie brauchst. Und vorne, zu den Fenstern hin, habe ich alles so belassen wie es war. Dort sind die Möbel leichter und jetzt auch nicht mehr so voller Bücher. Das gibt dem ganzen Raum Luft. Meine Sekretärin auf jeden Fall findet es toll. Und alle Bilder habe ich wieder aufhängen können. Sie sind alle 3 vom selben Maler, einem Lokalmeister aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Habe ich dir nicht eines davon schon mal geschildert?
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Samstag, 15. März 2014

Guten Morgen, Marlena



Liebe Marlena
Habe ich es dir nicht schon gesagt? Heute Morgen, die Vögel, sie müssen etwas bemerkt haben von unserer Maladi. Sie haben ihre préludes auf diesen Montag vergnügter und selbstbewusster gesungen als in den letzten Wochen. Und es hing ein milder Zug in der Luft.
Und so sitze ich jetzt schon seit 0615 im Büro, und mein Büchergestell gähnt mich in seiner ganzen Leere an wie ein apere Felswand. Heute werden sie kommen und mir die neuen Gestelle bringen. Doch ich weiss nicht genau, um welche Zeit das sein wird.
Seit 3 war ich wach im Bett und habe mich nach links und nach rechts gedreht. Keine Angst, Marlena, das war nicht maladi, das war das Lamm vom Vorabend. Normalerweise esse ich abends ganz wenig. Und am Sonntag abend esse ich eben ein bisschen mehr und wir trinken dazu gewöhnlich einen Yvorne (ich wiederhole mich, entschuldige). Es war recht gemütlich. Jeweils zu Anfang, wenn wir eintreffen, ist mein Onkel eher still und wortkarg. Er hat ja den ganzen Tag niemanden, mit dem er redet. So muss der Mund ganz eingetrocknet sein. Aber mit der Zeit wärmt er sich an. Und nach dem ersten Glas geht das alles schon ziemlich geschmiert. Wir essen meist zu Beginn einen schönen Salat mit viel Zwiebeln. Er liebt das und lobt S's Salate. Er sagt, er hätte sein ganzes Leben nicht solch knusperige und frische Salate gehabt. S kocht und ich bin für die Infrastruktur zuständig. Ich decke den Tisch, ziehe den Vorhang zurück, damit man die schöne Aussicht auf das Städtchen Lenzburg geniessen kann, wenn die Lichter angehen, stelle die überzähligen Stühle beiseite und ich hole Mineralwasser. Und dann schneide ich oft Zwiebeln und Knoblauch. Du siehst Marlena, die üblichen Sklavenarbeiten ;-) Dieses Mal gab es zum Hauptgang einen Lammbraten, Osterlamm, wie wir dem Onkel erklärten. Und dazu Reis, Erbsen und Kefen sowie eine Weinsauce (das macht S sonst wirklich selten, Wein in die Sauce, ich weiss gar nicht, wie sie drauf gekommen ist) und viel Zwiebeln und Gewürze. Und zum Schluss ein Eis und einen milden Kaffee oder Tee. Das war unser Osterlamm, eine Woche zu früh eigentlich. In katholischen Gegenden wäre immer noch Fastenzeit, wenn ich richtig informiert bin. Bis Karfreitag, nicht war? Ich kann mich erinnern, dass damals einige Kameraden im Gymnasium erwähnt hatten, dass sie zuhause fasten würden, indem sie weniger Fleisch, weniger Alkohol etc. zu sich nähmen. Und die Moslems tun das auch, in der Zeit des Ramadan. Allerdings dürfen sie nach Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang durchaus essen. Und das kann soweit gehen, dass man das ganze nicht mehr eigentlich "Fasten" nennen würde. Ich habe es einmal erlebt in Teheran. Es ist schon schön, wenn man den ganzen Tag nichts gegessen hat und dann abends auf das Zeichen wartet, so dass man anfangen kann. Die Perser sagen, man soll mit einer Dattel anfangen, das öffne den Magen. Ich glaube, es ist dieser Ruf des Mullahs vom Minarett, der das Zeichen setzt. Und schon wenn du diese monotone Stimme hörst, steigt dir der Appetit hoch.
So habe ich wach im Bett die Stundenschläge gehört. Wir haben in unserem Dorf keine Kirche, aber auf dem Schulhausdach sitzt ein kleiner Glockenturm mit einer Uhr, die stündlich und halbstündlich schlägt. Die halben Stunden zeigt sie nur mit einem einzigen Schlag an. Und wenn sie in der Nacht läutet, weißt du nicht, ist es halb zwei oder halb drei oder vielleicht schon halb fünf. Dann muss man in die Dunkelheit hinaushorchen und manchmal kann ich ungefähr ahnen, wie spät oder früh es schon ist. Wenn ein Eisenbahnzug zu hören ist, dann geht es bestimmt schon gegen sechs.
Wir schlafen in getrennten Zimmern. Und so habe ich zweieinhalb Stunden wach gelegen und  ...
Es war eine lange Wanderung und eine geheimnisvolle nocturne und zum Schluss haben mich - etwas abrupt - die hungerigen kleinen Vögelein von dir weggepfiffen.

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Jetzt schicke ich dir mal dieses Mail. Dann findest du etwas, wenn du müde vom Tag auswärts heimkehrst. Ich gehe noch rasch in den Chat mit der stillen Hoffnung, dich vielleicht dort rasch zu treffen.
Ich wünsche dir einen schönen Abend
i.M.
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Freitag, 14. März 2014

Neues Project - anno dazumal

Subject: Ich auch ;-))
Date: Thu, 17 Feb  22:21:28 +0000

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Vor einem Jahr hatten wir ein neues Projekt: Eine Gesellschaft zu Gründen mit dem Namen "Gesellschaft Durstiger Pädagogen". Einige Kollegen wollten aus irgendeinem Grund nicht "durstig" sein und so meinten wir dieses Wort "törstig" könnte man je nach Wunsch gegen ein anderes Wort mit T austauschen. Statt törstig (durstig) könnte man sagen

trevlig = nett

trött = müde

tråkig = langweilig

tokig = verrückt

Klingt doch eigentlich ganz gut:"Trevliga pedagogers sällskap". Ich glaube es wäre gut gewesen wenn es geklappt hätte denn wir Kollegen (ca 100)treffen uns sehr selten. Jede Gruppe sitzt in ihren eigenen kleinen Institutionen und man hat fast keine Möglichkeit sich mit Lehrern in anderen Fächern unter lockeren Formen zu unterhalten. Ausgenommen am Freitag Vormittag wo wir gemeinsamen "fredagskaffe" haben zwischen 9 - 10 Uhr. Wenn man zu dieser Zeit gerade Pause hat kann man also die anderen Kollegen treffen. Die Stimmung ist immer sehr gut, es wird viel gelacht und man findet auch Gelegenheit wichtige Dinge zu Besprechen.

Vielleicht wunderst du dich schon ein wenig dass es oft von trinken steht in meinen Mails. Aber die Schweden sind ja dafür bekannt. Du weisst sicher dass wir alkoholhaltige Getränke nur in speziellen Geschäften "Systembolaget" kaufen können und diese sind Samstags geschlossen. Ausserdem ist es sehr teuer im Vergleich zu anderen Ländern.


Natürlich komme ich in der Fantasie gern mit dir nach Paris. Träume sind nicht verboten..und ich weiss dass ich keinen besseren Gefährten bekommen könnte als dich auf einer solchen Reise. Doch muss ich sagen (der Realist in mir ;-) dass ich mich nicht freuen würde wenn mein Mann sich mit einer anderen Frau solchen Träumen hingeben würde. :-)



Aber nun ist mein dreieckiges Leben eben "viereckig" geworden. Ich meine damit nicht die negative Bedeutung die dieses Wort bei uns auch hat. Wie ist es damit in der deutschen Sprache?

War es nicht schön ausgedrückt in dem Valentinegedicht.

"That certain space where our lives overlap ..."

Ist es nicht so? Ein kleines Gebiet das wir teilen.. die vierte Ecke :-)

Du hast gefragt ob ich Dürrenmatt kenne. Ja, ich habe etwas von ihm gelesen u.a. "Der Richter und sein Henker" aber es ist schon lange her. Am besten hat mir aber die französische Literatur gefallen.

Vielleicht war es die Sprache.

Das erste französische Buch das ich an der Uni gelesen habe war "Le désert de l'amour" und es hat mich so sehr beeindruckt dass François Mauriac lange mein Lieblingsautor blieb. Kennst du den "Jansenismus" (eine Richtung im Katholizismus)? Dessen Grundgedanken findet man in allen seinen Werken.... Albert Camus ist auch einer meiner Favoriten. Aber es gibt so viele :-)

Nochmals herzlichen Dank für die schönen langen Briefe am Wochenende. Ich geniesse es sehr deine Gedanken, noch dazu in einer so perfekten Sprache, zu lesen. Eigentlich solltest du Artikel in Zeitungen schreiben damit andere Leute auch davon profitieren und angeregt werden könnten. Oder tust du es vielleicht schon?

Kennst du die kleine Geschichte "Ein Tisch ist ein Tisch" von Peter Bichsel? Ein Roman von mir würde ungefähr dasselbe Tema haben. Ein Mensch, der seinem traurigen Leben zu entfliehen versucht in eine Fantasiewelt (Internet) und dann nicht mehr in die Wirklichkeit zurückfindet.

Ich verabschiede mich für heute und freue mich schon auf dein nächstes Mail.

Ti voglio bene (nur um zu zeigen dass ich italienisch kann ;-)

Marlena