Samstag, 18. Juni 2011

Komisches Gefühl

20 February 2008 12:51
subject   Re: ---


Liebe Malou
Klar liegst du nicht im Liegestuhl in der Sonne. War ja auch bloss so
ein Bild, etwas zu schön und zu provokativ, nicht?
Ich habe mir ein bisschen Sorgen um dich gemacht, weil es so still geblieben
ist. Aber wahrscheinlich hast du solche Beigen und Massen an Kleidern, dass
es ein bisschen dauert. Ich weiss wie das ist. Ich habe auch viele
Kleider und habe sehr Mühe, mich auch bloss von einem Teil davon zu
trennen. Sogar von Stücken, die ich gar nicht unbedingt zu tragen
gedenke. So merkwürdig bin ich strukturiert!! Ich denke dann schnell,
ein altes Hemd mit verrottetem Kragen könne ich noch zum Malen
anziehen, als Überkleid sozusagen. Das ist natürlich die Einstellung
des Villenbewohners, der 14 Zimmer zur Verfügung hat, 6 davon nur als
Garderobe.
Wir haben Gespräche mit Kandidaten und Kandidatinnen, die bei uns eine
Stelle wollen. Puh, es ist nicht leicht. Es gibt im Moment noch
niemanden, der einfach überzeugt. Aber ich weiss, ich kann auch
jemanden anstellen, mit dem ich später gar nicht auskommen muss. Ich
bin bald weg hier. Komisches Gefühl, habe ich dir schon geschildert.
Ich fange langsam an, Post-Projekte zu erfinden. Lernberatung, Malen,
Schreiben, Globetrotten ?  Ich weiss es noch nicht. Jemand hatte mir
kürzlich gesagt, ich müsste jetzt wissen, was ich tun will nach der
Pensionierung. Da bin ich ein bisschen erschrocken. Aber vielleicht
war es ein wenig Bluff?

Jetzt muss ich rasch einen kleinen Lunch einkaufen. Und bald geht es
hier weiter. Du schickst mir ein Mail heute Nachmittag, nicht?
Ich freue mich darauf.
Liebe Gs und Ks
...

Blick durchs Fenster..

...durch?

Nein..

19 February 2008 22:33
subject:        Nein..


mein lieber Mausfreund,

ich liege nicht den ganzen Tag im Liegestuhl in der Sonne. Ich bin wie
ein Maulwurf der sich durch Berge von Kleidern und anderem Gerümpel
hindurch gräbt. Ich ersticke fast darin.

Danke für dein liebes Mail. Es war ein Trostmail. Als hättest du
meinen Gefühlen Worte gegeben. Ich schreibe dir morgen Nachmittag,
wenn ich allein bin, ein Mail.

Bis dahin alles Liebe und Gute
mit Gs und Ks
Malou

Freitag, 17. Juni 2011

Dies dann doch

19 February 2008 13:43
subject  Dies dann doch


Liebe Malou
Wir haben hier einen schönen, sonnigen Tag, rundum blauhimmelig und klar. Die Tauben am Himmel scheinen so weiss, als ob sie Möwen wären. Aber Möwen sind bei uns in der Regel nicht zu sichten.  Bei der Arbeit ist viel los. Es gibt im Büro in L ein bisschen zuviele Dinge, die auf dem Herd dampfend kochen. Eine Mitarbeiterin hat auf Ende März gekündet. Eine Mitarbeiterin hat krankheitshalber um 20% reduziert. Eine weitere ist auch irgendwie krank, hat aber noch kein längergültiges Arztzeugnis. Und schliesslich ist eine weitere Mitarbeiterin hochschwanger und kann jeden Moment aussetzen. Du siehst, M hat viel zu tun, bis hier alles wieder rund läuft. Und selbst hatte er in den Frühlingsferien auf Teneriffa einen Sturz vom Velo und läuft jetzt mit einem strahlenden Veilchen rund ums Auge umher.

Aber ich lebe mit dem Gedanken, dass ich hier bloss mehr etwa 1 Jahr arbeiten werde. Das alles macht mich also nicht mehr wirklich heiss. Meine Pensionierung ist ein nostalgischer Gedanke, das weisst du Malou. Sehr sogar, denn das Ende verführt dazu, auch an den Anfang zu denken, an die damaligen Hoffnungen und Freuden vor 25 Jahren, an die Zeit, als die Kinder klein waren, an viele Situationen mit der Familie, an den Umbau des Hauses, die Samstage mit Gartenarbeit, das Zopf-Backen im Holzofen, die Besuche von Freunden, die Liebe ....  Es erinnert mich stimmungsmässig an die Schrift 'La dernière classe' von Daudet, die von diesem französischen Lehrer im Elsass erzählt, der seine letzte Stunde gibt, damit die Schüler dann fortan in die deutsche Schule gehen sollten. Ich glaube wenigstens, dass der Inhalt so läuft. Wir haben im Gymnasium nur den Anfang gelesen, mussten ihn sogar auswendig lernen.

Ich versuche vorwärts zu schauen. Wenn ich zurück schaue, wird mir schwindelig und traurig zumute. Ich habe bemerkt, dass ich mich besser auf den Moment und die etwas kleineren Dinge konzentriere. Am besten ist es, mit praktischen Pflichten des Alltags beschäftigt zu sein. Nun ja, man tut, was man kann.

Jetzt muss ich noch einige Bewerbungen lesen. Die stammen eben genau von solchen jungen Leuten, die nach ihrem Diplom voller Hoffnungen sind und sich eine Existenz aufbauen wollen. Sie stehen da, wo ich damals gestanden war. Ich kann mich noch erinnern, wie ich damals in O. meine Bewerbung für diese Arbeitsstelle geschrieben hatte. Es war eine Tante hier in L, die mich darauf aufmerksam gemacht hatte. Und ich hatte mir, das muss ich sagen, angesichts von Alter und damaligen Berufserfahrungen, ziemlich gute Chancen ausgerechnet. Ja du weisst Malou, ich habe mich niemals irgendwo beworben, ohne dass sie mich dann genommen hätten. Ich habe mich allerdings auch nicht allzu häufig beworben.

Ich hoffe, bald von dir zu hören. Du kannst doch nicht den ganzen Tag im Liegestuhl im Garten in der Sonne liegen, oder ??

Liebe Gs und Ks
...

Re: Bauernfrühstück

Date: 18 Feb 2008 08:54
Subject: Re: Bauernfrühstück


Liebe Malou
Ja, vielleicht hast du ja recht. Du kannst es besser beurteilen,
...

Das schwedische Experiment mit den Schulen ist interessant. Laut Pisa
Studien sind schwedische Schulen ja nicht ganz so schlecht, wie ihr
sie vielleicht selbst beurteilt. Und auch bei uns in der Schweiz
kritisiert man die Situation der Schulen oft und ausgiebig. Doch in
dieser Diskussion bist du der Fachmann respektive die Fachfrau. Ich
bin bloss ein Dilettant. Wenn du meine Meinung hören willst Malou? Ich
denke, die veränderte gesellschaftliche Situation (Globalisierung,
gesellschaftliche Stellung der Frau in der Schweiz, Bedeutung der
Familie, Immigration, materieller Wohlstand, Bedeutung der Oekonomie)
verlangt auch von der Schule grosse Veränderungen. Und die haben wir
noch nicht gänzlich geschafft. Die heutigen Kinder und Jugendlichen
sind nicht mehr erzogen, sind es gewohnt, selbst zu entscheiden was
tun und was nicht tun, sind gemischt mit vielen Fremdsprachigen, sind
überhäuft mit Medieninhalten, sind vollgestopft mit Sex- bis hin zu
Porno-Bildern, sind aufgewachsen in einer Bilder-, nicht einer
Textwelt, sind oftmals Einzelkinder, sind ohne die Erfahrung einer
Grenze zwischen Kindern und Erwachsenen usw. usw. Das ist eine völlig
verschiedene Situation als jene unserer Jugend. Stell dir vor Malou,
wie wir damals waren!

Ist die Schule nicht ein Produkt des scholastischen Mittelalters? Es
gab früher eine markante Grenze zwischen Kindern und Erwachsenen,
besonders, was das Wissen betrifft. Es gab Autoritäten. In der Schule
sassen die Scholaren zu Füssen ihrer Lehrer. Das Lernverhältnis lag
vielleicht bei 1 : 30. Das ist schon eine markante Hierarchie.
Wir müssen heute die Lehr- und Lernmaschine Schule umbauen. Die
heutige Jugend lernt anders als die der früheren Generationen. Sie
weiss in gewisser Weise mehr, andererseits vielleicht auch weniger.
Sie ist autonomer. Sie ist in vielen Bereichen auch aktiver. Aber -
und das ist ein grosses Problem - viele Kinder und Jugendlichen kommen
aus Kulturen, die - an unserem Masstab gemessen - vielleicht 200 oder
300 Jahre zurück sind. Dieses Gap lässt sich nicht in einer Generation
überwinden.
Ich glaube, dass ein solches Experiment, wie du es von Schweden
berichtest, Erfolg haben wird. Wie du sagst, schon die Präsenz des
Fernsehens ist ein wichtiger Faktor. Das ist ähnlich wie eine
Psychoanalyse, nur eben eine kollektive. Die Tatsache, dass man
beobachtet wird, verändert bestimmt das eigene Verhalten. Finde ich
sehr interessant, was ihr da in Schweden macht. Soll ich meinem Chef
vorschlagen, etwas ähnliches bei uns zu machen? Das wäre total
interessant. Und dazu bringt ein solcher Dokufilm die Schule und ihre
Situation in die öffentliche Diskussion. Ich glaube, man kann auf
diese Art viel verändern, bestimmt kurzfristig. Um die Veränderungen
dann längerfristig abzusichern (Nachhaltigkeit heisst das Stichwort),
dazu braucht es bestimmt noch andere Massnahmen als bloss Fernsehen
und Fachleute, die dreinreden.

Ja, das ist ein hübsches Foto. Erinnert irgendwie an einen
französischen Spielfilm aus dem letzten Jahrhundert. Ganz gemütlich
und irgendwie elegant. Gut, eine Lyrikerin in der Verwandtschaft zu
haben! Lyrik ist wirklich ein äusserst seltenes Pflänzchen. Das findet
sich nicht einfach auf der Strasse. Ich habe meist ein bisschen Mühe
mit lyrischen Texten und Gedichten. Aber wenn ich dann mal ein
Gedichtlein finde, das mir zusagt, bin ich ganz begeistert. Und
manchmal spiele ich dann sogar  mit dem Gedanken, auch eins zu
schreiben.
Das macht mir ein bisschen Sorgen wie du schreibst, du räumst deine
Kleider, bevor du zum Arzt gehen willst. Das klingt sonderbar Malou.
Denkst du, du seist sehr krank? Sprich mit mir darüber Malou. Mit wem
denn sonst könntest du darüber reden?
....

Du siehst Malou, das ist kein Bauernfrühstück, das ist schon ein
fürstlich barockes Festessen ;-)
Mit lieben Gs und Ks

Donnerstag, 16. Juni 2011

"Klasse 9 A"


16 February 2008 14:09
subject       Antwort...


 ...auf deine Klage:   "Ich habe ewig nichts gehört. Du schreibst bloss
Winzigkeiten."
 

Lieber ...,
Ja, vielleicht ist es so.. aber nur vielleicht. Oft spiele ich mit dem
Gedanken dir ein ganz langes inhaltsreiches Mail zu senden. All das,
was ich dir in Gedanken erzähle, auch auf den Computer zu bringen.
Aber wieso sollte ich das tun? ...

Heute ist K in Uppsala bei einem Treffen mit seinen ehemaligen Kollegen
(auch guten Freunden). Sie wollen eine neue Reise planen und ich finde
das ganz wunderbar und stimme lebhaft zu.

Bei uns spricht man zur Zeit unendlich viel über die Schule. Die
schwedische Schule ist in den letzten zehn Jahren eine reine
Katastrophe geworden. Es gibt Schüler, die nehmen nur am Unterricht teil,
wenn sie mal Lust haben. Und während des Unterrichts sind sie nicht mental
bei der Sache. Niemand scheint sich zu kümmern.  Die neue Regierung
will das ändern.
Jetzt zeigt man eine Dokuserie im Fernsehen. Man hat dazu eine Schule
in Malmö ausgewählt, die zu den schlechtesten in ganz Schweden zählt
und wegen ihrer schlechten Resultate riskierte niedergelegt zu werden.
Es ist ein Experiment mit einer Klasse 9, die letzte Grundschulklasse,
bevor man (als 16-jähriger) am Gymnasium beginnt. Die Lehrer werden
ersetzt mit ein paar von den vornehmsten Pädagogen des Landes. Das
Ziel ist extrem hoch gestellt. Am Ende des Semesters soll die Klasse
eine der drei besten im Lande sein.
Der Unterricht in allen Fächern wird gefilmt, und natürlich hat das
einen Einfluss auf das Benehmen der Schüler.
Doch schon im ersten Abschnitt sieht man welche gigantische Arbeit die
Lehrer vor sich haben. Den Schülern fehlt nämlich eine Sprache.
Es ist spannend und interessant zu sehen, wie die Lehrer einen guten
Kontakt zu den Schülern aufbauen, eine Voraussetzung für gute
Lernresultate. Das solltest du sehen.
Und Urheber dieses Experimentes ist einer meiner ehemaligen
Direktoren.. nun auch Urheber eines lebhaften Gedankenaustausches
zwischen uns (noch lebenden) Lehrern, die ihn alle in guter (?)
Erinnerung haben.
Über Pädagogik möchtest du also schreiben? Ich sehe gerade dass
Immanuel Kants Buch "Über Pädagogik" jetzt auch ins schwedische
übersetzt worden ist.
"Der Mensch ist das einzige Geschöpf, das erzogen werden muß", so
lautet die bekannte Formulierung mit der sein Buch eingeleitet wird.
Und ich glaube das ist der Weg aus dem jetzigen Chaos in unseren
Schulen. Die Schüler laufen herum wie undressierte Hunde..
Haha.. ich wollte dich nur ein wenig zum lachen bringen.
*
Und nun etwas über mich. Ich bin am Aufräumen. Ja, wirklich zum ersten
mal so richtig. Ich glaube ich habe schon an die 50 Kleidungsstücke
zum Roten Kreuz hier gebracht. Und mein Kampf gegen die Unordnung geht
weiter. Dann, wenn ich fertig bin, gehe ich zum Arzt.
*
Habe ich dir schon erzählt, dass meine Freundin in Südschweden, von
der ich dir schon am Anfang unserer Korrespondenz erzählt habe, mir
gerade ihre neulich erschienene Gedichtsammlung geschickt hat. Zuerst
habe ich alle Gedichte (50) schnell überflogen, denn meine Neugier war
riesig. Nun nehme ich mir eins nach dem anderen  vor und sehe wie
wunderbar sie sind.


Gestern beim Aufräumen in der Kleiderkammer habe ich ein paar alte
Dias gefunden von anno dazumal. Und dieses, wo wir, ein paar Kollegen,
zu einem Kaffee in M's Garten eingeladen waren, weckt so viele schöne
Erinnerungen. Das Licht in dem Bild macht es fast zu einem
impressionistischen Gemälde. M (die Freundin aus Uppsala) war single
und hat uns oft zu sich eingeladen. Ein paar von meinen absolut besten
Rezepten, die ich sogar K servieren kann, stammen von ihr. Die
Lehrerin ganz links war mal Miss Schweden. :-)

Mein heutiges Mail ist wie ein "pyttipanna" (Bauernfrühstück?) Man
wirft alle möglichen Zutaten hinein und hofft dass etwas verdauliches
dabei herauskommt. ;-)
Ich wünsche dir einen guten Start im Büro.
Mit lieben Grüssen und Ks
Malou

das Wichtigste

(ungekürzt)

date 8 April 2006 12:28
subject Re: Du siehst..


Liebe Malou
Du sagst ".. nichts Neues im Moment". Gehst du denn davon aus, dass ich das Neuste hören müsste oder möchte? Davon gehe ich nun ganz und gar nicht aus. Ich bin eher interessiert am Ältesten, an dem, was zuunterst liegt, am Fundament im Boden sozusagen. Das Neueste ist meist das Ephemerste (gibt es ein solches Wort? Wenn nicht, dann sollte man es erfinden. Ich weiss, dass es Ephemeriden gibt. Ist das nicht ein wundervoller Name. Die Eintagsfliege ist eine Art davon. Eine merkwürdige Gruppe von Lebenwesen, diese Ephemeriden! Erinnern akustisch an die Hesperiden in den griechischen Sagen).

Ist das nicht merkwürdig: Das, worauf man während des Tages fixiert ist, das Operative sozusagen, ist das Unwichtigste und das, was am schnellsten im Vergessen verschwindet. Was ist denn dann das Wichtigste? Irgendwie das Strategische, der Lebenssinn, sozusagen das Geschäftsziel des Lebens. Und was ist das?

Ich habe in den letzten Tagen ein bisschen Seneca gelesen. Du kennst den Kerl, nicht wahr? Er war Lehrer Neros und hat darin, wie man zugeben muss, tüchtig versagt. Aber er war zu seiner Zeit ein trendy Philosoph und Schriftsteller, auch Politiker. Er hat doch so bekannte Aufsätze geschrieben wie die 'Ueber den Zorn', 'Über das glückliche Leben', Über die Kürze des Lebens' und so fort. Und es gibt darin gute Gedanken. Allerdings ist er nicht sonderlich systematisch. Die Abfolge seiner Gedanken sind für mich ziemlich ungeordnet. Doch vielleicht verstehe ich bloss seinen roten Faden nicht. Im Wesentlichen ist Seneca Stoiker. Sie alle nehmen sich Sokrates zu Vorbild und die Art, wie dieser ihr Meister gestorben ist. Von Seneca erzählt man sich einen ganz ähnlichen Tod wie derjenige Sokrates'. Aber vielleicht ist die Begebenheit bloss erzählerisch ein bisschen stilisiert worden. Jedenfalls soll sich Seneca, auf Geheiss Neros, selbst umgebracht haben. Jammerschade, wo er doch noch ein paar Jährchen gemütlich auf seinem Landgut ausserhalb Roms seinen Lebensabend hätte verbringen können.

Ja, die Männer um 60, sie schlafen vor dem Fernseher. Das ist ihr Lagerfeuer. Dort fühlen sie sich wohl und warm. Dort sind sie geschützt, sehen aber ganz bequem in die weite Welt hinaus. Es ist der ideale Ort, nicht nur zum Schlafen, sondern geradezu zum Sterben.
Ist das nicht ein guter Gedanke? Man sollte mal untersuchen, wieviele Menschen schon vor dem Fernseher gestorben sind. Früher behauptete man, der beste Tod sei derjenige im Bett. Ich behaupte: der bessere ist der vor dem Fernseher. Nun ja, es fragt sich allerdings, vor welchem Programm?
Vielleicht vor Parkinson?
Den kenne ich nicht. Klingt eher wie eine Alterskarankheit, nicht wahr.

Ich bin eben von Ns Führung zurück. Er hat diesen Altar aus dem 15. Jahrhunder vorgestellt. Und er wusste viel über die damalige Zeit, sehr viel. Bloss schade, dass er den Altar nicht sonderlich genau analysiert hat. Das finde ich, ist das Merkmal eines guten Kunstführers. Sie erzählen dir nur, was du auch siehst auf dem Bild. Sie zeigen dir die Zeit in diesem Bild. Und das hat N nicht getan. Er ist ein Mann des Wortes. Er hat 3/4 Stunden die Situation der damaligen Zeit und diejenige Basels geschildert, um dann noch kurz auf diesen geflügelten Altar einzugehen. Aber es war doch sehr interessant. Man sollte solche Dinge öfters tun. So fängt man an, eine Stadt zu lieben, indem man mehr und mehr Orte und Dinge hat, die man ziemlich gut kennt.

Wir haben prima Wetter, eigentlich Frühling. Heute morgen habe ich gehört, dass der Kuckuck der Vogel des Aprils sei. Wenn man ihn hört, wird das Klima trockener. Und der Name April komme von APERIRE, was soviel wie öffnen meint. Habe ich noch nie gehört bisher!

Ich wünsche dir ein prima Wochenende
MLG