Montag, 2. Juni 2025

Danke ...

 

Ämne: Dank für Juliette

Liebe Marlena
Hey, was bist Du für ein Schatz, mir eine so feine CD zu schicken. Ich bin ganz begeistert. Die Greco ist gut für das Büro, denn es ist ja fast nur Singstimme und wenig Begleitmusik. Das klingt so diskret und seriös, dassm man weniger Hemmung hat bei der Arbeit als bei einer Big Band auf vollen Touren. Das ist wirklich sehr lieb von Dir, Marlena, und ich mag es wirklich auch so, eine ganze CD mit derselben Musik. Ich bin ja sonst weiss Gott sehr flexibel bis ein wenig verwahrlost, aber in den CDs bin ich Purist.
Und dazu hebe ich mir natürlich die schwedischen Marken auf, die Du teuer bezahlt hast. Ach, es war eine herrliche Überraschung, Marlena, ohne dass Du sie angekündigt hättest.
Ich war schwer beschäftigt am Montag. Wir hatten unsere Sitzung in Basel am Morgen. Nach einem Unterbruch sind etliche Traktanden zusammen gekommen. Und abends hatten wir im Kiwanis unsere Frühjahresversammlung. Das dauert immer von 18h bis weiss Gott. Man wählt eigentlich bloss die Chargen für das kommende Jahr, also president, President elect, vice president und so weiter. Alle mit diesen englischen Bezeichnungen, die sie mit stolz aussprechen. Ich habe das ja hinter mir. Gestern haben wir erfahren, dass unser Altersdurchschnitt bei 53 Jahren liegt. Und dann haben wir eine Seniorenfraktion mit Durchschnitt 72. Stell Dir vor. Es ist manchmal fast wie in einem Altenheim. Und gestern haben wir darüber diskutiert, wie wir unsere Politik zur Aufnahme neuer Mitglieder gestalten können, damit wir nicht immer älter und älter werden. Es ist nämlich schon ein Problem, das jeder Berufskollegen eher in seinem eigenen Alter hat. Und wenn man mal einen Jungen einladen will, fühlt er sich völlig deplaziert. Es gibt offenbar Clubs, denen gelingt eine Verjüngung nicht mehr. Sie versteinern förmlich und sterben wohl irgend einmal aus.
Und nach diesem offiziellen Teil gab es ein Essen im Basler Plaza Hotel, einem der besten. Es war ziemlich angenehm, ausser den grossen runden Tischen, über die wir hin und her gebrüllt und uns zugeprostet haben.
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Am Sonntag Mittag waren wir eingeladen in Basel. Das war sehr angenehm. Um 13h trafen wir uns zum Apero auf der Terasse. Es war sonnig und warm, und wir bewunderten den gepflegten Garten der Gastgeberin. Dann kam noch ein Paar dazu. Ich hatte gleich zu Beginn den Eindruck, dass ich den Typen von irgendwoher kennen musste. Und Du kannst es Dir nicht vorstellen. Es stellte sich heraus, dass er in Lenzburg aufgewachsen war. Ich hatte ihn also vor rund 50 Jahren gesehen und sein Gesicht in meinem Computer gespeichert. Das menschliche Gehirn ist wirklich phänomenal. Und meines, wie alle einstimmig fanden, besonders. Und dann gab es ein feines Essen -- und wir haben es genossen, zusammen zu diskutieren und zu plaudern.

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