Donnerstag, 9. Mai 2024

ABB - ein schwedisch-schweizerischer Tango

 

Liebe Marlena
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Na ja, vielleicht waren es nicht nur die Schweden, die unsere gute alte ABB zugrunde geritten haben. Aber gestern Abend habe ich doch bei Onkelchen eine ganze Zeitungsseite voller Infos über dieses Unternehmen gefunden. Du musst wissen, dass Lenzburg im gleichen Kanton liegt wie Baden, wo die ABB stationiert ist. Und natürlich nehmen die dortigen Regionalzeitungen regen Anteil am Schicksal dieses Unternehmens. Wenn man also die letzten Jahre überblückt, so waren es nur unaussprechlich schwedische Namen, die dieses Unternehmen geführt hatten und einige davon zum Schluss noch Millionen in 3-stelliger Höhe sozusagen als Pension mitgenommen haben. Ich kenne die Geschichte ja nicht so genau. Vielleicht haben sie die Schweizer bloss nicht genannt. In der Zeitung war nur einer genannt, nämlich Leutwiler, der offenbar damals die Fusion mit dem schwedischen Unternehmen initiiert hatte. Es war nun ja auch eine Regionalzeitung, und es ist sehr gut möglich, dass diese Perspektive nicht sehr objektiv, oder sagen wir gelassen war. Trotzdem musst Du mir erklären, was ein Kohlsäufer ist. Das scheint ja doch ein sehr hässliches Wort zu sein.

Aber ich hoffe, dass dieser schwedisch-schweizerische Tango in Zukunft etwas Musik und Rhythmus bekommen wird und aufwärts geht. Dass ich an meinem Geburtstag diese Aktien gekauft habe, berechtigt noch nicht, mich zu den Kapitalisten zu zählen, wo ich doch für die ABB eher einen äusserst barmherzigen Samariter darstelle. Ich bin im Grunde ein wohltätiger Idealist, was als soviel wie ein Antipode des Kapitalisten betrachtet werden sollte. Aber nun können wir ja gemeinsam auf die Himmelfahrt unserer Aktien warten. Ich habe dabei nicht so viel riskiert, während Du wohl schon einiges Geld verloren hast. Ich hoffe nicht, dass Du deswegen gleich Deine gesamten Pensionspläne in Südamerika aufgeben musst ;--)) Vielleicht kann ich Dir dann etwas aushelfen? Ich werde Dir jeden morgen um halb zehn einen kurzen Kaffee in der Dorfpinte am Rio Plata spendieren. Wenn man alt ist, geht nichts über einen regelmässigen Morgenkaffee mit viel warmer Milch, der zwar heiss, aber nicht zu früh in den Morgenstunden serviert werden sollte. Und wenn dazu noch etwas Tangomusik erklingt, umso besser.

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