Samstag, 2. Mai 2015
Ach nein ...
Lieber ...,
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Ach nein, du langweilst mich doch nicht. Im Gegenteil. Ich finde es interessant, was du mir von Petrarca erzählst. Ich bin dann auch zu unserem alten Lexikon gegangen und habe nachgesehen, was sie über P schreiben. Und wenn ich dieses alte Buch konsultiere dann glaube ich zu verstehen was du meinst. Denn obwohl das Buch so spät wie 1915 geschrieben ist, so überrascht es mich immer, wie anders man damals mit den Worten umging. Alles scheint so ganz konkret und ohne Verstellung geschrieben. Man nennt Dinge bei ihrem richtigen Namen. Heutzutage muss man den geheimen Code kennen um die wirkliche Bedeutung eines Textes verstehen zu können.
Ich lese u.a. ”Nach dem Vorbild von Cicero und Seneca hob er das Briefschreiben zu einer wirklichen Kunst; man schätzte sich glücklich Briefe von ihm zu erhalten ...” Ich glaube du bist ein moderner Petrarca. Weisst du übrigens, dass P. und sein Bruder beide geistliche waren. Aber das war zu einer Zeit, wo man als Geistlicher keineswegs auf weltlichen Genuss verzichten musste.
Nein, mein lieber Maufreund, ich habe nichts dagegen, dass du mich ins späte Mittelalter zurückführst und mit P bekannt machst. Ich verstehe deine Begeisterung.
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Es gibt übrigens eine deutsche Übersetzung von Petrarcas Gedichten an Laura. Aber sie soll nicht besonders gelungen sein. Ich wäre bereit Italienisch zu lernen nur um sie im Orginal lesen zu können. So sage ich auch manchmal meinen Schülern: der äusserste Sinn des Sprachenlernens ist, dass man Poesi in der Originalsprache lesen kann. Andere Dinge kann man meistens gut in Übersetzungen lesen.
Ich grüsse dich lieb und wünsche dir einen schönen Wochenanfang.
Marlena
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