Dienstag, 20. Januar 2015

über Geld und Glück


Liebe Malou
Gerade bist du mir entwischt. Du warst im Netz, nicht? Vielleicht hat dein Kaffeewasser gekocht? Meines ist noch nicht mal auf dem Feuer. Und dazu bringst du mir diese schlechte Neuigkeit, dass 1% Menschen 40% des Vermögens besitzen in Schweden. Und dabei haben wir immer gedacht, die Schweden machten es viel besser auf dieser Welt als die übrigen Staaten.
 
Und eben das, was du sagst, finde ich schlecht für die Gesellschft. Menschen mit viel Geld haben ja auch viel Sorgen mit ihrem Geld. Sie sind vielleicht nicht soviel glücklicher. Aber das ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass unsere modernen Staaten so gemacht sind, dass man sozusagen von der Hand in den Mund leben kann. Es gibt Löhne, womit sich leben lässt. Es gibt eine Pension, die genügt. Man kann sich gegen Risiken absichern. Also braucht es im Prinzip gar nicht riesige Ersparnisse. Das ist im Iran beispielsweise anders. Dort verstehe ich besser, dass Menschen sich durch eigenes Vermögen absichern wollen. Durch eigenes Vermögen und durch soziale Beziehungen zu Leuten, die Vermögen haben. Die Verhältnisse sind so unzuverlässig, dass jeder sich diesen Risikoschutz selbst erarbeiten will. 
 
Aber im Moment beschäftige ich mich micht anderen Dingen. Ich lese ein Buch über Glück. Lustig, nicht? Im Moment bin ich im Kapitel "Glück in der Gegenwart". Dort werden zwei Arten unterschieden: Vergnügungen und Belohnungen. Im Alltag unterscheiden wir zuwenig zwischen diesen beiden Glücksspendern.  Vergnügungen sind sinnliche Freuden, die kurzlebig sind. Berühren, Schmecken, Riechen, Bewegung, Sehen und Hören können direkte Vergnügen hervorrufen.  Es sind sinnliche Geschenke, die nahtlos übergehen in komplexere Sinneswahrnehmungen. Der Autor bringt als Beispiel den vollendeten Reim, der ein Vergnügen ist:  "On Wednesday and Saturday, but mostly on the latter day".  Aber diese Vergnügen schwinden rasch, sobald der äusserliche Reiz vorbei ist. Wir gewöhnen uns schnell an sie (habituation) und brauchen immer höhere Dosis. Die komplexeren höheren  Vergnügen sind stärker kognitiv und variantenreicher. Sie sind intensiv, von mittlerer Intensität oder von geringerer.
 
Interessant ist nun, was er sagt, wie man das Vergnügen steigern kann. Es gibt drei Dinge zu beachten: habituation, Auskosten und Achtsamkeit.
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