Freitag, 16. Januar 2015
Re: G&K - Unruhe gestillt
den 15 augusti 10:07
Re: G&K
Liebe Marlena
Ach, zum 3. Mal fange ich jetzt mit meinem Mail an. Schon 2 mal wurden unsere PCs von vom Informati Suply heruntergefahren. Und da gehen alle Daten, die nicht gespeichert sind, bachab. Du hättest jetzt also schon ein ellenlanges Mail auf dem Tisch. Und ich könnte mich geruhsam zurücklehnen.
Und da kommt soeben Dein neues Morgenmail. Es riecht praktisch nach frisch gebackenem Kuchen. Ich bin erstaunt, wie oft Du Kuchen bäckst. Die Rolle liegt Dir ebenso wie die der Katzenmutter, scheint mir. Und dahinter folgt - wie soll ich sagen - eine kleine Liebes-erklärung. Das ist noch süsser als der Kuchen, und das alles schon zum Morgenkaffee. Ich weiss gar nicht, wie ich das alles verdient habe. Und dann raubst Du einen Kuss, wie man komischerweise sagt. Ich habe als junger Mensch nie gewusst, was sie damit meinen, wenn sie sagten, er hätte ihr einen Kuss geraubt. Wie kann man denn Küsse hergeben, wenn man nicht will?
Also, meine Liebe, ich schenke ihn Dir. Den Kuss, meine ich natürlich.
Ja, ich glaube, dass mein Kleinhirn katholisch ist, mein Mittelhirn vielleicht protestantisch und mein Neokortex islamisch. Das ist eine komplette Mischung, und ich weiss nicht, weshalb sie mich nicht endlich in ein oekumenisches Gremium wählen. Ich könnte dort nach allen Seiten Segen verteilen, urbi et orbi sozusagen.
Gestern hatten wir unser Weekly. Und Walter hat mich überrascht und mir - vielleicht zum Abschied - ein Buch gebracht. Du wirst es kaum glauben, es ist das Buch der Unruhe von Pessoa. Ich hatte ihn im Verdacht, dass er es bei sich habe. Ich hatte zwar keine Erinnerung, dass ich es ihm ausgeliehen hätte. Und ich habe es ihm auch nicht ausgeliehen. Die Ausgabe, die er brachte, hatte er im Internet gefunden. Er findet alles im Internet. Und ich finde nicht mal ein kleines Büchlein in meinen vier Wänden. Kurz und gut: die Ausgabe ist hübsch und mit einem harten Deckel, während die meinige nur ein kleines Taschenbuch ist. Und diese hier ist illustriert von einem portugisischen Zeichner. Das mag ich. Was denkst Du heute von Pessoa? Bestimmt hast Du im Norden lange Sommerabende diesen merkwürdigen Gedanken nachgehängt. Na, ist er nicht merkwürdig und poetisch zugleich. Eine Kombination, die ich irgendwie schätze. Obwoh, das muss ich sagen, ich mit Pessoa nicht gerne eine Zweizimmer-wohnung teilen wollte. Er würde bestimmt seine Frühstückseier anbrennen lassen. Und wenn es an der Türe klingelt, hinge er irgendwelchen merkwürdigen Gedanken nach und würde die Klingel überhören. Nein, für den Alltag wäre er mir zu ätherisch.
Aber ist süss, dass Walo - wie ich ihn nenne - mir dieses Buch geschenkt hat. Er meinte, er könnte meine Unruhe nicht mehr ansehen, die ich habe, weil ich mein Buch nicht finde. Ich habe ihm dann als Revanche ein kleines Büchlein von Tabucchi gegeben, von dem ich Dir auch schon erzählt habe. Es ist - glaube ich - ein kleiner Krimi und Walo liebt Krimis über alles. So hatte ich neben der spendefreudigen Personalchefin sogar abends noch eine kleine Überraschung. Das Leben zeigt manchmal wirklich Lichtblicke, nicht wahr?
Wir haben über ein Buch von Tepperwein gesprochen, ...
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen