den 15 augusti 10:07
Re: G&K(Fortsetzung)
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Wir haben über ein Buch von Tepperwein gesprochen, das ich gerade lese. Es hat einen sensationellen Titel, und müsste Dich ansprechen: Erfinde dich neu. Von Kurt Tepperwein, Herbig Verlag München 2002. Und hör mal, was auf dem Buchumschlag steht:
°Mit 3 goldenen Regeln, wie man sein Leben wieder verzaubert
° Mit 12 ungewöhnlichen Perspektiven, das Leben neu zu beginnen
° Mit 36 praxisnahen Methoden, wie man jede Lebenssituation meistert
° Mit 62 konkreten Uebungen, die helfen, Flügel wachsen zu lassen und im Leben abzuheben.
Ehrlich gesagt: wenn Du das in der Buchhandlung auf dem Buchdeckel eines Bandes liest, dann legst Du die Schwarte lächelnd wieder in den Korb zurück, nicht wahr? Aber W. hatte mal in jungen Jahren einen Kurs gemacht bei Tepperwein. Damals war er noch jung und am Anfang seiner Karriere. Heute ist er offensichtlich Professor und Heilpraktiker, eine Kombination, die es in der Schweiz meines Wissens nicht gibt. Aber wie er hier im Buch die Dinge schon auf den ersten Seiten erläutert, das klingt gut und leicht und plausibel. Ich lese es mal in dieser NY Zeit und sehem dann, was daraus wird. Es passt ganz gut zur Trance. Es ist die gleiche Denkweise. Vielleicht fliege ich dann auf dem Rückflug mit eigenen Flügeln. Dann mache ich eine kleine Schlaufe über Schweden, ungefähr so wie der kleine Nils. Sieh Dich vor, Marlena!
Kurz gesagt: ich muss mich auf meine alten Tage hin neu erfinden. Na ja, das muss man ja ständig ein bisschen. Aber ich möchte einen grösseren Schub. Siehst Du, kürzlich ist mir durch den Kopf gegangen, wie wir von 2 (oder waren es 3) Jahren darüber gesprochen haben, uns in Rom zu treffen, Rom zu sehen (... und dann sterben...). Na vielleicht habe ich mehr davon gesprochen als Du. Ich glaube, dahinter war dieselbe Idee, die ich jetzt mit NY versuche. Irgend etwas Verrücktes, Neues, um nochmals ein bisschen Energie zu schöpfen. So zumindest habe ich es der Personalchefin erklärt. Und sie hat mir geglaubt, dass das absolut wichtig sei in meinem Leben. Voilà!
Nun lass ich Dich wieder in die Küche zu den Tigern und den Kuchen. Da hast Du ja eine echte Manege. Ja, Stromausfall habe ich gestern auch mitverfolgt. Ich hatte erst an ein Attentat gedacht un mir schon viele Unannehmlichkeiten ausgedacht, die dann auf mich zukommen könnten. Aber es war ja, wie man hört, nur ein technischer Defekt. Ich kenne das. Im Wallis war V. verantwortlich für Strom fast des ganzen Kantons. Und wenn im Winter die Lawinen niedergingen und so eine Unruhe in der Luft lag, dann hat er in alle seine Kraftwerke und Zentralen telefoniert zur Kontrolle, ob alles ok wäre. Es war ein merkwürdiges Gefühl, dass die Welt dann ganz klein und nah und lebendig wird. Plötzlich fing sie an zu pulsieren. Ich mochte diese Katastrophenstimmung irgendwie.
Ach, wir haben gestern auch von der Vergangenheit gesprochen. Ich glaube, Ausgangspunkt war ein Zitat von Pessoa, das W. noch im Kopf hatte. Und dann haben wir über die Jugend gesprochen und festgestellt, wie sich die Welt seither geändert habe. Ich habe ihm von Prousts Madeleine erzählt, was er nicht kannte, und von meinem Bier mit Grenadine. Und er hat in eindringlichen Worten geschildert, wie sensationell es gewesen sei, bei einem der ersten Tänze in seinem Leben...
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Ich muss, sonst brennt mein Kuchen an.
Ich wünsche Dir einen schönen Tag.
Mit lieben Grüssen
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