Freitag, 15. Dezember 2023

Gute Zeit ...

 

Lieber ...,
Du wünschst mir eine gute Zeit, und heute Abend habe ich sie. Ich bin nämlich Strohwitwe. Bin ich ja eigentlich immer, aber heute gehört das Haus nur mir und ich kann dir nach Herzenslust schreiben, gerade in dem Moment wenn ich Inspiration habe, d.h. jetzt. :-)

Ich habe mit großem Interesse deine Schreibpläne wahrgenommen und bin erstaunt wie wissenschaftlich du ans Werk gehst. Es wäre schön, wenn du damit Erfolg hättest und das wünsche ich dir aus vollem Herzen. Doch glaube ich immer, dass das schönste Buch von dir deine Memoiren sein müssten. :-)
Doch wenn du einmal einen Namen hast...

Beim lesen deines Mails musste ich an die Zeit zurückdenken, als Anna noch klein war und abends vor dem Einschlafen immer wollte, dass ich ihr etwas vorlesen sollte.. Oft war ich schon sehr müde nach einem strengen Arbeitstag, zu müde um etwas zu lesen, aber noch nicht zu müde um etwas zu erzählen.



Du kennst sicher die Bücher über Pettson. Ich denke sie müssen auch ins Deutsche übersetzt sein. Und zu diesen Büchern habe ich immer neue Kapitel aus meiner Fantasie erzählt. Findus, der Kater, hatte plötzlich ein kleines Liebchen im Wald gefunden, mit der er sich heimlich traf, Pettson selbst kriegte von mir eine "faster Olga" (faster ist Tante = Vaters Schwester). Diese kam oft ohne Ankündigung und schaute bei ihm nach dem Rechten. Auch eine kleine Mausfamilie habe ich erfunden, die abends, wenn Findus endlich eingeschlafen war, hervorkam und in der Küche nach Nahrung suchte. Ich musste mich nicht einmal anstrengen beim erzählen. Es kam alles so spontan zustande.
*
Du erzählst von den Mahlzeiten in deinem Büro und dabei denke ich mit Nostalgie zurück an die schönen Stunden, die ich zusammen mit Kollegen in der Schulkantine verbracht habe. Unsere Schule war sehr gross und an einem normalen Arbeitstag traf man meist nur Kollegen aus demselben Fachbereich. Es gab eine Zeit, wo wir ein gemeinsames Lehrerzimmer und gemeinsame Pausen hatten. Man konnte also täglich mit den meisten anderen Lehrern dort zusammenstrahlen und Gedanken austauschen. Dann kam jemand auf die Idee, die Lehrer sollten in jedem Fach ihr eigenes "Kaffeezimmer" haben und auch die gemeinsamen Pausen verschwanden. Und so blieb dann eigentlich nur noch die Kantine, wo man "die anderen"
treffen konnte. Natürlich gab es auch Leute, die sich eigenes Essen mitbrachten, aber die wussten sicher nicht was sie verpasst haben in der Kantine. Das Essen war hervorragend. Ein Salatbüffet dazu zwei wahlfreie warme Speisen (viele nahmen von beiden), Milch, Bier oder
Mineralwasser. Und nachher noch Kaffee mit einem kleinen Gebäck dazu. Und das alles für etwas mehr als 3 Euro. Aber das schönste dabei waren doch die Leute und die fröhliche Stimmung.
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Jetzt mache ich eine kleine Pause. Muss mir etwas zu essen machen... Wartest du? Oder läufst du mir wieder davon? ;-)  -   So, ich bin wieder hier. Als Nachspeise habe ich mir eine Tasse Tee gemacht und dazu gibt es  Lussebullar (ein besonderes Luciagebäck).
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Gestern konnte ich nicht einschlafen. Weiss eigentlich nicht warum. Als ich schließlich auf die Uhr sah, war es schon nach 3 Uhr morgens. Dann muss ich doch noch ein paar Stunden geschlafen haben. Um halbzehn musste ich los. Der alte Herr mit dem neuen Hörapparat musste nochmals ins Krankenhaus, um das neue Gerät zu kontrollieren. Aber  gegen halbzwölf war ich schon wieder zu Hause.
Er ist ein sympathischer Mensch und nicht ungebildet, obwohl er nicht studiert hat. Habe ich dir gesagt, dass er 3 Punkte eingraviert hat in der Falte zwischen Daumen und Zeigefinger? Es kann bedeuten, dass er mal im Gefängnis gesessen hat. Man nennt dieses Zeichen "luffartecken" (Vagabondenzeichen). Es kann auch anderes bedeuten und vielleicht war er einst nur ein Junge, der sich selbst so was eingravierte um though (tuff?) zu sein. Ich glaube ich frage ihn nächstes Mal danach.. :-)

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Ich habe nochmals den Artikel "Das lange französische Gedicht" durchgelesen. Der erste Teil kommt mir etwas kryptisch vor. Ich vermisse eine Logik (vielleicht bin ich auch nur zu dumm um sie zu sehen) aber der Artikel weckt Fragen und ich würde gern diese Cécile W bitten mir zu erklären wie sie dies und jenes meint. Mir kommt dabei ein schwedisches Zitat in den Sinn: "Das dunkel gesagte ist das dunkel gedachte". Ihr Bedauern über den mangelhaften Literaturunterricht erkenne ich. Das gilt auch für unser Land. Doch man versucht es nun zu ändern. Ich muss unwillkürlich an das beigefügte Bild denken. Vielleicht sind wir nun schon am letzten Stadium der Entwicklung gelandet.

Nein, ich mache nicht Spass. Ich meine es wirklich.
*
Du schreibst immer so schön, mein lieber Mausfreund. Auch heute noch bist du ein Glückspender in meinem Leben.. eine Droge, von der ich abhängig geworden bin. Es freut mich, dass es dich trotz deines schönen RL immer noch als Mausfreund in meinem Leben gibt.

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Siehst du, es ist schon wieder etwas spät geworden. So lasse ich dich nun und wünsche dir eine gute Nacht bzw. einen guten Morgen.

Mit lieben Gs und Ks
Malou

Dies und das und jenes ...

 

Liebe Malou

Ich danke dir für dieses schöne lange Mail. Ein solch langes und ruhiges hast du lange nicht mehr geschrieben. Ja, meine Mausfreundin, ich glaube, wenn ich dir schreibe, habe ich ein klein bisschen das Gefühl, wie wenn ich zu dir und in deine ruhige Atmosphäre auf einen kleinen Kaffee käme. Es beruhigt mich. Und wir haben eine kleine Vergangenheit. Das heisst, unser Wasser hat schon eine gewisse Tiefe. Und das ist mehr als bloss eine oberflächliche Pfütze.
Ich merke schon, dass mir so ein Gefühl der Familie und der Häuslichkeit anfängt zu fehlen. Gerade in dieser Weihnachtszeit ist dies doch ein starkes Gefühl. Aber ich kann auch nicht unbedingt behaupten, ich hätte dies zusammen mit S gehabt. Obwohl sie sich bestimmt Mühe gegeben hat, ein gutes Haus zu führen, davon bin ich überzeugt. Die Atmosphäre hat mir gefehlt, das Gespräch, das Lachen zwischendurch, das Gefühl der Gemeinsamkeit, vielleicht das letzte hat mir am meisten Gefehlt. Es war mir immer so, als ob sie in einer anderen Welt gelebt hat als ich. Heute interpretiere ich es mit der persischen Gesellschaft und der Geschlechterloyalität, die sie hervorbringt. Frauen fühlen sich zuhause unter Frauen, Männer unter Männern. Die Begegnung zwischen den Geschlechtern ist irgendwie exotisch und tendenziell ein Kampf oder vielleicht ein Handel.

Gestern war ich in der Stadt und habe ein wenig die Vorweihnachtszeit genossen. Es gibt viele Leute. Und alle rennen sie irgendwelchen Geschenken nach, die noch zubesorgen sind. Ich bin natürlich in einem Musikgeschäft und einem Bücherladen gelandet. Dort kann ich meine Zeit am besten verbringen. Die grossen Bücherläden sind richtige Freizeitzentren geworden mit Caffeteria, Hörbar für CDs, Büchertische zum Anschauen. Und wenn ich dort hineingehe, erinnere ich mich gerne an jene gemütlichen Bücherläden am Broadway in NY. Sonntag abends um 8 oder 9h konnte man sie noch aufsuchen. Sie hatten eine ArtGarderobe, wo man die Taschen abgeben musste. Aber die Läden waren sehr gemütlich und nicht übervölkert wie in Basel. Sie hatten nur einen einzigen Nachteil. All die vielen Bücher auf den grossen Tischen waren alle eben in Englisch.
Und später habe ich noch einen langen Abendspaziergang gemacht und gleichzeitig mit meiner Juke-Box, die mir Walo geschenkt hat, einen Text über die Vorsokratiker von de Crescenco gehört habe. Es war das erste Mal, dass ich mit Kopfhörer im öffentlichen Raum gewandert bin. Es gibt einem ein spezielles Gefühl. Und natürlich kann man sich nicht immer so gut auf die Stimme konzentrieren. Manchmal überhört man Dinge. Gelegentlich auch, weil es draussen zu laut ist.
 
Ja, ich würde an deiner Stelle sofort fragen, was die drei Punkte auf der Hand bedeuten. Das finde ich interessant, von Leuten über ihr Leben zu hören. Und natürlich haben nicht alle ein interessantes Leben gehabt. Oder vielleicht muss man sagen: nicht alle können spannend über ihr Leben erzählen. Jedenfalls erinnere ich mich bei diesen Dingen, die du erzählt hast, an eine Untersuchung, die ich damals als Student am IAP gemacht hatte. Ich glaube, du weisst, dass ich damals stundenweise als Psychologe arbeiten konnte. Und ich war in der Verkehrsabteilung beschäftigt, wo man mit der Selektion von Polizisten, Tram- und Buschauffeuren für die Stadt Zürich zu tun hatte. Einer hatte mir dabei von seiner Zeit in der Fremdenlegion erzählt. Ein anderer - ihm war der Fahrausweis entzogen worden - hatte an einem Raub teilgenommen. Er war zwar nur der Fahrer der Gangster gewesen, und hatte im Fahrzeug auf seine Kollegen gewartet. Gerade deshalb wurde ihm der Ausweis für einige Jahre entzogen. Der Grund aber für dieses Unternehmen war seine Geldknappheit. Er war immer nach Konstanz gefahren um zu spielen. In der Schweiz waren damals Casinos verboten. Deshalb musste er dafür an die deutsche Grenze fahren. Ich erinnere mich noch, wie er schilderte, dass er oft nach dem Konstanzer Casino nicht einmal mehr Geld hatte, um Benzin für seine Heimfahrt zu bezahlen. So sehr war er sich vorher sicher gewesen, dass er diesmal viel Geld gewinnen würde.
Also frag ihn Malou! Ich bin sicher, ein alter Mensch erzählt gerne von seinem Leben. Vielleicht hat er wirklich gesessen? Und wenn du zuhörst, kannst du nachfühlen, wie es sein muss, im Kittchen zu sitzen. Schliesslich muss man doch alles im Leben mal ausprobieren ;-)) 
Erzähl mir dann, wieviel du gekriegt hast. 4 Jahre? 6 Jahre bei Wasser und Brot? Bist du wegen guter Führung vorzeitig entlassen worden?
 
Die beiden Bilder, die du schickst, gefallen mir. Ich finde, Bilder in Kinderbüchern sollten viele lustige und einfallsreiche Details zeigen. Das weckt sozusagen den Eroberungssinn des kindlichen Auges. Kinder lernen, Bilder genau anzuschauen und viele Dinge und Zusammenhänge zu entdecken, die sie anfangs nicht gesehen hatten. Na ja, das ist vielleicht sehr schulpsychologisch gedacht.
***
Ich werde vielleicht in den Weihnachtstagen einmal ins Wallis fahren. Vielleicht hast du davon gehört, dass der neue Lötschberg-Basis-Tunnel fertig erstellt worden ist. Damit gewinnt man beinahe eine Stunde Fahrt. Visp hat sich damit zum neuen Verkehrsknotenpunkt entwickelt und einen neuen Bahnhof erhalten. In Visp steigen die Leute um, um nach Zermatt oder Saas Fee zu gelangen. Die Visper sind mächtig stolz, durch diese neue Situation die Briger ein bisschen überholt zu haben. Jedenfalls kann man von Bern in einer halben Stunde Visp erreichen. Das ist eine neue Verknüpfung und ermöglicht sogar, im Wallis zu wohnen und in Bern zu arbeiten. Das Wallis ist - so habe ich irgendwo gelesen - zum Vorort von Bern geworden. Es ist mir aufgefallen, wie viel Berner Zeitungen neuerdings über das Oberwallis berichten. Diese neue Verbindung werde ich also mal anschauen. Das Ende des Tunnels liegt etwas oberhalb Raron, also zwischen Visp und Raron. Vielleicht sollte ich wirklich wieder mal im Wallis ein Fondue essen?
 
Ich wünsche dir einen guten Tag
Liebe Gs und Ks

 


Meinst du wirklich ... ?

 (R)

Lieber Mausfreund,
Meinst du wirklich, dass ich dir nicht genügend schreibe? Zwar kommt es vor, dass ich dir manchmal etwas aus der Konserve serviere, aber dann immer nur Dinge, die ich auch jetzt noch sagen könnte. Und die Zeilen, die von dir stammen sind doch jederzeit lesenswert. Auch für dich. Ich kann garnicht  deine Mails von damals lesen ohne sofort harroinsüchtig zu werden.

Interessant von deinen Aktivitäten in der Küche zu lesen. Du könntest ein richtig guter Koch werden, falls du es nicht schon bist.

(---)

Ja, das finde ich schön. Einen Stammtisch musst du haben, mit deinem eigenen Platz, wenn du mal in Pension gehst. Onkel Einar in Uppsala hatte das und man hat ihn behandelt wie einen König. Auf diese Weise kam er auch täglich unter die Leute. Ich glaube viele alte Menschen vernachlässigen ihre Mahlzeiten. Ist ja auch langweilig nur für sich selbst zu kochen. Sag mir nur dann in welchem Restaurant ich dich finden kann, wenn ich nach Basel fahre. Ach, ich glaube ich würde dich sofort erkennen.. du mich wahrscheinlich kaum. :-)

Den Film, den du genannt hast, habe ich neulich gesehen. Warum muss Nicholson immer verrückte Männer spielen? Nein, ..., so wie er darfst du es nicht treiben. Aber der Film war lustig.

In einer Stunde hole ich Anna von der Uni ab und nach dem Abendessen geht's dann heimwärts. Morgen werde ich wieder backen. Ich hatte zwar schon damit begonnen, aber das ist schon alles aufgegessen.. nein, nicht von mir. Vielleicht haben wir Mäuse im Haus. ;-) 

 


Ich denke auch du wirst nun ein paar freie Tage haben über Weihnachten. Hast du schon Geschenke für deine Töchter gekauft? Wirst du auch mit ihnen feiern? Bestimmt hast du in den kommenden Tagen doppelte Sorgen. Du Armer!
Jedenfalls wünsche ich dir alles Gute für diese Zeit, mein lieber Mausfreund.

Sende dir Gs und Ks in Qs
Malou


 

Mittwoch, 13. Dezember 2023

Lucia

 


"Semblable à une apparition céleste, Sainte Lucie vient illuminer les ténèbres des nuits de décembre. À travers tout le pays, aux premières heures du jour, les écoles, les hôpitaux, les maisons de retraite et les lieux de travail reçoivent, dans une atmosphère baignée de magie, la visite d'une Sainte Lucie et de son cortège. Vêtues de longue robe blanche, précédées de la Sainte coiffée d'une couronne de bougies, les jeunes filles s'avancent solennellement, chacune portant une bougie à la main et chantant des refrains traditionnels. "

Besonders die Worte ".. dans une atmosphère baignée de magie.." gefallen mir daran, denn diese Feier hat etwas Magisches an sich. 

Das Lied "Sankta Lucia"    hier










Dienstag, 12. Dezember 2023

Ach meine Omi

 

 (ungekürzt)


Liebe Marlena
Langsam habe ich Dich im Verdacht, dass Du ein richtiger Fernsehmuffel seist. Du erwähnst soviele Sendungen, die Du gesehen hast, sehen möchtest oder sehen wirst, dass ich Dich schon beinahe beneide. Aber vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass Du allein im Haus wohnst, und nachdem auch das Vögelchen nicht mehr mit Dir plaudert, hälst Du grosse Konservationen mit den Fernsehansagern.
Dass es uninteressant sei, für sich selbst zu kochen, und schon gar zu essen, das hatte meine Grossmutter auch immer gesagt. Und wenn wir Buben bei ihr zu Besuch waren, dann hat sie feine Menues gekocht, hat uns gar gefragt, was wir gerne essen wollten. Eine solche Ernährung à la carte, das waren wir nicht gewohnt. Und sooft musste sie dann Pommes backen, die wir am liebsten assen. Sie hat mit ihren sehnigen, etwas zittrigen Händen stundenlang Kartoffeln geschnitten und die Dinge auf ihrem kleinen Herd im Öl gebraten.
Wir Buben sassen in der halbdunkeln Stube, zeichneten meistens, oder schauten uns alte Heftchen an, die sie hinter dem Radio oder unter dem Tischchen vor dem Sofa stapelte.
Ihr Mann, der Ingenieur und Direktor der beiden Regionalbahnen hier im Kanton gewesen war, hatte als Mathematikgenie und als ziemlich autoritär gegolten. Er starb - soviel ich weiss - im Jahre, als ich geboren wurde. Und so hatte die lebenslustige und recht hübsche und weltoffene Frau noch mehr als ein halbes Leben als Witwe. Manchmal, wenn sie uns von ihm erzählte, kam ein Anflug von Klage, weil er wirklich sehr autoritär und eigensinnig gewesen sein muss.
Dann aber wieder hatte man auch den leichten Eindruck, dass sie eigentlich froh war, nicht mehr unter ihm zu leiden. Doch sie war eine menschenfreundliche Person und litt im Grunde unter ihrem Alleinsein. Im Parterre hatte sie die Wohnung an zwei ledige Schwestern vermietet, die hier bei der Kaserne eine sogenannte Soldatenstube führten, also eine kleine Kantine für das Militär, von dem es hier nahe der Grenze während des Krieges immer viel gegeben hat. Ich kann mich noch an die eine von ihnen erinnern, wenn sich ihre Silhouette hinter der Glasscheibe der Eingangstür aufbaute. Sie war dicklich, hatte graues, hochgebundenes Haar und wirkte auf mich als Knabe irgendwie mehlig. Vielleicht war es ihr Make up. Auf jeden Fall hatte ich den Eindruck, sie sei verstaubt. Aber ich gab mir Mühe, nett zu sein, denn immerhin musste meine Grossmutter mit ihnen leben. In Wahrheit waren die beiden Partien gut befreundet und meine Grossmutter soll sogar gelegentlich in dieser Soldatenstube ausgeholfen haben. Das wiederum, so glaubte ich im Gesicht meines Vaters zu sehen, mochte dieser gar nicht. Wahrscheinlich fand er es nicht sehr standesgemäss, in einer solchen Kantinezu arbeiten. Aber meine Grossmutter suchte irgendwelche Tätigkeiten, um unter die Leute zu kommen. Sie war über lange Jahre beim Samariterverein, eine Organisation, die Leute in erster Hilfe und in medizinischen Grundfragen ausbildete. Sie arbeitete für das Rote Kreuz und sicherlich für andere karitative Organisationen, um aus ihren vier Wänden zu kommen. Als in den 60er Jahren rund um den Ungarnaufstand viele Flüchtlinge in die Schweiz kamen, hatte sie sich sehr für eine Familie eingesetzt und diese praktisch adoptiert. Ich erinnere mich schwach an das Paar. Er war Chemiker mit schwarzem, pomadisiertem Haar, sie eine blasse Person mit sehr schlechten Zähnen. Ich hatte mich schon als kleiner Bub gefragt, was er wohl an ihr gefunden habe, wo doch meine Omi viel hübscher war als diese junge Person.

Ich glaube, für meine liebe kleine Omi wäre ein Fernseher sehr gut gewesen. Und mangels eines solchen Gerätes, was es damals noch nicht gegeben hatte, sass sie stundenlang an einem kleinen Tischchen am Fenster, schaute die kleine, von Tannen gesäumte Allee hinunter bis zum Gartentürchen und beobachtete, wer die Strasse hoch oder hinunter ging. Sie strickte Socken und Pullover für ihre Enkel, sie nähte, und sie war eine wahre Meisterin der Kreuzworträtsel. Ich hatte mich oft gefragt, wie man auf sowas Unnützes wie Kreuzworträtsel soviel Zeit verwenden konnte. Aber sie war geradezu versessen darauf, kaufte deswegen ihre Illustrierten, die wir dann als Buben später anschauen konnten, und überlegte sich stundenlang irgendwelche Nebenflüsse der Donau.


Sie konnte überigens sehr gut Klavier spielen, unsere Omi. Und manchmal spielte sie ein Stück, das hiess - wenn ich mich sehr irre - das Schwedenmädel. Sie spielte es mit etwas zittrigen Fingern, musste manchmal wieder zurückgehen und abtasten, wie die Melodie weiterging. Als Knabe war ich sehr von ihrem Anschlag auf diesem schönen, schwarz- glänzenden Klavier beeindruckt. Ich meine, weißt Du Marlena, sie spielte diese Melodie nicht einfach in einem fixen Takt, sondern legte viel Gefühl hinein, kam an gewissen Stellen mit der Melodie sehr gekonnt in eine kleine Verzögerung, was überaus menschlich und sehr melancholisch klang. Sie spielte nur selten, eigentlich nur für uns Buben, und meines Wissens war dieses Schwedenmädel das einzige Stück, das sie noch einigermassen konnte. Und auch das nur passagenweise. Auch mein Vater hatte in den Jugendjahren Klavier gespielt. Er erzählte wiederholt von der alten Lehrerin, die während der Lektion daneben sass, und die nach ein paar Minuten einzuschlafen pflegte. Er musste bloss immerzu weiterspielen, falsch oder richtig, das spielte keine Rolle. Nur wenn er sein Spiel unterbrach, wachte sie wieder auf. Man kann sich fragen, weshalb er es nicht bis ins Guiness' Buch der Rekorde gebracht hatte?


Ja, unsere kleine Omi, die ein halbes Leben in diesem Haus sass, was sie in ihren jungen Jahren noch Villa genannt hatten, zwischen den Tannen und über den beiden Damen, die in der Soldatenstube für die armen und einsamen Soldaten wohl eine Art Mamas gespielt hatten. Unter dem Dach gab es zwei Mansardenzimmer. Als ich mal in den Ferien bei ihr weilte, hatte sie eine Untermieterin, eine Italienerin. Abends kamen die Italiener und pfiffen vom Gartenzaun her nach der Bellezza, und am Morgen hörte> ich noch im Bett, wie die Omi mit dieser Person quer durchs Treppenhaus laut und vergnügt und italienisch parlierte. Italienisch hatte sich Oma offensichtlich selbst beigebracht. Als ich dann aufstand, ging eine schwarzhaarige, ziemlich muntere Italienerin in einem durchsichtigen Morgenrock in unserer Wohnung auf und ab. Diesen transparenten feinen Stoff, der so in Rüschchen von ihrem Körper hing, ähnlich, wie man es vielleicht auf Theaterfotos gesehen hatte, den fand ich ziemlich wenig solide und einigermassen unseriös. Es war wohl das erste mal in meinem Leben, dass ich eine Frau in solch privatem Aufzug gesehen hatte. Aber die muntere Italienerin verzog sich dann bald wieder in ihre Mansarde, und ich hatte alles bald vergessen an diesem schönen, sonnigen Sommermorgen in den Ferien. Nur die Stimmung war mir geblieben, die Atmosphäre eines fröhlichen, vergnügten Hauses in der sommerlichen Morgensonne.


Ach, wie komme ich dazu, Dir soviel von unserer Omi zu erzählen, die eine ziemlich temperamentvolle Person gewesen war? Mein Vetter, der heute als Arzt in der Nähe Zürichs arbeitet und lebt, liebte sie sehr und war regelmässig bei ihr in den Ferien. Er hatte sogar noch während des Studiums in Basel bei ihr gewohnt. Wahrscheinlich war er geprägt von ihrer Sympathie für die ungarischen Flüchtlinge. Auf jeden Fall heiratete er früh eine Ungarin zweiter Generation und hatte noch während seines langen Medizinstudiums zwei Söhne, für die seine junge Frau mehr oder weniger aufkam. Doch heute sind die beiden geschieden, nachdem sie über lange Jahre im Haus meiner Grossmutter nach ihrem Tode gelebt hatten, das ihne  mein Vater überlassen hatte.


Manchmal habe ich den Eindruck, unsere Omi und S haben nicht wenig Gemeinsamkeiten. Der Stolz, die Freude am Spiel, am Tanz, am Kontakt, an der Mode, ihre Art Unerschrockenheit und Mut, dem Leben ins Gesicht zu sehen. Sie hatten sich aber nicht mehr kennengelernt. Ich habe meine Oma bloss noch im Ohr, wie sie mehr rhetorisch als wirklich gefragt hatte, wie denn ein Schweizer Offizier eine persische Frau heiraten könne? Sie wollte das nicht verstehen, verstand es aber bestimmt insgeheim sehr gut, nachdem sie mich jahrelang vorher immer wieder nach diesem jungen, jüdischen Mädchen aus Wien gefragt hatte, welches ich in einer Rotary Woche in Frankreich unter vielen anderen kennengelernt, und von welchem ich ihr erzählt hatte. Diese Christa war wirklich ein hübsches Mädchen, sie war eigentlich schon eine Frau mit grossen dunkeln Augen. Als wir zum Schluss Adressen austauschten, hatte sie (wie Du einmal) gewarnt, dass sie eine schlechte Briefeschreiberin sei und die Leute jahrelang mit ihrem langen Schweigen hinhalte. In Genf, auf unserer Rückreise, die ich mit ihr zusammen im Zug dann gemacht habe, wurde sie von einem grossen Luxuswagen, einem Rolls Royce abgeholt. Meine Omi hätte es nur zu gerne gesehen, wenn ich mir eine Frau aus Wien geholt hätte, auch als rühriger Offizier der Schweizer Armee. Und ich muss zugeben, es wäre bestimmt keine schlechte Partie gewesen. C. lebte in Wiener Neustadt bei ihren Eltern, und sie hatte damals darauf hingedeutet, dass sie wahrscheinlich Medizin studieren würde. Meine Omi liebte Wien, liebte den Wienerwalzer, den sie mir beibrachte zwischen dem sperrigen und schweren Stubentisch mit der unverwüstlichen, dicken Tischdecke und dem alten, etwas scheppernden grünen Plattenspieler, liebte Schönbrunn und diesen alten Pomp und den Wiener Schmäh und das ganze aristokratische Getue. Wenn sie in Laune war, sprach sie einige Sätze in Wienerdialekt, oder brauchte besondere Redewendungen wie gnäd'Frau und Küssdiehand solch abwegige Dinge.


Ich glaube, ich hätte es als 10 jähriger Knabe bei unserer Omi in den Ferien leicht fertig bringen können, sie zu überreden, gemeinsam nach Wien durchzubrennen. Ist das nicht ein hübscher Gedanke, als Bony and Clide mit der Oma abzuhauen? Sie hätte dazu bloss ihre kleine Handtasche bis zum Rand mit Kafa-Packungen füllen müssen. Unsere Omi hatte nämlich immer wieder Migräne, und ich glaube, sie war gewohnt, abends zum Einschlafen stets ein Kafa zu schlucken. Heute müsste man sagen, sie sei medikamenten- süchtig gewesen. Aber damals hatte sie alles von ihrem Arzt verschrieben, und ist ja dann doch mit klarem Verstand über 80 geworden. Heute glaube ich, ihre damalige rhetorische Frage hatte mehr zum Ziel, mich dazu zu bringen, ihr meine S. vorzustellen. Bestimmt hätte sie sie sehr gerne kennengelernt, und ich bin überzeugt, sie hätte sie auch gut akzeptiert. Die beiden Frauen hätten sich wahrscheinlich sehr bald gegen mich zusammengetan.
Ja, unsere Omi, sie war eine wundervolle Person und ich weiss nicht, weshalb mein Vater zu ihr immer etwas förmlich geblieben ist. Nur wenn ich an ihr Ende denke, werde ich traurig. Sie war im Spital und sie muss ziemlich allein gewesen sein in ihren letzten Jahren. Die beiden Söhne mit ihren Familien waren fern, der eine im Wallis, der andere im Nordosten am Bodensee. Nur dieser Enkel, mein Cousin, war in den letzten Stunden des Todes bei ihr. Diesen mehr oder weniger einsame Tod hat sie nicht verdient. Sie war immer für uns alle, besonders für die Enkelkinder, da gewesen und hat wohl in Gedanken am Fenster ihrer Stube stundenlang ihren Söhnen und diesen 6 Enkelkindern nachgehängt, hat sich lange überlegt, was sie ihnen zu Weihnachten mitbringen, zum Geburtstag schicken könnte, was sie ihnen stricken sollte. Sie fuhr für die Weihnachtstage ein Jahr zu uns ins Wallis, und das nächste Jahr zum anderen Sohn an den Bodensee, immer abwechslungsweise. Und so konnte sie dann jeweils an einem Ort vom diesem erzählen und wir erfuhren ein bisschen, was sich in unserer weit entfernten Familie tat. Und sie gab sich Mühe, diskret zu bleiben und mit den Schwiegertöchtern nicht in eine Spannung, gar Streit zu geraten. Ich glaube, sie war irgendwie meine erste Freundin. Sie hat sich immer< gleichgestellt gegeben, niemals die Macht des Erwachsenen gegenüber dem Kind aufgebaut und damals, mit vielleicht 10 oder 12 Jahren waren wir ungefähr von gleicher Grösse. Ich erinnere mich sehr gut an ihr temperamentvolles Profil, ihr silbern gelocktes Haar und an die vielen Fältchen im Gesicht mit dem optimistischen Lächeln. Sie hatte schöne Hände mit dicken blauen Venen, die die Handrücken zu überfluten schienen. Und wenn sie im Kartenspiel dreimal hintereinander verlieren sollte, schmiss sie die Karten auf den Tisch und verschwand für eine Zeit in der Küche. Pech, das wollte sie nicht so einfach und in Demut hinnehmen.
*
Siehst Du, Marlena, all das kommt mir in den Sinn, wenn ich mir vorstelle, wie Du allein in Deinem Hause lebst, Essensvorräte aufkochst und dann und wann gedankenversunken aus dem Fenster in die Weite siehst. Da kommen mir echt grossmütterliche Erinnerungen.
Ich grüsse Dich lieb
...  



Montag, 11. Dezember 2023

Onkelchen erzählt

Liebe Marlena 

Schloss  Lenzburg

Am Sonntag Abend fahren S und ich zu einem Onkel in L.. Jeden Sonntag tun wir das. Unser Onkel ist jetzt 92 Jahre alt. Vor 2 Jahren ist seine Frau gestorben. Und nun lebt er alleine in seinem schönen Haus direkt unterhalb des alten Schlosses, von dem du mir die Fotos geschickt hast. S bereitet eine schöne Mahlzeit vor, ich decke ordentlich den Tisch und öffne die Vorhänge, damit man zu fortgeschrittener Stunde frei aus dem grossen Fenster hinunter auf die Lichter der Stadt sehen kann. Man hat von hier oben eine wunderbare Aussicht auf die Ortschaft, weit hinten auf die Jurahügel und auf die untergehende Sonne. Und der alte Onkel geht mit kleinen schlurfenden Schrittchen in den Keller und holt eine schöne Flasche Yvorne. Und so essen wir zusammen am Sonntag Abend und wir plaudern ein bisschen. Am liebsten isst er gebratenen Lachs, ein bisschen Gemüse, voraus einen knackigen Salat und dazu den goldenen Yvorne, einen Weisswein aus dem Wadtland.
Kurt, so heisst mein Onkel, und seine Frau haben uns Kinder immer in den Ferien gehabt, als unsere Mutter gestorben war. Seine Frau Elisabeth fühlte sich als unsere Ersatzmutter. Ich erinnere mich, dass sie erzählt hat, wie unsere Mutter ihr das Versprechen abgenommen hatte: falls ihr einmal etwas zustossen würde, dann sollte sie sich um uns Kinder kümmern. Und Elisabeth hat das versprochen und hat sich dann wirklich um uns gekümmert, dies umso mehr, als sie selbst keine Kinder haben konnte. Als wir später in Visp lebten, fuhren wir jedes Jahr im Sommer zu ihnen in unsere alte Heimat in die Ferien. Elisabeth und Kurt führten gemeinsam eine Confiserie mit Laden und mit Tea Room. Das war für uns Kinder eine höchst interessante und abwechslungsreiche Umgebung, und beide, Onkel und Tante, waren den ganzen Tag in der Nähe. Es gab den Laden mit den vielen, wunderbaren Patisserien als Auslagen, wo wir lernten, den Kunden das Rückgeld herauszuzählen. Es gab die Backstube im Untergeschoss mit 3 oder 4 Arbeitern und Lehrlingen, wo es nach allem Möglichen roch und man da und dort insgeheim den Finger hineinstecken konnte, um zu kosten. Und es gab dieses Tea Room, wo die Leute zum Kaffee oder im Sommer für ein Eis kamen. Und zu all diesen interessanten Dingen kannten wir den Ort Lenzburg aus vergangener Zeit, erkannten noch oft Leute, die uns selbst aber nicht mehr kannten. Und wir gingen fast täglich ins grosse Bad etwas ausserhalb des Städtchens. Verglichen mit dieser Umgebung war Visp arme Provinz. Es gab in Visp damals noch kein Bad, es gab noch keine Tea Rooms und die Jugend bewegte sich noch nicht so frei und locker wie in Lenzburg.
Mit Onkel K also sitzen wir sonntags zum Nachtessen zusammen, und er kommt ins Erzählen. Und er hat viel zu erzählen aus diesem Jahrhundert, das er fast ganz und von A bis Z miterlebt hat. Sein Gedächtnis ist noch wunderbar intakt. Und er war immer ein guter Plauderer und Erzähler gewesen. Mit ihm hatte ich mich stets bestens unterhalten, wie ich das mit meinem Vater nie gekonnt habe. Mein Vater ist ein technischer Mensch. Ihm fliessen die Gedanken nicht. Aber K. ist ein wunderbarer Erzähler mit einem fantastischen Erinnerungsvermögen für Geschichten und Episoden.

Beispielsweise erzählte er von seiner Zeit, da er als junger Mann im marokkanischen Fes, in Nordafrika gearbeitet hatte. Es muss kurz nach dem ersten Weltkrieg gewesen sein. Und Nordafrika war zu jener Zeit für Europäer, umso mehr für Schweizer ausserhalb der Grenzen der bekannten Welt, ausserhalb der Landkarte. Für ein Jahr hatte er in Fes eine Confiserie geführt und Erfahrungen mit Arbeitern aus dem Maghreb gesammelt. Und oft soll die Kinderfrau mit ihrem kleinen Zögling Hassan in das Geschäft gekommen sein, um einzukaufen. Hassan, der spätere König Hassan II. von Marokko, der damals ein kleiner Junge gewesen war, wollte in der Backstube das Feuer sehen. Kurt musste den Ofen öffnen und er warf eine handvoll (vielleicht heute Hand voll?) Salz in die Glut, so dass die Flammen aufwallten und emporschlugen. Der kleine Hassan soll jedes Mal wieder von neuem von diesem Spektakel begeistert gewesen sein.

Und er erzählt von seiner Elisabeth, mit der er ein Leben lang gemeinsam dieses Geschäft in L. geführt hatte und die immer eine etwas eigensinnige Frau gewesen war. Er sagt, und das fand ich rührend, er sagt, dass er sich heute besser mit ihr unterhalten könne, da sie gestorben sei. Früher seien sie immer wieder in Streit geraten, weil Elisabeth partout auf ihre Meinung zu beharren pflegte. Aber heute, da sie tot ist, sei das alles viel leichter und besser geworden. Sie sei jetzt umgänglicher.
Es ist schön zu hören, wie zwei Menschen zusammen in Loyalität und Liebe gelebt haben, und zu hören, wie relativ Liebe im praktischen Alltag ist. Wir jüngeren Generationen halten die Liebe für eine rein romantische, rein gefühlsmässige Angelegenheit. Doch früher war das primäre Ziel der Ehe die nackte materielle Existenz und das oekonomische Überleben. Gerade die höheren gesellschaftlichen Kreise haben nicht aus Liebe geheiratet, sondern um die Interessen ihrer Familien zu wahren. Wenn sich daraus Liebe ergeben haben sollte, so war es ein Glücksfall.

Und dabei fällt mir bei K. und E. die schöne Geschichte von Philemon und Baucis ein, die man in Ovids Metamorphosen finden kann. Die alten und armen Eheleute Philemon und Baucis haben sich mit der gastlichen Aufnahme von Jupiter und Merkur (waren es diese beiden?) einen Wunsch verdient. Und sie wünschten sich, dass keiner den anderen überlebe, dass keiner das Schicksal zu ertragen habe, den Tod des andern betrauern zu müssen. Dieser Wunsch wurde ihnen gewährt und sie sind beide in je einen Baum verwandelt worden, die in naher Nachbarschaft noch heute beisammen stehen sollen.

Ich danke dir für die ...


Sonntag, 10. Dezember 2023