Freitag, 14. Februar 2025

Re Fenyletynamil und Oxytocin

 

Liebe Marlena
Deine Lektion über die Chemie der Liebe hat mich schwer beeindruckt. Um die Sache kurz zu machen: schicke mir von jedem Stoff eine gute 12-Monatspackung. Dann werden wir weitersehen.
Die bedenkenswerteste Sache, die Du dabei erwähnst, ist die Toleranzbildung. Die Verliebtheit muss also wieder verschwinden.Vier Jahre lange Verliebtheit ist ungefähr wie eine schwere Krankheit, kurz eine Folie. Das zu behandeln, sollte man nicht zögern.
Oxytocin dagegen scheint mir eine gute Pille zu sein, weil sie für das habit-forming - wie Du sagst - zuständig ist. Das ist gut. Habit-forming, was kann man sich darunter vorstellen? Vielleicht die Bildung von Gewohnheiten wie etwa Gute-Nacht-Küsschen, Auto-Türe-Öffnen, Einkauf-Tüte-Tragen und Sich-Beim-Schnarchen-Zurückhalten und all die vielen anderen kleinen Dinge, die die tägliche Liebe ausmachen? Es ist doch irgendwie merkwürdig, wie die Liebe funktioniert. Einerseits redet man von ihr als von dem grossen Gefühl, das man haben sollte. Und dann sind es die kleinen Dinge und Gewohnheiten, die die Liebe unterhalten. Das ist wie eine Zangengeburt. Die kleinen Gewohnheiten bringen das Gefühl, und das Gefühl erleichtert die kleinen Gewohnheiten. Aber auf jeden Fall muss man sie selber machen, wie jede solide Lebensaufgabe. Man sollte vergessen, die Liebe wäre eine narkotische Überwältigung als Geschenk des Himmels, die einfach darnieder stürzt und uns trifft. Nein, so einfach hat es uns die Natur nicht gemacht. Liebe ist harte Arbeit. Man könnte mit Freud analog der Trauerarbeit auch von Liebesarbeit sprechen. Und die kleinen Verliebtheiten in der Jugend sind bloss Praktika und Hausaufgaben für die spätere, die ernstzunehmende.

Aber damit hast Du, Marlena, die Gender-Thematik noch nicht angesprochen. Ist denn die Liebe, soweit sie chemisch ist, bei Männern und Frauen dieselbe? Die Soziobiologie (heisst sie wirklich so?) hat doch in den letzten Jahren festgestellt, dass Männer in der Evolution völlig andere Ziele verfolgen als Frauen. Frauen suchen zum Schutz ihres Nachwuchses ein starkes Manntier, um geschützt und ernährt zu sein und ihr Nest behütet zu haben. Am liebsten mögen sie einen mit Mercedes. Und die Männer sollen - gemäss Auftrag Evolution - ihre Gene möglichst weit in der Welt herumspritzen, um ihr eigenes Erfolgsmodell zu multiplizieren. Familie liegt eigentlich nicht in ihrem Programm. Familie ist für ihre Mission hinderlich. Sie sind dazu verurteilt, herumzuvagabundieren und Weibstiere zu bespringen. Das klingt zwar zynisch, ist aber der Grundgedanke, den ich in den letzten Jahren gehört habe.
*
Auf welcher Stufe Du dich im Moment findest, das weiss ich nicht. Kommt drauf an, welches von den Dingen Du schluckst: Fenyletylamin oder Oxytocin. Vielleicht ist es ratsam, einen Shake mit je einem Kaffeelöffel von beiden zu schütteln, gemischt mit etwas Bananenmilch. Das stärkt für die kommenden Eruptionen. Und sagt man denn nicht, die Schokolade sei die Liebe der alten Leute. Also, vergiss nicht, in den Bananenshake noch etwas Schokoladenpulver beizumischen. Dann wirst Du im 7. Himmel landen, wenn nicht gar im 8.
*
Natürlich bin ich gespannt, wie sich die Medikamente bei Dir ausgewirkt haben. Erzähle mir bitte bald davon.
Mit lieben Grüssen
...



Donnerstag, 13. Februar 2025

Geheimnis der Liebe

(R) 

Ämne: Fenyletynamil und Oxytocin

Lieber ...,
Irgendetwas ist nicht ”comme il faut” mit dem Hotmail, aber ich kann dir auch schreiben, ohne online zu sein und es morgen früh absenden. Ich habe mich sehr gefreut über dein extra mail. Es hat mir  über meine schlechte Laune hinweg geholfen und mein Gleichgewicht wieder hergestellt.
*
Es war schön mit dir heute Nachmittag eine Weile in den kühlen Dom zu verschwinden. ;-) Und ich muss lachen über deine Wahrnehmungen. Ich habe nie mit Worten daran gedacht, aber gewiss ist es so (auch Anna hält mit), dass man den Körper von Kristus oft sehr wohltrainiert darstellt. Wie ein Waschbrett. Erotisch, wie du es nennst. Dabei habe ich herzlich gelacht. Wenn du so die Hemmungen fahren lässt, bist du ganz unwiderstehlich.

Übrigens scheint nun das Geheimnis der Liebe bald gelöst zu sein. Die neueste Forschung auf dem Gebiet sagt: eine Verliebtheit (Passion) hält 18 Monate bis zu 4 Jahren an. Wenn wir uns verlieben, bildet der Körper Fenyletylamin (nicht zu verwechseln mit Testosteron). Hier gilt es nämlich wirklicher Liebe. Fenyletylamin hat ähnliche Eigenschaften wie cannabis und amfetamin. Man wird „hoch“ davon.

Leider hat diese körpereigene Passionsdroge noch mehr Ähnlichkeiten mit Narkotika. U.a. bildet der Körper allmählich eine Toleranz dagegen. Der Effekt verschwindet und damit auch die Passion. Und höchstens vier Jahre lang hält die Verliebtheit an. Aber das Ende der Passion braucht nicht das Ende einer Beziehung zu bedeuten. Die Molekylärbiologie hat gefunden, dass Paarbeziehungen auch das morfinähnliche, beruhigende Oxytocin bilden, das nicht so stark ist wie die Passionsdrogen, aber das „habit-forming“ (weiss nicht auf deutsch) ist, und auch nach der Verliebheit anhält. Für denjenigen, der nicht ohne Passion leben kann, gibt es nur einen Ausweg: einen neuen Partner zu finden, in den man sich verlieben kann. Mit einem neuen Objekt für die Verliebtheit beginnt die Fenyletynamilproduktion und die Passion von neuem.
Ha.. nun wissen wir wie es sich damit verhält.. und ich frage mich gerade, wo auf dieser Stufe ich mich im Moment befinde. ;-) Vielleicht wird man auch bald ein Mittel dagegen erfinden. Eine Antiliebepille.. Was sagst du dazu?
*
Es ist spät und ich werde nochmals versuchen ins Hotmail zu kommen.
Gute Nacht, .... Ich wünsche dir einen schönen Tag morgen.
G+K
Marlena

2 kommentarer:

  1. addictive | habit-forming
    © Princeton University

    habit-forming {adj}
    süchtig machend
    med. suchterzeugend
    to be habit-forming
    zur Gewohnheit werden
    habit-forming drugs
    zur Abhängigkeit führende Drogen {pl}
    ...
    das 2te, nennt man dann Liebe :-)
    Grüßle George




    1. Ach, wie schön, dass es das 2te gibt.
      Warum entdecke ich diesen Kommentar erst heute???
      Mysterium! :-)
      Alles Liebe Dir.
      Malou

Mittwoch, 12. Februar 2025

fortsetzung : schiffbrüchig ????


Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Eigentlich war ich vorher gleicher Meinung wie Du. Man sollte die Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht zu gross machen. Aber seither bin ich mir da nicht mehr so sicher. Nun ja, schon vor Schwanitz hatte ich meine Zweifel. Und er hat sie mir bestätigt. Es gibt eben doch wesentliche Unterschiede. Und ich glaube, die Tatsache der vielen Scheidungen heutzutage hängt damit zusammen, dass man denkt, Frau und Mann seien gleich, während sie es absolut nicht sind.

Mit anderen Worten, mehr und mehr glaube ich, die Aussage, Mann und Frau seien im wesentlichen gleich, sei eine pure Ideologie. Und ich glaube, es ist nützlicher, wenn man die Unterschiede nicht vergisst. Natürlich gibt es Dinge, in denen die Frauen absolut gleich behandelt werden sollen wie die Männer. Das betrifft die Arbeit, den Lohn, die Sozialleistungen. Aber schon hier gibt es Unterschiede. Frauen leben länger. Frauen haben sich, sofern sie einen Wunsch nach Kindern haben, danach zu richten. Sie müssen ihr Berufsleben mindestens teilweise dem Interesse der Kinder unterordnen.
Aber ich muss schon auch sagen, dass ich diesen neuen Trend eigentlich konservativ finde. Und das behagt mir nicht allzu sehr.
*
Es ist für mich erstaunlich, wie sehr in alten Gesellschaften, etwas in Persien, oder in den südeuropäischen Ländern, die Männer und Frauen praktisch in zwei getrennten Gesellschaften leben. Den ganzen Tag sind Frauen unter Frauen, Männer unter Männern. Und noch in den Familien sind die Sphären einigermassen getrennt. Man hat den Eindruck, die einzige Berührung der beiden Geschlechter sei nur im Bett möglich. Das ist sozusagen der einzige Schlüssellochkontakt. Aber im übrigen haben die Männer ihre Welt und die Frauen ihre Welt. Das ist ungefähr so wie im kalten Krieg. Nun ja, so war es auch bei uns sagen wir vor knapp hundert Jahren. Und dann erinnere ich mich schwach daran, dass ich eine Mittelschule besucht habe, wo es ein einziges Mädchen gab. Sie war die erste. Und auch das war nur in den letzten Jahren meiner Zeit an dieser Schule.
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In Persien gibt es heute noch eine grosse Solidarität unter den Frauen. Sie helfen sich gegenseitig. Sie schützen sich. Sie haben ihre eigenen Partys und ihre eigenen sozialen Kontakte. Und sie sind ziemlich stark miteinander.
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Ich glaube, die Angleichung der Geschlechter führt zu einem Verlust an erotischer Romantik. Man bewegt sich in einer Art lockerer Kumpanei. Sex wird dabei rar. Es ist nicht mehr diese erotische Spannung, die zwischen den Geschlechtern spielt, sondern eine Art Spiegelung. Und das ist gänzlich ohne Geheimnisse.
Doch wenn ich meine Töchter anschaue, und die Daily Soapes, und wenn ich sehe, wie sich die jungen Frauen heute anziehen, dann denke ich, der Trend, dass sich die Geschlechter wieder anfangen zu unterscheiden, hat bereits begonnen.
*
Weshalb erzählst Du nicht von der Rede für Deine Freundin? Das würde ich gerne hören. Wie war es? Wann war es? Und wie kam es, dass Du sprechen musstest?
*
Jetzt muss ich schliessen. Ich muss noch die Küche aufräumen. Sie sieht aus wie nach der Alexanderschlacht!
Ich wünsche Dir einen schönen Rest der Woche.
Gruss
...


(Jahr 2)




Dienstag, 11. Februar 2025

Rundherum

Lieber ...

Du möchtest von der Rede hören. Es ist nicht die Rede an sich, die Wert ist zu nennen, sondern eher die Atmosphäre damals an meinem Arbeitsplatz.

Als ich an diese Schule kam, war ich etwas erstaunt. Wir waren mehrere Lehrer die sich damals an diese Schule gesucht hatten und wir konnten sofort feststellen, dass der Lehrerkader nicht dem glich, woher wir kamen. Die Lehrer hier waren fast ausnahmsweise eine halbe Generation älter als wir. Wir waren die jungen Neukömmlinge, die man mit milder Nachsicht betrachtete. 

Und wer waren nun diese älteren Kollegen? Viele von ihnen waren überzeugte Kommunisten und der Rest Sozialdemokraten, die ihnen sehr nahe standen. Auch schwärmten sie immer noch von dem Jahr -68 und hielten ein wenig Distanz zu uns/mir, die sie aus irgendeinem Grund als Repräsentant der "Verdrückerklasse" betrachteten.

(---)

Im Kollegienzimmer gab es einen grossen runden Tisch an dem so zehn Personen Platz hatten. Erst später dachte ich, dass dieser Tisch irgendwie für diese "Alten" gebucht war. Aber nichts ahnend, setzte ich mich da hin, 

Sonst hatten wir jungen Leute nicht viel Kontakt mit ihnen. Wir lebten unser eigenes Leben. Fast täglich gingen wir nach der Arbeit zusammen aus essen  und ab und zu lud jemand in der Runde die anderen, die Zeit hatten, nachher zu einem Kaffee bei sich ein. Es waren meist unverheiratete und geschiedene Leute. aber auch junge, kinderlose Paare, gesellten sich ab und zu zu uns. 

Und nun komme ich also zu dieser Rede. Es ist viele Jahre später und eine Kollegin hat ihren 60. Geburtstag. Die Zeiten haben sich verändert und wir sind längst nicht mehr zwei Lager. Auch gehören wir nun zur selben Generation, obwohl uns so 15 Jahre voneinander unterscheiden. Die Schwedischlehrer planen ein grosses Fest zu ihren Ehren. Wie gewöhnlich werden wir die Küche und das Festlokal der Restaurantlinie unserer Schule leihen. Die meisten Aufgaben sind schon verteilt. Wer was einkauft, wer kocht, wer den Tisch deckt, wer für die Musik sorgt usw. Ich habe den schönen Auftrag, das Geschenk für Birgitta auszusuchen. Es ist nicht schwer. Ich weiss, dass es eine neue grosse Deutsche Grammatik gibt, die sie für ihr Leben gern besitzen möchte. Sie ist sündteuer aber ich kaufe sie für die Schule ein und kann die Steuer abziehen. Somit bleibt etwas Geld übrig für ein kleines Geschenk für die weibliche Eitelkeit, "den kvinnliga flärden" wie es heisst. Es ist eine schöne Halskette mit einem Anhänger aus Bergkristall, etwas Spezielles für die Region. Aber eine andere Kollegin (die alles organisiert) findet wohl, dass ich ein bisschen zu leicht davonkomme und deshalb fragt sie mich: "Kannst du die Rede halten?"

Ich habe wohl in dem Augenblick nur daran gedacht, dass ich nicht so wenig tun kann und habe (ich denke zu ihrem Erstaunen) ja gesagt. Es war wirklich ein wenig so, als würde sie gesagt haben: Du hast dich gedrückt, als die schweren Aufgaben verteilt wurden, also kannst du als Strafe die Rede halten.

Nun ja, es war ein Freitag und als K nach Hause kam sagte ich ihm: Ich muss mir für morgen für Birgitta eine Rede ausdenken. Und erst als ich seine Miene sah, habe ich eingesehen, dass ich absolut keine Ahnung hatte, was ich da sagen könnte. Aber weißt du, es ist wirklich so, wie du sagst, wenn ich unter Druck stehe kann ich Dinge tun, die ich normalerweise nicht zustande bringe. Nach 15 Minuten wusste ich genau, was ich sagen würde und probierte meine Rede an K. Und er war still. Bei K bedeutet das, dass er schwer imponiert ist. ;-)
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Es war keine allzu lange Rede. Doch ich glaube, sie enthielt alles... *lacht*
Sicher hast du dir inzwischen eine Gasmaske geholt. Vielleicht sollte ich mich ein wenig schämen, denn das ganze klingt doch sehr angeberisch. Du siehst, es war eigentlich nicht die Rede, die ich dir erzählen wollte sondern das "rundherum".
Liebe Grüsse
Marlena

Montag, 10. Februar 2025

Männer

 

Lieber ,,,

(---)

Ich lese gerade in Männer: "So bestätigt sich für die Frau die Erfahrung, dass sie sich dem Mann nicht mitteilen kann. Beschreibungen ihrer Gefühle und Gemütslagen nimmt er nicht zur Kenntnis. Nachrichten über ihre Nöte und Ängste kommen nicht an. Sie gewinnt den Eindruck, dass ihr Partner während ihrer Kommunikationsversuche abwesend ist. Ihre Appelle finden einfach keine Resonanz. Es ist als ob er sein Empfangsgerät abgeschaltet hätte."

Das klingt ein wenig traurig und als ich es las, dachte ich genau das was Schwanitz nachher schreibt (Besuch im Reich der Frauen Seite 178?). Aber es gibt auch Freundschaft zwischen Mann und Frau. Und was man nicht erwartet, kann man auch nicht vermissen, oder? Vielleicht ist es einmalig, dass wir uns nach so langer Zeit noch so intensiv schreiben. Oder sollte ich lieber sagen: einander unser Tagebuch senden?
*
Es regnet in Strömen.. leider. Und ich werde nun versuchen, an den PC unten ranzukommen, um dies abzusenden. Schreib mir bald wieder, mein lieber Mausfreund. Ich bin hungrig nach deinen Worten.
Wünsche dir noch einen schönen Sonntag.
G+K
Marlena

(Jahr 6)

Ein Mann ist ein Mann...

 Ämne: Ein Mann ist ein Mann ist ein Mann...

Lieber ...,
Ach nein, ich wollte dich doch nicht beleidigen. Und nur der Gedanke daran, dass du glaubst ich könnte dich so auffassen wie du schreibst, zeigt mir, wie schlecht ich mich ausgedrückt haben muss.
Nun möchte ich dir eigentlich gleich sagen, wie ich dich sehe.. aber das würde ewig dauern - teils weil es sehr umfangreich wäre, aber auch weil ich sehr aufpassen müsste, nicht falsch zu treten.. oder lass mich lieber sagen: die richtigen Nuancen zu finden.

Lass mich kurz so sagen: Du bist sehr vielseitig, bist Ruhe und Sturm zugleich und wenn ich mich manchmal auf ein kleines Detail konzentriere, bedeutet es nicht, dass ich dich nicht als einen ganzen, ausgeglichenen, harmonischen Menschen sehen würde. Du liest Schwanitz und suchst "Überlebensstrategien" und so komme ich eben auf diesen Gedanken mit dem Schiff. Du darfst nicht vergessen, dass das sicherste Schiff auch manchmal von einem Sturm ergriffen werden kann.. es hat nichts mit der Qualität des Schiffes zu tun. Ich war wohl "clumsy", sorry!

Und du wunderst dich, wieso ich noch nicht das Buch Männer gelesen habe. Wie sollte ich?? Ich kann es ganz einfach nirgends finden. Ich habe gestern im Internet nachgesehen im Bertelsmann Verlag und man hatte Bücher von Schwanitz. Sogar das ganze erste Kapitel eines Romans von ihm war als Kostprobe veröffentlicht worden, sodass ich seine Art zu schreiben sehen konnte. Aber keine Spur von "Männer" habe ich gefunden. Vielleicht musst du mir dein Buch leihen?  Aber das wäre wohl wie wenn jemand seine Bibel ausleiht. ;-)

*
Über das Verhältnis Mann - Frau könnte ich lange schreiben. Es ist nie ein Problem für mich gewesen. D.h. ich fühle mich ganz als Frau, obwohl ich in einer ziemlich geschlechtslosen Umgebung lebe. Aber ich glaube, ich weiss wie Männer denken und fühlen. Mein nächster Kollege, Åke, ist ziemlich freisprachig.. ;-) Und wenn er ein bisschen zu deutlich wird, dann lache ich herzlich und der andere Kollege schämt sich fast zu Tode, weil er doch nicht seine tiefsten Geheimnisse so preisgegeben sehen möchte.
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Und dann wünscht du mir eine schönes Wochenende und ich denke nun willst du mich ein paar Tage auf Hungerrationen setzen wegen meines Versehens. :-(

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Ämne: Fortsetzung...

Als ich kontrollierte in "sent messages" ob mein Mail abgegangen ist, sah ich dass nur der halbe Brief drin war. Das ist sehr ärgerlich.
Leider habe ich keine Kopie davon.
Viele liebe Grüsse
Marlena

Sonntag, 9. Februar 2025

Schiffbrüchig ????

 

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Subject : Re: schiffbrüchig ????

Liebe Marlena
Deinen Titel des Schiffbrüchigen musst Du mir schon noch näher erklären. Das klingt nicht gut. Das klingt nach Versagen, vom Weg abgekommen sein, hilflos, allein in der weiten See. Nun, wir haben in der Schweiz nicht allzu viel zu tun mit Schiffen. Aber ein Schiffbrüchiger ist eine sozusagen verlorene Existenz.
Was soll das? Das klingt ja wie eine Beleidigung. Und ich bemerke, wie es mich ärgert, wenn mich jemand so nennt.
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Es kommt mir dazu das Gemälde von Delacroix in den Sinn, das berühmte romantische Bild der Fahrt des Vergil über den Styx. Aber dieses Bild hat einen Vater, und das ist der Schiffbruch der Meduse von .... Der Name kommt mir im Moment nicht in den Sinn. Es ist klassisch gemalt, in der Thematik aber aktuell. Es bezog sich damals auf einen wirklichen Schiffbruch, der geschehen war. Und das Bild Delaxroix ist das genaue Gegenstück. Es nimmt ein klassisches Motiv, wird aber in aktuellem, dh. romantischem Stil gemalt. Das war sozusagen ein inner-artistisches Duell. Delacroix hat damit seinen Durchbruch geschafft.
*
Du hast die Männer immer noch nicht gelesen!! Nein, das glaube ich nicht. Wie kannst Du nur leben, ohne diese wichtigen Informationen und Überlegensstrategien kennengelernt zu haben ;--)
Das Buch ist natürlich schon etwas physiognomisch, dh. vereinfacht, pointiert, schwarz-weiss. Schwanitz ist kein dummer Mensch. Aber ich glaube, er mag auch die öffentliche Aufmerksamkeit. Und das treibt die Menschen immer ein wenig in die Höhe. Ich habe mir bei der Lektüre oft überlegt, was denn nun eine Frau bei den Gedanken überlegen würde.
Eigentlich war ich vorher gleicher Meinung wie Du.  ...