Donnerstag, 25. April 2024

(R) :-)


  Game, Set ...



Kronprinzessin Victoria und Roger Federer


.. und Kuss?

                   Interview Pre Tournament 2010  hier    

                                   Artikel  2017  hier                                                               





Mittwoch, 24. April 2024

Etwas Schockierendes


Liebe Marlena
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Ich habe kürzlich ein Bildband gekauft über Lucian Freud. Vielleicht hast du von ihm gehört. Er ist ein Enkel des berühmten Sigmund Freud, lebt in England, und hat sich einen Namen als Porträtmaler gemacht. Und dabei macht er seinem Grossväterchen grosse Ehre. Er malt seine Figuren so nackt, wie man sie kaum je gesehen hat. Das Fleisch springt einem aus den Bildern derart entgegen, wie es bloss noch bei Sigmund aus seiner Psychoanalyse geschehen ist. Die Gemälde haben etwas Schockierendes an sich. Sie versetzen den Zuschauer in die Rolle des vorwitzigen Voyeuristen, weil die Modelle derart offen daliegen. Vielleicht ist es das erste Mal, dass auch Männer sich derart exponieren und ihre Dinger zeigen, wie man das noch niemals auf Bildern gesehen hat. Im ersten Moment wirkt es widerlich. Bei weiblichen Figuren sind wir das mehr gewohnt, denn da führt die Malerei eine lange Tradition fort. Aber das Männer derart die Beine spreizen, das ist unerhört, oder besser unersehen (kein gängiges deutsches Wort). Ich glaube, zur Zeit hat Freud eine grosse Ausstellung in der Tate in London. Und einen Moment lang hatte ich mit dem Gedanken gespielt, nach London zu fliegen, um das anzuschauen. Vielleicht findest Du im Internet ein oder zwei Beispiele von diesem Maler.  ...
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Re:  Ja, es gibt viele Bilder von ihm im Internet,
z.B.  hier


Montag, 22. April 2024

Drei Kategorien von Küssen

 

Liebe Marlena

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Ich umarme dich, wie eine dieser asiatischen mythischen Figuren mit ihren 6 oder 8 Armen es tun würde. Aber ich würde es sehr vorsichtig und sachte tun, sonst würdest du vielleicht Platzangst kriegen. --- 

Quatsch, ich küsse dich. Weiss doch jeder, wie so was geht. Aber gleichzeitig habe ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Denn ich weiss, dass du mit Worten nicht so freizügig umgehst. Aber Marlena, es sind bloss diese französischen Küsschen, die man in Richtung Ohr bläst, mit einem Höflichkeitsabstand, damit man der Dame nicht das make-up verdirbt. Diese keuschen kleinen Meringues, die sofort trocknen im Frühlingswind.

Ach, da kommt mir noch etwas in den Sinn, komisch, ich muss es dir rasch erzählen. Im Kiwanis haben wir jedes Jahr im Mai ein Spargelessen im Elsass. Das Elsass ist ja bekannt für seine Spargeln, auch wenn sie sie manchmal aus Cavaillon hertransportieren. Und werner Berger war immer verantwortlich für die Organisation dieses Essens. Er bestellt das Essen, und auch kleine weisse Blümchen, die Maiglöcklein. Und jeder Dame verteilt er nach dem Essen ein kleines Sträusschen dieser Blumen und küsst sie links und rechts, wie ein Kavalier. Und vor ein paar Jahren war ich Sekretär des Clubs und musste ein Protokoll schreiben. Und ich habe mich auf guten anderthalb Seiten über seine Küsse ausgelassen, dass er- wenn man genau hinschaut-  drei Kategorien hat, die er da verteilt. Die erste Art ist die jungfräuliche, die ich dir oben beschrieben habe. Sie sind nur hingehaucht, ohne Leidenschaft, eher mit höflicher zurückhaltung. Die Kategorie zwei sind schon ein bisschen feuchter, bleiben auf der Wange kleben, aber sind noch nicht allzu nachhaltig. Und dann hat er noch die dritte Garnitur, die schon einen Anflug von Leidenschft und stillen Träumen erkennen lassen. Und insgesamt lasse sich aus den Küssen schliessen, ob wir einen warmen Sommer haben  werden. Und so weiter und so fort. Ich habe aus seinen Gentlemans-Küssen eine echte Story gemacht und alle haben geschmunzelt und ihre Freude daran gehabt. Vor allem die Damen, die die Protokolle natürlich zuhause auch lesen, um ihren Mann zu kontrollieren.
Wir sind uns im Klaren Marlena, die meinen waren aus der Kategorie eins. Oder waren es schon Zweier, sagen wir Ribbit. 2 wood? Dann bitte ich um Entschuldigung, my lady.
IM ..
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Sonntag, 21. April 2024

Schwanitz


 Männer und Frauen und ähnlich verrückte Dinge ...

Liebe Marlena

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Gestern habe ich mir ein Buch von Schwanitz gekauft. Du wirst lachen, der Titel heisst "Männer". Ich hatte ihn am Wochenende in einer Diskussion im Fernsehen gesehen und der gute Typ war absolut faszinierend. Schon sein letztes Buch "Bildung; alles was man wissen muss" fand beim Publikum guten Anklang. Es ist im Grunde genommen ein Kondensat unserer humanistischen Bildung. Und er teilt deas Buch in zwei Teile: Wissen und Können. Er ist recht originell und auch gescheit, der gute Schwanitz, war Professor für Anglistik in Stuttgart, wenn ich mich nicht irre. Und ist, um das Paket voll zu machen, in der Schweiz aufgewachsen. Auf einem Bauernhof, wenn ich mich nochmals nicht irre.
Nun also, in dieser Sendung Sonntag morgens hat er über Männer gesprochen. Und das fand ich alles in allem so interessant und mit kulturhistorischem Blick behandelt, dass ich mir das Buch gleich am Montag holte. Ich werde es im Sommer studieren. Kommt uns ja entgegen, da die gender studies so aktuell werden und alle drüber reden.

Vielleicht kann ich für Dich die Einleitung zusammenfassen? Er vergleicht Mann und Frau mit Hund und Katze. Vielleicht weil die Katze gepflegt und diskret daherkommt, während der Hund gerne herumtollt und gerne in wilden Rudeln daherbellt. Es sind zwei unterschiedliche Wesen. "Wenn der Hund in freundlicher Stimmung ist, wedelt er mit dem Schwanz. Ist er dagegen böse, dann knurrt er. Bei der Katze ist es umgekehrt. Ist sie gereizt, dann zuckt die Schwanzspitze. Fühlt sie sich anschmiegsam und liebesbedürftig, beginnt sie zu schnurren. Nähert sich also eine Katze mit vertrauensseligem Schnurren einem Hund, fühlt sich dieser bedroht und beginnt zurückzuknurren. Das missversteht die Katze als Einladung zu Vertraulichkeiten, die der Hund wiederum als Angriff auf seine Unabhängigkeit missversteht und mit Bellen und Bissen beantwortet. Da nimmt es nicht wunder, dass die Katze dieses Verhalten als empörend empfindet.

Doch auch der Hund findet das Verhalten der Katze entsetzlich. Er hat die freundlichsten Absichten und wedelt eifrig und frohgemut mit dem Schwanz. Zu seiner Beruhigung beantwortet sie das mit einem zwar zurückhaltenden, aber deutlich sichtbaren Zucken ihrer Schwanzspitze. Als er, auf diese Weise ermutigt und uneingedenk seines betäubenden Bundgeruchs, sich ihr nähert, liest er an der Frequenzerhöhung beim Peitschen des Katzenschwanzes einen Willkommensgruss ab. Gerade will er zu einem schlabbernden Begrüssungskuss ansetzen, da springt sie ihm spuckend und fauchend ins Gesicht".

Schwanitz nennt dies einen alten Fluch der Menschheit.
Hören wir damit etwas Neues?
Mit einem lieben Gruss


Immer noch ritterlich

 

Königin Kristina


Liebe Marlena
Gestern war Montag. Morgens haben wir unsere Sitzung. Mittags habe ich Club. Und Nachmittags war ich mit einigen dringenden Geschäften unterwegs.
So bin ich heute Dienstag etwas früher ins Büro gefahren.
Nun ja, die gute "Identität". Wie gesagt, ich bin im Moment mit Schwanitz' Buch beschäftigt und denke versuchsweise seine Thesen und Gedanken weiter. Ich kämpfe also nicht nur in einer Rüstung, sondern mit einem etwas verlängerten Spiess. Nicht, dass ich damit allzu sehr in der Welt herumwütete. Nein, ich brauche ihn sozusagen als Brücke für meine Ameisen ;--).


Schwanitz sagt, wenn du das wirkliche Ich eines Mannes kennenlernen willst, dann beobachte seine Hobbies. Im Gegensatz zur Frau verdrängt der Mann seine eigenen Gefühle, projiziert sie aber in seine Leidenschften ausserhalb. Wenn Du also mit dem Mann über Gefühle reden willst, dann stösst Du auf Granit. Er kennt sie selbst nicht. Wenn Du ihn aber über seine Hobbies erzählen lassen kannst, wirst du reichlich belohnt werden.
Das ist, unter uns gesagt, keine schlechte Faustregel. Schwanitz sagt, dass ein Mann, der über seine Gefühle redet, kein Mann ist. Das heisst, er fühlt sich in diesem Moment nicht wirklich als Mann. Und das hält er nicht besonders lange aus. Es gibt kurze Momente, wo es gelingen mag. Aber im wesentlichen mag der Mann, der etwas auf sich hält, das nicht.
Sie Dich vor, Marlena, die Männer sind ganz anders, als Du es Dir immer gedacht hast. Und mein "wirkliches Ich" ist wohl diese komplizierte Kombination von Rüstung und Gefühlschaos, wie es der Autor etwas pointiert beschreibt.
*
Ich beneide Dich um Deine Situation in Schweden, da Du das Meer gleich vor der Türe hast. Es mag etwas kühl sein bei Euch, aber es ist wunderbar, so nahe beim Wasser zu leben. Das bringt eine Weite in die Gefühle und in die Mentalitäten, die uns Schweizern wohl eher fehlt.
Ich habe gestern Abend einen Artikel gefunden, den ich vor einiger Zeit beiseite gelegt hatte. Es war ein Text von einer gewissen Laure Wyss über die schwedische Barockkönigin Christina. Und ich erinnerte mich natürlich der paar Dinge, die Du mir über sie erzählt hattest. Sie war die Tochter des Königs Gustav Adolf II, und eigentlich fing alles mit einer Falschmeldung an, weil die Hebamme glaubte, sie wäre ein Prinz und keine Prinzessin. Ihre Tante hatte dann den Mut, den König über den wahren Sachverhalt aufzuklären. Sie muss eine echt burschikose Prinzessin gewesen sein. Und besonders intelligent und unabhängig und mutig. Und sie war nicht hübsch, soll sogar eine schiefe Schulter getragen haben. Das erklärte sie damit, dass man es verschwörerisch auf sie als Thronfolgerin abgesehen hätte. Andere behaupten, ein herunterfallender Balken hätte sie noch in der Wiege getroffen. Auf jeden Fall gab sie sich rundum ziemlich männlich. Sie soll von Prag eine ansehnliche Ladung an Raubkunst heimtransportiert haben. Und sie hat, wie Du ja weißt, schliesslich auf den Thron verzichtet, in Rom gelebt und ist zum Katholizismus übergetreten und auch in Rom gestorben. Das würde ja - in die Zeit des kalten Krieges übersetzt - heissen, dass einer von Amerika nach Russland übersiedelt wäre. Das kann man sich wirklich bloss als "von Liebe motiviert" vorstellen. Von einer Liebe in den Vatikan hinein war aber hier nirgendwo die Rede. Doch schon möglich, dass sie im schönen und warmen Rom einen süssen femininen Priester gefunden hat.
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Heute fahre ich nach L. Ich habe dort noch eine Beratung. Schade, dass das Wetter noch ziemlich trüb und kühl geblieben ist. Es soll sich erst in den nächsten Tagen bessern.
Und gerade höre ich im Radio, dass nach einer OECD-Studie die Bildung einer der wichtigsten Faktoren im oekonomischen Wachstum eines Staates darstellt. Höre mal an. Das wird den Druck in Richtung erhöhte Effizienz und Effektivität erhöhen. Es ist, wie wir alle wissen, das Ende der Jugend.
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Geniesse Deine Ferien auch für mich bisschen.
Ich wünsche Dir einen schönen Tag
Mit einem lieben Gruss

Donnerstag, 18. April 2024

Aktuell: neuer schwedischer Film


Ständig unterhaltsam, wahnsinnig lustig,
 unendlich traurig und 
zutiefst zum Nachdenken anregend





Constantly entertaining,  insanely funny, 
 infinitely sad and deeply thought provoking






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Ach ..

Lieber ...

Wie sehr ich mir wünschte dass ich ein Mail hätte jetzt zu meinem Morgenkaffee. Dann wärest du fast hier und ich könnte den Tag mit dir beginnen.
Gestern Abend bin ich dann noch vor dem Fernseher hängen geblieben. Eine Reportage über die Altenpflege in Schweden. Es war ein tief erschütterndes Program und ein älterer Herr erzählte weinend von seiner alten Mutter und wie sie behandelt wurde in der letzten Zeit ihres Lebens. Die alten Leute in Schweden haben es wirklich nicht gut. Das Personal ist oft unausgebildet und so unterbesetzt dass sie ihre Arbeit nicht schaffen. Man erfuhr über die Missverhältnisse durch zwei Krankenschwestern, eine Finnin und eine Polin, die es wagten davon zu sprechen und dann sofort entlassen wurden.
Ich habe immer gedacht, dass ich mich, wenn ich nicht mehr arbeiten muss, für alte Leute engagieren werde. Viele haben niemanden, der sich um sie kümmert und kommen nie an die frische Luft, weil man keine Zeit für sie hat. Es gibt hier schon jetzt eine freiwillige Organisation, wo man sich anmelden kann falls man irgendwie behilflich sein will. Ich meine, wenn es schöne Frühlingstage gibt, würde ich z.B. alte einsame Menschen gern in die Natur hinaus mitnehmen.
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Du hast mir wieder so schön vom Iran geschrieben. So kann man nur schreiben wenn man es mit dem Herzen erlebt hat und nicht nur als Tourist. Immer noch trage ich die Erinnerung an Paris in mir wie ein teures Kleinod. Und ich fühle mich reich.
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Ach,  wie kannst du bei einem spannenden Film der dir gefällt einschlafen? Tut an und für sich auch K, aber er, weil er zu viel getrunken hat. Doch finde ich es irgendwie süss dich so vor dem Fernseher schlafen zu sehen.
Kennst du das Program "60 minutes"? Da, am Ende des Programmes spricht immer Andy Rooney über irgendein Thema. D.h. er raljiert (du weisst nun was das bedeutet). Und immer denke ich das könntest du gesagt haben. Er ist intelligent, humoristisch und scharf in seiner Kritik und immer findet er was alltägliches worüber er sich beklagen kann. Ich mag ihn. Du kennst meine Vorliebe für alte Männer.. ;-)) Er ist über 80 Jahre alt, genau wie dieser Kyrklund.

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Gehst du immer noch ins Fitnesscenter? Und macht es dir immer noch Spass? Du wirst nicht abnehmen glaube ich, denn die Muskeln die du bildest wiegen mehr als das Fett, das du eventuell verlierst.

Jetzt beginnt es hell zu werden. Ein grauer aber windstiller Tag. Das Thermometer zeigt auf + 3 Grad, also ziemlich warm.
So lasse ich dich wieder und werde etwas arbeiten. Und falls du mir schreibst werde ich dir auch antworten. Ich habe Zeit heute.

Ich grüsse dich nochmals lieb,
Marlena

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Andy Rooney ist  einer meiner Favoriten, wenn er sich am Ende jeder Sendung von CBS über irgendetwas Dummes beschwert. "...wacky TV commentaries on life's little annoyances" wie da steht.