Montag, 12. Dezember 2016
Donnerstag, 8. Dezember 2016
Re: difficile
Ämne: einen schönen Morgen wünscht Dir Dein Fanclub
Ja, meine Liebste, das wäre wunderbar, im Turm, oder im Atelier, zusammen plaudern und Musik hören und regenerieren. Dazu brauchen wir keine Bücher. Wir haben uns doch viel zu erzählen. Aber Deine CDs sind gut. Die machen eine feine Atmosphäre. Das würde ich sehr geniessen und ich würde mich dir anschliessen. Und all das in einer warmen, heimeligen Bärenhöhle. Wäre es nicht wunderbar.
Marlena, es ist so schön, wie Du jeden Tag ein bisschen Zeit findest, mir zu schreiben. Das finde ich wirklich sehr bewundernswert. Früher war das nicht so. Ich habe das Gefühl, ich habe Dich irgendwie gewonnen. Und ich weiss, dass Du nicht eine Frau bist, die leicht zu gewinnen ist. So bin ich ein bisschen stolz. Und so wird unsere Bindung immer stärker. Das ist sehr schön. Ich kann es nicht anders sagen als mit diesem Allerweltswort "schön". Nach Platon sind das Schöne und das Gute und das Wahre ja identisch. Und ich glaube, dass es auch wirklich so ist, letztlich. Es ist das, wozu man JA sagen kann. Es ist in der Tat schön, Dich zu kennen.
Du bist vom Glück gesegnet, in Anna ein ambulantes Manual zu haben. Das habe ich leider nicht. Und ich ärgere mich manchmal ziemlich heftig, wenn die Zeit knapp wird und nichts klappt. Es ist gelegentlich zum Heulen. Gestern war so ein Tag. Ich war von 14h bis 1730h im Büro, und ich konnte praktisch nichts arbeiten, weil das ganze System nicht korrekt funktionierte. Es ist zum Ausrasten. Man würde lieber Mäuse melken.
Ja, es ist der alte Trick. Ich schreibe ein Mail abends, und Du wirst es morgens finden, so als ob ich ein Frühaufsteher wäre und Dir bereits den Kaffee und die Croissons auf den Tisch gestellt hätte. Aber ich habe alles schon in den frühen Morgenstunden hingestellt. Und ich habe es ein wenig zugedeckt, damit es warm bleibt.
Ich wünsche Dir einen schönen Tag, meine Liebe.
Bleib meine Ferngeliebte
Mittwoch, 7. Dezember 2016
Difficile ...
Ämne: Difficile..
Ach, ...,
Es ist schon wieder spät geworden. Ich hatte heute so viel zu tun dass ich garnicht zum schreiben kam. Dein Mail ist so schön und lustig. Diese kleinen Episoden, die mir den Eindruck geben ich wäre dabei gewesen, und so lebe ich eben ein wenig doppelt :-)
Ich kann schon dein Verhältnis zu deinem PC verstehen. Anfangs war ich auch ziemlich ratlos und man will sich ja dann auch nicht all zu dumm stellen und Leute um alles fragen. Aber da ich ja Anna habe beherrsche ich dieses Monstrum jetzt schon ziemlich gut. Ich wünsche nur, dass ich mehr Zeit dafür hätte denn man kann sich wirklich viel schönes ansehen und holen.
Sonst ist hier alles beim alten. Dunkel, Regen, viel Arbeit, Ärger, Müdigkeit.. Ich habe mich noch nie so sehr in eine Bärenhöhle gesehnt wie jetzt. Aber du musst mit, ... :-) Machen wir's doch, oder gehen wir eine zeitlang in unseren Turm. Dort ruhen wir uns aus auf der Pritsche und erzählen einander unsere Geheimnisse.. die innersten :-) Nimm auch ein paar schöne Bücher mit und ich bringe ein paar CDs.
Ach, das wäre schön und nachher würden wir uns wie Neugebore fühlen und wieder voller Energie in unser "real-life" zurückgehen und Freude verbreiten.
Ich schreibe dir morgen ein längeres Mail
Wünsche dir einen schönen friedlichen Tag mit deinem PC :-)
SSSSS und viel M
Marlena
Dienstag, 6. Dezember 2016
Schrecklicher Montag
Ämne: Schrecklicher Montag..
Lieber ...,
Ich habe soeben deinen wunderschönen Brief gefunden. Ach, wie lieb du bist. Machst mir damit wieder ein wenig Mut in diesem Elend hier.
Und abgewaschen hast du mit mir zusammen. Das finde ich so rührend. Bei mir geht ja auch alles viel besser wenn ich dabei an dich denke.
Und dieses wunderbare Essen beim Onkel. Ich gönne es dir mein Schatz und wenn du es so schön erzählst dann habe ich fast den Eindruck ich hätte es ein wenig miterlebt. So machst du mir diese grauen Tage erträglicher bis sie wieder vorbei sind.
Es freut mich dass du mit deiner Arbeit vorankommst. K meint immer bei solchen schreiben soll man nicht zu untertänig (nachgiebig?) sein und nicht zu gefühlvoll schreiben. Korrekt und kühl imponiert meistens mehr. Nun er ist ja auch stahlblau ;-) Aber du weisst es am besten wie man jemanden mit Worten für sich gewinnen kann. Darin bist du doch ein Meister. Ich hoffe, dass es dir gelingen wird auch diesmal dein Ziel zu erreichen.
So, ich schick das nun mal schnell ab und vielleicht bekommst du es noch bevor du nach Hause gehst. Werde dir noch ein wenig schreiben, später heute.
Mit meinen allerliebsten Gedanken
Marlena
PS Hast du gemerkt dass ich nun etwas fliessender schreibe? Von dir gelernt, chéri. :-)
Montag, 5. Dezember 2016
kleine Episode
zwei Computermäuse
Lieber ...,
(---)
Wir haben uns gut amüsiert am Wochenende. Wenn A uns besucht,
gibt es immer lustige Gespräche. So erzählte sie u.a. von einer
kleinen Episode in L. Sie hat dort eine kleine Nebenbeschäftigung
als Guide in dem neuen IT-museum bekommen, und nun sollte
sie bei einem Treffen mit alten Herren, die ganz am Anfang dabei
waren, über die Zeit damals informiert werden. Der jüngste von den
Herren war wohl 70, von dem wusste sie wer er war. Meist waren es alte
Professoren. Und Anna merkte, dass sie eigentlich garnicht von ihnen
gesehen wurde. Aber sie hörte ihnen gut zu während sie sich in
Erinnerungen vertieften und sich alle möglichen lustige und
interessante Ereignisse aus der Gründerzeit der IT erzählten. (ist
das grammatisch richtig?)
Und dann plötzlich meinte einer von ihnen, man sollte wohl auch eine
Person herbeirufen, die über all das Neue auf dem Gebiet informieren
könnte. "Ja, vielleicht könnten wir jemanden von Lysator bitten",
meinte ein anderer. (Du weisst, Lysator ist ein hoch angesehener
Verein. Dort wurden vor -zig Jahren, die ersten Computer konstruiert.)
Und da sagte Anna: "Das kann ich erledigen. Ich bin Vorsitzende bei
Lysator". Na, du kannst dir vorstellen, wie die alten Herren
aussahen.. Und einer sagte: "Wir hätten uns vielleicht vorstellen
sollen." ...
Bald Weihnachten ...
Liebe Marlena
Na ja, ich bin eigentlich nicht so unter Stress. Den meisten Stress verursache ich mir selber. Ich habe am Wochenende immer noch an meinem Bericht gearbeitet. Du denkst vielleicht, das sei ein 100 Seiten Ding. Ist es aber nicht. Es sind blosse 10 Seiten, ungefähr. Aber ich muss der Regierung und den Parlamentariern beweisen, dass wir hier zuviel Arbeit und zuwenig Mitarbeiter haben. Und diese Diskussion ist eben heikel, weil unsere Konsequenzen sehr teuer sind. Und sie sind auch deshalb ziemlich schwierig, weil man die psychologische Arbeit so schlecht quantifizieren kann. So möchte ich eben einen Bericht schreiben, der gleich alle auf den ersten Anhieb überzeugt. Und ein solch hoher Anspruch ist ein wenig stressig.
So ungefähr schaue ich meinen Stress an. Und Du hilfst mir schon dabei. Deine Mails lösen mir meine Verkrampfung und lassen mich noch ein paar andere hübsche Dinge denken. Ach, das ist mehr Unterstützung, als Du glaubst. Es ist wie eine feine Massage der Hirnwindungen. Ganz exzellent.
So habe ich eben übers Wochenende gearbeitet, als ob ich wie K den amerikanischen Wahlkampf berüchsichtigen müsste. Und heute denke ich, ich hätte eine brauchbare Form des Berichtes. Er ist vielleicht noch nicht in allen Teilen sehr perfekt. Aber die Form stimmt. Mit meinem ersten Entwurf war ich damit sehr unzufrieden.
*
Genug über Arbeit. Schön, dass bei Euch bald Weihnachten beginnt. Bei uns haben wir auch am 6. Dezember St. Nikolaus. Aber dann ist es mehr oder weniger still bis Weihnachten. Die Schulen klagen jeweils, dass alle Kinder aus dem Häuschen seien. Aber sonst ist nichts Spezielles los. Natürlich gibt es Hausfrauen, die Süssigkeiten backen. Es gibt dieses Durcheinander in den Läden und Kaufhäusern, weil alle ihre Geschenke einkaufen. Und alle warten ein wenig auf Schnee. Aber es ist nicht mehr wie früher. Früher war die Adventzeit wirklich noch stimmungsvoll. Und die paar wenigen Lichter und Bäume, die man sehen konnte, haben einen das Herz erwärmt. Heute sieht man in jedem Schaufenster einen Weihnachtsbaum und es ist alles ziemlich oberflächlich geworden und die Kinder wünschen sich auf ihren endlos langen Wunschlisten Elektronik und Barbys und Plastik-Zeug. Nun ja, vielleicht hat es sich vor allem geändert, weil wir selbst älter geworden sind.
Gestern abend waren wir wieder bei Onkelchen. S hat Fisch gebacken, den feinen rosa Salm. Er war sehr geschmackvoll. Aussen etwas knusprig und innen noch feucht saftig. Prima. Das mag er am liebsten. Das erinnert ihn an alte Zeiten. Scheinbar hat seine Frau früher immer Salm bestellt, wenn sie zusammen im Bahnhofbuffet Zürich gegessen haben. Er hat das schon zwei oder dreimal erzählt. Und dazu gab es Reis und etwa drei Sorten Gemüse. Und er hat einen feinen Mont sur Rolle spendiert, einen Weisswein vom Genfersee, vom La Côte, wie wir sagen. Das ist das Seeufer nach Lutry, Richtung Genf. Das hat alles sehr gut geschmeckt. Und zum Dessert gab es dann noch einen Irish Coffee und ein Japonais mit kleinen Fruchtstücklein. Wenn es kühl ist mag er einen Irish Coffee, und ich mag ihn auch. Er bringt das Blut wieder in Bewegung, wenn man nach dem Essen etwas faul und schläfrig werden sollte.
Aber es war eigentlich was anderes, was ich Dir erzählen wollte. Nach dem Essen, so hat sich die Gewohnheit herausgebildet, ging ich in die Küche, um das Geschirr zu waschen. Na ja, weil S alles kocht, muss ich ja auch was dazutun. Und so wasche ich und räume die Küche auf, mehr oder weniger, wie das Männer manchmal sehr halbherzig tun. Und als ich so vor mich hin gewaschen habe, kam mir Deine Situation in den Sinn, als Du kürzlich Geschirr waschen musstest. Deiner Maschine zuliebe. Und so war ich nicht allein in der Küche. Und alles ging ganz schnell und munter. Und ich fühlte, welch lieber Mensch Du bist. Du bist wirklich ein sehr exquisiter Mensch. Du hast eine Unmenge Geduld. Du hast soooviel Einfühlungsvermögen. Soviel Freundlichkeit und guten Willen. Ich war ganz voll von Gedanken an Dich. Ach, es ist wirklich wunderbar, eine Frau wie Dich zu kennen. Und ich dachte, dass sicherlich manche Deiner Sorgen bloss zustande kommen, weil Du so lieb bist. Siehst Du meine Liebe, so habe ich vor mich hinträumend Geschirr gewaschen und getrocknet und dazu noch aufgeräumt, ohne auch nur einen einzigen Teller fallen zu lassen. Ist doch fantastisch, nicht??
*
Kommt mir in den Sinn, dass ich Dir ein paar Fotos schicken soll. Ach, Marlena, ich will nicht kneifen. Aber ich habe noch keine gesucht. Es wird ziemlich zeitaufwendig werden, ein paar Fotos zu suchen. Und auf jenen, die noch in der Nähe herumliegen, bin ich überhaupt nicht zu sehen. ...
*
So wollte ich Dir jetzt eine schöne Woche wünschen. Aber dann denkst Du gleich, ich würde bis Samstag nicht mehr schreiben. Also wünsch ich Dir einen wunderschönen, wenngleich vielleicht verregneten Montag. Der Montag ist ja doch immer der schwierigste Tag der Woche, nicht wahr? Und wenn wir ihn hinter uns haben, ist alles nur noch halb so schlimm. So wünsche ich Dir einen leichten und fröhlichen Montag.
Mit lieben Küssen
...
Freitag, 2. Dezember 2016
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