Freitag, 11. November 2016

Leonard Cohen R.I.P


Ämne : Whatever..
Datum : Thu, 03 Jan 2002 




Lieber ...,

Heute habe ich ein stundenlanges Interview mit Leonard Cohen gesehen. Ich liebe seine Musik, aber ich wusste nicht was für ein fantastischer Mensch sich hinter diesem Namen verbirgt. So wie er über sich selbst und das Leben spricht.. ach, es war wunderschön und ich wünsche du hättest es sehen können.

ein Kübelchen Wasser


Subject: freitagwiedereinmal

Liebe Marlena
Ach nein, das kann ich fast nicht glauben, dass meine süssen Mails wie Kübel
kalten Wassers wirken. Was denn war es? Wenn ich richtig interpretiere, dann
meinst Du die Tatsache, dass ich nicht sage, ich würde aus reiner Lust
schreiben.
Schau mal, ich habe mich so eingerichtet, dass ich morgens früh mein Box
öffne und dann ein Mailchen, dh. ein Kübelchen Wasser fülle. Das ist
sozusagen eine Regel, unabhängig von meiner Lust. Oft gibt es Tage, an
welchen ich mich morgens bei Dunkelheit aus dem Bett hieve mit dem Gedanken,
rasch zu sehen, was denn Neues von Marlena im Box liegt. Und manchmal bin
ich schon am Morgen mit irgendwelchen Dingen beschäftigt, die am Tag auf
mich warten werden. Dann habe ich nicht sonderlich Lust, weil ich mich
zwingen muss. Trotzdem schreibe ich zu meinem ersten Kaffee ein Mail. Du
kannst darauf gehen, wenn Du kein Mail hast, dann hatte ich auch keinen
Kaffee. So einfach ist die Welt.
Aber ich kann nicht ...


Montag, 7. November 2016

Sonntag, 6. November 2016

6. November


Gustav-Adolfs-Gebäck


Subject: 6. November
Date: Thu, 06 Nov 19:30:15

Lieber ...,
Ich trinke meinen Tee hier vor dem PC und eigentlich müsste ich ein Gustaf Adolf-gebäck dazu essen. Denn heute feiern wir diesen alten König, der 1632 in der Schlacht bei Lützen im Nebel gefallen ist.
Na ja, wir feiern nicht allzu gross - ich glaube auch weil man in Schweden immer etwas Angst hat sich zu patriotisch zu zeigen. Aber es ist gut, dass es gerade am 6. November stattfindet, denn so vergesse ich nicht so leicht das wichtige Datum an dem mein lieber Mausfreund geboren ist. Und natürlich hissen wir die Fahnen.
*
Aus dem Internet:
6 november is Gustav Adolf Day. Gustav II Adolf was king of Sweden from 1611 to 1632 and died on this day. There is a special pastry called a 'Gustav Adolf-bakelse' which people eat to celebrate the occasion. King Gustav II Adolf founded Gothenburg, and the pastry is especially popular there.
*
Ich denke du hast dann vielleicht doch nicht meine kleine Karte gesehen, die ich so lustig finde. Muss lachen wenn ich sie ansehe. Und dann hab ich dir auch Marlena vor dem Rathaus geschickt. Im Abendrot noch dazu. :-)
*
Ich war heute in der Kantine. Wollte eigentlich zu Hause nur etwas leichtes essen, aber Gudrun (schwedisch und Geschichte) hat mich mit hingelockt. Und es war wieder eine herrliche Stunde mit lauter sympathischen Leuten, die alles taten um die Stimmung bis zur Decke zu heben. Dann haben sie sich auch etwas über meinen Appetit amüsiert. Es gab zwei Gerichte. Das eine war Erbsensuppe nach der man Pfannkuchen mit Sylt (eingemachte Beeren) und Schlagsahne ist. Das ist ein typisches Donnerstagsgericht in Schweden aber in der Kantine serviert man es eher selten. Das andere war ein Wurstgericht mit einem herrlichen Salatbüffé. Und was glaubst du habe ich gewählt? Zuerst die Erbsensuppe mit Speck drin, dann das Wurstgericht mit dem herrlichen Salat dazu und als Nachspeise den Pfannkuchen mit Zutaten. Dazu ein Bier (Pripps =eine gute Sorte). Und dann begann natürlich ein Gespräch über Kalorien und was man man tun muss um ein einziges Stück Torte loszuwerden. Der Trainer der Schwimmer (solche die sich für kommende Weltrekorde ausbilden) meinte 2½ Stunden intensiven Sex brauchte man dazu. Wir waren alle etwas verstummt eine Weile.. aber natürlich haben wir losgelacht und alle unsere eigenen Kenntnisse zu diesem Thema bekanntgegeben. Kalorien also.
Mir kam heute der Gedanken, dass man unser Essen in der Kantine gut mit eurem Club-essen vergleichen könnte. Aber wir sind immer zufrieden mit dem was man uns bietet. Es ist wirklich sehr köstlich und unsere Schule ist dafür bekannt. Auch die Schüler sind sehr zufrieden. Sie bekommen es frei.
*
Ich habe gerade eine kleine Reportage über Coco Chanel gesehen. Sie war eine Meisterin in der Kunst elegante und stilreine Kleider zu schaffen. Übrigens, M und ich haben uns in Stockholm in einem eleganten Parfümgeschäft mit Chanel 5 besprüht. In Stockholm braucht man absolut nicht Parfüm zu kaufen. Man kann sich täglich ein neues Auswählen. ;-)) Und als ich jung war (13) gingen wir Mädchen oft auf den nahen Zentralbahnhof, wo es einen Automaten gab, wo man sich für ein paar Öre in diesen Luxuriösen Duft einhüllen konnte. *s* Oft tauchten dort Mitglieder der Familie Taikon auf, die uns mit ihren rauhen verrauchten Stimmen unsere Zukunft verraten wollten. Natürlich nicht ohne Bezahlung. Jetzt sind sie ziemlich assimiliert in der schwedischen Gesellschaft und einige sind berühmt für ihr Kunsthandwerk. Schönem Schmuck z.B.
*
Morgen Abend kommt Anna nach Hause. Habe es K gerade am Telefon mitgeteilt. Er war freudig überrascht. Na ja, es ist ja auch Vatertag am Sonntag.

Ach, ich schiebe meine Arbeit vor mir hin. Muss aber doch jetzt drangehen. Ich grüsse dich lieb und wünsche dir einen schönen Freitag.
Je t'embrasse,
Marlena

Sende dir ein Bild mit von dem Gebäck. Das Portrait des Königs in Marzipan obendrauf.

Samstag, 5. November 2016

Re: Mitarbeiter


Subject: Hahnenkampf - Gardell und Bocuse

Lieber ...
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Leider habe ich den ganzen Tag in der Schule verbracht. Es war nicht ganz uninteressant. Vor allem das Verhältnis zwischen den drei Männern in unserer Arbeitsgemeinschaft (wir sind 5 Personen) ist interessant zu beobachten. L..  fühlt sich nicht wohl, hat er mir anvertraut. Und ich sehe, dass er es schwer hat zur Zeit. Der Bodybilder ist das grosse Idol unseres neuen Direktors geworden, was nicht für den letzteren spricht. Er ist ziemlich einfältig und lässt sich leicht dupieren. Der Bodybilder schlägt hart nach allen Seiten um seine Konkurrenz loszuwerden. Es ist wie ein richtiger Hahnenkampf! Und ich sitze da und gratuliere mir zu meinem Schauspielertalent, scherze, lache, lächle und mache Komplimente. Oh Gott, was muss man nicht alles tun. Zum Glück ist die Frau des Bodybilders, die auch dabei ist, eine ziemlich sympatische Person, obwohl sie von ihrem Mann hart an der Leine geführt wird.
Na ja, jedenfalls haben wir am Ende des Tages ein zusammengestelltes Dokument abgeliefert, das in seiner Eloquenz und unübertroffenen Art mit schönen Formulierungen Luft zu erzeugen, alles andere übertroffen hat. Natürlich müssen die anderen Gruppen eingesehen haben, dass das alles nur schöne Worte sind, aber wer wagt schon gegen solche einzuwenden, in dieser Zeit wo Worte viel wichtiger sind als Handlungen und selten zu solchen führen.

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Ach so, du bist dabei dir eine Assistentin anzuschaffen? Und wie du sie beschreibst so hat sie vielleicht sogar ähnliche Qualitäten wie Clintons M. Lewinsky. Vielleicht brauchst du sie. Warum nicht, wenn man bereit ist für eine Assistentin zu bezahlen. Sicher jubelt deine Sekretärin schon.
Lass mich wissen, wenn es soweit ist.

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Ich werde mir nun zwei kleine (nur 10 minuten lange) Reportagen ansehen, die ich auf Video aufgenommen habe. Das eine ist von unserem Superschwulen Schriftsteller Jonas Gardell. Er ist auch ein bekannter Stand-upkomiker und mit einem ebenso berühmten Kulturmenschen (Mann natürlich) "verheiratet". Er schreibt gute Romane. Den einen davon würde ich dir gern empfehlen, weil er ein wirklich realistisches Bild von schwedischem Alltag gibt. Doch nun geht es um seinen neuen Roman "Über Gott". Das Buch soll ganz einmalig sein und ein Thema was man nicht von ihm erwartet hat. Bin schon neugierig was er selbst darüber sagen wird.

Die andere Reportage ist von dem französichen Meisterkoch Paul Bocuse, der sich über das schwedische Essen äussert. Das habe ich für meine Schüler aufgenommen, weil wir gerade bei dem Thema Gastronomie sind und sogar einen Text über diesen berühmten Koch und die gastronomische Hauptstadt Lyon vor uns haben.
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Wünsche dir einen schönen Tag
und grüsse dich lieb,
Marlena

Neue/r Mitarbeiter?


Liebe Marlena

Die Sekretärinnen kennen mich kaum mehr. In den letzten zwei Tagen war ich
kaum im Büro. Das ist im Moment ein Leben in fliegenden Wechseln. Du kennst
den Ausdruck als Mitglied einer Nation mit exzellenten Eishockey-Teams. Dort
bedeutet es den Wechsel der Spieler im laufenden Spiel, also ohne
abzuwarten, bis der Schiedsrichter aus irgend einem Grund das Spiel
unterbrochen hat. Gestern war ich in Olten und Basel. Vorgestern zur
Hauptsache in Basel. Und ich könnte Dich jetzt wieder um Rat fragen, wen von
all den Männern und Frauen wir als Mitarbeiter anstellen sollten. Die eine
ist sehr geschwätzig. Die zweite ist hübsch und vielversprechend, aber noch
reichlich jung. Die dritte ist ebenso jung, aber vielleicht etwas unberechenbar.

Und die vierte haben wir schon vor einem Jahr gesehen. Sie ist kognitiv gut
organisiert, ärgert sich aber viel, wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie sich
das vorgestellt hat. Oder sie setzt sich durch eigene Gedankenkonstrukte
unter Druck.
Es ist wirklich nicht leicht, und man kann ja keinen Test veranstalten. Man
kann die Leute nicht im Quervergleich sehen, sondern muss sich für eine
Person entscheiden und dann mehr oder weniger annehmen, dass dies die beste
Wahl gewesen sei. Vielleicht kann ich noch jemanden, eine jüngere Person
vielleicht, in einem Praktikum anstellen. Ich erinnere mich daran, wie
glücklich und selig Clinton war mit der Möglichkeit, Praktikantinnen
anstellen zu können.


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Freitag, 4. November 2016