Dienstag, 10. Juni 2014

Fotos über die Römer


subject Re: *s*


Liebe Malou

Hier noch ein paar Fotos über die Römer. Man hat manchmal den
Eindruck, man befinde sich in einem Dorf.


Der Maler war in einer kleinen Strasse in der Nähe des Campo dei Fiori
beschäftigt. Er war kein grosser Künstler, aber sehr vertieft in sein
Bild. Der andere ist ein Porträtist auf der Piazza Navona. Das sind
die Leute, die Touristen kopieren. Und man sollte nicht meinen, dass
das allzu leicht sei. Er hat hinten zwei Müsterchen aufgehängt.


Dann haben wir Antonio, der während der Arbeitszeit telefoniert wie
alle Italiener. Ich fand diesen Kontrast zwischen Plastikwelt und
robustem Bauarbeiter ganz fotogen.


Und schliesslich Claudia auf ihrem Motorino. Sie sieht ganz keck aus
und ist natürlich so beweglich, wie sonst niemand in der Stadt. Weder
mit U-Bahn noch mit Bus kommt man so rasch vorwärts. Es gibt jede
Menge dieser Motorinos, un sie kommen daher wie Hornissenschwärme.



Ecco Roma.
LGuk

Montag, 9. Juni 2014

Re: Skagenmaler


Ämne: RE: nochmals Skagen
Datum: den 19 februari 2004 10:02


Liebe Malou
Ja, das Bild ist sehr schön. Ich mag solche Bilder, wenn ich auch weiss, dass der Stil längst vorbei ist. Er ist wohl postimpressionistisch, ungefähr so wie Bonnard und andere. Alles schaut so sinnlich und lebensfreundlich aus. Das gute Licht, der volle Tisch, die plastisch gemalten Gesichter. Es ist eine durch und durch bürgerliche Malerei, die das bürgerliche Leben geniesst. Und vielleicht sieht man auch ein bisschen von dem speziellen Licht in Skagen, wie Du darauf hinweist. Man hat ja wohl den Eindruck, das sei alles sehr realistisch gemalt, inklusive die Jungendstil Lampe, die oben hängt. Aber ist im Gegenteil sehr gut durchkomponiert. Wenn man sich die Wandaufteilung im Hintergrund anschaut, muss man feststellen, dass sich der Maler viel dabei überlegt hat. Es gibt einen guten Rhythmus quer durch das Bild hindurch. Und die schöne Rückensicht des Typen links im Vordergrund. Das schafft den Eindruck der Tiefe ins Bild hinein. Ja, man hat den Eindruck, dass man selbst auf einem Stuhl in der Runde dieser Geniesser sitzen würde. Und das Glas Rotwein im Vordergrund ist zum Greifen nahe. Daneben die dunkle Person im Gegenlicht. Schön, wie der Bart scheint. Ja, gefällt mir sehr gut. Man möchte doch dabei sein, nicht wahr. Und man fühlt etwas von der Lebendigkeit einer vergnügten Diskussion in freundschaftlichem Kreis. Muss ich mir merken, die Skagen Maler, auch wenn Du sie schon in historischer Zeit mal erwähnt hattest.

Nein, von einem Taric Ramadan habe ich nie gehört. Und er soll ein Imam sein? Das klingt doch alles eher merkwürdig. Aber so ist das in diesen multikulturellen Zeiten. Wenn man sich in fremden Kulturen aufhält, ist man vor Überraschungen nie gefeit. Ein Imam ist einer der höchsten kirchlichen Positionen in der Schia, und ich kann mir nicht vorstellen, dass einer in die USA gehen würde, um im Land des Teufels mit den Leuten des Teufels zu leben. Das muss ein echter Irrgänger sein. Oder eine Zeitungsente?

Ja, genau der Anfang des Artikels hat mir auch gefallen. Deshalb wollte ich ihn gerne zu Ende lesen. Man hört daraus, dass Rilke doch auch ein sehr merkwürdiger Kerl war, einer, mit dem man wohl nicht hätte zusammenleben können. Und auch ich habe mir vorgestellt, wie rege sein Briefverkehr kreuz und quer durch Europa gewesen sein muss. Da gab es keine Zeit zum Herumhängen. Er hat wohl wie in einer Tretmühle seine Briefe abgearbeitet. Aber ich glaube, dass die Briefe ihm ein gutes Medium waren, seine Lyrik zu entwickeln. Und sie waren ihm wohl auch so etwas wie sein Tagebuch. Na ja, vielleicht hat er daneben noch ein Büchlein geführt, wo er seine kleinen Tagesereignisse festgehalten hat. Aber ich denke, die Briefe waren ihm schon Hilfe genug, was immer er tagsüber gesehen und erlebt hat, in Schriftlichkeit zu überführen, in dieses Medium, womit er dann auch gearbeitet hat. Er war wirklich ein sublimer Typ. Und ein paar Tage glückliche Verliebtheit mit einer echten Frau aus Fleisch und Blut hätten ihn doch wohl aus der Balance gekippt.
Ich habe noch den Garten von Muzot in Erinnerung. Muss ein Märztag gewesen sein, kein Schnee mehr, aber noch immer dieser Duft in der Luft. Mein Bruder hatte noch die Wohnung oberhalb Sierre, und ich war am Nachmittag hinaufgewandert, zum Schluss über die halbtrockenen, vom Schnee plattgedrückten Wiesen. Es ist dieser Duft, der nach Frühling riecht. Aber der Frühling ist noch weit entfernt. Diese astmosphärische Situation dauert im Wallis ziemlich lange an. Und ich bin dann am Gartenzaun von Muzot gestanden und habe mir dieses kleine Gärtchen angeschaut. Es war so ruhig und friedlich und unberührt, dass die Zeit still zu stehen schien. Nur ab und zu ein Knacken. Ich glaube, es war die warme Sonne, die dies bewirkte, und die Natur schien sich im Erwachen zu räkeln. Das Haus selbst, der Turm, schien noch winterlich und kalt.
Es muss ein sehr einsames Leben gewesen sein, das Rilke hier geführt hatte. Die nächsten Häuser waren vielleicht einen knappen Kilometer weit. Dort, in der Kurve der Strasse nach Montana gab es einige Häuser, aber damals wohl nicht viele. Von Sierre musste der Fussmarsch bis hier hinauf eine gute Stunde gedauert haben. Na ja, vielleicht waren die Menschen damals noch etwas besser zu Fuss als wir heute.

Kurz und gut: dort oben zu wohnen und zu arbeiten, das konnte man nur einem sehr merkwürdigen, mehr oder weniger irren Menschen zutrauen. Ich frage mich, wie die Einheimischen damals über Rilke gesprochen hatten. Aber vielleicht waren die Menschen damals noch toleranter angesichts solch fremder und schillernder Vögel.

Ich lese gerade ein kleines Tagebuch von Ungerer, dem Elsässer Zeichner. Er hat es vor ein paar Jahren geschrieben und zusammen gestellt. Dabei konnte er viele Zeichnungen und kleine Texte aus seiner Kinderzeit verwenden. Es ist interessant, weil es die Zeit des Nationalsozialismus schildert. Und die Elsässer hatten damals eine schwere Zeit, gehörten einst zu Frankreich, dann wieder zu den Deutschen. Jedenfalls habe Petain sie den Deutschen verschenkt, so dass dann um die 100'000 Elsässer als Kanonenfutter im Russlandfeldzug der Deutschen mitgemacht hätten. Offenbar war Ungerers Mutter eine sehr hübsche Frau. Sie war früh verwitwet und musste ihre vier Kinder allein durchbringen. Und das hat sie sehr gut gemacht mit einer genialen Mischung von Rafinesse und fast aristokratischer Gesinnung. Sie konnte offenbar sehr gut schauspielern und hat damit erreicht, was immer sie wollte.
Ich mag Ungerer vor allem als Zeichner. Er hat viele gute und schöne Dinge gemacht. Daneben hat er aber auch eine mehr oder weniger perverse, sagen wir pornographische Seite. Er lebt heute in Irland, wenn ich mich nicht irre. Er schaut immer noch ziemlich jung aus, manchmal bubenhaft. Aber ich glaube, er ist um die 70. Und wenn ich seine Erinnerungen richtig lese, hatte er als Bube doch ziemliche Komplexe. Zumindest deutet er in seinen Schilderungen so was an.
Aber er ist ein lustiger Typ und er war als Grafiker in den USA sehr erfolgreich. Und er hat einen Teil seines Elsässer Charmes behalten.

Ich muss Dich lassen.
Mit lieben Ges und Kas
...

Sonntag, 8. Juni 2014

Skagenmaler




 (ungekürzt)

Subject: Kunterbunt.. unter grauem Himmel..
Date: Wed, 18 Feb 2004 22:56

Lieber ..,
Skagen ist ein Ort in Dänemark. Es liegt am Meer und hat ein ganz besonderes nordisches Licht. Deswegen hat es auch viele Maler angezogen, die dort eine Künstlerkolonie gebildet haben. Der wohl bekannteste von ihnen ist Peter Kröyer, von dem ich dir vor langer Zeit mal geschrieben habe, weil ich damals ein Buch gelesen habe über seine schöne Frau Marie, die auch Künstlerin war.
Die "Skagenmaler" sind also ein Begriff für uns hier im Norden. Ich schicke dir ein Bild mit, wo sie sich selbst abgebildet haben.

Du brauchst nicht neidisch zu sein auf meine Freiheit. Nur noch zwei Tage - dann ist das ganze vorüber. Es wundert mich immer wie schnell die Zeit vergeht, wenn man frei ist. Eben vielleicht, weil man hofft dass die Tage richtig lang sein sollen.
Auch heute war ein grauer Tag und ich habe nur das Haus verlassen um einzukaufen. Hier sah es schon aus wie bei einer Kirchenmaus und ich musste mit Lebensmitteln nachfüllen.

Gestern abend habe ich "Les 400 coups" von Truffaut gesehen. Ein bisschen lustig, dass man diesen Film gerade jetzt zeigt, denn vorige Woche habe ich meine Schüler die ersten zehn Minuten dieses Films sehen lassen. Ich hatte mir diese 10 Minuten vor langer Zeit einmal als Kostprobe auf Video aufgenommen. Es passte gut zu unserem Text über die Geschichte des Films, wo gerade dieser Film als einer der wichtigsten der französischen "nouvelle vague" bezeichnet wurde.

Hoffentlich geht es deinem W bald wieder gut. So musst du wohl diese Woche auf seine Gesellschaft verzichten. Ich bin auch nicht so besonders begeistert von solchen Festen, wie die Fasnacht. 1:10.000 klingt gut. Aber ich denke es gibt mehrere, die dieselbe Einstellung haben wie du. Nur dass sich eben auch die irgendwo hinter ihren Gardinen verstecken. Hast du übrigens nun Gardinen in deinem Büro?

Ich weiss, dass du viel zu tun hast jetzt. Ich kenne schon ein wenig deinen Jahresrythmus und ich glaube um diese Zeit bist du immer ziemlich mit Arbeit überhäuft. Du bist lieb, dass du dir trotzdem Zeit nimmst mir meine tägliche Ration zu senden. "On devient responsable de ce qu'on apprivoise". :-)

Ich habe heute von einem sehr karismatischen Imam gehört, der zukünftig an einer katholischen Universität in den USA unterrichten wird. Taric Ramadan heisst er und er ist in der Schweiz aufgewachsen. Es gab einen Artikel über ihn vor kurzem in "Le Nouvel Observateur". Hast du je von dem Mann gehört?

Der Artikel über Rilke und seine zwei "Lieben" war ganz gut, aber doch auch etwas komisch. Ich weiss nicht ob es die Sprache war.. Aber die erste Passage war recht interessant. Ich dachte, vielleicht ist es auch so mit meinem Mausfreund. Korrespondenzen, die sich überlappen.. Im VL ist das ja durchaus möglich.
Siehst du, was mich gewundert hat ist, dass man auf dem Buch, das die zwei Freundinnen von Rilke, Clara und Paula schildert, das bekannte Bild von Kröyer sieht, wo er seine Frau Marie und ihre Künstlerfreundin abgebildet hat.

K hat gerade angerufen und mir mitgeteilt, falls ich es noch nicht wüsste, dass ich nun nur noch zwei Tage frei habe.. während er seine freie Woche ungraviert vor sich hat. Er ist ein richtiger Sadist, der es liebt solche Botschaften zu überbringen. Aber ich gönne es ihm, dass er eine zeitlang schöne faule Tage in seinem Heim geniessen kann. Wahrscheinlich wird er dann auch sein kleines Treibhaus einweihen. Nicht Mohrrüben, aber Tagetes wird er züchten. Du weisst, dass Rosen besonders schön blühen, wenn man Tagetes in ihrer unmittelbaren Nähe pflanzt. Sie bekämpfen die für die Rosen schädlichen Nematoden. Oder so ähnlich...
;-)))
"Il faut cultiver notre jardin"! Vielleicht hat er Recht, der alte Voltaire.
Weisst du, dass Voltaire auch Poet war? Hier ein paar Zeilen aus einem seiner Gedichte:

"On meurt deux fois, je le vois bien:
Cesser d'aimer et d'être aimable,
C'est une mort insupportable;
Cesser de vivre, ce n'est rien."

Was denkst du über das Bild von den Skagenmalern? Impressionistisch, oder?

Ich grüsse dich lieb und wünsche dir einen angenehmen Tag,
H+K,
Malou

Heute



in Schweden





Montag, 2. Juni 2014

Melancholia


  Sierre
...
Wenn ich an die Zeit im Wallis zurückdenke, werde ich ganz und gar
melancholisch. Es geschieht mir immer wieder. Und es ist mir nicht klar, ob
das gut oder ob das eher schädlich ist. Es ist diese spezielle Landschaft,
die eine ästhetisch sehr schöne und übersichtliche Welt damals gewesen ist.
Aber es ist natürlich auch die Erinnerung an die eigene Jugend, diese
grossen Erwartungen und Hoffnungen ans Leben, die ich damals gehabt habe. Es
sind die starken Gefühle und die Vorstellungen von einer weiten, wunderbaren
offenen Welt, an die wir damals geglaubt hatten.

Das Land, woraus wir vertrieben worden sind, das ist das Paradies. Die
Vertreibung produziert die Paradiese. Die Jugend ist ein Paradies,
allermeist. Ich habe dann auch neue Paradiese gesucht. Den Orient
einerseits, die Psychologie andererseits. Beides waren für mich unbekannte,
geheimnisvolle Landschaften, die mit meinem bisherigen Leben und der
Philosophie meiner Familie wenig zu tun hatten.

Lange Zeit habe ich versucht, mit Malen diese alten Welten und alten Zeiten
wieder zurückzuholen. Ich habe einige Landschaftsbilder im Wallis gemalt.
Eines davon hängt in unserer Stube. Es ist eine Ansicht vom lac de Géronde
in Sierre, das ich sehr liebe. Ich glaube, ich habe Dir schon einmal über
diesen wunderbaren See inmitten der Hügel von Siders erzählt. José, mein
Freund aus dem Club, der Moderedaktor, meint, das Bild sei in mystischen
Farben gehalten. Ich sei ein Mystiker, meint er.

Nun ja, Marlena, Du siehst, wie leicht ich mich in eine solche romantische
Psychose hineinmanövrieren kann. Ich kann wirklich schwelgen in meinen alten
Erinnerungen. Aber eigentlich nur, wenn ich darüber schreibe. Sonst
schwinden sie vorbei wie Wolken im Sommerwind.

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und ich hoffe, dass ich bald von Dir
höre.
Mit einem lieben Gruss

Ach ach - (12 september 2001)


Ämne: ach ach
Datum: den 12 september 2001 11:20

Liebe Marlena
Ja, Du hast recht. Ich bin gestern abend frühzeitig vom Büro weg.
Ich hatte Auto und Koffer hierhin mitgenommen, so dass ich dann
gleich von der Arbeit zum Flughafen fahren könnte. Das habe ich
auch so gemacht, mit viel Zeitreserve, damit ich ja nicht in Zeitnot
käme. Im Zug habe ich noch einen Amerikaner aus Philadelphia
getroffen. Er hat mich gefragt, ob ich gehört hätte, was in Amerika
passiert sei. Ich wusste allerdings nicht viel. meine Sekretärin hatte
erzählt, dass ein Anschlag auf das World-Trade-Center geschehen
sei, aber sie sei während der Information am Radio durch ein Telefon
unterbrochen worden. So fuhr ich nichtsahnend hinaus zum Flughafen.
ich war so früh, dass ich meinen De Crecenzo hervor nahm, um mich
in der Lektüre zu vertiefen. Bald kamen Crista und Robert, der Zahnarzt.
Sie war käsebleich. Sie hatten kein Gepäck, das fiel mir sofort auf. Die
ersten Worte waren, dass sie nicht mitkommen würden. Ich dachte, etwas
Schreckliches wäre in ihrer Familie geschehen, ein Todesfall oder so.
Erst allmählich begriff ich, weshalb sie nicht reisen wollten. Sie hatten
sich schon mit den übrigen Teilnehmern abgesprochen. Und einzig mich
hatten sie telefonisch nicht mehr erreicht. Alle kamen, alle kamen ohne
Koffer. Nur V blieb zuhause. Sie war immer eine der änstlichsten
gewesen, schon wenn es um Kleiderfragen im Iran ging. So blieb mir
nur die Entscheidung, ob ich allein reisen sollte oder nicht. Und ich ent-
schied mich, auch nicht zu reisen.
Wir wollten sehen, wie sich die politische Situation entwickeln würde.
Das ganze hörte sich an wie Krieg. Und wenn die Perser, die ja mit den
palästinensischen Terroristen offenbar verfilzt sind, daran beteiligt wären,
dann würden wir dort in des Teufels Küche geraten. Ich für mich allein
wäre sehr wohl gereist. Aber meine Kameraden sind alle älter, im Pensions-
alter und haben natürlich ein grosses Sicherheitsbedürfnis.

Noch vom Flughafen habe ich A in Teheran erreicht und ihr die Situation
erklärt. Sie konnte es nicht glauben. S war gerade unterwegs. Sie hat
Früchte eingekauft und in die Hotelzimmer gebracht, damit die Gäste einen
schönen Empfang hätten. Später habe ich dann auch sie erreicht. Sie hat nicht
viel gesagt. Aber ich weiss, was sie gedacht hat. Sie denkt, was soll denn
diese Geschichte mit Teheran zu tun haben. In Teheran ist es absolut still
und normaler Alltag. Allerdings hatte sie erst in den Abendnachrichten von
den Ereignissen gehört.
Ich hatte Schlüssel und Auto im Büro gelassen, konnte also abends nicht mehr
heim, denn B war auch unterwegs. So habe ich bei R+C übernachtet.
Sie haben sich viel Mühe gegeben und wir haben ein einfaches Nachtessen
gehabt mit langen Diskussionen. Natürlich war auch ihr Eisschrank leer. Aber
es war gut, Brot, Fleisch und Käse mit einem Schluck roten Weines.
Und jetzt bin ich wieder im Büro, habe das Reisebüro informiert und gehe
bald heim.
Wie sagte Kästner: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.
Es ist schade, S hat sich soviel Mühe gegeben und alles perfekt
organisiert. Die Freunde sagen, wenn die Situation sicher ist, könnten wir
am Sonntag vielleicht abfliegen. Aber man denkt hier, dass vielleicht
Afghanistan von diesem Terrorkrieg betroffen sein wird, vielleicht auch Teheran.
Man weiss eben nicht viel Genaues. Allerdings wird es sonntags wohl kaum
mehr freie Plätze haben im Swissairflug nach Teheran. Es ist wirklich
jammerschade für all die Arbeit.
Das ist das Neueste. Ich werde mir jetzt ein paar Sachen zum Essen einkaufen.
Die letzten Kartoffeln und Zwiebeln hatte ich montags meinen Nachbarn gegeben.
Whatever will be will be.
Mit einem schönen Gruss
...

11 september 2001 17:20

Ämne: Ach ...
Datum: den 11 september 2001 17:20

hast du die schrecklichen Nachrichten schon gehört???
Ich habe wirklich Angst, auch wegen deiner Reise...
Gruss
Marlena
Lass von dir hören wenn es möglich ist, bitte!