Donnerstag, 6. Februar 2014

noch nicht ganz "im Strumpf"


Ämne: noch nicht ganz "im Strumpf"
Datum: den 28 oktober  15:54

Liebe Marlena
Vielen Dank für Deine lieben Mails. Sie sind sehr "kurativ", sozusagen. Ich bin am Freitag um zehn heimgegangen und habe praktisch bis Samstag Mittag durchgeschlafen. Jetzt bin ich einigermassen wieder dabei. Es ist schönes Herbstwetter geworden, sonnig, morgens kühl, etwa bei 4° plus. Und wenn die Sonne in den Garten scheint, so leuchtet er in allen Farben. Das mag ich sehr. Meist sehe ich das ja nicht, weil ich im Büro hocke. Aber heute morgen habe ich es wieder einmal gesehen.
Ach Marlena, ich glaube, ich weiss, dass Du gut schützen und pflegen kannst. Das passt gut zu Deiner Art. Und ich vergesse nicht, wie Du mich in heikeln Situationen trösten konntest. Das hat mir sehr viel Eindruck gemacht.
Als Du mir versprochen hast, Du wolltest mich schützen, war ich bloss etwas skeptisch, weil ich Schutz eine vielleicht etwas defensive Geste finde. Ich hätte irgend etwas Progressiveres vorgezogen. Wir könnten doch zusammen Pferde stehlen, oder die Welt erobern oder auf den Tischen herumtanzen, meinetwegen. Aber manchmal braucht man auch Schutz, das muss ich schon zugeben. Und es ist sehr wohltuend, wenn jemand da ist, der dieses Gefühl geben kann. Das weiss ich sehr wohl, meine Liebste. Und dann werde ich auch für Deinen Schutz dankbar sein.
*
Jetzt muss ich wieder heim. Hier ist es einfach kalt. Und vielleicht bin ich noch nicht ganz im Strumpf. Ich werde ein paar Sachen mit nach Hause nehmen, um daran zu arbeiten.
Ich hoffe, Du hast eine gute Zeit in Deinen Studientagen. Was ist IT? ...
Ach, ihr Lehrer habt es doch so schön, dann und wann eine Exkursion,  ...  einmal hier, einmal dort. Das ist doch ziemlich viel Abwechslung. Ihr seid einfach zu beneiden.
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Auf jeden Fall wünsche ich Dir eine gute Zeit, nicht gleich eine ganze Woche, das magst Du nicht, aber doch für einen oder zwei Tage.
Ich küsse Dich rundum
...

Mittwoch, 5. Februar 2014

Du kommst doch mit?


Ämne: Du kommst doch mit?
Datum: den 26 oktober  09:29


Lieber ...,

Vielen Dank für deine schönen Mails. Ich merke, dass du echt in Stress bist mit deinem neuen PC. Ich habe Anna gefragt und sie hat mir erklärt, dass Mac wirklich so unterschiedlich ist von NT wie Tag und Nacht. Nun, wenn ich könnte, würde ich dir mein kleines Manual ausleihen und in kurzer Zeit würdest du dich wieder wie zu Hause fühlen. Aber du bist doch sehr intelligent, mein Schatz. Ich bin sicher dass du es bald ganz allein hinkriegst und ich kann dir ja einige Tips vermitteln, falls du es wünscht.
Bei uns ist es ja auch so, dass wir eigentlich nicht diese PCs privat verwenden sollen. Vor allem nicht chatten. Es heisst auch, dass man alles kontrollieren kann was man dort schreibt. Ich glaube aber dass dies nur der E-mailadresse gilt die ich am Arbeitsplatz habe. Man könnte zwar sehen dass ich im Hotmail war aber nicht was und wem ich geschrieben habe.
Vielleicht ist es doch das beste dass du weiterhin deine Privatpost auf dem kleinen Laptop machst. Oder doch einen eigenen zu Hause besorgen. Da kann ich dir behilflich sein, denn wir wissen was man vermeiden soll u.s.w.
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Ach, du musst dir keine Sorgen machen, dass ich zu kritisch bin gegen meine Mitmenschen. Ich bin sehr tolerant und bilde mir nicht ein dass man auf eine spezielle Weise sein muss um zu taugen. ---
Aber bei einem Studienrat, der in einem speziellen Fach unterrichten soll, muss man doch ein Minimum von Wissen verlangen können. Das meinst du sicher auch.
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Du willst es nicht, du sträubst dich dagegen von mir beschützt zu werden. So überlasse ich es von nun an dem lieben Gott und werde zusehen dass er es nicht versäumt. D.h. ich werde ihn ab und zu an seine Aufgabe erinnern. Ich dagegen lasse mich gern von dir beschützen. Wenn ich mich manchmal etwas gestresst oder bedrückt fühle wünsche ich mir dass du lieb deinen Arm um mich legst und mich ein wenig tröstest. Nur du kannst das ..
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Eigentlich wollte ich dir nur schnell mitteilen, dass ich heute Abend nicht den Wein mit dir trinken kann. Schon um 17.30 beginnt das Abschiedsfest für zwei Kollegen. Der eine davon ist M. Aber du weißt, ich kann nicht M sehen ohne dabei auch an dich zu denken. Und so werde ich wenn ich mein Glas hebe auch in Gedanken mit dir anstossen. Ich glaube es wird eine sehr schönes Fest werden mit gutem Essen und einigen Überraschungen. Wir sind bis jetzt 30 Personen angemeldet. Am liebsten würde ich das Fahrrad nehmen. Aber es regnet so schrecklich :-(
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Ich bin glücklich, dass du in meinem Leben bist.
Auf bald, hoffe ich
Marlena

No 2


Ämne: No 2 (Käse)
Datum: den 26 oktober  07:40



Liebe Marlena
Ich freue mich riesig auf die Flasche Bordeaux heute abend mit Dir. Die würde ich wirklich sehr gerne mit Dir geniessen. Bordeaux trinkt man ja in sehr kleinen Schlücklein, wir könnten also bis Morgen um 4 oder so zusammen sitzen und plaudern. Und dazu würden wir vielleicht ein bisschen Brot mit Käse geniessen. Neben Rilke und Verlaine und so. Ach, es wäre herrlich, wenn man nicht am nächsten Tag wieder frühzeitig auf müsste, um ins Feuer zurückzukehren.
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Ja, ich glaube, Du hast manchmal strikte Urteile und manchmal sehr tolerante. Ich glaube, in beruflichen Dingen bist du sehr strikt, gegenüber Dir selbst und Deinen Kollegen. Schliesslich geht es dabei auch um die Verantwortung gegenüber der Jugend.  ...

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Ja, ich habe mir gedacht, dass in der schützenden Haltung der Frau Konflikte liegen könnten. Aber es ist natürlich auch sehr schön, als Mann diese Loyalität zu spüren und dieses Gefühl der Gemeinsamkeit. Traditionellerweise war es eher umgekehrt. Der Mann hatte die Aufgabe, seine Frau zu beschützen. Doch ich glaube, wenn ich hier zum Fenster hinaus schaue auf den grossen Platz, dann möchte ich, dass Du dabei bist, dass wir gemeinsam diesen Ausblick geniessen, und nicht, dass Du irgend welche anderen Aufgaben übernehmen musst. Irgendwie hatte ich gefühlsmässig eine kleine Hemmung, mich von Dir schützen zu lassen. Ist es die Freiheit, die ich in Gefahr wähne? Ich weiss es nicht. Ich weiss aber auch, dass Du das mit aller Liebe und Umsicht tun würdest. Das weiss ich sehr wohl.
*
So trinken wir also nach dem Champagne heute abend unseren Bordeaux. Wieviel ist es denn? Soll ich Käse bringen? Es wäre herrlich, und auch die Jahreszeit wäre ganz prima für ein solches Unterfangen.
Ich werde an Dich denken heute Abend.
...

Dienstag, 4. Februar 2014

Praktisch Big Brother!


Ämne: Re: wie gesagt, zwischen Pannen ...
Datum: den 25 oktober  12:44


Ach Marlena,
mach nicht so ein Gesicht. Ich habe wirklich einen Wirbel mit meinem kleinen Labtop. Schliesslich konnte ich mit einiger Hilfe herausfinden, dass der Adapter einen Wackelkontakt hatte. Es war nie klar, ob ich ins Netz gelangen konnte oder nicht. Man fühlt sich irgendwie hilflos und echt auf schwachen Beinen. Ich besonders, wo ich nicht mal weiss, welche Marke von Computer ich habe, wenn sie mich im Laden danach fragen. Ich geniere mich echt, so als Greenhorn dazustehen und die Achseln hochzuziehen. Ich glaube, jetzt läuft es wieder.
*
Bald sollte auch der Internetanschluss auf meinem Büro-PC laufen. Aber ich habe bemerkt, dass sie das von der EDV Abteilung alles kontrollieren können. Ich kann von dort kaum in den ST. Sie können das alles zentral überwachen, wurde gesagt, jede Bewegung, die Du am Schirm machst. Ist das nicht schrecklich? Praktisch Big Brother!!! Ich werde wohl Walter dieses kleine Maschinchen hier abkaufen müssen. S überlegt sich, zuhause einen PC mit Netzanschluss anzuschaffen. Dann wäre die Verbindung wieder sichergestellt. Ich glaube, es bleibt nur der Weg über einen Anschluss zuhause.
*
Dass Du den Wein schon allein getrunken hast zur Bouillabaisse finde ich echt schade. Weshalb hast Du nicht auf mich gewartet? Ich wäre doch mit meinem Käse gekommen. Hast Du denn mein Käse-Mail nicht bekommen?
Und dann machst Du so ein Gesicht, so irgendwie schmollend. Was ist los, Marlena? Was hast Du dagegen, Dir eine gute Woche zu wünschen? Ich verstehe Dich nicht so genau!
Aber Du wirst es mir sicher erklären
Mit einem lieben K-K-Kuss
...

Montag, 3. Februar 2014

Sonntag, 2. Februar 2014

Gute Woche


Ämne: gute Woche !
Datum: den 23 oktober  07:49


Liebe Marlena
Ach, Du sagst wieder, dass ich Dich zu sehr lobe, dass Du meine Augen scheuen wirst. So sollst Du nicht denken, meine Liebe. Wenn ich jemanden mag, bin ich überhaupt nicht kritisch. Ich toleriere alles. Du kannst dann daherkommen wie eine Zigeunerin, Tischmanieren wie Clochard demonstrieren, und weiss Gott was alles. Ich würde Dir alles verzeihen. Vielleicht nicht ewig, aber doch die erste Zeit, bis ich ein wenig realistischer gewowrden bin. Doch im ersten Moment droht gar keine Gefahr, da bin ich eher blind, glaube ich.
Aber es gibt auch gar keinen Grund, bei Dir die Augen verschliessen zu müssen. Und das weißt Du ja sehr wohl.
Aber auf Deiner Seite war ich doch auch schon überrascht, welch kritischen Worte Du für einige Deiner Kollegen finden kannst. Da finde ich doch eine gewisse Strenge. Du weißt was ich meine. Ich kann zwar Deine Haltung nicht genau beurteilen, denn ich kenne ja die Typen nicht. Vielleicht würde ich genau so urteilen wie Du. Aber ich fand Deine Worte erstaunlich hart.
Und süss finde ich, liebe Marlena, dass Du mich beschützen möchtest. Das klingt sehr mütterlich. Nun ist das für einen Mann sicherlich eine alte Sehnsucht, beschützt und behütet zu werden. Aber es ist auch ein wenig gefährlich, oder konfliktträchtig, glaube ich. Aber wir sind ja weit davon entfernt, dass Du das wirklich machen kannst. Und deshalb geniesse ich Deine Absicht, Marlena, und ich danke Dir für Deine lieben Worte.
*
Gester abend waren wir wieder bei Onkelchen. Und er hat mir etwas erzählt, was mich doch erstaunt hat. Er hat erzählt, dass er am vorigen Abend noch zwei Gläser Bordeaux getrunken habe. Und dann hatte er einen schlechten Traum. Er habe geträumt, dass in seiner Bachstube irgend etwas mit dem Teig für die Fastnachtsküchlein falsch gelaufen sei. Und er habe sich sehr geärgert und sei in Aufregung geraten und er musste seiner Frau, die oben in Laden und Tea Room tätig war, er musste ihr mitteilen, dass diese Küchlein nun einfach nicht bereit seien. Und er sei in Angst und Unruhe auftewacht und froh gewesen, dass es bloss ein Traum war.
Schau mal an, Marlena, 25 oder 30 Jahre, vielleicht mehr, nach seiner Arbeit , träumt er immer noch davon. Das zeigt eigentlich, wie tief die Spannungen und Aufregungen der Arbeit im Körper sitzen, wie stark sie unsere Psyche belasten und in Bewegung setzen. Ich habe nämlich dasselbe von meinem ehemaligen Lehrer gehört. Er hat mir auch geschrieben, dass er anfangs, nach seiner Pensionierung, richtiggehende Angstträume gehabt hat.
*
Sehen wir uns also vor, meine Liebe. Im Moment haben wir die Belastung der Arbeit, und später, im troisième âge haben wir die Belastung der Träume. Es geht immer weiter. Sehen wir uns vor. Wir müssen das alles lockerer nehmen.
*
Ich wünsche Dir eine feine Zeit, meine liebe Marlena
Mit vielen KKKK und mit S
...

Samstag, 1. Februar 2014

Sonntag Abend


Ämne: Sonntag Abend
Datum: den 22 oktober 16:59

Lieber ...,

Erst nachdem ich mein letztes Mail abgeschickt hatte konnte ich deine öffnen. Nochmals herzlichen Danke dafür. Ja, der Text über Diogenes hat mir sehr gefallen. Ich bewundere solche Menschen.. nicht alles an ihm, wie du sicher verstehst.. aber eben Menschen die wagen sich selbst zu sein. Ich beneide sie ein wenig darum. Aber wir beide können uns in unserem Beruf so was wirklich nicht leisten. Denk dir nur wohin uns das bringen würde? ;-) Aber ich glaube doch dass ich bekannt bin dafür dass ich ziemlich viel Mut habe meine Meinungen zu äussern.
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Du hast dich gefreut weil du nun eine Arbeit begonnen (beendet?) hast, die du lange aufgeschoben hattest. Ich freue mich mit dir. Aber sag mir einmal genauer um was es geht. Ist es dir gelungen für deine Region Geld zu erhalten von "oben"? Oder ist es etwas ganz privates? Erzähl mir davon, chéri.
Ja, ich kenne es und sehe es auch gelegentlich bei K. . Manchmal sträubt man sich so sehr dagegen mit einer Aufgabe zu beginnen, dass man tausend andere Dinge machen kann nur um zu entfliehen. Und dann, wenn man es schliesslich hinter sich hat, fühlt man sich erleichtert und sehr wohl zumute. Ich habe deine Freude bis hierher gespürt. :-)
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Ja, ..., es geht mir ähnlich wie dir. Auch du bist mein bester Freund geworden in dieser Zeit und ich fühle mich dir sehr nahe. Ich liebe deine Mails und sehne mich ständig danach. Ich bewundere deine Intelligenz und dein Einfühlungsvermögen, ich liebe deinen feinen Humor, deine Wärme, deine Spiritualität .. ich liebe deine platonischen Zärtlichkeiten, deine warme Stimme.. Ich liebe dich, weil du mein Leben bereicherst.. weil ich dein Leben und deine Gedanken mit dir teilen darf.. und ich sehe ihn vor mir, diesen Mann, der am Fenster steht und auf den Platz hinunterschaut. Ich möchte ihn beschützen und für ihn dasein... für immer..
*
So mein Liebster, bald beginnt ein neuer Tag und ich muss nun ins Bett. Ich hätte dich gern eine Weile getroffen in der Bar und mit dir angestossen.. Aber es kommen sicher andere Gelegenheiten.
Je t'embrasse, mon chéri, et te souhaite une très bonne journée.
À bientôt, j'espère
Marlena