Mittwoch, 20. Februar 2013

Energiemangel


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Nja, die Traurigkeit und der Energiemangel sind Dinge, die nicht leicht zu vertreiben sind. Es braucht viel Licht und eine gute Portion Anfangsenergie. Es braucht eine Art von Treiber, wie im PC, stelle ich mir das vor. Ich meine, man sollte anfangs etwas unternehmen, obwohl man absolut keine Energie dazu hat. Das hört sich wirklich paradox an und ist es auch. Aber dann kommt die nötige Energie Tropf um Tropf. Na ja, so wenigstens stelle ich mir vor, müsste es funktionieren. Um Energie zu gewinnen muss man so tun, als ob man viel Energie hätte. Das eben ist die Treiberenergie. Frag mich nicht, weshalb der liebe Gott den Menschen so verzwickt und kompliziert gebaut hat. Es hätte bestimmt einfachere Lösungen gegeben. Klar, schau Dir die Eichhörnchen an: immer putzig süss und den Schwanz aufrecht und hops … sind sie schon auf den Bäumen.



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Montag, 18. Februar 2013

Katzen


Datum: den 2 februari  16:56

Liebe Malou
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Im Moment sehe ich auf dem Balkon gegenüber, bei der Drogerie, zwei schwarze Katzen sitzen. Ich glaube, sie karisieren. So hatte man damals im Wallis gesagt. Das heisst, sie sind daran, sich zu verlieben, oder sie tun es schon jetzt. Ist denn jetzt die Zeit für die Katzen? Und die Jungen kommen dann im März. Und es ist merkwürdig, wie gelangweilt die beiden ausschauen. Sie drehen den Kopf nach allen Seiten, um zu zeigen, dass das Gegenüber nicht wichtig sei. Ach nein, ich glaube nicht, dass Katzen so denken. Unmöglich. Wahrscheinlich sind sie bloss unschlüssig, wo und wie sie es treiben sollen, hier vor allen Leuten oder vielleicht lieber hinter der Mauer, wo sich die Mäuse darüber ergötzen?

Re:

Ach, deine Gedanken über die Katzen ;-))) Sie verraten einiges über dich, mein lieber Mausfreund. Ich persönlich glaube ihr Uninteresse an einander kommt davon, dass sie ganz einfach Geschwister sind. Und wenn sie sich suchend umgucken, na ja, dann ist es vielleicht um zu sehen bei wem man dann im März seine Serenade vortragen könnte. Wenn du wüsstest wie oft ich sowas gehört habe in meiner Kindheit. Manchmal war es ein ganzer Chor. Und dann sind sich die Rivalen in die Haare geflogen und es gab ein rieisges Geschrei sodass man im Nachthemd hinaus musste um die Liebeskranken wegzujagen. ;-)





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Sonntag, 17. Februar 2013

mein Modellierkurs


Liebe Marlena
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Habe ich dir erzählt, dass ich im Januar in einem Modellierkurs war.
Es waren etwa 10 Sitzungen à 3 Stunden. Jeder konnte modellieren,
was er wollte. Ich fand mich dort in einem Kreis von Hausfrauen
wieder und war effektiv der einzige Mann, neben dem Künstler.
Das mochte ich eigentlich nicht so besonders, aber ich habe mein
Schicksal mit Würde getragen. Das muss ich sagen, angesichts der
Tatsache, dass einige dieser Damen echte Plaudertaschen waren.
Doch es gab auch einige darunter, die schon jahrelang diesen Kurs
besuchen und wirklich künstlerische Ambitionen haben.
Also, ich habe versucht, einen Frauenkopf zu modellieren, eine Büste,
um genau zu sein. Und jedes mal, wenn ich nach einer Woche wieder
an meiner Dame Hand anlegte, veränderte ich sie völlig, dass niemand
sie wiedererkannte. Sie war wirklich sehr unruhig und wandelbar und
unzuverlässig, meine Dame. Aber so nach etwa 4 oder 5 Sitzungen
beruhigte sie sich etwas, sie wurde solider und konstanter. Der
Künstler hatte sie auch einmal in seine fachmännischen Finger
genommen und ihr den Hals wieder ein bisschen dicker gemacht.
Ich wollte eigentlich gerne einen dünnen Hals, so wie derjenige
von Nofretete, die wir über Weihnachten in Berlin gesehen hatten.
Aber mein Künstlerlehrer fand, man könne die Erde nicht überlisten,
sie eigne sich nicht für dünne Hälse. Und so liess ich einen robusten
Hals zu, nicht gerade ein Bauernfrauen-Hals, aber doch ein
Athletinnen-Hals.
Und dann habe ich meiner Figur auch eine respektable Frisur
gemacht, eine Art Knopf (nein, kein Schwänzchen, wie du vielleicht
jetzt gedacht hast, hier doch nicht mehr!).Doch diese Frisur war ein
bisschen schwer, so dass meine hübsche Dame stets den Kopf
langsam zum Himmel gedreht hat. Die Haare haben einfach hinten
durch ihr Gewicht heruntergezogen. Und so schaute ihr Gesicht
schlussendlich zum Himmel. Man könnte sagen, sie sei eine
Regenbeterin, die ohnehin erst anfangen zu beten, wenn sich die
Wolken schon zusammenziehen. Und am letzten Kursvormittag
hatte ich noch die Idee, ihr noch hände vorna an die Brust zu heften.
Ich hatte dafür gute ästhetische Gründe. Und zugleich gaben die
Händeflächen eine gute Antwort auf die Gesichtsfläche. Jetzt
sieht sie wirklich aus wie eine Regenbeterin. Ich sag es dir, liebe
Marlena. Wenn wir hier einen nassen Sommer haben werden,
dann weiss ich weshalb.
Ich habe meine Figur noch im Atelier des Künstlers gelassen.
Ich werde sie gelegentlich holen. Sie kann dort noch trocknen.

Samstag, 16. Februar 2013

Orphei Drängar



O Djuret på OD:s plats i Uppsala
  





Mittwoch, 13. Februar 2013

Gegen die Zeit ...


Liebe Malou
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Ja, vielleicht ist schreiben einfach aus diesem Grunde gut: gegen die
Zeit zu schreiben, erzählen, wie es war. Gegen diesen schleichenden
Untergang anschreiben, den alles erfasst und der alles mit sich
reisst. Ich werde traurig und wütend gleichzeitig, wenn ich davon
rede. Du nicht, Malou? Wie das Leben vergeht, ist doch einfach
ungeheuerlich, ungerecht, absolut brutal!!! All die Verstorbenen und
Vergessenen, stell dir vor, wo sie sind! Es macht mich wahnsinnig,
wenn ich daran denke.
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Nietzsche ... und Freud


Ämne:  Late night show
Datum: den 10 februari 2001 02:19

Liebe Marlena
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Zur Zeit lese ich Nietzsche. In meiner katholischen Mittelschule war er natürlich ein absoluter Teufel und eine persona non grata. Was immer ich über ihn gehört hatte, ich musste zum Schluss kommen, dass er nicht ganz richtig im Kopf sei. Und jetzt, wenn ich ihn lese, muss ich feststellen, dass er doch sehr intelligent und auch ein guter Psychologe war. Ich weiss, dass Freud ihn bewundert hat. Und er war Professer der Altphilologie in Basel. Und er soll ein sehr scheuer Mensch gewesen sein. Er hatte auch Stunden im Mädchengymnasium in Basel. Und als die Mädchen ihm in einer Stunde einen Blumenstrauss auf das Katheder gestellt hatten zu seinem Geburtstag, da soll er sein Pult während der ganzen Stunde gemieden haben, als ob er alles nicht gesehen hätte. Er war ein wunderlicher Kerl. Und später, in Turin, soll er weinend ein Pferd umarmt haben, weil es vom Kutscher geschlagen worden war. Aber zu jener Zeit war er schon hinüber.
Nein, er ist wirklich sehr intelligent, unser Herr Nietzsche. Und er ist ein echter Philologe. Die Art, wie er argumentiert, ist wirklich so sehr am Text haftend, wie man es heute selten mehr sieht. Diese gewisse Flüchtigkeit und Verbalität der Argumentation, das liest man nicht mehr heutzutage. So wenigstens habe ich das Gefühl. Und ich glaube, ich habe ein ziemlich gutes Gefühl für Sprache.
Wie könnte man seine Erkenntnisse zusammenfassen? Ich würde im Moment sagen, dass sein Hauptsatz heisst: unsere Welt ist ein Kunstwerk. Wir machen die Welt selbst. Es ist nicht so, dass sie da wäre, und dass wir sie uns anschauen oder zu Gemüte führen müssten. Nein, unsere Welt ist soviel wie ein Traumgebilde. Und wir sind die Träumer, das heisst, wir sind Künstler. Wir hängen viel zu sehr an der Realität, denn eigentlich hängt ja die Realität von uns ab. Das waren schon ziemlich revolutionäre Gedanken am Ende des letzten Jahrhunderts. Wir sind der Grund der Realität. Und nicht die Welt.
Das heisst doch wohl, wenn wir an der Welt verzweifeln, dann verzweifeln wir an uns selbst. Und das, meine liebe Marlena, ist nicht neu.
Er war wirklich genial, Nietsche. Ich muss noch etwas mehr lesen von ihm.

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Ja, unsere Vorstellungen von Glauben sind vom modernen Wissen geprägt. Und wenn Du sagst, Du beneidest Menschen, die einen starken Glauben haben, so meine ich dasselbe. Aber ich meine darüber hinaus, dass man einen solchen Glauben haben kann, ohne religiös im kirchlichen Sinne zu sein. Es gibt vielleicht junge Menschen, die ein bestimmtes Lebensziel haben. Und sie glauben daran und erreichen es damit auch. Ich meine diesen starken Glauben, dass man Wünsche hat, dass man glaubt, die Wünsche werden wahr, und dass sie schliesslich auch wahr werden. Man sagt dann, diese Menschen seien "willensstark", sie "wissen, was sie wollen" und so weiter. Aber eigentlich haben sie doch bloss in sich einen starken Glauben an das, was sie sich wünschen, und dass sie es schaffen werden. Wahrscheinlich fühlen sie diese gewünschte Zukunft als Teil von sich, und nicht äusserlich wie jene Menschen, deren Wünsche dann nicht erfüllt werden. Sie wünschen sich also beispielsweise nicht, dass sie einen Lottogewinn machen werden. Denn so was liegt nicht in der Möglichkeit ihrer Selbstwirksamkeit. So was hängt allein vom Zufall ab. Aber gesund zu sein, ein berufliches Ziel zu erreichen, einegute Ehe zu führen, Rom zu besuchen (um dann zu sterben, wie die Redensweise sagt), all dies sind solche Dinge, an die man glauben kann. Die Psychologen haben einen Begriff, der diese menschliche Kapazität auch einigermassen meint. Es ist die "Selbstwirksamkeit". Menschen sind überzeugt, dass das, was im Leben geschieht, letztlich auf sie selbst und ihre eigenen Bemühungen zurückgeht. Und das erlaubt letztlich, ihnen "mein" Leben zu sagen. Ach, ich glaube, das ist schon wieder ein wenig existenzialistisch gedacht. Aber natürlich ist es trotzdem richtig. Der Existenzialismus hatte ja doch Einsichten, die immer noch richtig sind. Und wenn ich Nietzsche lese, merke ich, dass er sie vorher schon gehabt hat. Es gibt doch diese merkwürdige Bemerkung Freuds, der gesagt, und vielleicht sogar irgendwo geschrieben haben soll, dass er nicht mehr Nietzsche lesen könne, weil der Philosoph viele der Einsichten schon gemacht hatte, die Freud mit seinen langsamen undgründlichen Überlegungen in seinen Schriften dann schliesslich auch mache.Ich bin überzeugt, dass das auch wirklich so war. Ich glaube, dass die Psychoanalyse damals "in der Luft" gelegen hat. Die Leistung Freuds liegt vielleicht weniger in der Erfindung der Psychoanalyse als in der fleissigen Sammel- und Schreibarbeit. Es gibt jene hübsche Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens, die mir sehr psychoanalytisch vorkommt. Sie glaubt an dieselben Mechanismen, an die auch die PA glaubt.

Sigmund Freud muss sehr ehrgeizig gewesen sein. Das sieht man an jener Denkfigur über die dreifache Kränkung der Menschheit. Die Figur ist gut, aber sie zeigt auch seine Ambitionen. Freud meint, der erste Kränkung, welche die Menschheit zu verkraften hatte, sei die Erkenntnis Kopernikus' gewesen. Er habe damals - mit dürftigen Mitteln übrigens - bewiesen, dass sich nicht etwa die Sonne um die Erde, sondern die Erde um die Sonne drehe.Das hatte man zwar schon in der Antike gewusst, aber wieder "vergessen". Die Beleidigung des menschlichen Selbstbewusstseins lag ja wohl darin, dass wir einsehen mussten, dass wir und unsere Welt nicht das Zentrum des Alls sind. Wir hausen auf irgend einem "Nebenstern". Und die zweite Beleidigung dann kam von Darwin und seiner These der Evolution, --  Darwin hat übrigens nicht behauptet, wir stammten vom Affen ab. Und er konnte seine Theorie auch nicht so genau beweisen, weil da noch das sog. "missing link" fehlte. Es war ein reiner Indizienprozess. Aber die Beleidigung bestand darin, dass wir Menschen eben auch bloss gut entwickelte Tiere seien. Und auch mit dieser Aussage hatte der Vatikan seine grosse Mühe. Und schliesslich kam noch Freud und behauptete, dass der Mensch nicht Herr im eigenen Haus sei. Viele seiner Gedanken, Wünsche und Taten sind nicht besonders rational, wie es scheint,sondern sie sind beeinflusst vom Unbewussten, welches sozusagen ein eigenes trübes Regime führt. Aus der dunkeln Suppe des Unbewussten also handelt derMensch, und er ist nicht (vielleicht nicht nur?) dieses animal rationale, das man immer behauptet hatte.

Ist deutlich, dass das eine hübsche Denkfigur darstellt. Man könnte sich natürlich fragen, wer denn sei "die Menschheit"? Gibt es da eine Kollektivseele, die sich beleidigen lässt? Lassen sich gut entwickelte Affen auf dem Nebenstern, die aus biologischen Urgründen handeln und denken, lassen sie sich wirklich beleidigen? Und wenn ja, welches wäre die nächste, die vierte Beleidigung? Vielleicht jene von Präsident Bush, der immer wieder in die Welt schreit, dass es neben den Menschen auf unserer Welt noch wilde Tiere gebe, die sich darauf spezialisierten, Terror zu treiben? Ich meine, das allein bestätigt schon Darwin, dass wir hier mehr oder weniger in einem Affenhaus leben.

---Mlgukua

Dienstag, 12. Februar 2013

Kommst du?





Ämne: Kommst du?
Datum: den 4 februari 2003 16:26


Lieber ...,
Nun habe ich ihn hinter mir, den strengsten Tag der Woche und ich kann mich entspannen und ein bisschen von der Arbeit loslassen.
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Auf dem Heimweg habe ich etwas eingekauft und ich konnte nicht widerstehen, als ich sah dass man ganz frische "semlor" verkaufte, du weisst diese Semmeln mit Schlagsahne und Marzipan gefüllt, die man eigentlich erst am Fastnachtsdienstag essen sollte. Und sogar zwei habe ich gekauft, weil sie eben so verpackt waren. So möchte ich dich nun mit der einen verführen. :-) Viele legen sie in einen Teller mit warmer Milch drum aber mir schmecken sie am besten so wie sie sind. Herrlich!!
Dazu nehmen wir uns eine Tasse Kaffee. Kommst du?

Ich schicke dir dieses kleine Mail nun ab damit du es noch heute bekommst und schreibe dir später noch ein paar Zeilen.

Ich grüsse dich lieb,
Marlena