Sonntag, 10. Februar 2013

"Souveränität der Erzählerrolle"

--

Soll ich dir ein Beispiel zeigen, welches die Souveränität der Erzählerrolle, die Erzählmaske nennt man sie ja auch, zeigt? Man sagt immer, dass der Künstler, der Erzähler, der Maler eine göttliche Rolle einnimmt, indem er wie ein Demiurg eine eigene Welt kreirt. Es ist nicht blosse Abbildung, sondern es ist die Gestaltung, die Kreation einer neuen, einer eigenen Welt. Du hast mir auf wunderschöne Art und Weise vom Fest am letzten Freitag erzählt, als sich das Dach leicht hob, ob der guten Stimmung. Und du hast den Gastgeber herausgepickt, und ihn mir freundlich vorgestellt. Und alle anderen Gäste, ausser vielleicht dich selbst, hast du weggelassen, indem du die elegante Wendung fandest, du hättest sie mir in Gedanken längst beschrieben. Du erinnerst dich sicherlich, denn eine solch schöne Wendung ist nicht unbewusst, sondern gut und bewusst erfunden. Ich habe noch selten jemanden gehört, der so elegant Dinge übergehen kann. Ich meine, du erzählst sie nicht, und trotzdem schliesst du mich ein. Du lässt mich nichtwissend wissen. Du kannst mir nicht alles erzählen, und doch lässt du mich überall dabei sein. Ach Marlena, du darfst nicht sagen, ich mache dich perfekt. Sowas ist einfach perfekt. Das ist so schön und elegant erzählt, ich kann dir kaum ausdrücken, wie mich das berührt. Ich glaube, es ist sehr ähnlich der Art, wie du tröstest. Ich habe so etwas noch nie erlebt in meinem Leben. Vielleicht habe ich es schon von Personen erfahren, aber sicherlich nie bewusst erlebt. Es ist für mich eine wunderbare Bereicherung, und ich bin dahin und meine Liebe wird immer - wie soll ich sagen - gefährlicher. Ich weiss nicht mehr, wie ich meine Seele zurückhalten kann.



.

O süsses Lied



Blauer Geiger Marc Chagall


Ich kann es nicht sein lassen. Schicke dir noch ein Gedicht von Rilke. Dieses kennst du ganz bestimmt, aber vielleicht hast du es lange nicht mehr gelesen.


LIEBESLIED

(Capri 1907)

Wie soll ich meine Seele halten, dass
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich
der aus zwei Saiten e i n e Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süsses Lied.


Wünsche dir einen schönen Tag
Marlena

Samstag, 9. Februar 2013

Freitag, 8. Februar 2013

Semmelzeit


.



date    7 February 2005 18:17
subject    PS ... Semla


Lieber ...,

Schau dir mal das an:

http://www.aftonbladet.se/vss/matovin/story/0,2789,595328,00.html

du musst runterscrollen, und du wirst sehen, dass man sogar die
verschiedenen "Semmeln" benotet hat. Verrückt, wie?
Sicher verstehst du einiges von dem Artikel, obwohl er auf Schwedisch
geschrieben ist.
Hol dir eine  (in Jalles Bäckerei  sollen sie besonders gut sein)  und
lass dir gut schmecken, morgen.

Ach, erst jetzt sehe ich die Preise.. (2½ Euro)  Es lohnt sich, die
Dinger selbst zu backen.. Also, komm lieber zu mir und lass dich
verwöhnen. :-)

Mit lieben Grüssen,
Malou

Rezept hier

Mittwoch, 6. Februar 2013

Montag, 4. Februar 2013

Einmal im Leben ..


Weißt du Marlena, was ich gerade beschlossen habe? Das ist natürlich
wieder einmal ein bisschen verrückt. Aber es ist nun mal so. Einmal
im Leben werden wir uns sehen. Mindestens einmal. Vielleicht nur
eine Stunde, vielleicht weniger, vielleicht nur für dein helles Lachen.
Vielleicht nur eine Zwischenlandung oder eine Durchfahrt irgendwo
auf dieser Welt. Vielleicht sind wir dann schon alt und werden uns
zitterig umarmen. Aber einmal werden wir uns sehen. Da bin ich mir
ziemlich sicher. Ich habe bisher in meinem Leben alle Ziele erreicht.
Aber du musst dir keine Sorgen machen, wir werden §3 und §5
berücksichtigen.



Freitag, 1. Februar 2013

"Die Himmelstür zum Cyberspace"


Ich habe gerade ein interessantes Buch gefunden, das zu lesen ich angefangen habe. Es heisst "Die Himmelstür zum Cyberspace" von einer amerikanischen Wissenschaftsjournalistin namens Margaret Wertheim. Ich bin noch nicht so weit in der Lektüre, aber man kann alles nachlesen, was wir beide schon diskutiert haben über Platonismus, den klassischen Dualismus von Körper und Geist, den Cyberspace als die RES COGITANS Descartes' und viele ähnliche Dinge, inklusive alles, was mit dem Symbol eines Turmes assoziiert sein könnte. Ich glaube, Marlena, wir haben unsere imaginären Bedingungen gar nicht so schlecht durchschaut. Und darüber können wir doch ein wenig stolz sein.
Solche Fragen der modernen Medien, und wie sie unser Weltbild verändern können, das interessiert mich mehr als die technischen Fragen des EDV-Systems. Doch natürlich muss ich zugeben, dass ich oft bei Diskussionen schweigen muss, und dass ich in vielen kleinen Situationen des Alltages ein wenig hilflos sein kann.