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Soll ich dir ein Beispiel zeigen, welches die Souveränität der
Erzählerrolle, die Erzählmaske nennt man sie ja auch, zeigt? Man sagt
immer, dass der Künstler, der Erzähler, der Maler eine göttliche Rolle
einnimmt, indem er wie ein Demiurg eine eigene Welt kreirt. Es ist nicht
blosse Abbildung, sondern es ist die Gestaltung, die Kreation einer
neuen, einer eigenen Welt. Du hast mir auf wunderschöne Art und Weise
vom Fest am letzten Freitag erzählt, als sich das Dach leicht hob, ob
der guten Stimmung. Und du hast den Gastgeber herausgepickt, und ihn mir
freundlich vorgestellt. Und alle anderen Gäste, ausser vielleicht dich
selbst, hast du weggelassen, indem du die elegante Wendung fandest, du
hättest sie mir in Gedanken längst beschrieben. Du erinnerst dich
sicherlich, denn eine solch schöne Wendung ist nicht unbewusst, sondern
gut und bewusst erfunden. Ich habe noch selten jemanden gehört, der so
elegant Dinge übergehen kann. Ich meine, du erzählst sie nicht, und
trotzdem schliesst du mich ein. Du lässt mich nichtwissend wissen. Du
kannst mir nicht alles erzählen, und doch lässt du mich überall dabei
sein. Ach Marlena, du darfst nicht sagen, ich mache dich perfekt. Sowas
ist einfach perfekt. Das ist so schön und elegant erzählt, ich kann dir
kaum ausdrücken, wie mich das berührt. Ich glaube, es ist sehr ähnlich
der Art, wie du tröstest. Ich habe so etwas noch nie erlebt in meinem
Leben. Vielleicht habe ich es schon von Personen erfahren, aber
sicherlich nie bewusst erlebt. Es ist für mich eine wunderbare
Bereicherung, und ich bin dahin und meine Liebe wird immer - wie soll
ich sagen - gefährlicher. Ich weiss nicht mehr, wie ich meine Seele
zurückhalten kann.
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Sonntag, 10. Februar 2013
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