Mittwoch, 26. Dezember 2012

Sonntag, 23. Dezember 2012

God Jul och Gott Nytt År




önskar jag er alla
Malou




Samstag, 22. Dezember 2012

Schweden 22. Dezember



Danföredanföredopparedan


Ja, so heisst er dieser Tag.:          
Der-Tag-vor-dem-Tag-vor-dem- Eintunktag...   

Es hat mit dem Weihnachtsschinken und der
Brühe zu tun, in die man Fladenbrot (?) eintunkt.
Ich bin froh, dass ich alles, oder fast alles, was mich aus dem
Haus treibt, hinter mir habe. So spät wie gestern Abend haben
Anna und ich noch an mehreren Tankstellen in der Region
nach einem Baum gesucht. Und schliesslich haben wir zum
Glück einen akzeptablen gefunden. Es gab sonst nur noch
schreckliche Monster.
Heute werden wir Weihnachtsgebäck machen. Ein Stollen,
ein Rosinenpfefferkuchen und Vanillekipferl (altes
österreichisches Rezept) gehören dazu. Das Saffronsgebäck
habe ich ja schon zu Lucia gebacken. Und morgen wird dann
der Baum geschmückt. Wir setzen immer eine Ehre darin
den "Allerschönsten" zu haben.. *s*
Ich schicke dir ein paar Bilder mit von aktuellen Dingen.
Der Baum (von vorigem Jahr), das Schneebild, weil es
wahrscheinlich am "julafton" (Weihnachtsabend) so hier
aussehen wird.. *hoffentlich* und dann der Schinken, ein
absolutes "muss" auf jedem schwedischen "julbord".
....
(R) Dezember 2004

Freitag, 21. Dezember 2012

Blick durchs Fenster




                                                                        heute


Dienstag, 18. Dezember 2012

Re: Real life..

(ungekürzt)

Chère, voilà une confession sans retenue aucune ... (Rilke)

Liebe Marlena
Dein Sonntags Mail ist schön, ein bisschen nachdenklich, aber schön. Und ich hoffe, dass die sonnigen Grüsse nicht nur vom Wetter, sondern von dir direkt stammen, also von deinem sonnigen Gemüt.
Ach, das Rilke Gedicht ist wirklich sehr dramatisch, eine Dramatisierung der platonischen Liebe. Sie ist stärker als der Körper, sie braucht den Körper nicht. Sie ist die absolute Vergeistigung, schon in der Nähe des Religiösen. Der Gedankengang scheint mir natürlich auch etwas masochistisch. Und er scheint mir feminin. Liege ich da richtig?
Weißt du, dass Rilke eine Schwester hatte, die aber früh, kurz nach der Geburt schon gestorben war? Offenbar hatte seine Mutter ihn dann bis ins 5. Lebensjahr wie ein Mädchen gekleidet und erzogen. Er hat doch schon sehr feminine und sensitive Züge.
Wenn ich das Gedicht lese und mir vorstelle, dass du es sagst, zitierst, dann wird es mir etwas komisch ums Herz. Einerseits ist es so intensiv in der Konsequenz des Gedankengangs und der Selbsthingabe bis hin zum verbrannten Hirn, so dass nur noch Blut bleibt. Andererseits denke ich an dich, wie ich dich auf den zwei Bildern sehe. Also, diese zwei Vorstellungen möchte ich nicht zu nahe zusammen bringen. Ich sehe dich lieber blühen, Marlena. Nun ja, die eine Vorstellung ist eben 100% platonisch und die andere ist zu einem schönen Teil Fleisch und Blut, also ziemlich lebendig.
Was mich amüsiert hat ist die Tatsache, dass du nach dem Gedicht gesucht hast, wie ich fast gleichzeitig nach meinen Büchern gesucht habe. Gibt es wirklich solche Parallelen zwischen Stockholm und Basel? Du hast dieses schöne Gedicht gefunden und ich habe gefunden:
2 Bände Rainer Maria Rilke Chronik seines Lebens und seines Werkes
Rainer Maria Rilke Duineser Elegien
Letzteres ist ein kleines dünnes Büchlein. Ich habe es erst im August 98 gekauft. Ich kann mich noch gut erinnern. Ich wusste sehr wohl, dass ich diese Duineser Elegien schon zuhause hatte. Trotzdem habe ich das Büchlein in jenem Sommer gekauft. Ich fand, es sei so schön klein und man könne es überall mitnehmen.
Und die 2 Bände habe ich mal in einem Antiquariat billig gekauft. Es ist eine minutiöse Chronik seines Lebens und man kann praktisch für jeden Tag sehen, wo er gerade war und an wen er Briefe geschrieben hat. Er war ja ein grosser Briefeschreiber.
Ich will mal suchen, wann er in Ronda war und was er dort geschrieben hat. Er schreibt über Ronda am 31. Dezember 1912 an Rodin in Paris:
"Ronda où je suis à présent est un pays icomparable, un géant de rocher qui supporte sur les épaules une petite ville blanchie et reblanchie à la chaux et qui, avec elle, fait un pas sur la mince rivière, tout comme Saint Christophore avec l'enfant Jésus; je comprends qu' on trouve partout ici son image dans les églises; et il est tout fait pour en être le Patron".
Oder am 17. Dezember schreibt er an Fürstin Turn und Taxis von Ronda:
"Hier wäre nun freilich auch der Ort, recht spanisch zu leben und zu wohnen, wäre nicht die Jahreszeit...zum Überfluss hat der Teufel den Engländern eingegeben, hier ein wirklich ausgezeichnetes Hotel zu bauen, in dem ich natürlich nun wohne, neutral, theuer und wie es sich der und jener wünschen würde, und dabei bin ich schamlos genug, zu verbreiten, dass ich in Spanien reise".
Oder weiter "...ich bin seit Cordoba von einer beinah rabiaten Antichristlichkeit, ich lese den Koran, er nimmt mir, stellenweise, eine Stimme an, in der ich so mit aller Kraft drinnen bin, wie der Wind in der Orgel. Hier meint man in einem Christlichen Lande zu sein...Jetzt ist hier eine Gleichgültigkeit ohne Grenzen, leere Kirchen, vergessene Kirchen, Kapellen die verhungern."
Auch in seinen Briefen ist Rilke sehr bildhaft, originelle Bilder, finde ich.
*
Du sagst, es sei wie Heroin, und später die Frage, ist es real life oder ist es virtual life. Und dann erwartest du noch dazu, dass ich streng sei und dir ins Gewissen rede. Ach Marlena, ich bin überhaupt kein strenger Mensch. Dazu eigne ich mich nicht sonderlich. Ich bin large, manchmal sehr, auch mit mir selbst.
Was real und was imaginativ ist, daran bin ich auch am Überlegen, meine liebe Mausfreundin. Ich glaube, wir sind noch sehr dazu erzogen worden, Realität und Fantasie zu trennen. Die heutige Jugend sieht Science Fiction Filme, Horror Filme, realistische Filme, alles durcheinander. Ich glaube, sie unterscheiden nicht mehr so genau zwischen Vorstellungen und Wirklichkeiten. Das ist wohl auch eine Folge des Wohlstandes. Nur materieller Wohlstand erlaubt zu träumen, von den paar Dichtern einmal abgesehen, die trotz Armut geträumt haben.
Ich finde auch, dass Vorstellungen sehr wirklich, vielleicht müsste man sagen wirksam sein können. Oder die Worte, wie du feststellst. Alles geht im Kopf ab. Die Skirennfahrer machen Mental Training, die Generaldirektoren machen psychologische Kurse, die Leute machen jetzt Telefonsex (ich sage zu S. im Spass, ich wünsche mir mal Telefonsex, das sei wirklich etwas, was ich noch nicht kenne. Aber ich habe noch nicht das passende attraktive Telefon gefunden! Die Handys sind mir zu dünn und das Telefon in der Stube ist mir zu hart).
So kann man sich auch eine unterhaltsame Stunde machen, indem man Wäsche bügelt. Es gibt doch diese wunderbare Szene bei Tom Sawyers, als er für Tante Polly den Zaun streichen muss. Sicherlich kennst du sie, Marlena, von Mark Twain. Das ist sehr psychologisch gemacht. Hat mir als Junge immer gut gefallen. Vielleicht war es sogar ein Motiv-Grund (eines unter mehreren) für mich, Psychologie zu studieren. Was ist really real, und was ist not really real. Ach, wer könnte das beantworten?
*
Doch, ich kann dir etwas dazu sagen. Es ist mir vor ein paar Tagen eingefallen, und ich wollte es dir bei Gelegenheit schreiben. Jetzt schreibe ich etwas früher, obwohl es vielleicht gut gewesen wäre, dies oder jenes noch kurz nachzulesen. Es gibt in der deutschen Literatur den grossen Dichter der Aufklärung, Gotthold Ephraim Lessing. Schon sein Name ist Musik. Er hat im 18. Jahrhundert gelebt und viel geschrieben, unter anderem ästhetische Schriften (Laokoon) und Musterdramen (Emilia Galotti). Das bekannteste dieser Dramen ist Nathan der Weise. In diesem Drama, nach der aristotelischen Regel der Einheit von Ort, Zeit und Handlung geschrieben, kommt es zur Frage, welche Religion die wahre sei: Christentum, Judentum oder Mohammedanismus? Und die Frage wird anhand einer Parabel gelöst, die Lessing aus dem Decamerone von Boccacio hat. Es ist die sog. Ringparabel. Ein Mann hat drei Söhne und gedenkt vor seinem Tod, seinen wunderschönen Ring dem Ältesten zu vererben, denn er ist edel und gut. Er spricht mit dem zweiten Sohn und bemerkt, dass er ihn als Vater ebenso liebt. Und beim dritten desgleichen. Und so entschliesst er sich, zwei Duplikate des Ringes machen zu lassen und jedem seiner Söhne einen zu vererben. Und jeder der drei Söhne meint, er hätte den einzigen und echten Ring.
Ich glaube, Lessing treibt die Geschichte noch weiter, indem es heisst, die Söhne streiten sich, wer den echten Ring hat. Und der Vater sagt ihnen, am Leben und der Art, wie sie edel und gut sind, wird man erkennen, wer von ihnen den echten Ring habe.
Ist das eine Antwort, meine Liebe? An der Serenität im Alltag wird man erkennen, ob die Mausfreundschaft real ist. Ich glaube, bei mir wirkt es schon ein bisschen. Willst du wissen wie? Früher, wenn ich mitten in der Nacht aufgewacht bin, habe ich mich oft geärgert, weil ich schon an den Morgen dachte, da ich wieder früh aus den Federn muss. Heute geniesse ich es, im Bett nachzudenken, was wir reden, was ich dir erzählen kann, nun ja, du weißt, die Kilometermails, die nie geschrieben werden. Oder am Morgen katapultiere ich mich um 530h aus dem Bett mit der Vorstellung, dass im Büro ein Mail auf mich wartet. Jetzt verstehst du vielleicht meinen Hilferuf nach einem Bergarbeiter-Steak.
Aber Marlena, lass mich auf diesen Punkt kommen. Vielleicht magst du das nicht. Aber irgendwie muss ich. Du kannst mir sagen, falls du nicht darüber reden willst. Ich habe den Eindruck, du hast Schuldgefühle. Und ich habe den Eindruck, dass für dich irgendwo ein grosses Problem ist. Ich vermute, es liegt zwischen dir und deinem Mann? Ach, ich wollte dich nie so direkt fragen. Aber es taucht in deinen Briefen immer wieder irgendwie auf. Ich habe mal gedacht, es sei wie ein Seufzer, der durch deine Zeilen geht.
Wenn ich jetzt könnte, würde ich gerne mit ein paar Rilke Zeilen enden. Aber ich weiss nicht, ob es mir so gut gelingt wie dir?

Ach, wen vermögen wir zu brauchen? Engel nicht, Menschen nicht,
und die findigen Tiere merken es schon,
dass wir nicht sehr verlässlich zu Haus sind
in der gedeuteten Welt. Es bleibt uns vielleicht
irgend ein Baum an dem Abhang, dass wir ihn täglich
wiedersähen; es bleibt uns die Strasse von gestern
und das verzogene Treusein einer Gewohnheit,
der es bei uns gefiel, und so blieb sie und ging nicht.

Aus der 1. Elegie, und es geht für mich dabei um die Vergänglichkeit, ob der ich ziemlich in Melancholie geraten kann. Doch Melancholie ist nicht Trauer, oder?
Ich umarme dich in Gedanken
G&K

Mittwoch, 12. Dezember 2012

dauern oder trauern?


Ämne: Re: dauern oder trauern ?
Datum: den 21 oktober 2000 12:17


Liebe Marlena
Ja, Kopfschmerzen sind sehr unangenehm, da kann Dich niemand beneiden. Mit Kopfschmerzen kann man nichts tun ausser schlafen, wenn man denn schlafen kann.
Aber das finde ich nun ja sehr süss, Du liegst unter der Decke und liest Rilke, vom mönchischen Leben. Nicht nur der Autor passt, auch das Thema passt, meine Liebe. Ach, ich würde gerne dabei sein, wenn Du das liest und Dir Deine Gedanken machst. Ich habe das nie so sorgfältig gelesen, das Buch vom mönchischen Leben ...

"Du bogst mich langsam aus der Zeit,
in die ich schwankend stieg;
ich neigte mich nach leisem Streit:
jetzt dauert deine Dunkelheit
um deinen sanften Sieg."

Das erinnert mich ein bisschen an jenes Gedicht, das ich Dir einmal zitiert habe, an dieses grandiose Zwiegespräch, nein es ist ein Monolog, denn Nachbar Gott schweigt bekanntlich.

Du, Nachbar Gott, wenn ich dich manchesmal
In langer Nacht mit hartem Klopfen störe, -
So ists, weil ich dich selten atmen höre
Und weiss: Du bist allein im Saal.
Und wenn du etwas brauchst, ist keiner da,
um deinem Tasten einen Trank zu reichen:
Ich horche immer. Gieb ein kleines Zeichen.
Ich bin ganz nah.

Du schlägst vor, dauert mit trauert zu ersetzen. Spontan war ich mit Dir einverstanden, denn es passt lautlich ebenso, und es wäre plastischer, psychologischer, kolorierter irgendwie. Dauert ist irgendwie hart und trauert wäre irgendwie weich. Kann man es so sagen?
Aber passt es auch inhaltlich? Es geht um einen leisen Streit zwischen dem Du und dem Ich. (ich brauche im folgenden "Du" und "Ich" wie Namen, nicht als Personalpronomen. Ich hoffe, Du weißt, wie ich es meine.) Und die Dunkelheit ist der Triumpf des Du über das Ich. Verstehe ich das richtig? Das grandiose Du lässt das Ich den Sieg durch seine Dunkelheit spüren. Es ist die Geste des Siegers über den Besiegten. Deshalb glaube ich, dass die Dunkelheit eine gewisse Härte hat, und weniger trauert denn dauert. Die Trauer wäre auf der Ich-Seite, die das zu erdulden hat, dieses Hinausgebogensein aus der Zeit, gegen das das Ich sich in leisem Streit wehrt.
Siehst Du Marlena, auf diesen Schluss käme ich ungefähr. Aber ich bin ja kein Philologe. Und dazu bin ich keine Frau. Und jetzt könnte man weiter interpretieren, und das vielleicht aus einer feminineren Sicht:

Das Du feiert wohl einen sanften Sieg, aber gerade die Tatsache, dass er sanft ist und dass der Streit leise war, zeigt, dass das Du mit dem Ich Mitgefühl hat. Die Trauer wäre dann die Auflösung dieses milden Konfliktes zwischen Du und Ich. Das Du bestraft mit Dunkelheit, aber contre coeur, also mit Trauer. Die Trauer verbindet wieder. Das wäre ebenso schön, und wie ich finde, femininer, das heisst versöhnlicher empfunden. Was meinst Du dazu, Marlena?

"Du bogst mich langsam aus der Zeit,
in die ich schwankend stieg;
ich neigte mich nach leisem Streit:
jetzt dauert deine Dunkelheit
um deinen sanften Sieg."

Ach, Marlena, es ist wunderschön, mit Dir solche Dinge zu diskutieren. Das könnte ich nächtelang tun, bei Kerzenlicht und einem milden Wein. Und zum Schluss würde ich Rilke fast so gut kennen wie Du. Und natürlich stelle ich mir das alles im Wallis vor, wenn die Blätter treiben, und Du aber vielleicht doch eher in Uppsala.
Ich habe die Passage immer wieder hineinkopiert, damit ich sie vor mir habe. Und jetzt lasse ich sie einfach stehen. Sieht doch ganz gut aus.

Doch es geht hier um den Tod, oder nicht? Aber wir wollen doch ewig leben, Marlena!!!
Ich küsse Dich, meine ferne Mausgeliebte
...

Sonntag, 9. Dezember 2012

Gedanken über das Beten


Rom


Lieber ...,
---
Du sprichst von Beten in deinem Mail und ich bin nicht sicher ob du das ernstlich meinst oder ob du nur Spass machst. Betest du wirklich?

Ämne: domo
Datum: den 12 december 2002 09:05


Liebe Marlena
Ja, es hilft auch bei jenen, die nicht daran glauben. Wir haben die
Resultate zwar noch nicht bekommen, aber wir beten immer noch. Und
wenn ich sage "beten", dann meine ich irgendwie eine wohlwollende
Gedankenflut in die richtige Richtung. Ich glaube auch nicht, dass der liebe
Gott durch unsere Gebete wie mit einer Feder im Nacken gekitzelt wird und
dann aufmerkt. Und bei Allah glaube ich es noch weniger. Na ja, vielleicht
würde, von der feinen Feder gekitzelt, der liebe Gott aufschrecken und auch
Allah wecken, der im Nebenzimmer vor sich hindösen scheint, und gemeinsam
würden sie sozusagen den Wind in die richtige Richtung lenken. Das wäre
natürlich schon möglich. Doch sooooo glaube ich nicht dran. Aber natürlich
weiss ich auf eine Art, dass meine Gedanken irgend etwas in der Welt
verändern, wenigstens doch an mir selbst. Es gibt diesen englischen Forscher
Sheldrake, der sich mit Phänomenen dieser Art auseinandersetzt. Ich habe mal
ein Buch über ihn gelesen. Muss ein lustig-komischer Kerl sein.
Wenn ich also "beten" sage, so meine ich eine Art Fürbitte, wie die
Katholiken das doch stark haben. Und auf irgend eine geheimnisvolle Weise
nehme ich an, dass meine Gedanken ein bisschen etwas erleichtern können.
Oder vielleicht können sie es auch nicht. Das spielt eigentlich keine Rolle.
Vielleicht könnte ich sagen, ich wünsche es mir einfach. Es ist ein Wunsch
in die frische Luft hinaus. So etwa! Ein Wunsch wie ein Ruf in die Berge
hinein, in der Hoffnung, es kommt ein Echo zurück. Manchmal kommt auch
keines. Ob die Götter wegen meiner Wünsche auch noch Wolken verschieben und
an den langen Fäden des Schicksals herumzerren, das überlasse ich ihnen. Das
weiss ich nicht, denn sie haben es mir ja nie verraten. Aber wenn sie es
denn nicht tun, so ist es doch für viele Menschen eine tröstliche
Vorstellung.
Gerade gestern habe ich gehört, dass in Spanisch Schutzengel Angelo della
guardia oder so heisst. Eigentlich also Wachengel. Über diese Idee haben wir
doch sicherlich auch schon diskutiert. Es ist eine schöne Vorstellung, einen
Schutzengel zu haben. Und ich erinnere mich an die kleine Anekdote, die
meine Mutter erzählt hat. Als die kleinste Schwester noch sehr klein war,
wurde sie im Kinderbett und angesichts der Engelchen ermahnt, ruhig zu
bleiben und zu schlafen. Sie hat sich beschwert und ihrer Ungeduld heftig
Ausdruck gegeben und gesagt, sie könne dieses nächtliche Geflatter der Engel
rund um ihr Bett ohnehin nicht ertragen.

Liebe Marlena, ich muss kurz bleiben. In einigen Minuten fahre ich ab zu
einem Termin an der örtlichen Schule hier. Und da darf ich nicht zu spät
sein. Ich wünsche Dir einen schönen Tag.
Mit einem lieben Gruss
...