(ungekürzt)
Subject: Kunterbunt.. unter grauem Himmel..
Date: Wed, 18 Feb 2004 22:56
Lieber ..,
Skagen ist ein Ort in Dänemark. Es liegt am Meer und hat ein ganz besonderes nordisches Licht. Deswegen hat es auch viele Maler angezogen, die dort eine Künstlerkolonie gebildet haben. Der wohl bekannteste von ihnen ist Peter Kröyer, von dem ich dir vor langer Zeit mal geschrieben habe, weil ich damals ein Buch gelesen habe über seine schöne Frau Marie, die auch Künstlerin war.
Die "Skagenmaler" sind also ein Begriff für uns hier im Norden. Ich schicke dir ein Bild mit, wo sie sich selbst abgebildet haben.
Du brauchst nicht neidisch zu sein auf meine Freiheit. Nur noch zwei Tage - dann ist das ganze vorüber. Es wundert mich immer wie schnell die Zeit vergeht, wenn man frei ist. Eben vielleicht, weil man hofft dass die Tage richtig lang sein sollen.
Auch heute war ein grauer Tag und ich habe nur das Haus verlassen um einzukaufen. Hier sah es schon aus wie bei einer Kirchenmaus und ich musste mit Lebensmitteln nachfüllen.
Gestern abend habe ich "Les 400 coups" von Truffaut gesehen. Ein bisschen lustig, dass man diesen Film gerade jetzt zeigt, denn vorige Woche habe ich meine Schüler die ersten zehn Minuten dieses Films sehen lassen. Ich hatte mir diese 10 Minuten vor langer Zeit einmal als Kostprobe auf Video aufgenommen. Es passte gut zu unserem Text über die Geschichte des Films, wo gerade dieser Film als einer der wichtigsten der französischen "nouvelle vague" bezeichnet wurde.
Hoffentlich geht es deinem W bald wieder gut. So musst du wohl diese Woche auf seine Gesellschaft verzichten. Ich bin auch nicht so besonders begeistert von solchen Festen, wie die Fasnacht. 1:10.000 klingt gut. Aber ich denke es gibt mehrere, die dieselbe Einstellung haben wie du. Nur dass sich eben auch die irgendwo hinter ihren Gardinen verstecken. Hast du übrigens nun Gardinen in deinem Büro?
Ich weiss, dass du viel zu tun hast jetzt. Ich kenne schon ein wenig deinen Jahresrythmus und ich glaube um diese Zeit bist du immer ziemlich mit Arbeit überhäuft. Du bist lieb, dass du dir trotzdem Zeit nimmst mir meine tägliche Ration zu senden. "On devient responsable de ce qu'on apprivoise". :-)
Ich habe heute von einem sehr karismatischen Imam gehört, der zukünftig an einer katholischen Universität in den USA unterrichten wird. Taric Ramadan heisst er und er ist in der Schweiz aufgewachsen. Es gab einen Artikel über ihn vor kurzem in "Le Nouvel Observateur". Hast du je von dem Mann gehört?
Der Artikel über Rilke und seine zwei "Lieben" war ganz gut, aber doch auch etwas komisch. Ich weiss nicht ob es die Sprache war.. Aber die erste Passage war recht interessant. Ich dachte, vielleicht ist es auch so mit meinem Mausfreund. Korrespondenzen, die sich überlappen.. Im VL ist das ja durchaus möglich.
Siehst du, was mich gewundert hat ist, dass man auf dem Buch, das die zwei Freundinnen von Rilke, Clara und Paula schildert, das bekannte Bild von Kröyer sieht, wo er seine Frau Marie und ihre Künstlerfreundin abgebildet hat.
K hat gerade angerufen und mir mitgeteilt, falls ich es noch nicht wüsste, dass ich nun nur noch zwei Tage frei habe.. während er seine freie Woche ungraviert vor sich hat. Er ist ein richtiger Sadist, der es liebt solche Botschaften zu überbringen. Aber ich gönne es ihm, dass er eine zeitlang schöne faule Tage in seinem Heim geniessen kann. Wahrscheinlich wird er dann auch sein kleines Treibhaus einweihen. Nicht Mohrrüben, aber Tagetes wird er züchten. Du weisst, dass Rosen besonders schön blühen, wenn man Tagetes in ihrer unmittelbaren Nähe pflanzt. Sie bekämpfen die für die Rosen schädlichen Nematoden. Oder so ähnlich...
;-)))
"Il faut cultiver notre jardin"! Vielleicht hat er Recht, der alte Voltaire.
Weisst du, dass Voltaire auch Poet war? Hier ein paar Zeilen aus einem seiner Gedichte:
"On meurt deux fois, je le vois bien:
Cesser d'aimer et d'être aimable,
C'est une mort insupportable;
Cesser de vivre, ce n'est rien."
Was denkst du über das Bild hier unten von den Skagenmalern? Impressionistisch, oder?
Ich grüsse dich lieb und wünsche dir einen angenehmen Tag,
H+K,
Malou
Donnerstag, 8. März 2012
Mittwoch, 7. März 2012
Montag, 5. März 2012
Turnschuhe und ähnliche Dinge - in Visp
.
date: 6 March 2008 09:32
subject: Turnschuhe und ähnliche Dinge
Liebe Malou
(....)
Ich gratuliere zu den neuen Joggingschuhen. Klar, gute Schuhe sind
wichtig. Und heute gibt es soviele Modelle zur Wahl, alle mit diesen
modernen Textilien. Man kann sich kaum mehr vorstellen, wie schwer und
unbequem Schuhe einmal gewesen waren. Hallo, und da kommt mir gerade
eine uralte Erinnerung hoch. In der Sekundarschule in Visp pflegten
wir in der alten Turnhalle der Gemeinde zu turnen. Sie war uralt und
stand auf der anderen Seite des Dorfes. Um sie zu erreichen, musste
man durch die alten Gassen gehen. Ich erinnere mich gut an dieses
befremdliche Gefühl, das ich immer wieder hatte, wenn ich durch diese
ärmliche Gegend ging. Beidseitig des Weges standen Steinmauern. Sie
schützten die Gärtchen der Visper. Die Gassen selbst waren eng und ein
bisschen düster. Man ging beim Schuhmacher vorbei. Dessen geistig
behinderter kleiner Sohn sass vor dem Laden auf dem Mäuerchen in der
Sonne und lallte vor sich hin. Gleich ein paar Schritte weiter der
Schreiner, der eine alte Scheune zur Werkstatt umgebaut hatte.
Dazwischen und daneben kleine Ställe. Darin hörte man das unbestimmte
Geräusch von Schafen, oder vielleicht da und dort ein Kühlein.
Verschiedenste Gerüche lagerten in diesen Gassen. Auf dem Asphalt
Kuhdreck. Ein bisschen Unordnung, aber nicht zuviel. Frauen mit
hochgekrempelten Ärmeln, Kopftuch und Schürze kamen einem entgegen.
Sie machten offensichtlich die Arbeit im Stall, während ihre Männer in
der Lonza arbeiteten. Oben dann bei der 'Müüra' der Brunnen, wo sie
die Tiere zu tränken pflegten. Und dahinter der Platz, der heute ein
Autoparkplatz ist. Damals war er nicht asphaltiert gewesen. Und
irgendeinmal an einem Markttag im Herbst, vielleicht ist es Martini? -
fand dort der grosse Schafmarkt statt. Die Walliser sind grosse
Schafliebhaber. Und sie haben eine eigene Rasse, die Walliser
Schwarznase.
Nun aber, dort oben, bei der Müüra stand diese alte Turnhalle gleich
neben dem Pausenplatz der katholischen Schule. Sie wirkte verwittert
und düster, eine Mischung aus Theatersaal und Kaserne. Und gleich im
Eingangsraum, also im Gang gab es links und rechts ein Bänklein und
Haken, wo man sich umziehen musste. Dort war es kalt im Winter, denn
jedesmal, wenn sich die schwere Eingangstüre öffnete, ging ein
frischer Luftzug durch den Raum. Die Bänke waren kalt. Der Boden war
kalt. Und eben, meine sperrigen Turnschuhe waren ebenso kalt. Ich
hasste diese Situation und dieses Gefühl der kurzen Turnhose und des
kühlen Lüftleins rund um die nackten Beine. Es war mir alles so fremd
und ärmlich und eckig und düster. Ich hatte auch dort den Eindruck,
in einen falschen Schwarzweiss-Film geraten zu sein. Siehst du Malou,
all diese Erinnrungen und Gefühle hängen mit einem dünnen Faden an
meinen damaligen Turnschuhen. Die waren ein bisschen zäh, passten nur
so ungefähr an die Füsse und sahen bei allen genau gleich aus. Es
hatte damals vielleicht zwei Modelle gegeben. Und eines davon war
völlig unmöglich. Schuhe kaufte man in Visp beim Zerzuben, gleich vor
dem Bahnhof. Er hatte alles, was Füsse sich wünschten. Aber damals
waren Füsse eben noch fast wunschlos. Ich betrachtete lieber die
Schaufenster von Zerzuben. Dort sah man diese schönen glänzenden
Eishockey-Schlittschuhe. Daneben ganze Ausrüstungen in den besten
Farben: Schienbein-Schoner, Tiefschutz, Brustschutz, Handschuhe. Und
natürlich jede Menge Eishockey-Stöcke. Das waren unsere Wünsche. Aber
die Stöcke, die waren nun mal das allerwichtigste und kamen vor all
den Ausrüstungssachen, die waren teuer. Ich glaube, ich habe bei
Zerzuben nie einen Stock gekauft. Ich habe sie immer von Kollegen
bekommen. Und sie hatten sie von den Spielern der ersten Mannschaft.
Es gab Stöcke für Links- und solche für Rechtshänder. Ich war als
Rechtshänder, wie Richard Truffer von der damaligen ersten Mannschaft,
ein Exot. Richard Truffer - nebenbei gesagt - war ein einfaches Gemüt.
Er kam mit seinen Brüdern, alle in der 1. Mannschaft, aus einem
kleinen Nachbardorf und wurde schliesslich Polizist. Das war schon
eine beachtliche Karriere. Es kursierte der Witz, dass Richard bei der
Aufnahmeprüfung in Sitten hätte rechnen müssen. Er sei dann vom
Unterwallis zurückgekehrt und habe gross angegeben, weil er die
Prüfung bestanden habe. Sie sei nicht allzu schwer gewesen. In
Mathematik hätte man ihm die Aufgabe 4 + 3= ? gestellt. Sofort hätte
er natürlich 8 gesagt. Die Kollegen lachten und meinten, 4+3 mache
doch niemals 8. Richard brüstete sich noch eine Spanne mehr und
meinte, das möge schon sein, aber er sei mit seinem Resultat dem
richtigen Ergebnis am nächsten gekommen.
Soweit der Rechtshänder Richard Truffer, Mittelstürmer der ersten
Mannschaft des EHC Visp, die damals sogar Schweizermeister geworden
waren. Insider behaupteten zwar, Richard hätte kaum das
Schlittschuhlaufen beherrscht. Und das ist richtig. Oft ist er auf dem
Eis wie ein Handballer herumgelaufen, mehr gerannt als wirklich
gegleitet. Ach ja Malou, schau mal die alten Zeiten. Es kommt mir
alles hoch.
Und weisst du, was ich sehe. Auf dem Dach gegenüber ein Taubenpaar.
Sie tänzeln in der Sonne, drehen sich um die eigene Achse. Das muss
das Vorspiel sein. Stelle dir vor Malou, auf dieser Höhe über der
Strasse, in luftiger Höhe, Liebe zu machen. Na ja, sie machen
eigentlich nur Quickies, wie man so sagt!
Nun sind meine Gedanken völlig vom Weg abgekommen. Ich muss
an die Arbeit.
Wünsche dir einen schönen Tag.
Liebe Gs und Ks
...
date: 6 March 2008 09:32
subject: Turnschuhe und ähnliche Dinge
Liebe Malou
(....)
Ich gratuliere zu den neuen Joggingschuhen. Klar, gute Schuhe sind
wichtig. Und heute gibt es soviele Modelle zur Wahl, alle mit diesen
modernen Textilien. Man kann sich kaum mehr vorstellen, wie schwer und
unbequem Schuhe einmal gewesen waren. Hallo, und da kommt mir gerade
eine uralte Erinnerung hoch. In der Sekundarschule in Visp pflegten
wir in der alten Turnhalle der Gemeinde zu turnen. Sie war uralt und
stand auf der anderen Seite des Dorfes. Um sie zu erreichen, musste
man durch die alten Gassen gehen. Ich erinnere mich gut an dieses
befremdliche Gefühl, das ich immer wieder hatte, wenn ich durch diese
ärmliche Gegend ging. Beidseitig des Weges standen Steinmauern. Sie
schützten die Gärtchen der Visper. Die Gassen selbst waren eng und ein
bisschen düster. Man ging beim Schuhmacher vorbei. Dessen geistig
behinderter kleiner Sohn sass vor dem Laden auf dem Mäuerchen in der
Sonne und lallte vor sich hin. Gleich ein paar Schritte weiter der
Schreiner, der eine alte Scheune zur Werkstatt umgebaut hatte.
Dazwischen und daneben kleine Ställe. Darin hörte man das unbestimmte
Geräusch von Schafen, oder vielleicht da und dort ein Kühlein.
Verschiedenste Gerüche lagerten in diesen Gassen. Auf dem Asphalt
Kuhdreck. Ein bisschen Unordnung, aber nicht zuviel. Frauen mit
hochgekrempelten Ärmeln, Kopftuch und Schürze kamen einem entgegen.
Sie machten offensichtlich die Arbeit im Stall, während ihre Männer in
der Lonza arbeiteten. Oben dann bei der 'Müüra' der Brunnen, wo sie
die Tiere zu tränken pflegten. Und dahinter der Platz, der heute ein
Autoparkplatz ist. Damals war er nicht asphaltiert gewesen. Und
irgendeinmal an einem Markttag im Herbst, vielleicht ist es Martini? -
fand dort der grosse Schafmarkt statt. Die Walliser sind grosse
Schafliebhaber. Und sie haben eine eigene Rasse, die Walliser
Schwarznase.
Nun aber, dort oben, bei der Müüra stand diese alte Turnhalle gleich
neben dem Pausenplatz der katholischen Schule. Sie wirkte verwittert
und düster, eine Mischung aus Theatersaal und Kaserne. Und gleich im
Eingangsraum, also im Gang gab es links und rechts ein Bänklein und
Haken, wo man sich umziehen musste. Dort war es kalt im Winter, denn
jedesmal, wenn sich die schwere Eingangstüre öffnete, ging ein
frischer Luftzug durch den Raum. Die Bänke waren kalt. Der Boden war
kalt. Und eben, meine sperrigen Turnschuhe waren ebenso kalt. Ich
hasste diese Situation und dieses Gefühl der kurzen Turnhose und des
kühlen Lüftleins rund um die nackten Beine. Es war mir alles so fremd
und ärmlich und eckig und düster. Ich hatte auch dort den Eindruck,
in einen falschen Schwarzweiss-Film geraten zu sein. Siehst du Malou,
all diese Erinnrungen und Gefühle hängen mit einem dünnen Faden an
meinen damaligen Turnschuhen. Die waren ein bisschen zäh, passten nur
so ungefähr an die Füsse und sahen bei allen genau gleich aus. Es
hatte damals vielleicht zwei Modelle gegeben. Und eines davon war
völlig unmöglich. Schuhe kaufte man in Visp beim Zerzuben, gleich vor
dem Bahnhof. Er hatte alles, was Füsse sich wünschten. Aber damals
waren Füsse eben noch fast wunschlos. Ich betrachtete lieber die
Schaufenster von Zerzuben. Dort sah man diese schönen glänzenden
Eishockey-Schlittschuhe. Daneben ganze Ausrüstungen in den besten
Farben: Schienbein-Schoner, Tiefschutz, Brustschutz, Handschuhe. Und
natürlich jede Menge Eishockey-Stöcke. Das waren unsere Wünsche. Aber
die Stöcke, die waren nun mal das allerwichtigste und kamen vor all
den Ausrüstungssachen, die waren teuer. Ich glaube, ich habe bei
Zerzuben nie einen Stock gekauft. Ich habe sie immer von Kollegen
bekommen. Und sie hatten sie von den Spielern der ersten Mannschaft.
Es gab Stöcke für Links- und solche für Rechtshänder. Ich war als
Rechtshänder, wie Richard Truffer von der damaligen ersten Mannschaft,
ein Exot. Richard Truffer - nebenbei gesagt - war ein einfaches Gemüt.
Er kam mit seinen Brüdern, alle in der 1. Mannschaft, aus einem
kleinen Nachbardorf und wurde schliesslich Polizist. Das war schon
eine beachtliche Karriere. Es kursierte der Witz, dass Richard bei der
Aufnahmeprüfung in Sitten hätte rechnen müssen. Er sei dann vom
Unterwallis zurückgekehrt und habe gross angegeben, weil er die
Prüfung bestanden habe. Sie sei nicht allzu schwer gewesen. In
Mathematik hätte man ihm die Aufgabe 4 + 3= ? gestellt. Sofort hätte
er natürlich 8 gesagt. Die Kollegen lachten und meinten, 4+3 mache
doch niemals 8. Richard brüstete sich noch eine Spanne mehr und
meinte, das möge schon sein, aber er sei mit seinem Resultat dem
richtigen Ergebnis am nächsten gekommen.
Soweit der Rechtshänder Richard Truffer, Mittelstürmer der ersten
Mannschaft des EHC Visp, die damals sogar Schweizermeister geworden
waren. Insider behaupteten zwar, Richard hätte kaum das
Schlittschuhlaufen beherrscht. Und das ist richtig. Oft ist er auf dem
Eis wie ein Handballer herumgelaufen, mehr gerannt als wirklich
gegleitet. Ach ja Malou, schau mal die alten Zeiten. Es kommt mir
alles hoch.
Und weisst du, was ich sehe. Auf dem Dach gegenüber ein Taubenpaar.
Sie tänzeln in der Sonne, drehen sich um die eigene Achse. Das muss
das Vorspiel sein. Stelle dir vor Malou, auf dieser Höhe über der
Strasse, in luftiger Höhe, Liebe zu machen. Na ja, sie machen
eigentlich nur Quickies, wie man so sagt!
Nun sind meine Gedanken völlig vom Weg abgekommen. Ich muss
an die Arbeit.
Wünsche dir einen schönen Tag.
Liebe Gs und Ks
...
Sonntag, 4. März 2012
Lenzburg ... (ungekürzt)
.
den 4 april 2000
Bilder ok, merci mein Schatz
Mein Fyrklöver
Am Sonntag abend fahren S und ich zu einem Onkel in Lenzburg. Jeden Sonntag tun wir das. Unser Onkel ist jetzt 92 Jahre alt. Vor 2 Jahren ist seine Frau gestorben. Und nun lebt er alleine in seinem schönen Haus direkt unterhalb des alten Schlosses, von dem du mir die Fotos geschickt hast. S bereitet eine schöne Mahlzeit vor, ich decke ordentlich den Tisch und öffne die Vorhänge, damit man zu fortgeschrittener Stunde frei aus dem grossen Fenster hinunter auf die Lichter der Stadt Lenzburg sehen kann. Man hat von hier oben eine wunderbare Aussicht auf die Ortschaft, weit hinten auf die Jurahügel und auf die untergehende Sonne. Und der alte Onkel geht mit kleinen schlurfenden Schrittchen in den Keller und holt eine schöne Flasche Yvorne. Und so essen wir zusammen am Sonntag Abend und wir plaudern ein bisschen. Am liebsten isst er gebratenen Lachs, ein bisschen Gemüse, voraus einen knackigen Salat und dazu den goldenen Yvorne, einen Weisswein aus dem Wadtland.
Kurt, so heisst mein Onkel, und seine Frau haben uns Kinder immer in den Ferien gehabt, als unsere Mutter gestorben war. Seine Frau Elisabeth fühlte sich als unsere Ersatzmutter. Ich erinnere mich, dass sie erzählt hat, wie unsere Mutter ihr das Versprechen abgenommen hatte: falls ihr einmal etwas zustossen würde, dann sollte sie sich um uns Kinder kümmern. Und Elisabeth hat das versprochen und hat sich dann wirklich um uns gekümmert, dies umso mehr, als sie selbst keine Kinder haben konnte. Als wir später in Visp lebten, fuhren wir jedes Jahr im Sommer zu ihnen in unsere alte Heimat in die Ferien. Elisabeth und Kurt führten gemeinsam eine Confiserie mit Laden und mit Tea Room. Das war für uns Kinder eine höchst interessante und abwechslungsreiche Umgebung, und beide, Onkel und Tante, waren den ganzen Tag in der Nähe. Es gab den Laden mit den vielen, wunderbaren Patisserien als Auslagen, wo wir lernten, den Kunden das Rückgeld herauszuzählen. Es gab die Backstube im Untergeschoss mit 3 oder 4 Arbeitern und Lehrlingen, wo es nach allem Möglichen roch und man da und dort insgeheim den Finger hineinstecken konnte, um zu kosten. Und es gab dieses Tea Room, wo die Leute zum Kaffee oder im Sommer für ein Eis kamen. Und zu all diesen interessanten Dingen kannten wir den Ort Lenzburg aus vergangener Zeit, erkannten noch oft Leute, die uns selbst aber nicht mehr kannten. Und wir gingen fast täglich ins grosse Bad etwas ausserhalb des Städtchens. Verglichen mit dieser Umgebung war Visp arme Provinz. Es gab in Visp damals noch kein Bad, es gab noch keine Tea Rooms und die Jugend bewegte sich noch nicht so frei und locker wie in Lenzburg.
Mit Onkel Kurt also sitzen wir sonntags zum Nachtessen zusammen, und er kommt ins Erzählen. Und er hat viel zu erzählen aus diesem Jahrhundert, das er fast ganz und von A bis Z miterlebt hat. Sein Gedächtnis ist noch wunderbar intakt. Und er war immer ein guter Plauderer und Erzähler gewesen. Mit ihm hatte ich mich stets bestens unterhalten, wie ich das mit meinem Vater nie gekonnt habe. Mein Vater ist ein technischer Mensch. Ihm fliessen die Gedanken nicht. Aber Kurt ist ein fantastischer Erzähler mit einem fantastischen Erinnerungsvermögen für Geschichten und Episoden. Beispielsweise erzählte er von seiner Zeit, da er als junger Mann im marokkanischen Fes, in Nordafrika gearbeitet hatte. Es muss kurz nach dem ersten Weltkrieg gewesen sein. Und Nordafrika war zu jener Zeit für Europäer, umso mehr für Schweizer ausserhalb der Grenzen der bekannten Welt, ausserhalb der Landkarte. Für ein Jahr hatte er in Fes eine Confiserie geführt und Erfahrungen mit Arbeitern aus dem Maghreb gesammelt. Und oft soll die Kinderfrau mit ihrem kleinen Zögling Hassan in das Geschäft gekommen sein, um einzukaufen. Hassan, der spätere König Hassan II. von Marokko, der damals ein kleiner Junge gewesen war, wollte in der Backstube das Feuer sehen. Kurt musste den Ofen öffnen und er warf eine handvoll (vielleicht heute Hand voll?) Salz in die Glut, so dass die Flammen aufwallten und emporschlugen. Der kleine Hassan soll jedes Mal wieder von neuem von diesem Spektakel begeistert gewesen sein.
Und er erzählt von seiner Elisabeth, mit der er ein Leben lang gemeinsam dieses Geschäft in Lenzburg geführt hatte und die immer eine etwas eigensinnige Frau gewesen war. Er sagt, und das fand ich rührend, er sagt, dass er sich heute besser mit ihr unterhalten könne, da sie gestorben sei. Früher seien sie immer wieder in Streit geraten, weil Elisabeth partout auf ihre Meinung zu beharren pflegte. Aber heute, da sie tot ist, sei das alles viel leichter und besser geworden. Sie sei jetzt umgänglicher.
Es ist schön zu hören, wie zwei Menschen zusammen in Loyalität und Liebe gelebt haben, und zu hören, wie relativ Liebe im praktischen Alltag ist. Wir jüngeren Generationen halten die Liebe für eine rein romantische, rein gefühlsmässige Angelegenheit. Doch früher war das primäre Ziel der Ehe die nackte materielle Existenz und das oekonomische Überleben. Gerade die höheren gesellschftlichen Kreise haben nicht aus Liebe geheiratet, sondern um die Interessen ihrer Familien zu wahren. Wenn sich daraus Liebe ergeben haben sollte, so war es ein Glücksfall.
Und dabei fällt mir bei Kurt und Elisabetz die schöne Geschichte von Philemon und Baucis ein, die man in Ovids Metamorphosen finden kann. Die alten und armen Eheleute Philemon und Baucis haben sich mit der gastlichen Aufnahme von Jupiter und Merkur (waren es diese beiden?) einen Wunsch verdient. Und sie wünschten sich, dass keiner den anderen überlebe, dass keiner das Schicksal zu ertragen habe, den Tod des andern betrauern zu müssen. Dieser Wunsch wurde ihnen gewährt und sie sind beide in je einen Baum verwandelt worden, die in naher Nachbarschaft noch heute beisammen stehen sollen.
Ich danke dir für die Lentburger Fotos, Marlena. Du hast wirklich hart gearbeitet und sie in wiederholten Versuchen zu mir nach Mitteleuropa herunter zu katapuliteren versucht. Ich kann dir sagen, sie sind angekommen. Das Schloss sieht natürlich in Natura noch viel romantischer und schöner aus. Besonder in der Herbstsonne habe ich es in herrlichster Erinnerung. Oder in der Nacht, wenn es rundum beleuchtet ist, schaut die Anlage auf dem steilen Hügel aus wie im Märchen. Und unmittelbar an diesem Hübel haben wir gewohnt. Und oft sind wir Buben in diesen Wäldern herumgezogen und haben gespielt, den Hund des Nachbars ausgeführt, oder im Winter auch Schlitten gefahren.
Du siehst Marlena, meine Briefe geraten langsam zum Tagebuch, wo ich in meinen alten Erinnerungen krame und alte vergessene Bilder wieder an die Oberfläche hole. Es ist natürlich sehr angenehm und schön, sie einem lieben und aufmerksamen Menschen erzählen zu können. Doch vielleicht sind sie für dich nicht sonderlich interessant.
Hast du deine Extra-Arbeit für die Schule geschafft? Hast du dich sehr geärgert darob? Wäre es nicht einfacher und unterhaltsamer, solche Arbeiten in einem Team mit einer Kollegin oder einem Kollegen zu erledigen? Warum fragen sie immer dich, wo du doch noch etwas Freizeit haben solltest, um ein paar schöne Mails zu schreiben? Und den Baum im Garten, hast du ihn schneiden können? Ich kann dir sagen, dass ich meine zwei kleinen Bäumchen am Sonntag Nachmittag rasch geschnitten habe. Und die Vorstellung, dass du vielleicht zur selben Zeit in deinem Garten stehst, vielleicht in einer etwas dickeren Jacke und mit einer grünen Gärtnerschürze, um euren Baum zu schneiden, diese Vorstellung hat mir sehr geholfen. Sonst hätte ich die Aufgabe wieder hinausgeschoben. Und das wäre schlecht gewesen, denn die Äste waren schon voller Triebe. Hast du gelernt, wie man Bäume schneidet? Ich habe selbst eigentlich keine Ahnung davon und ich studiere immer viel, wo und wie und warum ich abschneiden soll oder eben nicht soll. Vielleicht müsste ich mal eine Instruktion lesen! In meinem Elternhaus in Visp hatten wir viele Bäume im Garten. Doch für die Arbeiten, die einen Fachmann erforderten, schickte die Firma stets einen Gärtner. Er besorgte alles und man konnte ihn da und dort um Rat fragen. Bloss den Rasen hatte man noch selbst zu schneiden. Das war ziemlich bequem und wir waren verwöhnt. Hinter dem Haus hatten wir ein wahres Wunderwerk von einem Birnbaum. Er trug nur alle zwei Jahre Birnen. Aber in diesen zweiten Jahren warern es immer reichlich viele. Der Baum war über und über behangen mit hellgrünen grossen Früchten. Man pflegte sie noch grün zu pflücken, um sie dann sorgfältig im Keller auf die Hurd zu legen. So färbten sich die Birnen innert einigen Wochen gelb und gelber, bis man sie schliesslich zuckersüss und fast butterweich essen konnte. Ach, was haben wir damals Birnen gegessen! Ich habe diesen süssen herbstlichen Geschmack noch heute auf der Zunge. Und vor allem klingt in Mund und Gaumen dieses saftig-weiche Fruchtfleisch mit einer etwas herben, mit braunen Punkten besetzten, gelben Schale nach.
Schön, wie dich deine Anna am 1. April zum Bett herausgejagt hat mit ein paar winzigen Ameisen. Und ich habe jetzt auch eine kleine Ahnung, wie man dich wirklich alarmieren kann. Töchter sind die qualifiziertesten Expertinnen und wissen wohl immer am besten, wo Mamma ihre sensiblen Stellen hat. Mich würde man - ehrlich gesagt - mit ein paar Ameisen noch nicht zum Bett heraus kriegen. Dazu brauchte man vielleicht Schlangen oder eine echte fette Ratte. Da würde ich dann vielleicht schon zum Besen greifen, was das Problem natürlich noch nicht löst, aber doch für den Moment einmal behebt.
Ich möchte dich auf keinen Fall stumm machen, meine Liebe. Ich weiss, manchmal schreibe ich zuviel. Ich merke es erst zum Schluss. Solange ich schreibe, geniesse ich es, in meinen Erinnerungen zu graben. Deshalb ist das Schreiben auch eine Unterhaltung für mich selbst. Aber es ist, wie gesagt, wunderschön zu wissen, dass eine aufmerksame Person dabei ist und mitgeht. Ich glaube, du hast es ähnlich. Wenn du etwas Besonderes erlebst, möchtest du es mit jemandem teilen. Nun ja, vielleicht hat das jeder Mensch?
Ich bin dir dankbar, Marlena, dass du mir die Möglichkeit gibst, zu schreiben. Seit Jahren möchte ich irgendwie schreiben. Doch für mich allein kann ich es nich. Ich nehme mir die Zeit nicht, obwohl ich weiss, dass es durchaus gut wäre, mich hinzusetzen und zu schreiben. Ich finde es witzlos, zu schreiben, wenn niemand den Text liest, ausser ich vielleicht in ein paar Jahren wieder. Doch Schreiben verlangsamt und ordnet das Denken. Und das ist durchaus heilsam. Ich habe in meinen schulpsychologischen Abklärungen immer gerne jene Kinder gemocht, die mit sich selbst sprechen konnten. Sie haben einen besonderen Charme. Wenn sie ein Problem zu lösen haben, stellen sie sich Fragen und beantworten sich die Fragen. Das ist in meiner Meinung eine gute Fähigkeit und Technik, mit dem Leben fertig zu werden. Die Möglichkeit, mit sich selbst zu sprechen, gehört in dasselbe Kapitel wie der Rat, man soll lernen, sich selbst ein guter Freund oder eine gute Freundin zu sein. Ich glaube, das ist heute wichtig, heute, da wir mit sovielen Situationen völlig allein fertig werden müssen.
Ich kann nicht sonderlich gut mit mir selbst sprechen. Manchmal versuche ich es. Und im Grunde hilft es oft, ich komme dann vorwärts. Aber ich mache es meist nur halbherzig. Ich bin darin schlecht begabt und ausgerüstet. Und so bin ich froh, dass ich dich habe. Und dabei erinnere ich mich wieder an deine Andeutung deiner Trauer, über die dunkeln Wolken. Ich bitte dich Marlena, erzähl mir, wenn du es denn kannst. Seit du mehrmals nebenbei etwas anklingen liessest, sorge ich mich. Es erscheint mir ganz einfach unheilvoll und schwer, und ich bin im Unklaren, was ich damit anfangen soll. Aber natürlich weiss ich auch, dass du entscheiden musst, ob du das willst oder kannst oder darfst. Ich weiss es ja nicht.
Ich für meinen Teil habe mir vorgenommen, meine Briefe an dich nicht allzu denkerisch, theoretisch oder geradezu grüblerisch zu gestalten. Ich möchte gerne, wenn ich das schaffe, die Leichtigkeit des Seins betonen. Ich möchte, dass du Freude hast, und dass du bei der Lektüre nicht zusehr deine schöne Stirn in Falten ziehen musst.
So wünsche ich dir einen feinen Anfang der Woche
Mit einem lieben Gruss
...
Bilder ok, merci mein Schatz
Mein Fyrklöver
Am Sonntag abend fahren S und ich zu einem Onkel in Lenzburg. Jeden Sonntag tun wir das. Unser Onkel ist jetzt 92 Jahre alt. Vor 2 Jahren ist seine Frau gestorben. Und nun lebt er alleine in seinem schönen Haus direkt unterhalb des alten Schlosses, von dem du mir die Fotos geschickt hast. S bereitet eine schöne Mahlzeit vor, ich decke ordentlich den Tisch und öffne die Vorhänge, damit man zu fortgeschrittener Stunde frei aus dem grossen Fenster hinunter auf die Lichter der Stadt Lenzburg sehen kann. Man hat von hier oben eine wunderbare Aussicht auf die Ortschaft, weit hinten auf die Jurahügel und auf die untergehende Sonne. Und der alte Onkel geht mit kleinen schlurfenden Schrittchen in den Keller und holt eine schöne Flasche Yvorne. Und so essen wir zusammen am Sonntag Abend und wir plaudern ein bisschen. Am liebsten isst er gebratenen Lachs, ein bisschen Gemüse, voraus einen knackigen Salat und dazu den goldenen Yvorne, einen Weisswein aus dem Wadtland.
Kurt, so heisst mein Onkel, und seine Frau haben uns Kinder immer in den Ferien gehabt, als unsere Mutter gestorben war. Seine Frau Elisabeth fühlte sich als unsere Ersatzmutter. Ich erinnere mich, dass sie erzählt hat, wie unsere Mutter ihr das Versprechen abgenommen hatte: falls ihr einmal etwas zustossen würde, dann sollte sie sich um uns Kinder kümmern. Und Elisabeth hat das versprochen und hat sich dann wirklich um uns gekümmert, dies umso mehr, als sie selbst keine Kinder haben konnte. Als wir später in Visp lebten, fuhren wir jedes Jahr im Sommer zu ihnen in unsere alte Heimat in die Ferien. Elisabeth und Kurt führten gemeinsam eine Confiserie mit Laden und mit Tea Room. Das war für uns Kinder eine höchst interessante und abwechslungsreiche Umgebung, und beide, Onkel und Tante, waren den ganzen Tag in der Nähe. Es gab den Laden mit den vielen, wunderbaren Patisserien als Auslagen, wo wir lernten, den Kunden das Rückgeld herauszuzählen. Es gab die Backstube im Untergeschoss mit 3 oder 4 Arbeitern und Lehrlingen, wo es nach allem Möglichen roch und man da und dort insgeheim den Finger hineinstecken konnte, um zu kosten. Und es gab dieses Tea Room, wo die Leute zum Kaffee oder im Sommer für ein Eis kamen. Und zu all diesen interessanten Dingen kannten wir den Ort Lenzburg aus vergangener Zeit, erkannten noch oft Leute, die uns selbst aber nicht mehr kannten. Und wir gingen fast täglich ins grosse Bad etwas ausserhalb des Städtchens. Verglichen mit dieser Umgebung war Visp arme Provinz. Es gab in Visp damals noch kein Bad, es gab noch keine Tea Rooms und die Jugend bewegte sich noch nicht so frei und locker wie in Lenzburg.
Mit Onkel Kurt also sitzen wir sonntags zum Nachtessen zusammen, und er kommt ins Erzählen. Und er hat viel zu erzählen aus diesem Jahrhundert, das er fast ganz und von A bis Z miterlebt hat. Sein Gedächtnis ist noch wunderbar intakt. Und er war immer ein guter Plauderer und Erzähler gewesen. Mit ihm hatte ich mich stets bestens unterhalten, wie ich das mit meinem Vater nie gekonnt habe. Mein Vater ist ein technischer Mensch. Ihm fliessen die Gedanken nicht. Aber Kurt ist ein fantastischer Erzähler mit einem fantastischen Erinnerungsvermögen für Geschichten und Episoden. Beispielsweise erzählte er von seiner Zeit, da er als junger Mann im marokkanischen Fes, in Nordafrika gearbeitet hatte. Es muss kurz nach dem ersten Weltkrieg gewesen sein. Und Nordafrika war zu jener Zeit für Europäer, umso mehr für Schweizer ausserhalb der Grenzen der bekannten Welt, ausserhalb der Landkarte. Für ein Jahr hatte er in Fes eine Confiserie geführt und Erfahrungen mit Arbeitern aus dem Maghreb gesammelt. Und oft soll die Kinderfrau mit ihrem kleinen Zögling Hassan in das Geschäft gekommen sein, um einzukaufen. Hassan, der spätere König Hassan II. von Marokko, der damals ein kleiner Junge gewesen war, wollte in der Backstube das Feuer sehen. Kurt musste den Ofen öffnen und er warf eine handvoll (vielleicht heute Hand voll?) Salz in die Glut, so dass die Flammen aufwallten und emporschlugen. Der kleine Hassan soll jedes Mal wieder von neuem von diesem Spektakel begeistert gewesen sein.
Und er erzählt von seiner Elisabeth, mit der er ein Leben lang gemeinsam dieses Geschäft in Lenzburg geführt hatte und die immer eine etwas eigensinnige Frau gewesen war. Er sagt, und das fand ich rührend, er sagt, dass er sich heute besser mit ihr unterhalten könne, da sie gestorben sei. Früher seien sie immer wieder in Streit geraten, weil Elisabeth partout auf ihre Meinung zu beharren pflegte. Aber heute, da sie tot ist, sei das alles viel leichter und besser geworden. Sie sei jetzt umgänglicher.
Es ist schön zu hören, wie zwei Menschen zusammen in Loyalität und Liebe gelebt haben, und zu hören, wie relativ Liebe im praktischen Alltag ist. Wir jüngeren Generationen halten die Liebe für eine rein romantische, rein gefühlsmässige Angelegenheit. Doch früher war das primäre Ziel der Ehe die nackte materielle Existenz und das oekonomische Überleben. Gerade die höheren gesellschftlichen Kreise haben nicht aus Liebe geheiratet, sondern um die Interessen ihrer Familien zu wahren. Wenn sich daraus Liebe ergeben haben sollte, so war es ein Glücksfall.
Und dabei fällt mir bei Kurt und Elisabetz die schöne Geschichte von Philemon und Baucis ein, die man in Ovids Metamorphosen finden kann. Die alten und armen Eheleute Philemon und Baucis haben sich mit der gastlichen Aufnahme von Jupiter und Merkur (waren es diese beiden?) einen Wunsch verdient. Und sie wünschten sich, dass keiner den anderen überlebe, dass keiner das Schicksal zu ertragen habe, den Tod des andern betrauern zu müssen. Dieser Wunsch wurde ihnen gewährt und sie sind beide in je einen Baum verwandelt worden, die in naher Nachbarschaft noch heute beisammen stehen sollen.
Ich danke dir für die Lentburger Fotos, Marlena. Du hast wirklich hart gearbeitet und sie in wiederholten Versuchen zu mir nach Mitteleuropa herunter zu katapuliteren versucht. Ich kann dir sagen, sie sind angekommen. Das Schloss sieht natürlich in Natura noch viel romantischer und schöner aus. Besonder in der Herbstsonne habe ich es in herrlichster Erinnerung. Oder in der Nacht, wenn es rundum beleuchtet ist, schaut die Anlage auf dem steilen Hügel aus wie im Märchen. Und unmittelbar an diesem Hübel haben wir gewohnt. Und oft sind wir Buben in diesen Wäldern herumgezogen und haben gespielt, den Hund des Nachbars ausgeführt, oder im Winter auch Schlitten gefahren.
Du siehst Marlena, meine Briefe geraten langsam zum Tagebuch, wo ich in meinen alten Erinnerungen krame und alte vergessene Bilder wieder an die Oberfläche hole. Es ist natürlich sehr angenehm und schön, sie einem lieben und aufmerksamen Menschen erzählen zu können. Doch vielleicht sind sie für dich nicht sonderlich interessant.
Hast du deine Extra-Arbeit für die Schule geschafft? Hast du dich sehr geärgert darob? Wäre es nicht einfacher und unterhaltsamer, solche Arbeiten in einem Team mit einer Kollegin oder einem Kollegen zu erledigen? Warum fragen sie immer dich, wo du doch noch etwas Freizeit haben solltest, um ein paar schöne Mails zu schreiben? Und den Baum im Garten, hast du ihn schneiden können? Ich kann dir sagen, dass ich meine zwei kleinen Bäumchen am Sonntag Nachmittag rasch geschnitten habe. Und die Vorstellung, dass du vielleicht zur selben Zeit in deinem Garten stehst, vielleicht in einer etwas dickeren Jacke und mit einer grünen Gärtnerschürze, um euren Baum zu schneiden, diese Vorstellung hat mir sehr geholfen. Sonst hätte ich die Aufgabe wieder hinausgeschoben. Und das wäre schlecht gewesen, denn die Äste waren schon voller Triebe. Hast du gelernt, wie man Bäume schneidet? Ich habe selbst eigentlich keine Ahnung davon und ich studiere immer viel, wo und wie und warum ich abschneiden soll oder eben nicht soll. Vielleicht müsste ich mal eine Instruktion lesen! In meinem Elternhaus in Visp hatten wir viele Bäume im Garten. Doch für die Arbeiten, die einen Fachmann erforderten, schickte die Firma stets einen Gärtner. Er besorgte alles und man konnte ihn da und dort um Rat fragen. Bloss den Rasen hatte man noch selbst zu schneiden. Das war ziemlich bequem und wir waren verwöhnt. Hinter dem Haus hatten wir ein wahres Wunderwerk von einem Birnbaum. Er trug nur alle zwei Jahre Birnen. Aber in diesen zweiten Jahren warern es immer reichlich viele. Der Baum war über und über behangen mit hellgrünen grossen Früchten. Man pflegte sie noch grün zu pflücken, um sie dann sorgfältig im Keller auf die Hurd zu legen. So färbten sich die Birnen innert einigen Wochen gelb und gelber, bis man sie schliesslich zuckersüss und fast butterweich essen konnte. Ach, was haben wir damals Birnen gegessen! Ich habe diesen süssen herbstlichen Geschmack noch heute auf der Zunge. Und vor allem klingt in Mund und Gaumen dieses saftig-weiche Fruchtfleisch mit einer etwas herben, mit braunen Punkten besetzten, gelben Schale nach.
Schön, wie dich deine Anna am 1. April zum Bett herausgejagt hat mit ein paar winzigen Ameisen. Und ich habe jetzt auch eine kleine Ahnung, wie man dich wirklich alarmieren kann. Töchter sind die qualifiziertesten Expertinnen und wissen wohl immer am besten, wo Mamma ihre sensiblen Stellen hat. Mich würde man - ehrlich gesagt - mit ein paar Ameisen noch nicht zum Bett heraus kriegen. Dazu brauchte man vielleicht Schlangen oder eine echte fette Ratte. Da würde ich dann vielleicht schon zum Besen greifen, was das Problem natürlich noch nicht löst, aber doch für den Moment einmal behebt.
Ich möchte dich auf keinen Fall stumm machen, meine Liebe. Ich weiss, manchmal schreibe ich zuviel. Ich merke es erst zum Schluss. Solange ich schreibe, geniesse ich es, in meinen Erinnerungen zu graben. Deshalb ist das Schreiben auch eine Unterhaltung für mich selbst. Aber es ist, wie gesagt, wunderschön zu wissen, dass eine aufmerksame Person dabei ist und mitgeht. Ich glaube, du hast es ähnlich. Wenn du etwas Besonderes erlebst, möchtest du es mit jemandem teilen. Nun ja, vielleicht hat das jeder Mensch?
Ich bin dir dankbar, Marlena, dass du mir die Möglichkeit gibst, zu schreiben. Seit Jahren möchte ich irgendwie schreiben. Doch für mich allein kann ich es nich. Ich nehme mir die Zeit nicht, obwohl ich weiss, dass es durchaus gut wäre, mich hinzusetzen und zu schreiben. Ich finde es witzlos, zu schreiben, wenn niemand den Text liest, ausser ich vielleicht in ein paar Jahren wieder. Doch Schreiben verlangsamt und ordnet das Denken. Und das ist durchaus heilsam. Ich habe in meinen schulpsychologischen Abklärungen immer gerne jene Kinder gemocht, die mit sich selbst sprechen konnten. Sie haben einen besonderen Charme. Wenn sie ein Problem zu lösen haben, stellen sie sich Fragen und beantworten sich die Fragen. Das ist in meiner Meinung eine gute Fähigkeit und Technik, mit dem Leben fertig zu werden. Die Möglichkeit, mit sich selbst zu sprechen, gehört in dasselbe Kapitel wie der Rat, man soll lernen, sich selbst ein guter Freund oder eine gute Freundin zu sein. Ich glaube, das ist heute wichtig, heute, da wir mit sovielen Situationen völlig allein fertig werden müssen.
Ich kann nicht sonderlich gut mit mir selbst sprechen. Manchmal versuche ich es. Und im Grunde hilft es oft, ich komme dann vorwärts. Aber ich mache es meist nur halbherzig. Ich bin darin schlecht begabt und ausgerüstet. Und so bin ich froh, dass ich dich habe. Und dabei erinnere ich mich wieder an deine Andeutung deiner Trauer, über die dunkeln Wolken. Ich bitte dich Marlena, erzähl mir, wenn du es denn kannst. Seit du mehrmals nebenbei etwas anklingen liessest, sorge ich mich. Es erscheint mir ganz einfach unheilvoll und schwer, und ich bin im Unklaren, was ich damit anfangen soll. Aber natürlich weiss ich auch, dass du entscheiden musst, ob du das willst oder kannst oder darfst. Ich weiss es ja nicht.
Ich für meinen Teil habe mir vorgenommen, meine Briefe an dich nicht allzu denkerisch, theoretisch oder geradezu grüblerisch zu gestalten. Ich möchte gerne, wenn ich das schaffe, die Leichtigkeit des Seins betonen. Ich möchte, dass du Freude hast, und dass du bei der Lektüre nicht zusehr deine schöne Stirn in Falten ziehen musst.
So wünsche ich dir einen feinen Anfang der Woche
Mit einem lieben Gruss
...
Samstag, 3. März 2012
Weekendlessly
Ämne : weekendlessly ...
Datum : Sat, 9 Feb 2002 11:55:16
Liebe Marlena
...
Gestern war ich zusammen mit S an einer Beerdigung in Luzern. Der Vater
eines meiner Mitarbeiter war gestorben. Er war ein alter Mann und alle
waren offenbar froh, dass er nach einigen Jahren Altzheimer schliesslich
dahin gehen konnte. Schon lange war ich nicht mehr an einer katholischen
Beerdigung. Und für S war es gar das erste mal. Nicht davon zu reden,
dass es ein trüber und regnerischer Tag war, mitten in der Luzerner
Fasnacht, die allerdings an diesem Freitag gerade etwas ruhte. Auf jeden
Fall war in den Strassen nichts zu sehen. In der etwas düsteren,
modernistischen Kirche St. Karl, benannt nach Karl Borromäus dem grossen
norditalienischen Wohltäter, sassen wir etwas fröstelnd beieinander. Vorne,
beim Altar, haben sie zu zweit gearbeitet. Ein Priester und - wie man später
erklärte - ein Diakon. Das fand ich etwas viel Personal für eine Abdankung.
Denn zwischendurch marschierte gar noch ein Sakristan zwischen den
Reihen herum. Er trug einen unruhig, grob karierten aufdringlichen Anzug
und wirkte fast ein bisschen wie ein Zuhälter, seien wir gnädig, wie ein
Schläger. Mein Mitarbeiter hat den Nachruf selbst vorgelesen. Und
zwischendurch sang hinten ein Chor, zum Schluss, wie mir auffiel, ziemlich
falsch. Doch das finale Orgelstück von Bach, Toccata oder so ähnlich, das
war gut und hat unsere Herzen wieder etwas erwärmt.
S war nicht sonderlich begeistert von der Zeremonie und gab zu Verstehen,
dass sie ihre eigene Abdankung mit Balett und lustiger Musik wünschte. Ja,
sie war geradezu konsterniert, dass der Priester dort vorne das Blut Christi
trank und von seinem Leib ass. Das sei doch - mit Verlaub - etwas skandalös.
Diese Christen: zuerst machen sie Gott zum Menschen, und dann essen sie
ihn auf! Sie fragte sich, woher dieser Kannibalismus denn käme?
Die eigentliche Beerdigung fand dann auf dem kalten und verregneten
Friedhof statt. Die Familie hatte eine Kremation und ein Gemeinschaftsgrab
gewählt. Ich habe gefroren wie schon lange nicht mehr. Und zum Abschluss
hat jeder mit dem kleinen Besen die Urne bespritzt, obwohl doch alles schon
ziemlich nass war.
Und zu allerletzt gab es noch dieses Leichenmahl, das zu einer jeden
Beerdigung gehört. In der Stadt fanden wir uns in einem grossen, über und
über vaterländisch bemalten Saal wieder. Es waren noch zwei weitere
Mitarbeiter meines Dienstes dabei. Und mir gegenüber sass der Organist,
dem ich für das gute Spiel meine Komplimente machen konnte. Er war
ursprünglich von der Ostschweiz, wie man aus seinem Dialekt unschwer
entnehmen konnte. Doch seine Frau war eine Luzernerin, .. scheu, aber
sehr aufmerksam und irgendwie recht gut informiert. Er hat mich
über diesen Karl Borromäus informiert. So haben wir uns an einer kleinen
Malzeit wieder aufgewärmt und sind miteinander ins Gespräch gekommen.
Und mit der Zeit und mit dem Wein kam tröstliche Stimmung auf. Nicht so
barock und füllig, wie es im Wallis geschehen würde. Das konnte man nicht
erwarten. Aber es gab doch Trost und Zuversicht.
*
Und jetzt ist wieder einmal Samstag. Mein NZZ ist heute nicht eingetroffen.
Ich weiss nicht, was mit unserer Post los ist. Sie ist nicht mehr wie
früher. So muss ich ein paar Artikel aus dem Internet holen und den Rest
nächste Woche lesen.
Doch nun sollte ich noch einige Einkäufe machen. S hatte mir
aufgetragen, einige Dinge zu besorgen. Und es ist gut, das über die
Mittagszeit zu tun. Da sind die Läden nicht überfüllt.
*
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.
Mit einem lieben Gruss
...
Datum : Sat, 9 Feb 2002 11:55:16
Liebe Marlena
...
Gestern war ich zusammen mit S an einer Beerdigung in Luzern. Der Vater
eines meiner Mitarbeiter war gestorben. Er war ein alter Mann und alle
waren offenbar froh, dass er nach einigen Jahren Altzheimer schliesslich
dahin gehen konnte. Schon lange war ich nicht mehr an einer katholischen
Beerdigung. Und für S war es gar das erste mal. Nicht davon zu reden,
dass es ein trüber und regnerischer Tag war, mitten in der Luzerner
Fasnacht, die allerdings an diesem Freitag gerade etwas ruhte. Auf jeden
Fall war in den Strassen nichts zu sehen. In der etwas düsteren,
modernistischen Kirche St. Karl, benannt nach Karl Borromäus dem grossen
norditalienischen Wohltäter, sassen wir etwas fröstelnd beieinander. Vorne,
beim Altar, haben sie zu zweit gearbeitet. Ein Priester und - wie man später
erklärte - ein Diakon. Das fand ich etwas viel Personal für eine Abdankung.
Denn zwischendurch marschierte gar noch ein Sakristan zwischen den
Reihen herum. Er trug einen unruhig, grob karierten aufdringlichen Anzug
und wirkte fast ein bisschen wie ein Zuhälter, seien wir gnädig, wie ein
Schläger. Mein Mitarbeiter hat den Nachruf selbst vorgelesen. Und
zwischendurch sang hinten ein Chor, zum Schluss, wie mir auffiel, ziemlich
falsch. Doch das finale Orgelstück von Bach, Toccata oder so ähnlich, das
war gut und hat unsere Herzen wieder etwas erwärmt.
S war nicht sonderlich begeistert von der Zeremonie und gab zu Verstehen,
dass sie ihre eigene Abdankung mit Balett und lustiger Musik wünschte. Ja,
sie war geradezu konsterniert, dass der Priester dort vorne das Blut Christi
trank und von seinem Leib ass. Das sei doch - mit Verlaub - etwas skandalös.
Diese Christen: zuerst machen sie Gott zum Menschen, und dann essen sie
ihn auf! Sie fragte sich, woher dieser Kannibalismus denn käme?
Die eigentliche Beerdigung fand dann auf dem kalten und verregneten
Friedhof statt. Die Familie hatte eine Kremation und ein Gemeinschaftsgrab
gewählt. Ich habe gefroren wie schon lange nicht mehr. Und zum Abschluss
hat jeder mit dem kleinen Besen die Urne bespritzt, obwohl doch alles schon
ziemlich nass war.
Und zu allerletzt gab es noch dieses Leichenmahl, das zu einer jeden
Beerdigung gehört. In der Stadt fanden wir uns in einem grossen, über und
über vaterländisch bemalten Saal wieder. Es waren noch zwei weitere
Mitarbeiter meines Dienstes dabei. Und mir gegenüber sass der Organist,
dem ich für das gute Spiel meine Komplimente machen konnte. Er war
ursprünglich von der Ostschweiz, wie man aus seinem Dialekt unschwer
entnehmen konnte. Doch seine Frau war eine Luzernerin, .. scheu, aber
sehr aufmerksam und irgendwie recht gut informiert. Er hat mich
über diesen Karl Borromäus informiert. So haben wir uns an einer kleinen
Malzeit wieder aufgewärmt und sind miteinander ins Gespräch gekommen.
Und mit der Zeit und mit dem Wein kam tröstliche Stimmung auf. Nicht so
barock und füllig, wie es im Wallis geschehen würde. Das konnte man nicht
erwarten. Aber es gab doch Trost und Zuversicht.
*
Und jetzt ist wieder einmal Samstag. Mein NZZ ist heute nicht eingetroffen.
Ich weiss nicht, was mit unserer Post los ist. Sie ist nicht mehr wie
früher. So muss ich ein paar Artikel aus dem Internet holen und den Rest
nächste Woche lesen.
Doch nun sollte ich noch einige Einkäufe machen. S hatte mir
aufgetragen, einige Dinge zu besorgen. Und es ist gut, das über die
Mittagszeit zu tun. Da sind die Läden nicht überfüllt.
*
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.
Mit einem lieben Gruss
...
Donnerstag, 1. März 2012
Re: Nachtisch
Ämne: RE: Nachtisch..
Datum: den 16 juni 23:40
Lieber ...,
Bevor ich zu Bett gehe, möchte ich dir schnell noch einen kleinen Gutenachtgruss (eigentlich Kuss) schicken.
Es war ein sehr gelungener Abend und ich hatte den Eindruck, dass die Gäste zufrieden waren und sich gut amüsiert haben. Auch das Essen war gut. Ich hatte ein orientalisches Gericht mit Curry, Paprika und Crevetten gemacht. Dazu Reis und einen frischen Salat und frisch gebackene kleine Brötchen. S's Mann hat sie mit dem Auto hergebracht und auch G geholt und so konnte ich doch einen guten Rotwein dazu anbieten.
Am besten fand ich den Nachtisch. Leichter kann man es nicht machen und es hat ganz himmlisch geschmeckt. Frische Erdbeeren und dazu ein paar Kugeln Vanilleeis. Darüber tropft man eine Sauce von der geriebenen Schale ener Limefrucht vermischt mit Zucker und ein wenig von dem Limesaft. Oh! Das musst du mal probieren. Es sieht auch ganz wunderbar aus.
Nachher gab es Kaffe und Preiselbeerkuchen.. Pralinen mit Kognaklikör.. und dazwischen auch erfrischende Getränke und verschiedene Sorten von Obst. Normalerweise versuchen die Damen etwas Diät zu halten.. aber sie meinten einmal könnte man schon eine Ausnahme machen.
Ich habe ihnen auch den Garten gezeigt. Ich glaube so viel Lob über alles hier habe ich selten erlebt. Das beste war wohl auch, dass ich das Haus richtig schön aufgeräumt hatte. Na ja, die Papiere und das Bügelbrett habe ich nur in Annas Zimmer versteckt.. aber sonst bin ich ziemlich zufrieden wenn ich mich umsehe. Wenn F (Ks Freund aus seiner Studienzeit in Uppsala) nächste Woche kommt ist es schön dass ich alles schon in Ordnung habe.
...
Übrigens wollten alle mitmachen, als ich ihnen sagte dass ich nun bald meinen Traum verwirklichen könnte.. nämlich mich "durch Europa zu essen". Und ich meinte wir brauchten eigentlich nur Einzelfahrkarte haben.. denn nach Hause könnten wir sicher dann rollen.
Und nachher, meinte G, müssten wir uns bei den "Gewichtwächtern" anmelden. Das muss ich auch ohne diese Reise, wenn ich so weitermache..
Klein Olli hat sich gefreut und laut gesungen und sich auch mit den Gästen unterhalten. Das hat mich etwas erstaunt. Besonders die hübsche Inger hat er dauernd angeschaut und ausgesehen als ob er eine alte Bekannte wiedergesehen hätte. Vielleicht hat die Frau im Zoogeschäft ihr ähnlich gesehen oder er versteht sich gut auf die Schönheit von Frauen. ;-)
Und morgen ist erst Donnerstag... Ich habe dauernd das Gefühl, dass es schon das Weekend sei. Wir haben ja keine Schüler mehr und so hat man garnicht den Eindruck, dass man arbeitet.
Jetzt sage ich dir nochmals Gute Nacht.
Mit Gs und Ks..
Malou
Danke für dein lustiges Nachtisch-mail. Ich habe mich sehr darüber gefreut.
Datum: den 16 juni 23:40
Lieber ...,
Bevor ich zu Bett gehe, möchte ich dir schnell noch einen kleinen Gutenachtgruss (eigentlich Kuss) schicken.
Es war ein sehr gelungener Abend und ich hatte den Eindruck, dass die Gäste zufrieden waren und sich gut amüsiert haben. Auch das Essen war gut. Ich hatte ein orientalisches Gericht mit Curry, Paprika und Crevetten gemacht. Dazu Reis und einen frischen Salat und frisch gebackene kleine Brötchen. S's Mann hat sie mit dem Auto hergebracht und auch G geholt und so konnte ich doch einen guten Rotwein dazu anbieten.
Am besten fand ich den Nachtisch. Leichter kann man es nicht machen und es hat ganz himmlisch geschmeckt. Frische Erdbeeren und dazu ein paar Kugeln Vanilleeis. Darüber tropft man eine Sauce von der geriebenen Schale ener Limefrucht vermischt mit Zucker und ein wenig von dem Limesaft. Oh! Das musst du mal probieren. Es sieht auch ganz wunderbar aus.
Nachher gab es Kaffe und Preiselbeerkuchen.. Pralinen mit Kognaklikör.. und dazwischen auch erfrischende Getränke und verschiedene Sorten von Obst. Normalerweise versuchen die Damen etwas Diät zu halten.. aber sie meinten einmal könnte man schon eine Ausnahme machen.
Ich habe ihnen auch den Garten gezeigt. Ich glaube so viel Lob über alles hier habe ich selten erlebt. Das beste war wohl auch, dass ich das Haus richtig schön aufgeräumt hatte. Na ja, die Papiere und das Bügelbrett habe ich nur in Annas Zimmer versteckt.. aber sonst bin ich ziemlich zufrieden wenn ich mich umsehe. Wenn F (Ks Freund aus seiner Studienzeit in Uppsala) nächste Woche kommt ist es schön dass ich alles schon in Ordnung habe.
...
Übrigens wollten alle mitmachen, als ich ihnen sagte dass ich nun bald meinen Traum verwirklichen könnte.. nämlich mich "durch Europa zu essen". Und ich meinte wir brauchten eigentlich nur Einzelfahrkarte haben.. denn nach Hause könnten wir sicher dann rollen.
Und nachher, meinte G, müssten wir uns bei den "Gewichtwächtern" anmelden. Das muss ich auch ohne diese Reise, wenn ich so weitermache..
Klein Olli hat sich gefreut und laut gesungen und sich auch mit den Gästen unterhalten. Das hat mich etwas erstaunt. Besonders die hübsche Inger hat er dauernd angeschaut und ausgesehen als ob er eine alte Bekannte wiedergesehen hätte. Vielleicht hat die Frau im Zoogeschäft ihr ähnlich gesehen oder er versteht sich gut auf die Schönheit von Frauen. ;-)
Und morgen ist erst Donnerstag... Ich habe dauernd das Gefühl, dass es schon das Weekend sei. Wir haben ja keine Schüler mehr und so hat man garnicht den Eindruck, dass man arbeitet.
Jetzt sage ich dir nochmals Gute Nacht.
Mit Gs und Ks..
Malou
Danke für dein lustiges Nachtisch-mail. Ich habe mich sehr darüber gefreut.
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