Mittwoch, 6. Juli 2011

Gedankenmails


date 6 July 2006 08:12
subject :-)



Lieber Mausfreund,

In dieser hektischen Zeit wünsche ich, dass du all meine langen
Gedankenmails lesen könntest.

Ich werde versuchen dir nochmals zu schreiben bevor wir in den Norden reisen.
Bis dahin alles Gute.
MlG
Malou

PS Ein Küsschen auf die Schläfe bekommt du.. dort spürt man nämlich
das Blut pulsieren.  Du kennst meine vampyrische Veranlagung.



O wie doch alles, eh ich es berührte,

18 February 2007 10:34
subject Re: O wie doch alles, eh ich es berührte,

Liebe Malou
Wir haben hier wunderschönes Frühsommerwetter, so pflege ich zu sagen.
Es ist zwar kühl am Morgen, aber sobald die Sonne kommt, wird es
ziemlich warm. Die Basler machen sich bereit für ihre Fasnacht, die am
Montag in einer Woche beginnen soll. Natürlich wünschten sie sich
solches Wetter. Aber sie pflegen ihre Rituale auch bei Regen und
Schneegestöber zu geniessen. Ihre Freude lassen sie sich einfach nicht
nehmen. Aber sie tun das mehr oder weniger ohne mich.

Und soll ich dir jetzt auch noch etwas von den drei Tauben erzählen,
diese weissen Dinger, die am hellblauen Himmel und rund um den
Kirchturm kreisen. Es ist merkwürdig, dass sie so weiss ausschauen.
Wenn man sie in der Nähe sieht, sind sie selten so weiss.
Als wir noch in L gelebt haben, gab es einen Nachbarn, der
Tauben hatte. Und als Bub hatte ich mir immer gewünscht, später im
Leben einmal so ein Pärchen Tauben zu halten, die so hübsch
nebeneinader sitzen oder ab und zu in der Gegend herumfliegen. Die
Tauben, die jener Nachbar hatte, waren gänzlich weiss und schienen
mir so sauber und gepflegt wie Tierchen aus Zuckerguss.

Ja, dieses Rilke Gedicht hat eine Wahrheit in sich. Es ist doch
irgendwie verwandt mit der Aussage, das Schöne sei der Anfang des
Schrecklichen. Das ist so einfach gesagt mit ein paar Worten. Und im
Grunde genommen findest du es auf dieser Welt immer wieder und
überall. Es ist in der Liebe so. Es ist im Leben so. Es ist mit den
Dingen so. Es ist wirklich überall irgendwie so.  Darin liegt diese
Melancholie, die man auch bei Rimbaud wieder findet.

Und du, Malou, wann unternimmst du wieder mal eine Reise nach
Stockholm?  Wohin gehst du, wenn du Luft brauchst? Dein Leben scheint
mir so ruhig und geregelt. Und dazu bist du mit Dokumentationsfragen
beschäftigt. Das ist Ordnungsmache im Quadrat. In letzter Zeit denke
ich immer wieder, wie häuslich und gemütlich du es zuhause hast. Das
wird bei mir umso stärker, je mehr ich mich heimatlos fühle.

Ich wünsche dir einen schönen Sonntag
Liebe Grüsse und Küsse
...

Dienstag, 5. Juli 2011

An mein Uneigentum

date17 February 2007 15:52
subject An mein Uneigentum


Liebster Mausfreund,
Schau was ich gefunden (und für dich ausgewählt habe):
Mit einem lieben Wochenendgruss,
Malou

Zueignung
O wie doch alles, eh ich es berührte,
so rein und leicht in meinem Anschaun lag.
[...]
Um jeden Gegenstand
nach dem ich griff, war Schein von deinem Scheine,
doch plötzlich ward aus ihm und meiner Hand
ein neues Ding, das bange, fast gemeine
Ding, das besitzen heißt. Und ich erschrak.
O wie doch alles, eh ich es berührte,
so rein und leicht in meinem Anschaun lag.
Und wenn es auch zum Eigentum verführte,
noch war es keins. Noch haftete ihm nicht
mein Handeln an. Mein Mißverstehn. Mein Wollen
es solle etwas sein, was es nicht war.
Noch war es klar
und klärte mein Gesicht.
Noch fiel es nicht, noch kam es nicht ins Rollen,
noch war es nicht das Ding, das widerspricht.
Da stand ich zögernd vor dem wundervollen
Uneigentum.
[...]
Aus: Weihnachten 1914 (ein Fragment)
(1914)

Montag, 4. Juli 2011

Missverständnis



Subject: Re: gute Zeiten schlechte Zeiten

Ach, du mein allerliebster Mausfreund,
Was haben wir nur getan gestern? Alles war doch ein einziges grosses Missverständnis. Ich wollte dir nur ganz schnell etwas süsses zum Nachmittagskaffe schicken, nun es ist Fisch geworden, vielleicht nicht eine meiner brightestens Ideen. Aber da ich sehr in Eile war dachte ich, ich habe jedenfalls Zeit dir ein wenig Information zu senden über den Fluss an dem ich den Sommer verbringe. Ich will dass du mich in meinem richtigen Milieu sehen kannst wenn du einmal in meine Richtung schaust. Und das mit den schlecht gewählten Worten am Ende des mails musst du mir vergeben. Es ist eben nicht so perfekt, mein Deutsch, wie ich es wünschen würde, besonders wenn ich einem Wortkünstler wie dir schreibe.:-)
...
Deinen Brief habe ich noch nicht geöffnet. Ich möchte dir erst dieses Mail schreiben damit du siehst wie ich denke bevor ich ihn gelesen habe.
Du fragst was du falsch machst. Solange du mich liebst machst du nichts falsch. Dann sehe ich alle deine Worte (die lieben und die anderen) als einen Ausdruck deiner Liebe. Aber weisst du, vielleicht solltest du ein wenig mehr vertrauen zu mir haben. Du solltest wissen, dass der gestrige kleine Nachmittagsgruss kein Abschiedsbrief sein kann. Warum sagen wir eigentlich Abschiedsbrief. Es ist doch ”nur” für einen Monat und du weisst dass du jede Minute bei mir sein wirst. Ich werde mein Sommerparadies ganz mit dir erleben und ich bin sicher dass ich es noch nie zuvor so schön gesehen haben werde.

Liebster, ich schicke dir nun zuerst diese Worte weil ich im Moment allein bin.
Schreibe später weiter
...
Marlena

PS Wir fahren erst am Sonntag weil es bis Montag dort oben regnen wird und wir brauchen Sonne wenn wir ankommen. Ich schreib dir mehr darüber später heute, ja?
Kuss mit viel SSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS

Sonntag, 3. Juli 2011

" Ich verabschiede mich " ........?????

Subject:  " Ich verabschiede mich " ........?????

Liebe Marlena,
das ist ein schönes reichhaltiges Mail. Ich glaube, ich muss anfangen Lachs zu fischen. Dann habe ich genügend Gründe, nach Schweden zu gehen und mich dort umzuschauen. Ich glaube das ist es. Meine ganze Familie isst gerne Lachs. Sie würden es begrüssen, wenn ich dorthin ginge, um ein paar grosse Brocken heimzubringen.
Ach Marlena, du wolltest mich anrufen. Wenn ich das höre, dann werde ich ganz unruhig beim Gedanken, was ich verpasst habe. Nein, es ist doch nicht möglich! Es wäre für mich wirklich ein einzigartiger Moment gewesen, mit meiner Marlena reden zu können. Besonders in diesem Moment, vor dem Abschied und dem grossen Unterbruch. Und es wäre gut, vorher nichts gewusst zu haben. Sonst wäre ich ja fast nervös und meine Stimme wäre vielleicht zu laut wegen der Aufregung. Ach, mein Schatz, dass du an sowas gedacht hast, das berührt mich sehr. Und dass es nicht geklappt hat, das erstaunt mich fast gar nicht. Ich sitze hier in einem Hochsicherheitstrakt, wie in einer Bank oder in einem Gefängnis für Schwerverbrecher. Man kommt nicht so leicht herein. Ach wie schade, dass es wirklich nicht geklappt hat. Wenn ich es gewusst hätte, hätte ich vieles umgestellt und dann hätte es wahrscheinlich schon geklappt. Es tut mir leid, Marlena. Aber schon deine Absicht und der Versuch ist für mich eine liebe Geste, fast soviel wie ein richtiges Gespräch. Du bist so lieb, wie kann ich es Dir sagen. Manchmal bist du so weit weg, und dann plötzlich bist du wieder nah und ich habe den Eindruck, ich kann dich wirklich wahrnehmen.
Dass du mir vorher nichts gesagt hast, von deiner Absicht, zu telefonieren, das finde ich echt - wie soll ich sagen - Schwedisch. Nun, vielleicht war es auch für dich eine spontane Aktion? Aber ich glaube, du gehst mit Kommunikation anders um als ich. Schweigen bedeutet vielleicht für dich was anderes als für mich. Über etwas nichts zu sagen, bedeutet was anderes. Ich glaube, wenn du über irgend eine Begebenheit oder Sache nichts sagst, dann wird es grösser in deinem Gefühl, gewichtiger, würdiger. Für mich wird es kleiner, eben nichtssagend, zu vernachlässigen, wenn nichts darüber gesagt wird. Ist es nicht so bei Rilke, dass er irgend einmal das Schweigen entdeckt hat, in deinem Sinne, dass das Schweigen sozusagen die höchste Steigerungder Kommunikation, oder der Mitteilung ist. Aber ich bin eben nur ein Psychologe, und kein Lyriker! Ja, dein Mail hat mir wieder meinen Hunger gestillt. Ich lebe ja wie ein Kamel. Alle vierzehn Tage kriege ich eine grosse Menge, die dann wieder durch die Wüste reichen muss. Aber weißt du, Marlena, ich sage das nicht in Kritik, sondern ich versuche nur zu sehen, was ist. Lebe ich eben wie ein Kamel! ;--) Auf jeden Fall hat mich das Mail sehr gefreut. Es ist voller Fischsorten, die ich nicht kenne. Und weil ich ein bisschen hungrig bin, stelle ich mir viele verschiedene und exzellente Geschmacksrichtungen vor. Ich glaube, die schwedische Kultur ist vielleicht doch ziemlich anders als die unsere. Ich möchte sie wirklich gerne näher kennenlernen. Und eines Tages werde ich nach Schweden kommen und euch alle eure Lachse aus den Flüssen fischen. Das werde ich tun.
*
Und zum Schluss sagst du "ich verabschiede mich". Meine Marlena, wer sagt denn sowas? Es ist alles ein bisschen kühl geschrieben. Ist das die Abschiedsstimmung oder sonst irgend was. Ich verabschiede mich, das sagt die Königin von England zum König von Schweden auf dem Flughafen, wenn die Ehrengarde daneben steht, und sie nicht sagen kann "Ciao Schatz". Ich verabschiede mich, das ist doch etwas unter Lords und Herzoginnen, aber doch nicht unter Mausfreunden. Irgendwas ist da los, meine Liebste. Du bist Spezialistin in der indirekten Kommunikation. Und das führt nun ja bei modernen Menschen doch eher zu Problemen. Also, du wirst es mir dann sagen, was hier los war. Vielleicht irre ich mich ja auch bloss. Das hoffe ich.
Meinst du jetzt mit "ich verabschiede mich" dass das das letzte Mail war vor den Ferien. Oder was soll es heissen. Es ist voller Mehrdeutigkeiten, meine Liebste.
Vielleicht hast du noch Zeit, mir zu erklären. Aber vielleicht musst du es im späten August machen. Doch wir haben Zeit, Marlena, die Welt rennt uns nicht davon.
Ich danke dir für das Mail. Ich muss es dann nochmals lesen, es hat soviel Information drin. Mit den Namen habe ich am meisten Probleme. Ich kann sie nicht behalten.
Ich liebe dich, und ich hoffe, dass du das einen ganzen Sommer lang in deinem Inneren spürst.
Dein ...


(Date: Thu, 06 Jul) 

Ferienantritt, Laptop und "Füdlibürger" ;-)

Ämne: Gruss
Datum: den 4 juli 2001 15:25

Liebe Marlena
Heute ist mein letzter Tag im Büro vor Ferienantritt. Es ging alles drunter und drüber bis heute morgen. Am Montag war ich noch in einer ärztlichen Kontrolle. Im letzten Moment empfahl man mir eine weitere Operation, weil Druckausgleich im rechten Ohr noch nicht normal funktionierte. Und so haben sie mich am Dienstag ein weiteres mal unters Messer genommen. Das war zwar eine ambulante Operation, aber dennoch mit Ausziehen, auf dem Bettgestell, mit einer örtlichen Betäubung. Es ist äusserst unangenehm, wenn sie dir mitten im Kopf herumfummeln. Und diesen Ein-druck hat man, wenn sie mit ihren spitzen Dingern ins Ohr hineinfahren und einen Höllenlärm veranstalten. Es war wirklich schwer zu ertragen.
Und so war ich gestern noch etwas benommen. Ich bin zuhause geblieben und habe geschlafen und etwas geruht. Aber gepackt habe ich eigentlich noch nicht. Ich glaube, ich überlasse es wieder einmal S. Nur bei den Büchern weiss ich mehr oder weniger, was ich mitnehmen will. Aber es ist zuviel. Ich muss noch etwas dezimieren.
*
Ja, Deine Rührung ist völlig in Ordnung und angebracht. Ich habe auf diesem kleinen Laptop geschrieben, was bloss mit sehr spitzen Fingern möglich war, und immer unendlich lang gewartet, bis sich das Ding bis ins Hotmail vorgedrängelt hatte. Es war qualvoll, das hast Du vielleicht nie direkt bemerkt. Ich wollte Dich auch nicht gleich zu Tränen rühren. Aber nun ist das anders. Jetzt ist es, als ob ich mit einem breiten Ferrari zum Himmel fahre. Komfortabel und erstklassig. ;--). Als ob ich mir irgendwo das selige Leben verdient hätte.
Und vielleicht bist Du nicht mein Manual, sondern eigentlich das Muttermal sozusagen (das sollte ein Scherz sein!). Auf jeden Fall bin ich froh, dass W. sein Monopol nicht extrem ausspielen kann. Sonst halte ich mich nämlich an ihn. Oder noch ein wenig an meine Sekretärin, die auch sehr viel weiss. Aber alles und jedes kann ich sie auch nicht fragen.
*
Wenn der Visper meint, die Schweizer seien Füdlibürger, dann meint er bestimmt alle, ausgenommen die Walliser. Ich kenne sie und weiss genau, wie sie das meinen. Das ist die gängige Ideologie im sonnigen Tal. Die übrigen Schweizer sind langweilige Typen, während die eigenen Landsleute wirklich etwas ganz anderes darstellen. Es gibt sogar Leute, die träumen von einer Republik Wallis und einem grossen Casino in der Mitte, um Steuern zu sparen. Ich glaube Peter von Roten hat diesen Gedanken immer wieder ab und zu hochgebracht.
Na ja, die Walliser sind schon ein wenig speziell, eben Südländer, wie die Provenzalen in Frankreich, oder die Bayern in Deutschland. Aber wenn man dann mal hingeht und schaut, wie es in Brig oder in Visp oder Siders so zugeht, da staunt man nur, wie sich alles normalisiert hat in den letzten 20 Jahren.
*
Bei uns haben nun auch die Sommerferien begonnen. ...

Lieber Mausfreund

Ämne: Samstag
Datum: den 1 juli 2001 04:34

Lieber ...,
Wie schön du Menschen beschreiben kannst. Ganz deutlich sehe ich deinen Hans vor mir und auch du wirst deutlicher wenn du mir die Menschen in deiner Umgebung so lebendig machst..Und dein Verwandter hätte sich gefreut wenn er deine Worte gesehen hätte. Nein, du bist nicht böse. Du hast ihn mit viel Wärme und Sympathie beschrieben. Und was könnte ihn mehr freuen als dass Dinge, die er geliebt hat, zu jemanden kommen, der sie schätzt und pflegt.

Ja, die Leute sterben um uns herum. Heute war ich schon wieder bei einem Begräbnis. Eine frühere Kollegin von mir die schon eine zeitlang in Rente war ist gestorben. Ich habe dir einmal von ihrem Mann erzählt der einer meiner besten Kollegen war und leider kurz nach seiner Pensionierung starb. Diesmal war es kein überraschender Tod, denn die Frau hatte Krebst im letzten Stadium aber es war trotzdem sehr traurig, weil ihre geliebte Tochter im August ein Kind erwartet und ich hätte es ihr gegönnt die Geburt ihres Enkelkindes erleben zu dürfen.
Die Zeremonie war sehr stimmungsvoll und auch der Männerchor, den ihr Mann so viele Jahre geleitet hatte, war da und hat ein paar Lieder gesungen. Sie waren alt geworden die Herren. Und viele alte Kollegen, von denen ich manche jahrelang nicht mehr gesehen hatte, waren gekommen, u.a. meine älteste Französischkollegin, die mir als ich sie zum ersten Mal sah uralt vorkam, die sich aber in den folgenden 20 Jahren kaum veränderte.
Nun war auch sie alt geworden, aber zum Glück nur der Körper. Sie und der Kulturjournalist (von dem ich dir schon früher mal erzählt habe), mussten eine Stunde auf den Bus warten, und ich entschloss mich ihnen in der Wartezeit Gesellschaft zu leisten. Wir gingen in ein Restaurant, wo wir in alten Zeiten viele schöne Stunden verbracht haben. Damals waren wir noch ein sehr junges Kollegium, und diejenigen die keine Familie hatten, die sie zu Hause erwartete, gingen oft nach der Arbeit zusammen dorthin essen. Es war eine schöne sorglose Zeit.
Und heute, als wir in diesem Lokal sassen (es hat sich kaum verändert in all den Jahren) spürte ich es wieder, dieses herrliche Gefühl von Freiheit, das immer seltener wird. Und wir haben uns über einer Tasse Kaffee an vergangene Zeiten erinnert, aber auch über alle Veränderungen gesprochen, die in den letzten Jahren auf dem Gebiet Ausbildung stattgefunden haben. Ein trauriges Kapitel.
*
Ich bin ganz gerührt, wenn ich daran denke, dass du mir die ganze Zeit auf dem kleinen Laptop geschrieben hast. Und nun nennst du mich sogar dein kleines Manual.. Na ja, ”mein” gefällt mir ganz gut und ”kleines” ist auch nicht ganz falsch, aber bei Manual muss ich Stop sagen. Wenn ich nicht Anna hätte, könnte ich sicher nicht viel mehr als du auf diesem Gebiet. Aber Anna ist jederzeit bereit uns zu helfen.. Es ist schön dass ich dich nicht vor ihr verstecken muss. Du gehörst ganz einfach auch zu meiner Familie... :-) Das Vierte Blatt, wie du ja schon weisst.
Und dies mit dem Hessegedicht war ein reiner Zufall. Es kam mir wirklich sehr bekannt vor, aber ich wusste nicht mehr wo ich es gesehen hatte - und dann fand ich es in einer Anthologie, die ich am Anfang meiner Karriäre als Lehrbuch hatte. ”Eine Stunde Aufenthalt” hiess das Buch und enthielt wunderbare Kurzgeschichten von verschiedenen deutschsprachigen Schriftstellern. Åke und ich werden ganz nostalgisch wenn wir nur den Namen hören, so gut hat es uns gefallen. Jetzt ist es längst zu schwer geworden fürs Gymnasium. Höchstens an der Uni könnte man es noch benutzen.

Es tut mir leid, dass es dir immer noch nicht gut geht. Aber vielleicht braucht es seine Zeit. Es ist schade dass deine Operation gerade mit der Zeit des Heuschnupfens zusammenfallen musste. Ich bin überzeugt davon, dass es sich bald zum besseren ändern wird. Und nun kommen ja deine Ferien, wo du dich schön ausruhen kannst. Es wird dir gut tun. Ich würde gern einen Versuch machen dich zu kurieren.. manchmal glaube ich dass ich das immer noch könnte. ;-)

Du wolltest ins Wallis fahren, aber daraus ist wohl nichts geworden, oder? Der ”Visper” ist nun schon seit zwei Wochen in der Schweiz. Er wollte eigentlich nur ganz kurz nach Visp gehen und dann Freunde und Bekannte in anderen Teilen der Schweiz besuchen. Er hat noch ein Haus in Zürich und muss den Mieter treffen. Ich würde nicht mit dir über diese Dinge sprechen, wenn er mir nicht ausdrücklich gesagt hätte, dass ich dem anderen Visper alles von ihm erzählen kann. Ich beneide ihn ein wenig. Es muss ein spannendes Erlebnis sein, nach so langer Zeit seine Heimat wiederzusehen. Eigentlich mag er die Schweizer nicht besonders. Er nennt sie ”Füdlibürger” oder so ähnlich und findet dass sie sehr eingeschränkt sind. Aber vielleicht meint er damit besonders die Walliser, zu denen er ja selbst gehört. :-)

So mein lieber Mausfreund. Das wäre es für heute. Ich hoffe dass du noch einen schönen Sonntag hast und wünsche dir einen guten Start in die nächste Woche.
Und ich küsse dich.. nur um zu sehen ob es dir hilft schneller gesund zu werden. ;-)
Mit lieben Sonntagsgrüssen
Marlena