*
Gestern Abend hat man am deutschen Fernsehen einen Rückblick gezeigt. Im Wesentlichen ging es um einen Journalisten, den ich ziemlich schätze. Und offenbar war er als Korrespondent zur Zeit Kennedys in Amerika. Sie zeigten Tagesschau Ausschnitte und Rückblenden aus jenen vergangenen Tagen. Das war eine ungeheure Zeit des Aufbruchs. Ich erinnere mich, wie nach der Mondlandung unser Französisch Lehrer in die Klasse kam und den Satz in den Raum goss: dies sei „der Sieg des Menschen über die Materie“. Na ja, ich verstand nicht so genau, was ein Sieg des Menschen über die Materie eigentlich war, aber es klang grossartig. Es klang danach, dass wir auf dem Höhepunkt der Zeit lebten. Es klang danach, dass jetzt, in diesem Moment, Geschichte geschrieben würde. Es klang danach, dass wir Zeitgenossen der besten Zeit wären. Wir waren stolz, ohne so genau zu wissen, weshalb. Es war eine grossartige Zeit.
Ich glaube, jene Kennedy-Zeit hatte eine enorme Aura. Am Fernsehen gestern Abend konnte man jenen Soerensen sehen, der für die Reden Kennedys verantwortlich war. Er muss vom Blut her ein Skandinavier sein. Er hat die berühmte Berliner Rede geschrieben. Und auch die Inaugurationsrede, die uns so sehr beeindruckt hatte. Und die Rede in Köln. Und man konnte Bob Kennedy sehen, von dem die Leute sagten, dass ich ihm ähnlich sehe. War er nicht ein toller Typ? Ich glaube, er war etwas kompliziert im Charakter, und etwas idealistisch. Und Kennedys Vater soll gesagt haben, er hätte für die Wahl seines Sohnes soviel Geld ausgegeben, dass er auch seinen Chauffeur zum Präsidenten hätte machen können! Hast Du schon so was gehört? Das waren bestimmt auch schon damals verkommene Zeiten !!
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Montag, 13. September 2010
„84, Charing Cross Road“
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Ich glaube ich habe Dir erzählt von der CD, die mir meine Mutter zum Geburtstag geschenkt hat. Ich höre sie oft, wenn ich hier am PC sitze. Sie ist so romantisch und hübsch, dass man sich geradezu an Mrs Dalloway erinnert. Es ist eine anrührende Hymne an die Freundschaft. Die Autorin, Helene Hanff an der 14 East 95th Street N.Y., ist eine junge Jüdin, die beim Buchantiquariat Marks & Co in London, Charing Cross Road 84 seltene Gedichte, Erstausgaben und so nebenbei das Rezept für Yorkshire Pudding bestellt. Der Ton ist sehr anregend. Die New Yorkerin gebärdet sich ein bisschen ‚rempelig’, dh. jugendlich burschikos, aber mit viel Ironie. Und die Engländer, auf der anderen Seite des Ozeans, sind überaus korrekt und höflich und formulieren ihre Antworten mit dieser stoischen Korrektheit, die mich immer wieder berührt. Es wird deutlich, dass sie noch unter dem Krieg zu leiden haben. Offenbar ist im England der 50er Jahre Fleisch Mangelware. Einmal schickt die Amerikanerin sogar einen Schinken und Eier, und die Briten sind darüber begeistert. Mittlerweile nimmt der gesamte Buchladen an dieser Korrespondenz teil. Das Buch heisst „84, Charing Cross Road“ (1970 herausgekommen) und ist offenbar mit Anthony Hopkins und Anne Bancroft verfilmt worden. Du kennst Hopkins? Er hat genau diese Melancholie im Gesicht, die es für einen älteren Antiquar braucht. Ich nehme doch sehr wohl an, dass er diese Rolle innehat.
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Ich glaube ich habe Dir erzählt von der CD, die mir meine Mutter zum Geburtstag geschenkt hat. Ich höre sie oft, wenn ich hier am PC sitze. Sie ist so romantisch und hübsch, dass man sich geradezu an Mrs Dalloway erinnert. Es ist eine anrührende Hymne an die Freundschaft. Die Autorin, Helene Hanff an der 14 East 95th Street N.Y., ist eine junge Jüdin, die beim Buchantiquariat Marks & Co in London, Charing Cross Road 84 seltene Gedichte, Erstausgaben und so nebenbei das Rezept für Yorkshire Pudding bestellt. Der Ton ist sehr anregend. Die New Yorkerin gebärdet sich ein bisschen ‚rempelig’, dh. jugendlich burschikos, aber mit viel Ironie. Und die Engländer, auf der anderen Seite des Ozeans, sind überaus korrekt und höflich und formulieren ihre Antworten mit dieser stoischen Korrektheit, die mich immer wieder berührt. Es wird deutlich, dass sie noch unter dem Krieg zu leiden haben. Offenbar ist im England der 50er Jahre Fleisch Mangelware. Einmal schickt die Amerikanerin sogar einen Schinken und Eier, und die Briten sind darüber begeistert. Mittlerweile nimmt der gesamte Buchladen an dieser Korrespondenz teil. Das Buch heisst „84, Charing Cross Road“ (1970 herausgekommen) und ist offenbar mit Anthony Hopkins und Anne Bancroft verfilmt worden. Du kennst Hopkins? Er hat genau diese Melancholie im Gesicht, die es für einen älteren Antiquar braucht. Ich nehme doch sehr wohl an, dass er diese Rolle innehat.
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Sonntag, 12. September 2010
Leider nur ein Traum
Datum: Wed, 13 Feb 2002 20:43:05 +0000
Lieber ...,
Etwas spät, aber doch endlich komme ich wieder zum Schreiben. Ich danke dir nochmals für den Artikel. Er ist sehr interessant. Hier wird im Moment die neue sicherheitspolitische Doktrine, die am Montag van den Parteien gemeinsam präsentiert wurde, debattiert. Sie bedeutet eigentlich, dass die Doppelheit in der Aussenpolitik besteht. Alliancefreiheit im Wort und Natoorientierung in der Tat. Als vor ein paar Jahren das heimliche Doppelspiel der Sozialdemokraten bekannt wurde, war man nicht wenig erstaunt. Aber es lag wohl im allgemeinen Interesse, nicht allzu laut davon zu reden. Auch der Unterschied zwischen dem jetzigen sicherheitspolitischen Agieren und einer Mitgliedschaft der Nato ist haarfein.
Nun ja, das ist Politik..:-)
Du hast so gut und schön für eure Demokratie argumentiert dass ich wohl gar nichts dagegen einwenden kann. Und wenn die Schweizer zufrieden sind mit ihrem System dann ist doch alles OK. Dann sollte man euch doch eigentlich gratulieren, oder? Ich bin übrigens erstaunt über dein politisches Engagement. Wusste garnicht dass du dich dich so erhitzen kannst für diese weltlichen Dinge.. ;-»
Ach, es ist schade, dass wir nur die Schrift haben. So siehst du nicht wie ich versuche das Lachen zu verkneifen. Schade dass ich nicht im real life mit dir Politik diskutieren kann. Dann könntest du mich nicht falsch verstehen, was du manchmal (ich denke sogar absichtlich) tust. Ich würde es nicht zulassen.
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Übrigens, gestern morgen hat mich das Radio aus einem schönen Traum geweckt. Ich glaube es war das erstemal dass ich von dir geträumt habe. Ich habe dich nicht deutlich gesehen. Aber deine Stimme habe ich erkannt. Wir gingen zusammen durch
eine Stadt irgendwo in der CH. Eigentlich sah es aus wie Paris in meiner Jugend. Es gab wunderschöne Häuserfassaden aber die Fenster waren alle mit herrlich leuchtenden Blumen geschmückt, so wie man es in der Schweiz sieht. Und du hast auf die Fenster gezeigt wo du einmal gewohnt hast und von früheren Zeiten erzählt. Ich trug ein ärmelloses Kleid und es war ein etwas kühler Wind trotz der strahlenden Sonne. Und du hattest den Arm um meine Schulter gelegt, so wie es eben die Männer tun, wenn sie eine Stütze brauchen beim gehen. Dabei habe ich etwas gestaunt dass du grösser warst als ich es mir vorgestellt hatte. Es war so natürlich und schön dort mit dir zu gehen. Und dann hat mich das dumme Radio geweckt und du warst verschwunden. :-(
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Bifogade filer: febr13.JPG (93k)
Samstag, 11. September 2010
Re: soulagement
Liebe Marlena
Trotz des tristen Wetters und Deiner nach Eukalyptus lechzenden Erkältung kannst Du solch ein Mail schreiben! (ein!)
Manchmal muss man Dich wirklich etwas kitzeln, damit Du aus Dir rausgehst und Deine Genialität in der Sonne zu gleissen geruhst!! (zwei!!)
Es ist schon länger her, dass ich über eines Deiner Mails so sehr geschmunzelt habe. Und das hängt nicht bloss daran, dass Du Dir dieses Mal meine Nase vorgenommehast!!! (drei!!!)
Es ist eigentlich mehr, WIE Du schreibst. Und Du kannst es meisterhaft. Die Gedanken und Dinge nach Deiner Art in überraschende Zusammenhänge zu bringen, das ist echt zum Schmunzeln. Und manchmal klingt es ein wenig mammahaft! Auch das hat Charme.
Zumindest hat es meinen baudelairschen Weltschmerz etwas aufgehellt. Und dazu kommt das feine Herbstwetter hier. Es ist zur Zeit, wenn die Morgennebel sich verziehen, alles sehr klar und himmelblau und herbstwarm.
Es ist eine wunderbare Zeit. Ich habe stets rundum behauptet, der Herbst wäre meine Zeit. Jedes Jahr muss ich dies neu bestätigen. Und wenn dazu noch Früchte kommen, die feinen Chasselas-Trauben beispielsweise, die mein Bruder vor ein paar Tagen in einer Kartonschachtel vor die Türe gestellt hatte!
Zwetschgen liebe ich besonders. Das war nicht immer so. Aber in den letzten 10 Jahren haben sie sich zu meinen Lieblingen aufgeschwungen. Jetzt könnte man lange Jura-Wanderungen machen. Es wäre die beste Zeit. Im Wallis würden wir in die Gegend von Zeneggen hinauf wandern, um dort eine Raclette zu bereiten. Die goldleuchtenden Lärchen, der Geruch des trockenen Waldes und die gepfefferte Raclette zu ein paar Gläsern Fendant, und das alles unter dem klaren Walliser Himmel, das wäre was vom Schönsten.
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Datum : Thu, 11 Oct 2001 10:01:18 +0200
Trotz des tristen Wetters und Deiner nach Eukalyptus lechzenden Erkältung kannst Du solch ein Mail schreiben! (ein!)
Manchmal muss man Dich wirklich etwas kitzeln, damit Du aus Dir rausgehst und Deine Genialität in der Sonne zu gleissen geruhst!! (zwei!!)
Es ist schon länger her, dass ich über eines Deiner Mails so sehr geschmunzelt habe. Und das hängt nicht bloss daran, dass Du Dir dieses Mal meine Nase vorgenommehast!!! (drei!!!)
Es ist eigentlich mehr, WIE Du schreibst. Und Du kannst es meisterhaft. Die Gedanken und Dinge nach Deiner Art in überraschende Zusammenhänge zu bringen, das ist echt zum Schmunzeln. Und manchmal klingt es ein wenig mammahaft! Auch das hat Charme.
Zumindest hat es meinen baudelairschen Weltschmerz etwas aufgehellt. Und dazu kommt das feine Herbstwetter hier. Es ist zur Zeit, wenn die Morgennebel sich verziehen, alles sehr klar und himmelblau und herbstwarm.
Es ist eine wunderbare Zeit. Ich habe stets rundum behauptet, der Herbst wäre meine Zeit. Jedes Jahr muss ich dies neu bestätigen. Und wenn dazu noch Früchte kommen, die feinen Chasselas-Trauben beispielsweise, die mein Bruder vor ein paar Tagen in einer Kartonschachtel vor die Türe gestellt hatte!
Zwetschgen liebe ich besonders. Das war nicht immer so. Aber in den letzten 10 Jahren haben sie sich zu meinen Lieblingen aufgeschwungen. Jetzt könnte man lange Jura-Wanderungen machen. Es wäre die beste Zeit. Im Wallis würden wir in die Gegend von Zeneggen hinauf wandern, um dort eine Raclette zu bereiten. Die goldleuchtenden Lärchen, der Geruch des trockenen Waldes und die gepfefferte Raclette zu ein paar Gläsern Fendant, und das alles unter dem klaren Walliser Himmel, das wäre was vom Schönsten.
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Datum : Thu, 11 Oct 2001 10:01:18 +0200
Freitag, 10. September 2010
Soulagement
Ämne : Soulagement
Lieber Mausfreund,
Wie schön dich wieder zu sehen. Ich war schon etwas unruhig. Ein bisschen wie eine Frau die ihren Mann nach der Arbeit zu Hause erwartet und er taucht nicht auf. Mehrere Tage lang bleibt er weg ohne dass du weisst ob ihm etwas Schlimmes passiert ist oder ob er mit jemanden abgehaut ist. ;-)
Und du erinnerst dich noch an Dinge die ich selbst fast vergessen habe. Ja, nach einem Bild von dem Platz unter deinem Fenster hatte ich dich mal gefragt. Und nach einem Bild von dem Brunnen vor deinem eigenen Haus. Aber weisst du, wenn du die Aussicht von deinem Bürofenster so beschreibst wie in dem Mail heute dann brauche ich eigentlich kein Bild. In meiner Fantasie ist es wahrscheinlich schon wirklicher als es eine fotografische Abbildung zeigen könnte.
Ich glaube es ist nicht gut lange mit dem Gefühl "ich sollte eigentlich" herumzugehen. Entweder muss man ganz vergessen was man tun sollte oder es eben ziemlich schnell erledigen. Sonst kommt zuviel zusammen das Stress verursachen kann. Na ja, ich rede. Reden ist leicht, tun etwas ganz anderes.
*
Ja, ich weiss schon. Du bist etwas asozial hinter der Fassade. Sind wir ja beide sonst würden wir uns nicht schreiben. Und dieses wertvolle Foto von dir, dieses einmalige habe ich nicht genug gelobt? Also muss ich es wohl nochmals versuchen. Vielleicht geht es ohne S und M einzumischen.
Erstens siehst du auf dem Bild sportlich aus. Du könntest sehr gut einer dieser hormonstrozenden Harros sein, die man im heutigen ST finden kann. Vielleicht ist es das T-shirt das es macht. Dann liebe ich dein Kinn. Es sieht sehr männlich aus. Ich habe schon immer eine Schwäche für diese Art von Kinn gehabt. Darüber deine schön geformten weichen Lippen. ...(Zensur)... Deine Nase ist fotogenique. Und deine Augen. Es hat mich etwas überrascht dass sie so hell sind. Ich würde sie gern live sehen. Und wenn ich dir so in die Augen schaue dann bin ich mir bewusst dass ich das im real life kaum wagen würde. Und dann versuche ich das Bild von dir, das ich in mir trage, mit dem auf dem Foto in Einklang zu bringen. Ich weiss doch dass du aus Fleisch und Blut bist aber trotzdem kann ich es nicht richtig fassen, dass du wirklich bist. Es ist fast als hätte ich vergessen dass hinter den Mails ein richtiger Mensch steht.. Übrigens siehst du auch poetisch aus und wenn ich nicht wüsste, dass es sich um eine Magenverstimmung handelt, hätte ich glatt geglaubt du leidest an Weltenschmerz. ;-)
Schau mal zu was du mich mit deiner kleinen ironischen Bemerkung verlockt hast. Aber natürlich fühle ich mich geehrt dieses "Einzelstück" von Foto zu besitzen. Das letzte sozusagen das du nun auch verschenkt hast. ;-) Oder besitzen die übrigen 59 Mailpartnerinnen auch dieses Bild???
---
Mit einem lieben Gruss und Kuss,
Marlena
Datum : Wed, 10 Oct 2001 18:31:34 +0000
Lieber Mausfreund,
Wie schön dich wieder zu sehen. Ich war schon etwas unruhig. Ein bisschen wie eine Frau die ihren Mann nach der Arbeit zu Hause erwartet und er taucht nicht auf. Mehrere Tage lang bleibt er weg ohne dass du weisst ob ihm etwas Schlimmes passiert ist oder ob er mit jemanden abgehaut ist. ;-)
Und du erinnerst dich noch an Dinge die ich selbst fast vergessen habe. Ja, nach einem Bild von dem Platz unter deinem Fenster hatte ich dich mal gefragt. Und nach einem Bild von dem Brunnen vor deinem eigenen Haus. Aber weisst du, wenn du die Aussicht von deinem Bürofenster so beschreibst wie in dem Mail heute dann brauche ich eigentlich kein Bild. In meiner Fantasie ist es wahrscheinlich schon wirklicher als es eine fotografische Abbildung zeigen könnte.
Ich glaube es ist nicht gut lange mit dem Gefühl "ich sollte eigentlich" herumzugehen. Entweder muss man ganz vergessen was man tun sollte oder es eben ziemlich schnell erledigen. Sonst kommt zuviel zusammen das Stress verursachen kann. Na ja, ich rede. Reden ist leicht, tun etwas ganz anderes.
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Ja, ich weiss schon. Du bist etwas asozial hinter der Fassade. Sind wir ja beide sonst würden wir uns nicht schreiben. Und dieses wertvolle Foto von dir, dieses einmalige habe ich nicht genug gelobt? Also muss ich es wohl nochmals versuchen. Vielleicht geht es ohne S und M einzumischen.
Erstens siehst du auf dem Bild sportlich aus. Du könntest sehr gut einer dieser hormonstrozenden Harros sein, die man im heutigen ST finden kann. Vielleicht ist es das T-shirt das es macht. Dann liebe ich dein Kinn. Es sieht sehr männlich aus. Ich habe schon immer eine Schwäche für diese Art von Kinn gehabt. Darüber deine schön geformten weichen Lippen. ...(Zensur)... Deine Nase ist fotogenique. Und deine Augen. Es hat mich etwas überrascht dass sie so hell sind. Ich würde sie gern live sehen. Und wenn ich dir so in die Augen schaue dann bin ich mir bewusst dass ich das im real life kaum wagen würde. Und dann versuche ich das Bild von dir, das ich in mir trage, mit dem auf dem Foto in Einklang zu bringen. Ich weiss doch dass du aus Fleisch und Blut bist aber trotzdem kann ich es nicht richtig fassen, dass du wirklich bist. Es ist fast als hätte ich vergessen dass hinter den Mails ein richtiger Mensch steht.. Übrigens siehst du auch poetisch aus und wenn ich nicht wüsste, dass es sich um eine Magenverstimmung handelt, hätte ich glatt geglaubt du leidest an Weltenschmerz. ;-)
Schau mal zu was du mich mit deiner kleinen ironischen Bemerkung verlockt hast. Aber natürlich fühle ich mich geehrt dieses "Einzelstück" von Foto zu besitzen. Das letzte sozusagen das du nun auch verschenkt hast. ;-) Oder besitzen die übrigen 59 Mailpartnerinnen auch dieses Bild???
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Mit einem lieben Gruss und Kuss,
Marlena
Datum : Wed, 10 Oct 2001 18:31:34 +0000
Donnerstag, 9. September 2010
Sommernächte im Wallis
Ich habe wundervolle Erinnerungen an warme Sommernächte aus dem Wallis, wie Du dir vorstellen kannst. Was sind wir am Wochenende abends, nach einer Tour durch die Visper Pinten, vor dem Gartentor gestanden und haben diskutiert, geplaudert, vielleicht manchmal bloss mehr gelallt. Im Hintergrund hörte man die Nachtigall. Die Schneeberge im Mondlicht, ein besonderer Anblick. Und dabei Ali und Pudel und ich in heissen philosophischen Attacken. Wir hatten einen grossen Garten und rund um den Garten stand ein robuster rostroter Lattenzaun. Es gab zwei Eingänge. Einer führte vom Gehsteig der Hauptstrasse herein, der andere von der Seitenstrasse. Das Törchen hatte sogar einen Überbau wie eine Pergola, an der die wilden Reben emporwuchsen. Und nach dem Türchen, das perfekt schloss (es musste vor nicht zu langer Zeit einmal repariert worden sein) gingen ein paar Treppenstufen hinauf, um dann geradwegs auf die Eingangstreppe zuzugehen. Unter dem Küchenfenster ging man die Stufen hoch zum Eingang, und all jene in meiner Familie, die im Unterschied zu mir eine feine Nase hatten, konnten schon wissen, was auf dem Mittagstisch stehen würde, bevor sie überhaupt das Haus betreten hatten. Ich roch auch, aber ziemlich ungenau.
Bei diesem Törchen also, so erinnere ich mich, standen wir halbe Nächte. Und dann, wenn ich heimkam, war es vielleicht drei Uhr morgens, brutzelte ich ein Spiegelei, um den Hunger zu stillen und auch, um einen guten Schlaf zu haben. Denn dann legte ich mich nieder und keiner sollte es wagen, mich am Morgen vor 11 Uhr wecken zu wollen.
Wenn ich in solchen Nächten, Vollmondnächten, aus meinem Zimmerfenster hinaussah, dann sah ich in die Berge Richtung Zermatt. Das war, Marlena, das war ein fantastischer Blick. Da konnte man angesichts aller Erhabenheit, schon in jungen Jahren in Verzückung geraten.
Die schönste Nacht aber, immer noch nach meiner Erinnerung, habe ich im Mittelwallis erlebt. Wir waren ...
Mittwoch, 8. September 2010
Temps perdu?
date 25 April 2006 07:42
subject...
Lieber Mausfreund,
"Temps perdu", ja so möchte ich diesen Tag nennen. Ich war also beim
Arzt heute morgen. Dachte ich würde mich nach der Heimkunft froh und
erleichtert sofort an den PC setzen und dir schreiben. Wie konnte ich
so optimistisch sein? Wo ich doch weiss wie tief enttäuscht ich bin
nach jeder Konfrontation mit diesem Mann. Er wusste nicht einmal, dass
ich ihn wegen meiner Ferse besuchte. Irgendwo war er wohl falsch
informiert worden. Und dann benahm er sich wie immer, d.h. als wäre er
taub und stumm zugleich. Über die Schmerzen im Fuss hatte er überhaupt
nichts zu sagen. Es würde wahrscheinlich wieder verschwinden. Und wie
lange könnte das dauern, wollte ich wissen. Wochen? Monate? Ja, Monate
oder ein Jahr. Oh, ich glaube, du kannst dir garnicht vorstellen wie
enttäuscht ich bin. Wo ich doch gerade erst wieder ein bisschen
Hoffnung auf die Zukunft bekommen hatte. Und dann war ich müde und
wollte nur schlafen um zu vergessen.
Erst jetzt frage ich mich warum Proust seinen Roman "À la recherche du
temps perdu" nennt. Warum nicht temps passé? Verlorene Zeit ist doch
nicht dasselbe wie vergangene Zeit. Oder?
Ich habe heute wieder Madeleines gebacken. Deswegen kam mir Proust in
den Sinn. :)
Heute war ein grauer nasser Tag obwohl man uns von allen Seiten Sonne
versprochen hatte. Aber vielleicht braucht die Natur etwas Regen. So
kann man es auch sehen.
Es ist spät. Doch ich glaube ich werde ein wenig in meinem Buch lesen.
Das neueste von Håkan Nesser. Ein grausames Buch, sagt K, der es
bereits gelesen hat. Aber es ist eines von der Sorte, die ich liebe.
Ein Buch in das man verschwinden kann. Gerade war darin von Ronda (in
Spanien) die Rede und ich musste an dich denken. Und dann werde ich
mutwillig zurückkehren in das andere Buch mit dem Titel "Temps perdu",
mein Leben. ;-)
Es gibt Tage an denen man besser schweigen sollte. Dies ist ein
solcher Tag glaube ich.
Doch heute ist ein neuer Tag :-)
MlG
Marlena
subject...
Lieber Mausfreund,
"Temps perdu", ja so möchte ich diesen Tag nennen. Ich war also beim
Arzt heute morgen. Dachte ich würde mich nach der Heimkunft froh und
erleichtert sofort an den PC setzen und dir schreiben. Wie konnte ich
so optimistisch sein? Wo ich doch weiss wie tief enttäuscht ich bin
nach jeder Konfrontation mit diesem Mann. Er wusste nicht einmal, dass
ich ihn wegen meiner Ferse besuchte. Irgendwo war er wohl falsch
informiert worden. Und dann benahm er sich wie immer, d.h. als wäre er
taub und stumm zugleich. Über die Schmerzen im Fuss hatte er überhaupt
nichts zu sagen. Es würde wahrscheinlich wieder verschwinden. Und wie
lange könnte das dauern, wollte ich wissen. Wochen? Monate? Ja, Monate
oder ein Jahr. Oh, ich glaube, du kannst dir garnicht vorstellen wie
enttäuscht ich bin. Wo ich doch gerade erst wieder ein bisschen
Hoffnung auf die Zukunft bekommen hatte. Und dann war ich müde und
wollte nur schlafen um zu vergessen.
Erst jetzt frage ich mich warum Proust seinen Roman "À la recherche du
temps perdu" nennt. Warum nicht temps passé? Verlorene Zeit ist doch
nicht dasselbe wie vergangene Zeit. Oder?
Ich habe heute wieder Madeleines gebacken. Deswegen kam mir Proust in
den Sinn. :)
Heute war ein grauer nasser Tag obwohl man uns von allen Seiten Sonne
versprochen hatte. Aber vielleicht braucht die Natur etwas Regen. So
kann man es auch sehen.
Es ist spät. Doch ich glaube ich werde ein wenig in meinem Buch lesen.
Das neueste von Håkan Nesser. Ein grausames Buch, sagt K, der es
bereits gelesen hat. Aber es ist eines von der Sorte, die ich liebe.
Ein Buch in das man verschwinden kann. Gerade war darin von Ronda (in
Spanien) die Rede und ich musste an dich denken. Und dann werde ich
mutwillig zurückkehren in das andere Buch mit dem Titel "Temps perdu",
mein Leben. ;-)
Es gibt Tage an denen man besser schweigen sollte. Dies ist ein
solcher Tag glaube ich.
Doch heute ist ein neuer Tag :-)
MlG
Marlena
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