Sonntag, 19. Juli 2020
Ein gelungener Tag
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Und jetzt bin ich eben von unserem Ausflug in Basel zurückgekommen. Das war nicht übel. Das Wetter zeigte sich von einer angenehmen Seite. Die Führung im Zoo war exzellent. Ein Verhaltensforscher sprach über Gorillas. Und dahinter konnte man eine Kolonie mit einem Männchen und etwa 4 Weibchen mit ebensovielen Jungtieren beobachten. Wir mussten zur Kenntnis nehmen, dass das Erbmaterial der Schimpansen und der Menschen zu 99% übereinstimmt, und dass die Distanz der Primaten zu übrigen Affen 1000x grösser ist als die Distanz der Menschenaffen zum Menschen. Wir sind die gleiche Familie. Die Tiere haben Einsicht, können lernen, haben eine hohe Sensibilität, sind individuell erkennbar und haben damit so etwas wie eine Persönlichkeit. Das war wirklich hoch interessant. Ich hatte früher einmal einen solchen Vortrag gesehen, von demselben Forscher. Aber er erzählte völlig andere Dinge. Interessant war es vor allem, die Erklärungen gleich am Verhalten der Tiere im Hintergrund überprüfen zu können. Beispielsweise wurde das Männchen, das eigentlich die Führung der Gruppe übernehmen sollte, noch nicht allzu lange in die Gruppe eingeführt. Doch er ist noch nicht voll erwachsen, obwohl er schon Junge zeugen kann. Erst wenn er sich in einem vernünftigen, beschützenden und beruhigenden Verhalten in der Gruppe bestätigen kann, dann wird er als Chef anerkannt werden. Im Moment hat er zeitweise noch Flausen im Kopf, neckt andere Jungtiere, so dass die Weibchen sofort auf den Plan treten, um sie zu beschützen. Und dabei war dieses Männchen bei weitem das grösste und stärkste Tier im Käfig. Es wäre also für einen blossen Zuschauer ohne Erklärung nicht verständlich, weshalb dieses Männchen zwar einzelne Tiere vom Platz verweist, aber doch die Gruppe nicht dominieren kann. Ich muss mal ein Buch von diesem Jörg Hess lesen. Er kann die Dinge auch sehr gut beschreiben und plausibel machen. Und ich glaube in unserem Beruf ist es gut, den Menschen gelegentlich als Affen anzuschauen, dh. ihn völlig äusserlich zu beobachten, ohne gleich die psychische Seite mit in die Überlegungen zu bringen. Anschliessend haben wir auf dem Rhein eine kleine Fahrt gemacht und einen Apero getrunken, um den Nachmittag mit einem kleinen Spaziergang zu beschliessen. Ich hatte es nicht erwartet, aber es war alles ziemlich angenehm und gut geplant. Und dazu hat uns der Arbeitgeber sogar einige der Kosten übernommen. Kurz und gut: ein gelungener Tag.
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