Montag, 27. Mai 2019

Konferenz in Bratislava



Subject : Wieder bei dir, chéri :-)

Lieber ...,

Ich habe eine kleine Pause eingelegt heute, ein paar Stunden Ruhe, die wie ein weiches Kissen die beiden Perioden voneinander trennen sollen. Das "social life" der letzten Tage mit mindestens 15 Stunden ununterbrochenem Zusammensein mit anderen Menschen und meinem Berufsleben das nach dieser Pause ziemlich zeitraubend sein wird, da ich ja eigentlich die letzten Tage irgendwie einarbeiten muss.
Ach, .., eigentlich wollte ich dir gar nicht so schreiben denn ich habe sehr viel schönes erlebt und gesehen. Aber es ist nicht wie du meinst irgendeine Belohnung des Direktors sondern eher dass ich mich eben "erbarmt" habe an dieser Konferenz teilzunehmen, weil sich sonst niemand dazu angemeldet hatte. Und dieser andere Kollege der mit dort war, war wohl nicht die richtige Person für diese Aufgabe, da er mir oft eine Art "Caspar Hauser" vorkam, falls du verstehst was ich meine. Ich hätte gern einen gut englischsprechenden Kollegen an meiner Seite gehabt um unsere Schule zu vertreten. Manchmal hatte ich den Eindruck dieser Mann sei noch nie unter Menschen gewesen - ein ganz unverdorbenes Naturexemplar von Homo sapiens - der eben in diesem Zusammenhang etwas "malplaziert" war. Wir hatten ja auch keine gute Information vorher bekommen und er hatte sich seine dortige Aufgabe ganz anders vorgestellt. Für eine Woche in der Natur wäre er sicher der ideale Teilnehmer gewesen.
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Die Konferenz war sehr gut organisiert. Wir haben in einem eleganten Hotel gewohnt. Ich hatte zu meinem erstaunen ein grosses schönes Zimmer mit Doppelbett :-) Wir sind spät am Abend angekommen. Auf der Busreise von Wien nach Bratislava war es schon ganz dunkel draussen. Das hat mich sehr überrascht. Vielleicht war es auch weil es ganz bewölkt war und geregnet hat. Als ich am ersten Morgen die Gardine zur Seite zog sah ich zu meinem Erstaunen hinunter auf die Donau. Es war wirklich schön das zu entdecken.

Jeden Morgen um acht Uhr war Frühstück in dem grossen hellen Frühstückssaal und dann gleich um neun Uhr begann unsere Arbeit in dem Konferenzzimmer nebenan. Alle anderen Mitgleider hatten sich schon drei Jahre nacheinander zu dieser Konferenz getroffen und sie wunderten sich warum unsere Schule jedes Jahr andere Leute hinschickt. Aber ganz fremd habe ich mich nicht gefühlt denn ich kannte schon den Direktor aus Ungarn und unsere liebe Gastgeberin, die ich damals bei einem eintägigen Besuch in Bratislava getroffen hatte. Die anderen Leute kamen aus Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland, Irland, Polen und Ungarn. England und Estland waren dieses Mal nicht vertreten.
Die Sprache zwischen uns war Englisch aber natürlich konnte ich auch viel Deutsch und Französisch sprechen und ich glaube jedenfalls dass ich gute persönliche Kontakte bekommen habe, die für einen künftigen Schüleraustausch gut sein werden.
Am Abend so gegen sechs war unsere eigentliche Arbeit beendet und der inoffizielle Teil des Tages begann. Wenn man so mittendrin steht merkt man nicht dass es doch ziemlich anstrengend ist. Ich musste dann noch von meiner "Wundermedizin" schlucken weil ich immer wieder was im Hals spürte. Auch ein paar andere haben sich davon kurieren lassen :-).
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Am ersten Abend waren wir im Stadttheater und haben "La Bohème" von Puccini gesehen. Es war ein wunderschönes Gebäude und eine sehr gute Vorstellung. Gesungen wurde auf italienisch aber hoch oben über der Bühne zeigte man ausserdem den Text. Das habe ich zum ersten Mal gesehen. Der Text war leider in der einheimischen Sprache aber ich kannte die Handlung zum Glück schon vorher.
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Am letzten Tag, nach dem freien Vormittag, der für Shopping reserviert war, kam der schöne Ausflug mit einem Schiff auf der Donau. Es war nur für uns reserviert und auch die anderen Lehrer des Gymnasiums nahmen daran teil sodass wir uns mit ihnen unterhalten konnten. Das Ziel der Fahrt war eine ganz wunderbare alte Burgruine und das Wetter hätte nicht schöner sein können. Nach einem einstündigen Spaziergang in der schönen Gegend, ging dann die Schiffsreise zurück und diesmal wurden drei Sorten von Rotwein geprüft. Ich habe dann noch mit den Deutschlehrern E-mailadressen ausgetauscht.

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