Freitag, 5. Januar 2018
Glücklich?
Liebe Malou
Na ja, ich weiss nicht, ob die Leute rund um mich Deine Aussagen bestätigen würden, dass ich solch ein glücklicher Mensch sei. Aber ich versuche mein Bestes. Ich glaube, Glück ist eine Aufgabe, die jeder selbst an die Hand nehmen muss. Man kann nicht darauf warten. Warten macht unglücklich. Die Römer haben das richtig gesehen. Das Glück kommt zum Tüchtigen. Aber heute verstehen die Menschen Glück eher im Sinne des gewünschten Ausganges bei der Lotterie. Das ist es nun ganz und gar nicht, oder? Man könnte sogar - etwas paradox - behaupten: die Unglücklichen sind die Glücklichen, dh. jene, welche das Unglück trifft, werden insgesamt glücklicher sein im Leben. Stell Dir bloss vor, wie unglücklich ein Lottogewinn machen könnte. Du hättest keine ruhige Nacht mehr. Und trotzdem würde keiner dazu nein sagen. Es ist ja wohl ähnlich wie mit den Aktien. Wenn sie tief stehen, ist jede Veränderung meist eine Verbesserung, also positiv. Und wenn sie hochstehen, ist jede Veränderung leicht eine Verschlecherung. So lebt man irgendwie glücklicher mit tiefen als mit hohen Aktien. Ach, ich glaube, ich muss mal eine Lebensphilosophie schreiben, damit die armen Leute endlich lernen, wie sie glücklich werden.
Man weiss ja, dass das Glück im Kopf entsteht. Und das geht einher mit der Produktion von Endomorphinen, also mit der körpereigenen Drogenproduktion. Mit anderen Worten ist das Glücksgefühl ein Pool, der von verschiedensten Kanälen gespiesen werden kann. Man sagt doch auch, Süssigkeiten sei der Sex der alten Leute. Man kann also Süssigkeiten essen, man kann Sex machen, man kann einem beliebten Hobby fröhnen, man kann tolle Bücher lesen, man kann Sport treiben. All das kann den Pool speisen. Man sollte wohl bloss zusehen, dass er nicht allzu leer wird und austrocknet.
(---)
Ja, es ist merkwürdig, dass die Männer so gerne von ihren alten Lieben und Liebeleien prahlen. Weshalb eigentlich? Natürlich erinnern wir uns gerne zurück. Es ist, als ob man nochmals ein kleines Zipfelchen davon erhaschen möchte. Aber es ist dann auch eine Art Show, oder nicht? Wir Männer brüsten uns gern. Das liegt vielleicht im biologischen Auftrag, die eigenen Gene in der halben Welt zu zerspritzen. Gestern abend habe ich ein bisschen in meinen Tagebuchnotizen aus N.Y. gelesen. Dort hatte ich festgestellt, dass die weissen Männer im öffentlichen Raum deutlich mit gespreizten Beinen herumsitzen. Sie brauchen praktisch Raum für 2 oder gar 3. Etwas moderater mit der Beinhaltung waren die Schwarzen. Und deutlich bescheidener dann die Asiaten. Ich glaube, die Männer bemerken gar nicht, wie sie ihre Beine aufbauen und hochkonstruieren wenn sie sitzen. Ich war in einem Starbucks-café, wo mir der Gegenüber praktisch die Beine auf den Tisch legte. Ich mag diese Posiererei absolut nicht, obwohl ich nicht ausschliessen kann, dass ich nicht auch ein paar solche Ticks habe.
Ach, das Thema rutscht ab.
GuK
...
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen