Freitag, 6. Februar 2015
Wie versprochen
Ich hab dir ein Rilke-Gedicht versprochen. Das ist vielleicht ein bisschen törricht, weil du sie bestimmt ja auch irgendwo hast und bei dir nachlesen könntest. Aber es ist einfach so schön, diese Zeilen zu zitieren und rezitieren und erneut zu rezitieren. „Die Schwestern" habe ich im Moment nicht gleich zur Hand, aber habe ein anderes, das ist sehr schön, pantheistisch schön und sehr „rilkisch" oder „rilkesk" oder vielleicht gar „rilkoid". Nein, rilkoid bestimmt nicht! (Kann man das sagen?? Bei Kafka gibt es das Wort „kafkaesk". Du wirst wissen, was das bedeutet?). Es liegt ein wunderbarer Rhythmus und eine Melodie darin. Die Evokation ist die des Gebetes, also der Anrede an diesen Gott:
„Ich finde dich in allen diesen Dingen,
denen ich gut und wie ein Bruder bin;
als Samen sonnst du dich in den geringen
und in den grossen gibst du gross dich hin."
So komme ich zum Ende, meine Marlena
Gehab dich gut und glaube wenigstens an die Engel Rilkes!!
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