Mittwoch, 3. September 2014

Ja, etwas verändert


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Ja. Mein Wesen ist etwas verändert. Ich bin weicher geworden, das habe ich - so glaube ich - gesagt. Nun, ich war nie ein harter Typ, das liegt mir nicht. Aber mit der Zeit verhärtet man sich, im Beruf ohnehin, weil es manchmal wirklich hart zu und her geht, und in der Beziehung auch. Man wird auch ein bisschen trocken. Ich glaube, durch unsere Mauserei ist eine Art erotisches Sensorium in mir zurückgekehrt, das ich nicht mehr gekannt habe. Es verzaubert die Welt ein bisschen. Ich schaue die Menschen mit wärmeren Gefühlen an. Ich fühle mich ein bisschen lebendiger, auch grosszügiger, auch geduldiger. Ich habe mehr Freude an jungen Frauen und Mädchen, zu sehen, wie sie sich pflegen, wie sie wirken möchten. Ich habe ja keine Interessen, aber ich finde es schön, das zu sehen. Und ich glaube, ich habe es lange nicht mehr gesehen. Es ist ein kleiner, aber ein feiner Unterschied. Und ich bin sicher, das kommt von Dir, einerseits von unseren Gesprächen, aber auch von deiner feinen und noblen Art, die du hast. Es führt mich - alles in allem - dazu, dass ich auch etwas feiner und nobler bin. Ich habe dir doch von NN erzählt, die ich samstags in der Konsultation gehabt habe. Sie hatte die Haare rot gefärbt seit dem letzten mal. Nun, ich kenne sie ja nicht gut, habe sie höchstens 2 mal gesehen. Und doch habe ich sie darauf angesprochen, habe ihr ein Kompliment gemacht. Sie hat etwas scheu reagiert, aber man hat bemerkt, dass sie sich geschmeichelt fühlt. Und ich habe erwähnt, dass meine Töchter auch Haare färben und so weiter. So eine Einleitung in ein "Problemgespräch" hätte ich vor einem halben Jahr nie im Leben gemacht. Ich hätte schon bemerkt, dass die Haare gefärbt sind. Aber ich hätte wohl nicht darüber gesprochen. Und doch wissen wir, dass es den Menschen gut tut, wenn man gut über sie spricht.

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Mach dir keine Gedanken wegen der Zeit, die ich für unsere Mails brauche. Ich brauche viel Zeit für irgendwelche Dinge. Das ist nicht das Problem. Das Problem sind eher meine Gedanken, die oft weg sind. Das ist vielleicht für meine Familie nicht immer fair. Aber ich bekomme das schon hin. Es ist eigentlich nicht so, dass ich weg bin, sondern eher so, dass du - diskret wie du bist - dabei bist, wenn ich es mir recht überlege. Und das ist eigentlich wunderschön. Das ist ein bisschen so, wie man es von den Engeln erzählt.

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Du hast recht. Wir sollen die schönen Städte weiter fantasieren dürfen. Ich möchte auch nicht, ...

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