Samstag, 4. Juli 2026

Sommer

 

date 4 July 07:08  
subject Re: Sommer


Liebe Malou
Hast du ihn gesehen ? War er nicht grossartig? Ich meine, ihr Schweden kennt euch doch in diesen Dingen aus! Er war fantastisch! Alle sagen es. Alle Zeitungen sind voll davon. Er ist aller Darling in der Schweiz. Wir haben seit Willehlm Tell keinen mehr gehabt wie ihn. Und er ist sehr heimatverbunden und spricht in treuen Worten von seiner Heimat. Er ist ausserordentlich gut und bescheiden. Das sind genau die Qualitäten, die wir uns wünschen in der Schweiz. Nicht grosse Worte. Keine riesigen Extravaganzen. Top performance und verbale understatements.

Na ja, ich spreche natürlich von unserem Roger Federer. Ich habe gestern noch mit grossem Zufall den letzten Satz gesehen. War es nicht wie ein Sonntagspaziergang? 

Und im Übrigen habe ich viel geschlafen, Kaffee getrunken und gelesen. Ja, was du über die Jellinek sagst, mag stimmen. Ich vergleiche mich natürlich nicht mit ihr. Aber es ist nicht nur der Stil im engeren Sinne, der mich stört. Ich meine überhaupt, wie sie ihre Gedanken führt. Womit sie beginnt. Wie sie von einem zum nächsten springt. Es ist alles so prosaisch und hat für mich keinen Reiz. Ich weiss noch nicht, ob ich das Buch zu Ende lesen kann.

Aber ich habe übers Wochenende eine Biographie von einem Walliser gelesen. Ich hatte sie zufällig im Antiquariat gefunden. Ich hatte schon oft von Hannes Taugwalder gehört und habe die Gelegenheit gepackt, seine Jugenderinnerungen endlich einmal zu lesen. Und er hat mich einigermassen berührt. Er war ein einfacher Junge aus Zermatt und wollte aus tiefsten Herzen Bergführer werden. Doch ein Unfall an einem Fronleichnamstag und ein Fehler des damaligen Dorfarztes Dr. Volken hat sein Leben enorm verändert. Einer seiner Arme war so sehr durch Schwellung und einen zu engen Gips geschädigt worden, dass er ihn später kaum noch brauchen konnte. Ich hatte den erwachsenen Taugwalder vor Jahren einmal am Fernsehen gesehen und hatte damals gedacht, er hätte vielleicht in seiner Jugend an Kinderlähmung gelitten. Einer seiner Arme schien mir im Jacket ziemlich dünn und kraftlos. Aber ich hatte nicht gewusst, was ihm damals widerfahren war. Na ja, ich fand auch die Schilderungen des alten Zermatt sehr interssant, die ja aus der Zeit vor dem Weltkrieg stammen. In meiner Klasse am Gymnasium gab es einen Schulkollegen, der während mehrer Sommer in den Ferien in Zermatt gearbeitet hatte. Er war als Kutscher beschäftigt, musste die Pferde pflegen und war vor allem auf die Drinkgelder der Gäste angewiesen. Stell dir vor! Er erzählte gelegentlich von den langen Stunden des Wartens am kleinen Bahnhof und von den Gästen, die aus aller Welt angereist waren, um im sommerlichen Zermatt mit ihrem Geld um sich zu werfen. Ich selbst hatte diese Touristen nur gelegentlich am Bahnhof Visp gesehen, wenn sie von den Schweizerischen Eisenbahnen auf die kleine BVZ, die Brig-Visp-Zermatt-Bahn umgestiegen sind. Besonders im Winter, vor den Weihnachtsferien, gab es oft riesig Betrieb. Und der Visper Gepäckträger, ein sonst jahraus jahrein etwas fauler und bequemer Kerl, musste plötzlich springen und schleppen und schnaufen. Natürlich lag oft ziemlich viel Schnee, was all diese Arbeiten erschwerte. Und die attraktiven Damen in ihren ausladenden Pelzmänteln hatten bloss ihre Beauty-box zu tragen, und die Männer machten grosse Gesten und haben das grosse Worte geführt. Sie waren Deutsche, Franzosen, auch Italiener, gelegentlich Engländer.

Siehst du, er hat mich völlig von Jellinek abgelenkt.

Und du bist beschäftigt mit Zügeleien und hin- und her ? Bestimmt sehnst du dich bald zurück an die ruhigen und friedlichen Zeiten, als du noch an der Schule gearbeitet hattest.

MLG
...



Jahr 6








Montag, 29. Juni 2026

"Ein Mausleben" - real life?




Mein lieber Mausfreund!

Vielleicht wartest du auf ein langes Mail von mir und weisst nicht, dass ich mich schon seit Stunden mit dir unterhalte in meinen Gedanken. Ich spreche mit dir, erzähle dir alles Mögliche, stelle dir Fragen (die man nur einem Mausfreund stellen kann) und nun endlich sehe ich ein, dass du davon nichts wissen kannst, wenn ich mich nicht wirklich an den PC setze. Diese kleine Geste aus dem realen Leben braucht es doch, um ein Mausleben führen zu können.

(---)

Es ist erstaunlich, welche Macht Wörter haben. So bin ich dir z.B. dankbar, dass du das Wort "Mausfreund/in" erfunden hast. Ein Mausleben kann doch nichts anderes als schön, leicht und unkompliziert und erlaubt sein.. Es ist wie ein Lieblingsbuch auf dem Nachttisch. Man kann hineinschlüpfen und den Alltag für eine Weile vergessen. Man kann ein Kapitel darin lesen und nachher gestärkt in das "real-life" zurückkehren. Ist es so für dich?

Aber sag mir. Was ist mein wahres Leben? Wenn ich z.B. wäsche bügle und dabei in Gedanken mit dir die Champs-Elysées runtergehe, wer könnte dann behaupten mein Leben sei langweilig? Welche von den beiden Aktivitäten gilt?
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Liebe sonnige Grüsse
Marlena


...

(R)

Sonntag, 28. Juni 2026

Jeden Tag ...



 

Varje dag dammtorkar jag

slagfältet i mitt huvud

och svartbygget

i mitt hjärta.


*


Jeden Tag wische ich den Staub

vom Schlachtfeld in meinem Kopf

und von dem illegalen Bau

 in meinem Herzen



*



Freitag, 26. Juni 2026

Mein Bild für virtual life ...

(R) 

Pour elle seule, hélas!


Liebe Mausfreundin
Ich habe mir dieses Gefängnis nochmals angekuckt, nur weil du sagst, die Zensur hätte etwas strenger sein sollen. Was meinst du denn damit, meine Liebe? Findest du, es sei nicht jugendrfrei? Ich bitte dich, mehr Zensur als Gefängnis gibt es überhaupt nicht. Gefängnis ist die strengste Zensur, hat absolut nichts zu tun mit real-life. Das ist virtual-life bei Wasser und Brot in Reinkultur. Das ist der Vorhof des Fegefeuers.
Kennst du das Fegefeuer? Ich meine, ich frage nicht, ob du es aus eigener Erfahrung kennst, sondern ob dir der Begriff bekannt ist? Als katholische Seele musst du das Fegefeuer kennen. Ich war immer begeistert vom Fegefeuer und ich habe immer bedauert, dass die Protestanten nicht eine ähnlich praktische und gutgeheizte Institution haben. Das Fegefeuer wurde erst im Spätmittelalter von der Pariser-Schule erfunden. Weiss nicht mehr, wer die Führer waren: Albertus Magnus, Thomas von Aquin? Damals kam in Europa der Handel auf. Und bisher hatte es nur Himmel und Hölle gegeben für die guten und die armen Seelen. Himmel und Hölle, das war sozusagen der soziale Wohnungsbau, nur das Nötigste für einfache Leute. Aber Händler und Kaufleute sind nicht mehr so einfache Leute, die kommen in der Welt herum, die haben Ansprüche, die wollen ein bisschen Komfort, die haben schon etwas feinere Manieren. Und für sie hat man an die Zweizimmerwohnung mit Himmel und Hölle noch ein Fegefreuer angebaut. Es ist sozusagen der Korridor und das Vorzimmer. Es ist für all die, für die noch nicht klar ist, ob sie in den Himmel oder in die Hölle kommen. Im Fegefeuer hast du noch einen Verhandlungsspielraum. Und das ist doch das, was die Handelsleute des Spätmittelalters gewohnt waren. Sie wollten handeln und - wie sagt man - bargain, sie wollten markten und feilschen mit dem lieben Gott. Sie waren nicht gerne vor vollendete Tatsachen gestellt. Das war nicht ihr Leben. Und so hat man im sozialen Wohnungsbau noch einen Korridor, das Fegefeuer, angebaut. Und dort können die armen Sünder leiden und braten und dampfen bis zum Tag des Jüngsten Gerichts. Und dann wird sich entscheiden, ob sie ihre Sünden abbüssen konnten, oder ob sie dann doch lebenslänglich bekommen würden. Natürlich wurde damit auch nötig, die Theorie etwas zu differenzieren. Wer gelangte direkt in die Hölle und wer hatte noch eine Chance via Fegefeuer. Kurz und gut, es galt ein paar neue §§ zu erfinden, um den Verkehr im Jenseits übersichtlich zu gestalten und allzuviele Pannen zu vermeiden. Ich glaube, nirgends sind Himmel und Hölle so menschlich und heimatlich eingerichtet wie bei den lieben katholischen Seelen. Und es würde mir nichts ausmachen, auch eine davon zu sein. Ich hätte bestimmt einen Fensterplatz im Fegefeuer. Zweithinterste Reihe womöglich. Aber vielleicht nehmen sie mich ja nicht, weil ich keine echte katholische Seele bin. Ich wäre im Fegefeuer einer dieser Immigranten ohne "green card". Das wäre sehr schlimm, da will ich doch lieber versuchen, gleich direkt in den Himmel zu kommen.
Soviel zum Fegefeuer.
Das ist wohl mein Bild für virtual-life. Ich versuche mich damit abzufinden, ganz im vitual-life zu bleiben, nicht auszubrechen, dem Wärter vor dem Eingang keinen Verdacht zu liefern. Es gibt nichts ausser den Text. Lass uns Paris und Rom und Wien vergessen. Wir sitzen auf unseren knarrenden Pritschen. Und ich weiss gar nicht, wie du heute morgen wieder davon herunter gekommen bist? Ich muss noch geschlafen haben.
Unter uns gesagt, ich habe auch nicht gewusst, dass es im Gefängnis so gemütlich sein kann. Und weißt du, als ich angefangen habe zu schreiben, habe ich davon überhaupt noch nichts gewusst. Ich habe mich bloss gewundert, wieviele Seiten Mails wir schon haben. Das gab die Assoziation der Ordner, der Gerichtsakten quasi. Dann kam die Erinnerung, dass du mal von lebenslänglich gesprochen hast. Und dann, na ja, du weißt schon, schiesslich hast du dich ja selbst über das Schlupfbett geärgert. Es ist ein bisschen wie im Traum, die Bilder kommen wie von selbst. Ich bin echt erstaunt, wie das funktioniert. Aber das Gefängnisbild finde ich schön. Ich glaube, ich stelle einen Antrag auf doppelt-lebenslänglich. Was müsste man wohl dafür "ausgefressen" haben? Vielleicht Bigamie?
Ich könnte dir jetzt erzählen, wie Friedrich Dürrenmatt eine schöne Rede gemacht hat, als Pavel, der tschechische Präsident und ehemalige Schriftsteller, bei uns in der Schweiz zu Besuch war. Ich glaube, es war Dürrenmatts letzte Rede. Er hat wunderbare Reden geschrieben und gehalten in seinem Leben. Echt komisch und kritisch. In der Pavel-Rede vergleicht er die Schweiz mit einem Gefängnis, weil wir nun ja ein konservatives Land sind und nicht zu Europa gehören und und viele Schweizer gegenüber Fremden recht mistrauisch sind. Aber davon muss ich dir ausführlicher ein andermal erzählen.
Kehren wir zu unseren wundervollen, knarrenden Pritschen zurück. Du fragst dich immer wieder, liebe Marlena, ob es mich wirklich gibt. Es gibt mich nicht wirklich, sondern nur virtuell. Ich bin für dich ein Wesen dieser neuen Cyber-Kultur. Ich komme nicht aus der alten Raum-Zeit-Kultur, Raum und Zeit als PRINCIPIUM INDIVIDUATIONIS. Damals, in unseren alten Zeiten, hatte jedes Individuum und jedes Ding einen eindeutigen Koordinatenpunkt in der 4 dimensionalen Raumzeit. Etwas konnte nicht gleichzeitig sein und nicht sein, oder konnte nicht etwas sein und gleichzeitig etwas anderes sein. Heute ist das anders. Du hast es ja immer geahnt: ich bin hier in Basel, aber abends bin ich für einige Zeit in Stockholm, und gelegentlich surfe ich im Net, und dabei bin ich Ruedi und Harro (dieser widerliche Kerl) und wer weiss, vielleicht noch ein paar andere unapetittliche Typen? Das ist virtual-life. Es ist wie in den Nachthimmel schauen. Du siehst die Sterne, aber du kannst nicht sicher sein, dass es die Sterne gibt. Vielleicht erreicht dich bloss ein letzter Lichtstrahl und morgen ist es aus. Man kann wirklich nichts mehr genau wissen. Und es könnte immer auch anders sein.
Wir armen Seelen hängen ja so an der Wirklichkeit, ohne zu wissen, ob es sie auch gibt oder ob das nicht alles vielmehr Hirngespinste sind.
Ich glaube, es ist das soziale Leben, das soziale SPIEL sozusagen, das unsere Wirklichkeit aufbaut. Es ist wie mit den Sprachen. Andere Sozietäten haben andere Sprachen und andere Wirklichkeiten. Die Perser nicken, wenn sie nein sagen wollen. Und du könntest verzweifeln, wenn du das nicht weißt. Und wenn sie dich zum Kaffee einladen, musst du erst dreimal ablehnen und bedauern, bis du dann doch gehst und eigentlich nie was anderes gewollt hast, als einen Kaffee zu trinken. Die Perser haben echt viele §§§§ in ihrem sozialen Umgang, das kann ich dir sagen, Marlena. Bei Partys oder Anlässen machen sie Fotos, und die Menschen stehen steif nebeneinander und lächeln in die Kamera. Es gibt totlangweilige Fotos, aber sie machen sie immer wieder. Mittlerweile denke ich, es geht ihnen nicht um das Foto, es geht darum, mit der Kamera zu zeigen, dass es ein aussergewöhnlicher Moment ist, und dass man es schätzt, beisammen zu sein. Man könnte glattweg eine Kamera ohne Film dafür benutzen oder sonst eine leere Blechbüchse.
Es gibt also nichts ausserhalb des Textes. Wer hat das gesagt, Lacan, oder Derrida, es war sicherlich einer dieser elitären französichen Intellektuellen, die an der Ecole Normale Supérieure studiert haben, und die ich über alles bewundere? Sie heisst doch so, ENS, nicht wahr? Viele französischen Geistesgrössen waren an dieser Schule.
Alles, was existiert, existiert nur im Text. Und auch ich existiere für dich nur im Text. Damit musst du dich begnügen, meine Liebe. Wenn du dich verliebst, verliebst du dich in einen Romanhelden, von dem du noch nicht weißt, ob er in einem seiner verrückten Abenteuer umkommt, sich vielleicht mit einem A. oder C. duelliert und für den Rest des Romans in den Zeilen herumhinkt und den rechten Arm in der Schlinge trägt, oder ob er eher munter in einem Fortsetzungsroman alt, senil und dement wird, um ganz langweilig und monoton in einem bürgerlichen Bett dahinzuscheiden.
Ich glaube, Verlaine hat das auch begriffen. Seine Geliebte ist ziemlich deutlich eine virtuelle Geliebte. Hör mal an: " et qui n'est, chaque fois, ni tout à fait la même
Ni tout à fait une autre". Ist diese Unschärfe nicht genau die Virtualität? Und so bin ich für dich.
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Liebe Marlena, vielleicht liest du das jetzt so, als ob ich dir etwas erklären wollte. Ich will dir nichts erklären, ich verstehe es selbst nicht genau. Ich versuche sozusagen zu überlegen. Es ist gut, schriftlich zu überlegen, dann muss man langsamer denken! Ich versuche, mir das auszumalen. Und es ist zum ersten Mal. Es ist neu für mich. Ich weiss es noch nicht, was ich hier schreibe. Ich bin eben am Entdecken. Deshalb geniesse ich es auch, zu schreiben und zu wissen, dass ein lieber Mensch das nachher liest, begeistert vielleicht ist, vielleicht auch verzweifelt und schimpfend, dass man das Zeug kaum verstehen könne.
Ich glaube einfach, dieses real und dieses virtual ist heute eine wichtige Dimension in der Zeit der Postmoderne. Es gibt einen cultural turn. Und die Welt wird sich rapide verändern und sie wird nicht mehr sein, wie sie gewesen ist. Und das Fegefeuer vielleicht auch nicht mehr.
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Du schreibst:" Weisst du, ..., ich lache mich halb kaputt über deine lustigen Einfälle. Deine Fantasie ist unbezahlbar." Ach Marlena, ich möchte nicht einfach lustige Einfälle haben. Es sind vielleicht ein paar lustige dabei, aber ich hoffe, sie sind manchmal komisch, ironisch, tiefsinnig, geistreich, mit einer tieferen Bedeutung, wenn man ihr nachgeht, manchmal mit einem Anflug von Weisheit, luzide wäre ein schönes Wort, das mir gefallen würde, aber das sind sie vielleicht nun doch nicht gerade. Vielleicht habe ich einfach zu hohe Ansprüche? Aber ich nehme dein Kompliment gerne aus deinem schwedischen Mund entgegen und es freut mich. Ich weiss, wie du das meinst. Und ich bitte diesen schwedischen Mund, nicht zu sagen, er "lache sich halb kaputt". Das klingt so schlimm, wie von einer Studienrätin zu sagen, sie sei süss. So etwas lassen wir die Putzfrau sagen, oder die Frau am Kiosk, die mir am Samstag die NZZ verkauft und mit deren Stimme man die 5 Stockwerke Treppenhaus bis zum Dach füllen kann. Ich würde dich gerne küssen, wenn ich sowas sage. Ich würde das alles in einen süssen, feinen Vorabendkuss verpacken. Aber wir sind im Text und nur im Text! Und womöglich die Zensur! Wir kommen noch auf den Index! Tu comprends?
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Marlena, ich glaube, wir haben noch ein kommunizierendes Gefäss gefunden, neben Paris,
neben  ...
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Ich wünsche dir noch einen schönen Abend, meine Liebe
Gruss

Montag, 22. Juni 2026

Montagmorgen

 

 




... über die Theatervorstellung in Bern

Liebe Malou
Ach, das war ein nasses und kühles Wochenende. Erstmals habe ich richtig geheizt in meiner kleinen Wohnung. Ich hatte die Kälte nie so gespürt bisher, weil ich nie einen ganzen Tag lang zuhause gewesen war.
Am Samstag waren wir in dieser Vorstellung Penthesilea. Das Theater war gut besetzt, obwohl diese Art von Musik ja nicht jedermanns Sache ist. Meine auch nicht besonders. Es gab da keine echten Melodien, sondern eine Art Sprechgesang, bei dem einem manchmal die Frage aufkam: warum drücken sie sich nicht knapper und klarer aus? ;-)  Die Musik hatte hier die Funktion,  Stimmungen darzustellen. Und die Geschichte war ja mehr als tragisch und endete in einer blutigen Schlussszene, in der Penthesilea auf einem alten Rollstuhl blutige Koffern mit den Gebeinen Achilles' hereinfährt und sie sozusagen umarmt und küsst, so dass sie schlussendlich so blutig wie ein mit Ketchup vollgespritzter Hamburger dasteht.
B hat das alles gut gefallen. Und sicherlich war die klare Bühne sehr gut gemacht. Die Amazonen, allesamt tüchtige Frauen in langen dunkelblauen Mänteln haben einen guten und kompakten Chor abgegeben. Wenn sie mit Pfeil und Bogen erschienen sind, konnte man fast ein bisschen zusammenzucken. Und am lustigsten war das Männerheer, eine Gruppe von vielleicht 20 Männern, echte Pistoleros, Cowboys, Sheriffs, ein englischer Soldat im Kolonialstil etc. etc., also ein lustiges und buntes Gemisch von verschiedensten Machotypen. Achilles hatte eine gute Stimme. Und zum Schluss ist er in weissem Anzug und Borsalino wie ein echter Geck dahergekommen. 
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Donnerstag, 18. Juni 2026

Midsommar

 

Glad midsommar!



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 bei Tag


 und bei Nacht






Dienstag, 16. Juni 2026

Come è bella la lingua francese!


Carissima Marlena,
che piacere ricevere la tua lettera in francese! Io amo questa lingua che è così dolce ed espressiva!. Sarà che io amo tutto ciò che è "francese". 
A proposito non mi hai più detto quale impressione ti ha fatto rivedere Parigi dopo tanti anni, se l'hai trovata cambiata, se ti ha dato le stesse emozioni, e il tempo atmosferico come è stato? Piovoso? A Parigi piove molto spesso. Avrai certamente visto la Piramide di vetro, che impressione ti ha fatto inserita in quel meraviglioso contesto storico?
Immagino avrai avuto poco tempo per andare per Musei, visto anche lo stato della gamba della tua amica, ma almeno ti sei seduta in quei deliziosi caffè a mangiare dei dolcetti? Scusami, ma sono un pò curiosa, perchè per Parigi, partirei domani (con la fantasia.)

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Un caro saluto e un abbraccio
Lo