Dienstag, 7. April 2026

Nicht nur grau!

Mein lieber Mausfreund!

Wenn ich gewusst hätte, dass du auf ein Mail wartest, dann hätte ich versucht schon gestern etwas mehr zu schreiben.
Ich gratuliere dir zu dem neuen Bücherschrank. Mit etwas mehr Ordnung im Büro sinkt das Stressniveau bedeutend.. so ist es jedenfalls bei mir. Ich versuche im Moment hier zu Hause etwas mehr Ordnung zu schaffen, damit ich dann vielleicht für ein paar Tage in Ruhe verreisen kann oder mich ganz einfach nur zu 100 % nicht beruflich beschäftigen kann.

Wie gewöhnlich habe ich heute Morgen mein Lieblingsprogramm im Radio gehört. Man sprach unter anderem von dieser Jahreszeit, "die fünfte" genannt. Das "schwarze Loch" zwischen Winter und Frühling, wo man zwar schon den kommenden Frühling ahnt, aber ihn nicht so romantisch erlebt wie er meistens geschildert wird, mit Blumen und Vöglein sondern eher mit den Spuren, die Hunde im Winter hinterlassen haben und dergleichen... Dabei zitierte man auch verschiedene Verfasser, die eben diese graue Zeit, die fünfte Jahreszeit, geschildert haben.
Ja, es ist grau draussen. Es ist, als sähe man die Welt durch eine matte Glasscheibe (hoffentlich sind es nicht nur meine noch ungeputzten Fenster ;-)
Aber was macht es mir schon aus. In meinem Leben strahlt die Sonne. Vielleicht bist du es, mein lieber Mausfreund, vielleicht auch nur das Leben selbst. Ganz sicher bin ich, dass deine Gegenwart dabei eine grosse Rolle spielt.
Bitte, lass es nicht unser Mausleben sein, das dich an deiner Arbeit hindert. Gib der schlaflosen Nacht und dem "ein bisschen zu viel" Wein die Schuld, sonst kriege ich ein sehr schlechtes Gewissen. Unsere "Freundschaft" soll immer etwas Positives sein, das uns erhöhte Energie gibt, die Pflichten des Alltags zu bemeistern. Die Serenität von der du oft sprichst. Ich weiss wie es ist, du darfst nicht glauben dass ich so ganz anders reagiere als du. Manchmal fühle ich mich sogar etwas gelähmt von unserer Maladi, und ich frage mich wie bei Rilke:       "Wie soll ich meine Seele halten, dass sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie hinheben über dich zu andern Dingen.." ?  ---
*
Du schreibst mir so interessant von deinem Examen. Ich hatte es mir irgendwie so vorgestellt. Ich kannte auch solche hochbegabte Studenten, die ein paar Jahre früher fertig waren mit ihren Studien als die andern.  Ich werde dir bald ein wenig von meiner Studienzeit in Uppsala erzählen.
*
Du brauchst nicht in Büchern zu suchen. Ich werde dir das Leben bei uns schildern, die Feste, die wir feiern u.s.w. immer zur richtigen Jahreszeit. Was das andere betrifft, werde ich dir ein paar gute Links im Internet geben, wo du dich über Schweden informieren kannst. Gut so?

Wünsche dir noch alles Gute für den Rest des Tages
und viel Vergnügen beim Onkel
Deine Marlena



i.M


Freitag, 3. April 2026

Ostersamstag in Schweden

 


an alle lieben Leser




Glad Påsk!


Frohe Ostern 

Happy Easter 
 
Joyeuses Pâques

*

Und nochmals:


Nein doch, ich leide keine Not. Auch bei uns ist das Haus voll von Schokolade und anderen Süssigkeiten zu Ostern. Ich hoffe nur, dass bald ein paar Osterhexen (zu Hexen verkleidete Kinder) kommen, damit ich die Bonbons loswerde, bevor ich sie alle aufesse. Die Kinder überreichen Zeichnungen mit Osterwünschen und erwarten sich dafür Belohnung in Form von süssen kleinen Ostereiern und anderen ähnlichen Dingen.




Und jetzt waren sie gerade hier. Eine kleine Gruppe von lustig verkleideten Kindern. Die kleinsten wurden von ihrer Mutter geführt. Anna hat ihnen ihre Körbchen mit Süssigkeiten gefüllt. Die allerkleinsten konnten sich nicht zurückhalten bei diesem herrlichen Anblick und haben gleich ihre kleinen Händchen in die gefüllte Schale hineingestreckt. Und mit so vielen süssen Osterwünschen kann es doch nur ein schönes Osterfest werden.




Weisst du, dass nur 16 % der Schweden zu Ostern in die Kirche gehen? Einige wissen nicht warum man Ostern feiert. Was sind wir für ein Land geworden?

Ich muss wieder weg. Schreibe mehr sobald ich dazu komme.

Mit lieben Gs und Ks,
Malou




Donnerstag, 2. April 2026

TPS


Lieber ..., 

(...)

Ich erinnere mich daran, wie wir vor ein paar Jahren versuchten, eine Gesellschaft (oder einen Club) zu gründen in unserem Kollegium. So ungefähr wie "Dead Poets Society". Wir suchten nach einem passenden  Namen. "Döda pedagogers sällskap" kam uns zu morbid vor aber "Trevliga pedagogers sällskap" (trevlig=nett) klang schon viel besser. Jemand meinte, OK "nette Pädagogen" klingt zwar schön aber "Trötta pedagogers sällskap" wäre doch etwas mehr realistisch (trött = müde). Schliesslich blieb man bei der Abkürzung TPS und meinte, jeder könnte sich ein passendes Wort für das T wählen. Es gab auch:

tråkig = langweilig 
tokig = verrückt 
tarvlig = gemein, 
torr = trocken

Und was ist daraus geworden? Ich glaube, mehr als 50 Personen hatten sich dazu angemeldet, aber der Mann, der ursprünglich mit der Idee kam, ist ein Kerl, der gute Ideen aufs Papier bringen kann, aber nicht weiter. Eine Zeit lang fragten sich die Leute, wann denn nun das erste Treffen sein würde und mit der Zeit geriet das ganze in Vergessenheit. Nur an die ausgelassene Diskussion über den Namen erinnert man sich noch heute. 
 (---) 
 
A bientôt, j'espère, 
Marlena



Re: Ostern in Sicht

 

Lieber ...,
Ja, Ostern ist tatsächlich in Sicht... oder fast hier. Die Sonne lässt sich nicht erblicken, aber trotzdem ist irgendwie schönes Osterwetter. 4 Grad, sehe ich hier gerade. Klingt nicht besonders warm aber wenn es nicht stürmt ist es doch angenehm draussen zu sein.
Unter dem Kirschbaum leuchten die ersten Frühlingsblümlein - blau und gelb.



Ich liebe diese Jahreszeit. Sie ist wie eine neue Liebe, voll von Hoffnungen und noch ohne Enttäuschungen.. ;-)

Gut, dass du ausgeschlafen hast. Man braucht diesen letzten Schlaf am morgen besonders glaube ich. Es ist die Traumphase, in der man seine Seele reinigt oder zumindest etwas aufräumt. So sagt
man jedenfalls.

Ich werde in ein paar Stunden zu Anna runter fahren und sie abholen. Wir werden ihre Blumen mit nach Hause nehmen und ich will dort auch ein wenig saubermachen. Gehört sich ja für eine Mutter, oder? K wird mir sein Auto leihen, weil mein Golf scheinbar bald einen kaputten Auspuff hat. Man hört es schon, dass da bald was passieren wird. Sein Auto ist angenehmer zu fahren. Er wird derweilen ein gutes Essen für uns machen und uns damit empfangen, wenn wir hier so gegen 18.00 Uhr aufkreuzen werden.

Ich habe bei mir oben endlich wieder mal meine Papiere angegriffen. Du weisst wie es ist, wenn sich ein paar halbmeterhohe Stapel in -zig kleine aufteilen und jede Fläche im Raum damit bedeckt ist. Und endlich habe ich es etwas leichter mich von alten Dingen zu befreien. Brauch nicht mehr zu denken "das kann ich sicher später mal brauchen". Ich glaube an Feng Shui. Zwar macht man in letzter Zeit Geschäfte mit diesen Ideen, aber ich habe immer schon gewusst, dass Ordnung um mich herum auch Ordnung und Zufriedenheit in meinem Inneren erzeugt.

Ach, ..., ich hab doch garkeine Osterhasen aus Schokolade. Bei uns gibt es nicht den Osterhasen. D.h. man kann schon solche Dinge in Geschäften finden aber wir haben Eier, und Bonbons in Eierform und dann haben wir die Hexen, die nach Blåkulla reiten auf einem Besenstiel.



Ich habe einen Lammbraten und K hat Lachs und einen grossen Osterschinken gekauft. Es wird gutes Osteressen geben und A wird sicher gleich wieder ihre verlorenen Kilos zunehmen.

Nun muss ich hier weitermachen. Noch staubsaugen bevor ich dann nach Lunch zu A runterfahre. Wenn ich dazu komme kriegst du noch ein kleines Mail...

Ich grüsse dich lieb
mit einem zärtlichen Kuss,
Malou

 

Mittwoch, 1. April 2026

.. meine Grösse ...

 


Lieber ...!

Du fragst nach meiner Grösse. Also gut: wenn wir die Champs-Elysées hinuntergehen, dann ist es bequem für dich, deinen Arm um meine Schulter zu legen. Du musst ihn nicht hinaufstrecken. Ich finde es schön bei solchen Gelegenheiten, dass du etwas grösser bist als ich. Dass die Schwedinnen 1.80 wären stimmt nicht, eher zwischen 1.65 - 1.75



Liebe Marlena

Nein, eigentlich wollte ich so genau von dir wissen, wie gross du bist, nun ja, wie soll ich dir das sagen, weil ich selbst eher klein bin. Ich habe vielleicht mal eine Grösse gesagt, aber ich muss dich enttäuschen, ich kann wohl nicht auf deine 175 oder so hinaufreichen. Meine kleine Statur hat es eben gemacht, dass ich gelernt habe, mich schriftlich auszudrücken. Mündlich komme ich bei den Leuten schlecht an. Sie nehmen mich nicht ernst. Verstehst du, Marlena, mit 135 spricht man aus der Froschperspektive. Da muss jedes Argument doppelt genäht sein, da sollte jeder Satz sitzen. Also, höchstens beim Sitzen könnte ich Dir meinen Arm um die Schulter legen. Denn was mir an Länge fehlt, fehlt vor allem an den Beinen. Das ist ein bisschen wie bei Toulouse-Lautrec, oder bei diesem kleinen Kerl da in Grass' Blechtrommel, wie hiess er schon. Allerdings trage ich keine Trommel herum, da kann ich dich beruhigen, meine liebe Marlena, und ich zersinge auch nur in Ausnahmefällen Gläser.. Du musst dir auch vorstellen, welches Bild wir auf der Champs Elysees abgeben würden!! Du in deiner ganzen wunderschönen Statur und ich daneben wie ein Mickey Mouse, in kleinen rasanten Schrittchen. Die Passanten würden sich doch nach uns umdrehen. Manchmal wollen sie sogar Autogramme von mir. Da gehen wir doch lieber gleich in eines dieser Nobelrestaurants und ich lass mir einen Hochstuhl kommen. Meist haben sie ja diese Stühle für die Kinder. Die sind zwar etwas eng, aber meist komme ich ganz gut hin. Und wenn meine Beine erst einmal unter dem Tisch sind, dann sieht man mir das kaum mehr an. Dann müsstest du dich nicht mehr genieren.
Das meine liebe Marlena, wollte ich dir heute, speziell heute, noch kurz sagen.
Ich hoffe, du magst mich trotzdem als Mausfreund??
Mit einem schönen Gruss
...




Montag, 30. März 2026

Sils Maria

 

Ämne: momo

Liebe Marlena
Gestern war ich nahe daran, meine Geschichte zu schreiben. Na Du weißt, die Geschichte für die Gemeinde Sils-Maria. Es ist wirklich merkwürdig, wieviel man sich rund um eine solche Geschichte überlegen kann. Und es ist das erste mal in meinem Leben, dass ich das tue. Natürlich beobachte ich auch in allen kurzen Texten von Updike, von Bichsel, Moser und vielen anderen, wie sie es denn angepackt haben und worin das Spezielle ihrer Schreibart liegen könnte

Das Entscheidende ist wohl so etwas wie die Kamera-führung. Wo ist der Ort des Erzählens, wo ist das Hirn und der Mund und das Auge? Ist es ein allmächtiger, alleswissender und allesüberblickender auktorialer Übermensch, ein Superbrain, das alles sieht, jederzeit und überall, das sogar im Innern der Menschen herumschnüffelt und sich dort - wie ein besonders Neugieriger - einmischt. Ich glaube, Updike macht das häufig so. Oder erzählt man aus der Sicht einer Figur, die in der Geschichte selbst herumläuft? Dann haben wir eine gänzlich verschiedene Erzählperspektive, kennen nur das Innenleben des Erzählers, nicht aber dasjenige aller anderen Pesonen. So vielleicht sieht das Leben in Wirklichkeit am ehesten aus. Diese Perspektive führt ja dann auch zu diesen Situationserlebnissen, die sich absolut im Präsens abspielen. Man liest, was der Ich-Erzähler gerade sieht, hört und denkt. Man hört seine Dialoge mit irgendwelchen Personen. Und der Schock, der ihn trifft, wenn er die Leiche entdeckt, der trifft auch uns. Denn wir stehen ja gleich hinter ihm und haben den Geruch in der Nase.

Ich glaube, diese auktoriale Perspektive ist für mich leichter. Sie enthält viele zusammenfassende, überblickende Schilderungen, weniger Dialoge, Momentanereignisse gleich im Vollzug. Ich glaube, es ist schwierig, diese momentanen Dinge auszuwählen, so dass sie nicht allzu zufällig wirken, sondern für eine ganze Geschichte, für das Leben im Ganzen sprechen. Diese Wahl erfordert eine geschickte Hand, und ich bin nicht sicher, dass ich sie habe.

Du siehst meine Probleme. Nie hätte ich geglaubt, dass das schriftstellerische Leben so kompliziert sein kann. Immer war es meine Vorstellung, dass die Schreibenden sich, sobald die Lust kommt, an den Tisch setzen und begeistert anfangen zu schreiben. Und im Übrigen bleibt ihre Arbeit ja darin, zu leben, alles zu erkunden, alles zu geniessen, das heisst Leben in höchster Intensität. Was könnte man sich Schöneres vorstellen? Wir normalen Menschen dürfen gelegentlich geniessen, in speziellen Momenten, die Schriftsteller müssen es permanent, 8 Stunden täglich. Erst dann, wenn sie zum Feierabend ihre Feder beiseite legen, ist ihnen erlaubt, die Lanweilig-keit des Alltages über sich ergehen zu lassen, träge vor dem Fernseher herumzuhängen, böse bei der Ehefrau in der Küche herumzunörgeln, überdrüssig den Leitartikel in der Tageszeitung zu kritisieren, um sich dann schlaflos im Bett zu drehen und Wolkenschäflein zu zählen, Stunden und Stunden, bis morgens um 8 Uhr, nach einem totlangweiligen Frühstück mit lauwarmem Kaffee, das spannende Schriftstellerarbeit wieder anfängt. Na ja, ich habe natürlich gehört von Blockaden, von Schreibhemmungen, von Krisen, die Schriftsteller haben können. Es soll sogar Suizide geben. Ich weiss auch, dass sie nur allzu gerne mit etwas Alkohol nachhelfen. Böll hatte immer eine Thermosflasche mit Kaffee in der Nähe. Und rauchte wie ein Kamin, beim Schreiben und ohne Schreiben.

Ich finde, Schreiben sei wie eine leichte Psychose. Man muss sich mit einer kleinen Anstrengung in diesen leichten Wahn hineinsteigern, der einen dann trägt und schreiben lässt. Die grösste Schwierigkeit vielleicht liegt darin, dass man nicht für eine bestimmte Person schreibt. Zu beneiden jener Schreiber, der eine Muse hat, für die er schreiben kann.
Ich glaube, dass gute Schreiber eine ziemlich lebendige Fantasie über ihren Leser haben, wie er auf die Zeilen reagieren kann und vielleicht reagieren wird. So wäre Schreiben immer eine Fortsetzung des Briefe-Schreibens.
Jean Paul hat mal gesagt (oder vielleicht doch eher geschrieben ...), Bücher seien im Grunde genommen dicke Briefe an gute Freunde. Natürlich hat er es schöner gesagt. Aber sinngemäss war es so.

*
Dieses Mail ist für Dich vielleicht ein bisschen langweilig. All diese Gedanken zum Schreiben und Lesen und so weiter. Aber es ist ja auch erst Montag. Und die Woche kann noch besser werden! Kopf hoch also, Marlena, es ist noch nichts verloren.

Mit einem Montagmorgengrüsslein
...

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RE:

Lieber ...

      Ich wünschte, du könntest den Film sehen, der gerade hier im Fernsehen gezeigt wird.

Kompliziert - genau wie dein Text.  ;-)




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Samstag, 28. März 2026

Mitternacht


Ämne: Mitternacht..
Datum: den 22 februari


Lieber ...,
Wie schnell eine freie Woche zu Ende geht, aber ich habe wohl so ungefähr das geschafft, was ich mir vorgenommen hatte und damit muss ich zufrieden sein. Und du weisst es nicht, aber ich war bei Dir mehr als je zuvor. Ich habe endlich deine Mails aus dem Internet herausgenommen und auf eine CD gespeichert. Es war eine harte Arbeit, sowohl physisch als auch mental. Man muss sie alle öffnen, das Datum kontrollieren und eingeben, damit sie in chronologischer Folge liegen und dann speichern. Und wenn ich sie geöffnet habe, sehe ich wie das Mail beginnt und manchmal kann ich mich nicht davon abhalten, ein wenig mehr zu lesen, obwohl ich das eigentlich im Moment nicht will... Gestern habe ich bis Ende August gemacht (es waren fast 300 Mails) und heute noch den Rest des Jahres.  Ich werde Dir die CD dann schicken, wenn du schon ein altes Onkelchen bist und Du wirst dich an das Jahr  erinnern :-)

Die Mails an dich hole ich später auch heraus und lege sie auf eine andere CD. Eigentlich brauche ich sie nicht, denn in deinen Mails sieht man mein Leben viel deutlicher und schöner beschrieben als in meinen eigenen.

Ich habe es genossen, frei zu sein und die Tage genommen, wie sie kamen, fast nur gemacht, wozu ich Lust hatte. Und die Aufsätze? Ja, Anfang der Woche habe ich mal meine berufliche Box geöffnet und ein Mädchen hatte schon ihren Aufsatz geschickt. Es hat mich ein wenig schockiert - und so habe ich mich bis jetzt davon abgehalten, diese Box nochmals zu öffnen ;-) Aber die Idee, sie auf dem PC zu haben, ist nicht schlecht, denn auf diese Weise können sie leicht die vorgeschlagenen Änderungen machen, bevor wir dann die Aufsätze zu einem kleinen Heft zusammenstellen. Es ist wichtig, dass sie versuchen, sich frei zu produzieren, denn erst so merkt man, wo die Schwierigkeiten liegen.

Schön, dass du dich über die CD gefreut hast. Ich wusste wirklich nicht, was ich wählen sollte. Vielleicht hast du einige schon so oft gehört, dass sie dir zum Hals raus stehen. So ist es ja leider bei der modernen Musik.. man verisst sich daran.
Ja, bei Googoosh habe ich an S. gedacht und vielleicht findest du eine Möglichkeit, sie das Stück hören zu lassen. Nein, die Sängerin wohnt immer noch im Iran und es war ein wenig sensationell, dass man ihr von dort die Erlaubnis gegeben hat, in Schweden aufzutreten. Ich habe dir doch geschrieben, wie gross dieses Ereignis für alle Exiliranier war. Ich sah ein kleines Stück von dem Auftritt im Fernsehen - Googoosh sah königlich aus - und ich hörte das Interview und litt mit ihr, weil ich wusste, dass sie nicht frei sprechen konnte.

Leider noch kein Frühling hier.. es ist wieder etwas kälter geworden. Aber die Tage werden nun immer länger und die Leute sind sich einig: dieser Winter war ungewöhnlich dunkel - eben weil wir fast keinen Schnee hatten in unserer Gegend.
Sag, willst du mich ärgern mit diesen Kardinälen? Ich werde dir verraten, warum man so viele braucht. Weil jeder Demente einen braucht, der ihm zurecht hilft. Sorry, etwas grob ...

Ein Freund von Anna bei Rix Megapol, (einem Radiosender von Musik) angestellt, war gerade beruflich auf einer Luxusdampferfahrt nach Caribien und schildert ihr in kurzen treffenden Sätzen davon.. U.a. hat er die Leute so ein bisschen abgelauscht und sich über ihre Kommentare amüsiert wie z.B. "Führt diese Treppe hinauf oder hinunter"? "Wohnt das Personal auch auf dem Schiff?" "Ist es Salzwasser oder Süsswasser in der Toilette?"
Und der Chemiestudierende in Uppsala erzählt ihr von Ofvandals Café. Ich werde ganz nostalgisch wenn ich den Namen höre. Aber damals gab es noch nicht das Schild: "Bitte, keine Aufgaben machen in diesem Lokal".





Es war ein Glück, dass wir nicht eine Reise nach London gebucht hatten, denn Anna hat nochmals Fieber und Halsschmerzen bekommen und geht zur Zeit mit einem schrecklichen Husten herum. Deswegen haben wir uns auch diesmal mehr zu Hause gehalten als es sonst üblich ist in dieser Woche... und da ist ja der PC eine gute Sache.

Ich merke, dass Du wieder das Leben geniesst und ich freue mich mit Dir. Und 40 Bücher hast du dir mitgenommen? Du bist ein Gigant..!! :-)
Ich beende nun dieses Mitternachtepistel und wünsche Dir einen schönen angenehmen Tag und mir ein Mail von .. jemandem..
Gute Nacht, chéri,
Marlena