Dienstag, 3. Dezember 2019
Re: Still from far away..
Ämne: Re: still from far away..
Datum: den 19 augusti 09:07
Lieber ...,
Ich bin ganz ohne Hoffnungen an den PC gegangen und war sehr erstaunt und erfreut zwei mails von dir zu finden. Ach, du bist wirklich lieb. Wie wäre es gewesen wenn Odysseus einen Laptop mitgehabt hätte? ;-)
Es ist schön zu hören, dass du gut angekommen bist und schon deine ersten Eindrücke bekommen hast. Ja, genau das hat mich in Singers Buch überrascht. Wie diese riesige Weltstadt eigentlich ein Mehrmillionendorf ist. Und nun verstehst du auch was ich meine, wenn ich sage dass man den Patriotismus etwas übertreiben oder lass mich sagen erlernen muss. Aus so vielen Nationen ein "wir" zu schaffen verlangt schon etwas Mühe.
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Ich bin heute wie ein nervöses Pferd, das bald auf die Rennbahn muss. Oder eine Schauspielerin, die auf die Bühne soll. Aber ich weiss, dass dieses Gefühl sofort verschwindet wenn ich dann vor den Schülern stehe. Wenn ich schon von Bühne spreche, so habe ich gestern Moulin Rouge gesehen. Die Handlung war sehr banal und voraussehbar.. La Traviata oder die Kameliendame.. aber trotzdem hat es eine Dimension gehabt, die den Film sehenswert macht. Dann schaue ich mir noch einmal "Chocolat" an. Ein ganz anderer Film, mit viel Wärme und Charme. Kennst du den? Wie du siehst versuche ich so gut wie möglich meine Gedanken abzuleiten.
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Und heute geht der Kurs wohl los bei dir? Aber im Moment schläfst du sicher noch, denn du liegst wohl zeitlich ungefähr 6 Stunden nach, oder?
Ich wünsche dir alles Gute und Schöne,
Mit lieben Grüssen
Marlena
Re: From far away
den 19 augusti 00:02
Re: From far away..
Meine liebe Penelope
Ich bin gut angekommen nach einem endlos langen Flug. Ich sass neben einem Schweiyer Studenten aus Berkely. Es war gany interessant, mit ihm yu diskutieren. (wo du ein y liest, sollte ein z sein und umgekehrt ).
Jetzt bin ich schon bei meinen Bekannten yuhause und wir lernen uns kennen. Er gleicht seiner Mutter sehr.
Es scheint mir, dass es eine lustige Woche geben wird.
Dein Mail konnte ich noch nicht wirklich lesen. Aber ich werde es demnaechst nachholen.
Mit einem lieben Gruss aus der neuen Welt\
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Ämne: Still from far away..
Datum: den 19 augusti 00:19
Liebe Marlena
Manhattan ist eigentlich wie ein Dorf. Es ist alles viel uebersichtlicher, als ich es mir vorgestellt habe. Die Strassen gerade, durchgehend nummeriert, man kann fast nicht verloren gehen. Fast ein bisschen fantasielos.
Aber die Leute, die man hier sieht, kommen aus der ganyen Welt. Das ist schoen anzuschauen. Manchmal gibt es Exemplare darunter, dass man nur staunt Auf dem Flughafen habe ich eine Schwarze gesehen, eine solche Schwarze hast Du bestimmt noch nie gesehen. Man koennte sie in einem Circus auftreten lassen.
Jetzt muss ich mir langsam ueberlegen, was ich morgen tun soll. Und heute abend / so wurde mir gesagt / soll ich nicht yu frueh ins Bett, damit das Jet Lag nicht einschlaegt. Ich werde sehen, was ich tun kann.
Mit noch einem lieben Gruss
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Montag, 2. Dezember 2019
From far away ...
Ämne: From far away..
Datum: den 18 augusti 17:18
Liebster Mausfreund,
Hier sitze ich und fühle mich irgendwie ganz verlassen und du scheinst mir so undendlich weit weg. Eigentlich ist das komisch, denn wenn du in der Schweiz bist, bist du doch genau so unnahbar.
Wenn du dieses Mail kriegst, bist du schon am anderen Ende der Welt und beginnst deine Verwandlung (Mutation, wie du sie nennst). Ach, du bist lustig. Aber ich glaube wirklich, dass diese Reise dich verändern wird. Du hast so viele Auffassungen (ich wollte fast sagen Vorurteile) über Amerika und nun kannst du sie mit der Realität konfrontieren. Nein doch, sei mir nicht böse. Vorurteile ist nicht das perfekte Wort dafür.. aber Meinungen, die man sich irgendeinmal, durch eine persönliche Erfahrung, zugeeignet hat.. und die dann, vielleicht mit Unrecht, hängengeblieben ist. Ich sage vielleicht. Es geht mir auch so. Ich sehe die Amis als meist sehr liebe und freundliche aber naive Menschen. Mit dem Verstand weiss ich natürlich, dass das nicht allen dort gelten kann und trotzdem denke ich es immer wieder gefühlsmässig. Nur weil ich in meiner Jugend in Paris mit naiven Amerikanern in Kontakt gekommen bin.
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Heute bereiten sich alle auf den Empfang der neuen Schüler vor und auf die ersten Unterrichtsstunden. Auch ich sollte das tun, aber wie immer schiebe ich das ganze aufs längste vor mir hin. Keine noch so unangenehme Aktivität scheint mir im Moment weniger sympathisch. So sollte ich wohl eigentlich die Gelegenheit ausnützen und etwas tun vor dem ich mich sonst drücke. Aber zuerst muss ich eine Weile mit dir sprechen.
Sag, wie ist es von dort drüben auf Europa zurückzublicken? Siehst du es leuchten wie ein kleines Juwel am anderen Ende des Ozeans? Sogar wenn ich im Sommer die 1.000 Kilometer von hier entfern bin, sehe ich mein Leben hier mit anderen Augen. Ich bin fest überzeugt davon, dass du dir die nötige Energie holen wirst für deine kommenden Berufsjahre. Ach, wie bin ich neugierig auf deine Erlebnisse "over there".
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Heute sehne ich mich dauernd nach etwas Süssem. Orangenmarmelade oder Schokolade. Vielleicht hilft es mir über die schlimmen Abstinenzsymptome hinweg.
Doch ich höre am besten jetzt auf. Du kannst doch nicht deine kostbare Zeit am PC verschwenden, das verstehe ich sehr gut. Ich hoffe, dass du viele interessante Erlebnisse haben wirst und ich freue mich schon auf den Tag, wenn du mir davon erzählst. Es scheint eine Ewigkeit bis dahin...
So grüsse ich dich lieb und wünsche dir eine schöne Zeit,
Marlena
PS: Schick mir nur ein paar Zeilen, damit ich sehe, dass es dir gut geht.
Sonntag, 1. Dezember 2019
Vielleicht doch..
Ämne: Vielleicht doch..
Datum: den 17 augusti 13:27
Lieber ...,
Vielleicht huschst du doch noch einmal ins Büro, weil du etwas vergessen hast. Deshalb schicke ich dir noch ein paar Zeilen.
Ja, es war schön gestern. D.h. die Krebse und die Vorspeise mit Pfifferlingen gefüllte Teigwaren, haben ganz vortrefflich geschmeckt. Der Apéritif, das deutsche Bier und der Wein ebenso. Und nachher gab es dann noch eine Nachspeise aus Eiskugeln, Melone und Kirschpuré. Und wie üblich, bei uns in Schweden, auch wenn es schon spät am Abend ist, gab es einen Kaffee und dazu ein herrliches Tortenähnliches Gebäck. Und wir sind gut nach Hause gekommen. Sind ja immerhin fast 30 Meter zu gehen.. ;-)
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Die Sonne scheint, aber was ist schon ein sonniger Tag ohne meinen lieben Mausfreund. Ich vermisse dich schon jetzt. Du musst es fühlen.
So grüsse ich dich nochmals lieb und hoffe, dass du noch mal ins Büro musst vor deiner Abreise.
Ich freue mich auf den Bericht über deine Pilgerfahrt.
S+K und auch M,
Marlena
den 17 augusti 14:44
Re: Vielleicht doch..
Liebe Marlena
Na klar, habe ich noch dies und jenes vergessen im Büro. Vor allem muss ich noch die Adresse des Institutes in meine private Mailbox kopieren. Weshalb das so ist, erzähle ich Dir später.
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Euer Krebsfest klingt kulinarisch wirklich vorzüglich. Ich weiss gar nicht, wie man im Sommer soviel essen kann bei dieser Wärme. Aber es gelingt, bei uns Südstaatlern ein bisschen Neid zu provozieren !! Es klingt alles wirklich lecker.
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Es ist wieder heiss heute hier. Wir fahren um 16h nach Lenzburg. S. hat uns Scampi versprochen. Und zum Dessert dann ein Zwetschgen-Mousse. Das ist gut bei dieser Temperatur. Ich habe meinem Onkelchen vor 14 Tagen ein Buch über Marokko mitgebracht. Er ist sehr interessiert daran und liest unablässig drin. Ich glaube, das belebt seine Phantasie.
Und ich habe beschlossen, mich neu zu erfinden. Wie Du sagst, tut man das jeden Tag. Aber mit meiner Pilgerreise nach NY soll es einen kleinen Mutationssprung geben. Ich meine einen Sprung von der Grössenordnung zwischen Schimpanse und Mensch ;--)) Klingt ein bisschen zu nitzscheanisch, nicht wahr? Aber im Ernst, ich möchte doch versuchen, in diesen 14 Tagen Energie zu schöpfen, die für die letzten paar Jahre im Job hinhalten. Und das Buch gibt gute Anregungen.
Vielleicht komme ich auch mal dazu, Dir ein Mail zu schreiben, vielleicht. Erwarte nicht zuviel, meine Liebe, denn NY scheint eine hochelektrische Stadt. Und wenn man in diesen Strom hineingerät, dann sitzt man nicht mehr still. Nur noch in diesen Bars mit dem Neonlicht, wie man sie auf den Bildern sieht.
Ich wünsche Dir eine gute Zeit.
Halt mir den Daumen und die Treue, meine liebe Marlena.
See you
kisses
...
Ämne: Telegramm
Datum: den 17 augusti 19:17
Lieber ...,
Wenn du dich nun auf deine Odyssee begibst, bitte nimm dich in acht vor den Sirenen.
Deine Penelope
Re: Saturday morning - Fare well
den 16 augusti 19:08
Fare well
Liebe Marlena
Danke für Deine guten Wünsche für die Reise. Ich werde sie im Innern behalten wie man einen süssschweren Traum durch den Tag trägt. Und wenn ich zurück bin, erzähle ich Dir, wie er mich begleitet hat.
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Interessant, was Du über Tepperwein herausgefunden hast. Er ist mir schon ein bisschen zuuu produktiv, das muss ich zugeben. Aber das Buch ist nicht schlecht. Man muss es einfach in sich aufsaugen, es ist alles ziemlich trancemässig. Und dazu bin ich im Moment bereit. Das ist meine Vorbereitung für den Kurs in N.Y. Ich möchte dort wirklich für meinen nächsten Lebensabschnitt etwas holen.
Mir ist ein lustiger Gedanke gekommen. Die Reise nach N.Y. ist für mich sozusagen eine Pilgerreise. Die meisten Pilger gehen nach Lourdes, nach Stantiago, nach Rom. Das sind Orte der Vergangenheit. Sehr schön, würde ich auch machen. Ich habe mal eine Pilgerreise nach Meshed gemacht. Habe ich Dir davon erzählt. Es war ein eindrückliches Erlebnis, obwohl ich nicht richtig daran glauben wollte. Und nun möchte ich die Sache so drehen, dass ich eine Pilgerreise in die Weltstadt des 21. Jahrhunderts mache. Dort hole ich die Inspiration für meine nächsten Jahre. Ich muss doch wohl lernen, etwas vorwärts, und nicht zu sehr rückwärts zu schauen. Sonst werde ich zu schnell alt.
Die Amis werden bestimmt erstaunt sein, wenn sie den ersten Pilger kommen sehen! Sie werden bestimmt auf ihren Hockern in den McDonalds einen Moment mit Kauen stoppen. Ich bin gespannt, was sie mir zu bieten haben. Im Kurs wird es bestimmt Amis geben. Und ich werde sie genau beobachten. Und ich werde sogar ein bisschen mitbekommen, wie sie die Welt erleben, welche Gefühle sie haben, wie sie mit ihrem Innenleben umgehen. Darauf bin ich gespannt.
*
Das ist vielleicht mein letztes Mail im Moment. Ich habe noch nicht gepackt und habe mir überhaupt noch wenig Vorstellungen gemacht, was ich mitnehmen soll. Es ist wie bei den Geschäftsreisen. Du legst das übliche Zeug in den Koffer, reist morgens ab, um abends oder nächstentags wieder nach Hause zu kommen. So stelle ich mir Geschäftsreisen vor. Und so tue ich. Unser Verhalten richtet sich nach unseren Vorstellungen, meint Tepperwein. Na also!
*
Ich hoffe, dass Du ein schönes Krebsfest haben wirst. Ich stelle mir den Geschmack im Gaumen vor. Und da kann ich nur neidisch werden. Dazu ein kühles Bier und eine lustige Gesellschaft. Was denn kann schöner sein.
Ich weiss noch nicht, wie oft mich Ben an den PC lässt. Und wenn ich mal dran bin, muss ich noch andere Wünsche befriedigen. Vielleicht gibt es Fragen vom Büro. Vielleicht wollen A und B ein paar Sätze. Vielleicht muss ich S. über die Einsamkeit hinweg trösten. Du siehst, ich habe ein volles Programm. Aber ich werde Dir die NY-Tipps später mailen, sofern ich irgend welche erspähe.
Ich grüsse und küsse Dich.
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Samstag, 30. November 2019
New York rückt näher.
Ja, New York rückt näher. Am 18. August werde ich abfliegen und am 2. September zurückkehren. Ich nehme wirklich immer wieder Anläufe, mich auf diesen Aufenthalt zu freuen. Und ich glaube, dass es mir schliesslich gelingen wird. Letzten Sonntag hatte ich einen Arbeitskollegen mit seiner Frau im Museum getroffen. Das Gespräch kam auf meine Pläne. Die beiden waren voller Begeisterung für NY. Besonders die Frau, die es offenbar mag, Museen und Gallerien zu besuchen. Ach, sie war ganz hingerissen und ich glaube, am liebsten wäre sie mitgekommen. Ihr letzter Aufenthalt war offenbar schon 7 Jahre alt.
Ich hatte den Einfall, dass ich meine In-line-Skates nach NY mitnehmen könnte. Vorgestern bin ich damit etwa 15 km gefahren um zu sehen, ob ich das überhaupt noch kann. Ich merke, dass das Training fehlt. Aber eigentlich sollte es möglich sein. Ich könnte so den Central Park durchqueren. Oder ich könnte hinunter ans Ende von Manhattan rollen, zum Battery Park, wo man die Freiheitsstatue auf der Insel draussen sieht. Na ja, vielleicht brauchen diese Skates ein bisschen viel Platz im Koffer. Und wenn die Gehsteige voller Leute sind, ist man mit Rollschuhen eher etwas behindert. Aber die Idee ist doch nicht schlecht, oder? Ich hatte mir immer gewünscht, eine unbekannte Stadt rollenderweise zu erkunden. Und weshalb sollte es nicht NY sein?
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Ich fahre als Tourist. Der Kurs ist nur eine Nebensache. Wer nämlich in den USA heute eine Schule besuchen will, muss harte Prüfungen und einen elenden Papierkrieg durchstehen. Das will ich nicht. So kann ich ohne Visum reisen und ich erwarte bloss, dass man mich bei der Einreise ausfragen wird, wo ich wohne und was ich zu tun beabsichtige. Dann werde ich sagen, dass ich den Central Park zu durchqueren gedenke und unten die Freiheitsstatue begucken und abzeichnen will ;--). Und vielleicht noch die Qualität der Hamburgers testen! Das könnte ich auch noch sagen. Ich kann sie aber nicht mit irgendwas vergleichen, weil ich hier in der Schweiz kaum je Hamburgers gegessen habe.
Re:
...
Rollerblades fährst du? Das ist aber eine Überraschung! Ich finde erwachsene Männer auf diesen rollenden Dingern äusserst sexy. *s* Und wie schön und lustig du von deinen NY-plänen schreibst. Ich geniesse es schon ganz mit dir.
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