Samstag, 20. September 2014
Re: still from far away
Ämne: Re: still from far away..
Datum: den 19 augusti 09:07
Lieber ...,
Ich bin ganz ohne Hoffnungen an den PC gegangen und war erstaunt und erfreut zwei mails von dir zu finden. Ach, du bist wirklich lieb. Wie wäre es gewesen wenn Odysseus einen Laptop mitgehabt hätte? ;-)
Es ist schön zu hören, dass du gut angekommen bist und schon deine ersten Eindrücke bekommen hast. Ja, genau das hat mich in Singers Buch überrascht. Wie diese riesige Weltstadt eigentlich ein mehrmillionendorf ist. Und nun verstehst du auch was ich meine, wenn ich sage dass man den Patriotismus etwas übertreiben oder lass mich sagen erlernen muss. Aus so vielen Nationen ein "wir" zu schaffen verlangt schon etwas Mühe.
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Ich bin heute wie ein nervöses Pferd, das bald auf die Rennbahn muss. Oder eine Schauspielerin, die auf die Bühne soll. Aber ich weiss, dass dieses Gefühl sofort verschwindet wenn ich dann vor den Schülern stehe. Wenn ich schon von Bühne spreche, so habe ich gestern Moulin Rouge gesehen. Die Handlung war sehr banal und voraussehbar.. La Traviata oder die Kameliendame.. aber trotzdem hat es eine Dimension gehabt, die den Film sehenswert macht. Dann schaue ich mir noch einmal "Chocolat" an. Ein ganz anderer Film, mit viel Wärme und Charme. Kennst du den? Wie du siehst versuche ich so gut wie möglich meine Gedanken abzulenken.
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Und heute geht der Kurs wohl los bei dir? Aber im Moment schläfst du sicher noch, denn du liegst wohl zeitlich ungefähr 6 Stunden nach, oder?
Ich wünsche dir alles Gute und Schöne,
Mit lieben Grüssen
Marlena
From far away..
From far away..
Meine liebe Penelope
Ich bin gut angekommen nach einem endlos langen Flug. Ich sass neben einem Schweiyer Studenten aus Berkely. Es war gany interessant, mit ihm yu diskutieren. (wo du ein y liest, sollte ein z sein und umgekehrt ).
Jetzt bin ich schon bei meinen Bekannten yuhause und wir lernen uns kennen. Er gleicht seiner Mutter sehr.
Es scheint mir, dass es eine lustige Woche geben wird.
Dein Mail konnte ich noch nicht wirklich lesen. Aber ich werde es demnaechst nachholen.
Mit einem lieben Gruss aus der neuen Welt\
...
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Ämne: still from far away..
Datum: den 19 augusti 00:19
Liebe Marlena
Manhattan ist eigentlich wie ein Dorf. Es ist alles viel uebersichtlicher, als ich es mir vorgestellt habe. Die Strassen gerade, durchgehend nummeriert, man kann fast nicht verloren gehen. Fast ein bisschen fantasielos.
Aber die Leute, die man hier sieht, kommen aus der ganzen Welt. Das ist schoen anzuschauen. Manchmal gibt es Exemplare darunter, dass man nur staunt Auf dem Flughafen habe ich eine Schwarze gesehen, eine solche Schwarze hast Du bestimmt noch nie gesehen. Man koennte sie in einem Circus auftreten lassen.
Jetzt muss ich mir langsam ueberlegen, was ich morgen tun soll. Und heute abend / so wurde mir gesagt / soll ich nicht zu frueh ins Bett, damit das Jet Lag nicht einschlaegt. Ich werde sehen, was ich tun kann.
Mit noch einem lieben Gruss
...
Freitag, 19. September 2014
Telegramm
Ämne: Telegramm
Datum: den 17 augusti 19:17
John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens
Lieber ...,
Wenn du dich nun auf deine Odyssee begibst,
bitte nimm dich in acht vor den Sirenen.
Deine Penelope
Re: Vielleicht doch ..
den 17 augusti 14:44
Re: Vielleicht doch..
Liebe Marlena
Na klar, habe ich noch dies und jenes vergessen im Büro. Vor allem muss ich noch die Adresse des Institutes in meine private Mailbox kopieren. Weshalb das so ist, erzähle ich Dir später.
(...)
Und ich habe beschlossen, mich neu zu erfinden. Wie Du sagst, tut man das jeden Tag. Aber mit meiner Pilgerreise nach NY soll es einen kleinen Mutationssprung geben. Ich meine einen Sprung von der Grössenordnung zwischen Schimpanse und Mensch ;--)) Klingt ein bisschen zu nitzscheanisch, nicht wahr? Aber im Ernst, ich möchte doch versuchen, in diesen 14 Tagen Energie zu schöpfen, die für die letzten paar Jahre im Job hinhalten. Und das Buch gibt gute Anregungen.
*
Vielleicht komme ich auch mal dazu, Dir ein Mail zu schreiben, vielleicht. Erwarte nicht zuviel, meine Liebe, denn NY scheint eine hochelektrische Stadt. Und wenn man in diesen Strom hineingerät, dann sitzt man nicht mehr still. Nur noch in diesen Bars mit dem Neonlicht, wie man sie auf den Bildern sieht.
*
Ich wünsche Dir eine gute Zeit.
Halt mir den Daumen und die Treue, meine liebe Marlena.
See you
kisses
...
Vielleicht doch... ?
Ämne: Vielleicht doch..
Datum: den 17 augusti 13:27
Lieber ...,
Vielleicht huschst du doch noch einmal ins Büro, weil du etwas vergessen hast. Deshalb schicke ich dir noch ein paar Zeilen.
Ja, es war schön gestern. D.h. die Krebse und die Vorspeise mit Pfifferlingen gefüllte Teigwaren, haben ganz vortrefflich geschmeckt. Der Apéritif, das deutsche Bier und der Wein ebenso. Und nachher gab es dann noch eine Nachspeise aus Eiskugeln, Melone und Kirschpuré. Und wie üblich, bei uns in Schweden, auch wenn es schon spät am Abend ist, gab es einen Kaffee und dazu ein herrliches Tortenähnliches Gebäck. Und wir sind gut nach Hause gekommen. Sind ja immerhin fast 30 Meter zu gehen.. ;-)
*
Die Sonne scheint, aber was ist schon ein sonniger Tag ohne meinen lieben Mausfreund. Ich vermisse dich schon jetzt. Du musst es fühlen.
So grüsse ich dich nochmals lieb und hoffe, dass du wirklich noch mal ins Büro musst vor deiner Abreise.
Ich freue mich auf den Bericht über deine Pilgerfahrt.
S+K und auch M,
Marlena
"Gastgeber des Bildes"
gewusst hättest, dass es im Bild eine menschliche Figur oder doch
zumindest ein lebendiges Wesen braucht. Die Malerei zeigt fast nur
solche Bilder. Und wenn sie keinen Menschen finden, stellen sie einen
Statisten hinein. Er ist ja sozusagen die Identifikationsfigur für den
Beschauer, die Brücke für einen Einstieg ins Bild. In der Renaissance
gibt es meist eine Figur im Bild, die mit dem Beschauer draussen
Augenkontakt hat. Er ist sozusagen der Gastgeber des Bildes. Und seine
Rolle stammt aus dem Theater. Die Theatervorstellungen waren damals
von einer Leitfigur begleitet, also einer Person, die das Publikum
begrüsste und ihm erzählte, was hier denn überhaupt dargestellt wird.
Sie hat auch die gespielten Szenen kommentiert. Ich glaube, diese
Figur hat einen speziellen Namen, ich meine eine Bezeichnung. Aber
diesen Begriff weiss ich jetzt nicht mehr.
...
Mittwoch, 17. September 2014
Begreiflich?
"...
Prof. B. weist dann auch auf Bilder von Gerhard Richter hin, grosse Fotos,
die banale Themen unscharf zeigen.
Die Malerei der Serie entwickelt sich zur seriellen Malerei. Das Sujet
verschwindet. Die Regel bleibt. Das zu illustrieren dienen Bilder von
Mondrian. Oder die Ein-Bild-Malerei von Albers.
Ach, man kann das gar nicht alles so gut erklären. Die Gedanken entschwinden
so leicht. Und wenn man sie verkürzt auf einige Stichworte, dann fehlt
wiederum das Verständnis und die Plausibilität.
Und dann fragt man sich, ob all diese alten Leute, die mit offenem Mund und
ohne eigene Notizen zu machen dem Professor zuhören, dies alles kapiert
haben, oder ob sie bloss so hinhören, wie man eben Musik hört.
Aber es ist wunderbar, um 16.00h aus einer solchen Vorlesung in den frischen
Abend der Stadt zu treten und zu flanieren. Ach, Student sollte man nochmals
sein. ..."
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Ämne: Erster Teil eines Mails..
Lieber ...,
Oh Gott, was für einen Text du mir da sendest. Ich muss nach Luft schnappen! Es ist wirklich frustrierend sowas zu lesen. Ich gehöre wohl leider zu denen, die sich das ganze wie Musik anhören würden. Natürlich wird auch die Musik etwas verständlicher wenn man ein Bild vor sich hat. Aber wie gesagt: Ich könnte fast schwören, dass du und der Professor selbst die einzigen im Saal sind, die etwas davon verstehen obwohl ich bei dem letzteren auch nicht ganz sicher bin.
Es hat mich an einen Professor an der Uni erinnert, der uns manchmal ziemlich unbegreifliche filosofische Gedanken der französischen Schriftsteller erklärte und wenn man sich dann wirklich etwas unglücklich fühlte, weil man diese Ideen nicht genau verstand (wir beherrschten ja auch noch nicht die Sprache so ganz) dann lachte er immer am Ende sein lautes befreiendes Lachen, so als wollte er sagen: "Wer daran glaubt wird seelig". ;-)
*
Warum sitzen sie überhaupt dort alle die alten Leute? Ist es Status geworden zu Vorlesungen zu gehen? Sie könnten doch gemütlich in einem Café sitzen und miteinander plaudern. Oder ein wirkliches Konzert anhören.
*
Ich werde mich jetzt über die Inventur hermachen, die morgen abgeliefert sein soll. Komme vielleicht später heute nochmals zurück.
Liebe Grüsse bis dann,
Marlena
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