Mittwoch, 14. Februar 2024

Gigeli-Gischtig

 

 

Liebe Malou
Ach ja, ich erinnere mich daran, dass du mal ein Foto geschickt hast, wo man dich solch ein semla essen sah. Im Wallis nannte man diesen Tag Gigeli-Gischtig. In der Deutschschweiz würde Gigele eigentlich 'unkontrolliertes Lachen, Lustigsein, sich nicht mehr halten können bedeuten. Aber was es bei den Wallisern bedeutet, weiss ich nicht. Vielleicht haben sie den Namen aus der Deutschschweiz übernommen. Auf jeden Fall haben sie morgen auch Ascher-Mittwoch.; Dann gehen sie alle mit blassbleichen Gesichtern und aufgewühlten Frisuren um und versprechen, bis Ostern Diät halten zu wollen.
Ich habe ein paar lustige und schöne Erinnerungen an Walliser Fasnachten. Doch jedesmal war auch viel Alkohol im Spiel. Die Walliser trinken einfach in der Regel ziemlich viel. Ich weiss gar nicht, wie ich jetzt noch dort leben könnte. Die Männer treffen sich meist in Restaurants, trinken eine Runde, gehen dann ins nächste Restraurant. Und das geht weiter bis Mitternacht. An einen erinnere ich mich speziell. Er war eine Generation älter als ich. Man sah ihn nicht oft, aber wenn er unterwegs war, hat er heftig getrunken. Er hatte eine hübsche Frau und ich glaube, sie hat versucht, ihn etwas unter Kontrolle zu halten. Wenn immer wir uns trafen, hat er die Getränke bezahlt. ich hatte den Eindruck, er sucht einen Schwiegersohn für seine Tochter, die eigentlich ein nettes Mädchen war, für mich damals einfach noch ein bisschen zu jung. Und einmal, ich glaube, das war an Fasnachten, hat er mich aufgefordert, mit seinem Töchterchen zu tanzen. Das war mir etwas peinlich, vor den Augen ihrer Eltern. Nun ja, solche Dinge gibts in der Jugend. Und man hat in diesem Alter Probleme mit Dingen, die sich die Erwachsenen manchmal kaum mehr vorstellen könnten.

Übrigens, weshalb liegt neben dieser Semla ein Löffel. Isst man sie mit Löffel. Oder kann man auch einfach so hineinbeissen, um nachher einen weissen Schnauz herumzutragen?


Wir haben lange gemailt. Ich wollte um 18h oder so heim, und schliesslich ist es fast 22h geworden. Ach Malou, wir treiben es noch immer wie die Jungen.

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 Liebe Grüsse und Küsse

Samstag, 3. Februar 2024

Bild wiedergefunden

 


Das Foto stammt aus irgend einer Kirche. Ich kann nicht mal mehr genau sagen, aus welcher. Aber es ist auch eines meiner Lieblingsbilder. Das schaut aus wie ein Barockbild, nicht wahr? Man könnte es direkt in ein Ölbild übertragen. Es ist auch ein schönes Bild in dem Sinne, als es nicht leicht ist, fotografisch die Spiritualität eines Menschen abzubilden. Aber hier in dieser Kapelle kommt das sehr gut zum Ausdruck.


Freitag, 2. Februar 2024

Hei, das ist ja ...

 

date 17 February 
subject Endlich fertig



Liebe Malou
Hei, das ist ja eine wahre Flut von Mails und schönen Gedanken! Am meisten habe ich mich ergözt mit der Vorstellung, dass ich mit Dir vor der bocca della verità stehe. Sicherlich würde ich ein bisschen bleich werden ob all Deiner Fragen. Und dann musst Du wissen, dass dort immer viele Leute herumstehen, um sich auch dem Lügendetektor zu unterziehen. Man ist also nicht untersich mit seinen Fragen, sondern einem kritischen römischen Publikum ausgesetzt. Und dann stelle ich mir vor, wie ich nach all Deinen heikeln und kritischen und detektivischen Fragen meine Hand herausziehe ... und, siehe da, mit 8 Fingern dran!!

Wie meinst Du, hat Cäsar seine Mosaikböden mitgeschleppt? Die sind doch nicht transportabel! Und das Bild von der Via del Cappulari ist hübsch. Es ist erstaunlich, wie die Leute damals malen konnten. Heute kann das niemand mehr. Aber damals haben sie noch mit der Fotographie gewetteifert. Und dazu das mechanische Bild überboten, was die Bildstimmung betrifft.

Ich werde mal sehen, wo ich meine betende Nonne finde. Ich weiss auch nicht mehr genau, wo ich das Bild aufgenommen habe. Es war in irgend einer Seitenkapelle einer Kirche. Ich habe eine Vermutung. Mehr ist es aber nicht. Es gibt soviele Kirchen. Kürzlich habe ich einen einfachen Stadtplan Roms gesehen. Und überall, wo eine Kirche steht, ist das auf dem Plan mit einem Symbol markiert. Mann kann es sich kaum vorstellen. Es gibt den Eindruck, dass du überall im Zentrum Roms innert 500 m eine Kirche erreichen kannst. Es gibt soviele Kirchen wie Bushaltestellen, hat man den Eindruck. Das ist wirklich phänomenal. Aber es ist im Sommer auch sehr bequem, wenn man alle 500m in einen kühlen, grossen und dunkeln Raum eintreten kann, um sich wieder auf Normaltemperatur herunter zu kühlen. Da ist der liebe Gott doch wirklich sehr mildtätig.

Gestern war hier nochmals FAsnacht, und ich bin schon um halb drei nach Hause. Ich habe mir einen faulen Nachmittag gemacht. Abends war A zu Besuch, und S verwöhnt sie immer mit viel Aufwand auf dem Tisch. Aber ich habe mich zurückgehalten. Nach 5 Uhr nichts mehr essen, wie Dein Kollege gesagt hat, das ist ein gutes Rezept.

Du willst mich nochmals aufwärmen für eine Rombegeisterung? Na ja, da weiss ich jetzt nicht, welche Temperaturen ich noch erreichen kann. Aber ab und zu suhle ich noch in meinen Erinnerungen. Und immer noch wollte ich eigentlich einen kleinen Bericht - Text und Bild - schreiben. Aber ich habe nicht die Geduld, mich dafür hinzusetzen. Es ist ja auch so, dass die Früchte eines solchen Berichtes erst in ein paar Jahren deutlich werden. Das erschwert die Motivation. Ich hatte mal angefangen, und es dann wieder liegen gelassen. Im Moment macht es kaum einen Unterschied. Aber in 10 Jahren wäre es vielleicht hübsch, das nochmals zu lesen.

Ich muss schliessen. Ich habe bald eine Sitzung und muss sehen, dass ich rechtzeitig dort bin.

Ich wünsche Dir einen schönen und sonnigen Wintertag.
Mit lieben Grüssen
...



Vestatempel

 






Liebe Marlena

Merci für das Bild des Vestatempels. Er sieht so urtümlich und doch irgendwie schön aus. Ich habe mal gelesen, dass die Dachkonstruktion neu sei. Aber genau dieser nahtlose Übergang von den Säulen zum Dach, ohne Zwischenbau sozusagen, das hat mich immer fasziniert. Das macht diese Urtümlichkeit aus, glaube ich. Es ist nicht so, dass ich den Tempel so sehr mag, weil ich mir die Vestalinen darin vorstelle, die jungen unverheirateten Frauen Roms, meist aus guten Familien stammend. Das waren wohl die ersten, aber 'heidnischen' Nonnen Roms!? Es gibt bestimmt aus dem 19. Jahrhundert schöne, realistisch gemalte Bilder über Vestalinen, und wie sie dort ihr Feuer pflegen.
Damit haben wir uns als Gymnasiasten die Fantasien gekitzelt.

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Heute Abend ...


Lieber ...,
Heute Abend habe ich mir nochmals deine Bilder aus den Mails geholt und sie alle auf jpg geändert. Seit 21.00 Uhr mache ich schon daran herum. ... und nun bin ich fertig damit.  ...
Aber es war nicht nur Arbeit, denn ich habe auch viel Freude daran gehabt. Übrigens, du hast bedauert, dass du kein eigenes Bild von dem Vestatempel hast, und da fiel mir ein, dass ich eins bekommen habe. Ich lege es dir bei.

Hast du welche von der "Bocca de la verità"? An die erinnere ich mich noch aus dem Film "Roman Holydays". Dort möchte ich mal, dass du deine Hand reinsteckst und mir ein paar Fragen beantwortest. ;-)

So, ich muss ins Bett. Gute Nacht,
Malou

Donnerstag, 1. Februar 2024

Nochmals ...

 

Aquarell von Roesler Franz 1878.


... um deine Lust für Rom wachzurufen.. :-)
Ein bild mit dem Text: Albergo dell'Orso, d.h. "Hotel zum Bären", ist wohl das älteste Hotel von Rom. Oder besser gesagt war. Es ist nämlich seit mehreren Jahrzehnten verwandelt zu der Luxuskneipe Hostaria dell'Orso.
Hier, behauptet man, habe Dante gewohnt im Jahre 1301 und im 16. Jahrhundert hiess die Besitzerin Donna Vanezza, ehemalige Geliebte des Papstes Alexander VI Borgia.

Weisst du, dass Julius Caesar auf seinen Reisen seine eigenen Mosaikfussböden im Gepäck mitführte? Ach, das Buch ist voll von solchen lustigen Informationen, zwischen den Fakten.

Wo bist du chéri? Schon zu Hause auf dem Sofa? Oder in deinem Lieblingssessel? Und nun lasse ich dich wieder.. nur weil es so sein muss..
GuK
Malou

Warum nicht?

 


Lieber ,,,

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Was ich eigentlich sagen wollte: Ich habe eine wunderschöne persönliche Reiseschilderung über Rom gefunden mit dem Titel "Du und ich in Rom", von Sigge Hommerberg geschrieben. Es ist ein Buch für Leute, die eine Romreise planen, die gerade dort gewesen sind, oder die sich dorthin sehnen. Vielleicht gehöre ich in alle drei Kategorien. Einmal möchte ich dorthin fahren, mit dir bin ich (leider nur in Gedanken) dort gewesen, und schliesslich meine lebenslängliche Sehnsucht nach dieser Stadt.
Sigge Holmberg besitzt gute kunsthistorische und auch archeologische Kenntnisse. Ausserdem ist er sehr gastronomisch interessiert. Das Buch gibt praktische Tips nicht zuletzt über Essen und Wein. Zwanzig Spaziergänge unter Führung mit Kartenskizzen zu jedem Kapitel. Und schliesslich ein kleines Nachschlagewerk über andere Sehenswürdigkeiten und die Adressen zu den beliebtesten Restaurants und Trattorien des Schriftstellers.

Was sagst du dazu? Ich wünsche das Buch wäre in andere Sprachen übersetzt. Muss mal bei google nachsehen, ob es so ist. Und weisst du, das "DU" in dem Titel des Buches bist immer noch du, chéri. Klar musst du nochmals dorthin. Hast doch den Vatikan verpasst. Ich würde so gern auf Entdeckungsfahrt gehen mit dir in dieser romantischen Stadt. Deine vorige Reise war doch nur eine Rekognozierungsreise, um die Zeit dann später besser ausnützen zu können. ;-)

Ich schicke dir ein kleines Bild mit aus dem Buch, ein Aquarell von Franz Roesler, vor mehr als hundert Jahren gemalt. Es zeigt die Via dei Cappelari (Strasse der Hutmacher). Und es sagt, so ungefähr sieht es heute noch aus. Sogar die Wäsche hängt noch dort. ;-)

Ich sehe gerade, dass du mir einen Artikel geschickt hast. Bin neugierig darauf. Ja, Gunnar Ekelöf ist einer unserer grossen Dichter.
So lasse dich einen Moment.
Wünsche dir einen schönen Tag noch,
MlGuK
Malou