Sonntag, 10. Dezember 2023

Nobelbankett 2023








hier



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Basel - ein absolutes Kultur-Konzentrat

 

Liebe Malou

Ist eine prima Idee nach Berlin zu fahren! Dort ist bestimmt einiges los. Aber es gibt natürlich noch viele andere hübsche Städte. Ich kann dir gar nicht aufzählen, welche es da noch gibt, sonst werde ich unruhig unter dem Hintern. Ist eine prima Idee nach Berlin zu fahren! Dort ist bestimmt einiges los. Aber es gibt natürlich noch viele andere hübsche Städte. Ich kann dir gar nicht aufzählen, welche es da noch gibt, sonst werde ich unruhig unter dem Hintern. Ich war noch nie in München. Bloss das olympische Gelände hatte ich besucht bei einer Durchfahrt. Und dabei haben wir einen Münchner, einen Bierbrauer, in unserem Club. Wir hatten schon mal darüber gesprochen, dass er für einige von uns eine Führung in seiner Heimatstadt machen könnte. Aber es ist dann doch nie dazu gekommen. Und mittlerweile ist er etwas älter geworden. Er ist klein, aber er liebt es, sich schick anzuziehen. Und dann geht er ohne seine Frau in den Strassen flanieren. Letzthin habe ich ihn an der Universität getroffen gleich nach dem K-Lunch. Ich glaube, er geht dorthin, um in irgend einer hochkarätigen Vorlesung ein kleines Nickerchen zwischen jungen Studentinnen zu machen. So was würde ich ihm schwer zutrauen. Er hat von seiner biertrunkenen Stadt natürlich auch den gewissen Charme mitgebracht. Und er möchte ihn auf universitätsniveau austesten. Ist doch - letztlich - begreiflich, nicht wahr?




Weshalb macht Ihr Euren Ausflug nicht nach Basel? Seit Donalds Bildervortrag in Tschechien weiss ich, dass die Stadt ein absolutes Kultur-Konzentrat darstellt. Sie haben innerhalb von 27 Quadratkilimeter 30 Museen. Stell Dir das vor! Es gibt Museen wie Pfützen. Und es gibt eine feine Altstadt, die im Moment auch mit einem Weihnachtsmarkt überfüllt ist. Es gibt um die 5 oder 6 Buchläden. Na ja, das sind die, die ich kenne. Es gibt in der Umgebung mehr, zB. jenes nette kleine Buchlädelchen in Arlesheim, wo sie alles haben und wo du eine allerbeste Beratung bekommst, wenn du willst. Es gibt das hübsche Münster ob dem Rhein, mit dem Ausblick auf Kleinbasel und den Rhein. Dort oben spielt ein Teil meines Romans, den ich im Kopf habe. Na ja, halbwegs im Kopf. Es gibt das hübsche Café Schiesser, von dem man so gemütlich auf den alten Marktplatz hinunter sehen kann. Dort trinke ich eine Schokolade zur Lektüre der NZZ am Wochenende. Und es gibt das neue Theater, das der Stadt die Millionen weg frisst. Ach, man kann sich in Basel bestimmt wunderbar die Zeit vertreiben und in irgendwelchen romantischen Altstadtgässchen verloren gehen. Und wenn ihr im Radisson, in unserem Club-Hotel, wohnt, dann ist das bestimmt keine schlechte Absteige. Es gibt sogar ein Bad im Haus. Aber das Essen, wie Du Dich bestimmt erinnerst, ist nicht grossartig. Essen müsstet ihr in der Kunsthalle, Ss Lokal. Sie haben einen exzellenten bürgerlichen Service, lange schwere Tischtücher und einen riesigen Blumenstrauss in der Mitte auf dem Tisch. Man fühlt sich dort ein bisschen wie in jenen Restaurants, die man auf impressionistischen Bildern des 19. Jahrhunderts sieht. Und es liegt alles gleich neben dem berühmten Tingueli-Brunnen, diesem lebendigsten aller Brunnen, der gleich neben dem Theater dahinspritzt und -schleudert und -plätschert und immer viele Besucher anzieht. Wenn er im Winter eingefroren ist, gibt er bei Sonnenschein ein märchenhaftes Bild ab. Da müsstest Du Deine Kamera zücken. Natürlich könntet Ihr auch im Drei Könige übernachten, dem noblen Hotel am Rhein, in dem schon Napoleon und auch Goethe übernachtet haben sollen. Aber dort ist es noch eine Idee teurer und das Essen, was wir mal mit dem Club dort hatten, war nicht umwerfend. Zoe Jenny, die junge Basler Nachwuchsautorin, soll ab und zu dort eine Suite gemietet haben, um schreiben zu können. Sie ist ziemlich bekannt und ziemlich jung. Ich kann sie ein bisschen verstehen, dass sie sich mit aussergewöhnlichen Atmosphären aufzuputschen versucht. Vielleicht wiegt sich immer noch das Bücherschiff im Rhein, das gleich vor dem 3-Könige anzulegen pflegt. Auf diesem Schiff macht die Bibliothek, für die ich rezensiere, jährlich eine Ausstellung mit Kinder- und Jugendbüchern für Jugendliche, Kinder und Schulklassen. Es gibt dabei Reden, Vorträge, Wettbewerbe, kleine Theaterspiele und vieles mehr. Gar nicht zu sprechen von der hübschen Umgebung Basels … etwa den wunderschönen Rokoko-Dom in Arlesheim, mein Lieblingsstück, so süss, dass ich mir echte Caries geholt habe, die römischen Ausgrabungen in Augst, die netten Dörfer im Elsass, wo man schon französische Ambiance schnuppert und einen prima Gewürztraminer trinken kann.

Ach, ich bin sicher, Ihr würdet Euren Aufenthalt noch verlängern. Ich glaube nicht, dass ihr nach 3 oder 4 Tagen wieder in den kalten Norden heimkehren würdet. Ihr würdet bestimmt zusätzlichen Urlaub eingeben, um noch mehr von dieser Brise in der Nordwestecke der Schweiz zu bekommen. Aber dafür könnte ich natürlich keine Verantwortung übernehmen.
*
Ich muss los und wünsche Dir alles, was Du willst.
G+K  


Re:

Lieber ...

Ach, wie schön du Basel beschrieben hast. Einmal werde ich es besuchen. Das habe ich mir versprochen. Aber wann und wie.. das weiss ich noch nicht. Wir hatten früher ein herrliches Videoprogramm, in dem man den Rhein von seiner Quelle hoch oben in den Bergen bis ans Meer verfolgen konnte. Ich habe es leider damals nicht gekauft für die Schule, was ich heute sehr bereue. Hoch oben auf der Alp sah man bauern, die Rätoromanisch sprachen. Es hatte einen schönen eigenartigen Klang. Dann sah man, wie sich der Rhein, wie ein wilder Teenager austobte um später im Bodensee wieder Ruhe zu finden. Man kam  auch nach Basel. Da erinnere ich mich noch an die Wasserkunst und die schönen Häuser. Ich würde es sehr gern wieder ansehen, jetzt wo Basel etwas ganz besonderes für mich bedeutet. Die Stadt, auf deren Strassen mein Mausgeliebter herumflaniert. 
*

Samstag, 9. Dezember 2023

Artikel: Nobelbankett

 

Ämne: Das Menue ...
Datum: den 9 december 18:03

Nobelbankett

Der Duft von Rahmspinat, der den Gästen in die Nase steigt, führt dazu, dass der eine oder andere Nobelpreisträger seine Aufmerksamkeit nicht dem Redner auf dem Podium schenkt, sondern dem duftenden Teller, der vor ihm steht. Man schreibt das Jahr 1954 und Ernest Hemingway wurde gerade der Nobelpreis in Literatur verliehen. Einen noch größeren Erinnerungswert als die Rede an diesem Abend hat die herrliche geräucherte Lachsforelle, die Artischocken mit Trüffel und als krönender Abschluss – die berühmte Eisbombe. Auch heute spricht man enthusiastisch vom Essen am Nobelbankett, dessen Menüfolge bis zum letzten Tag geheim gehalten wird.

Um sich ein richtiges Nobelmenü schmecken zu lassen, muss man jedoch weder in Physik noch in Literatur einen Nobelpreis gewinnen. Im Stadshuskällaren in Stockholm, der unter dem Blauen Saal (Blå Hallen) liegt, in dem das Nobelbankett stattfindet, werden auch Normalsterblichen das ganze Jahr über Nobelmenüs serviert. Für 1285 Kronen können Sie sich eines der Gerichte bestellen, die der königlichen Familie im Laufe der nunmehr hundert Jahre zurückgehenden Nobelpreisverleihung serviert wurden. Meist bestellt man sich das neuste Menü. Wenn man Geburtstag hat, isst man gern die Menüfolge, die in dem Jahr serviert wurde, an dem man zur Welt kam. Firmen bestellen häufig das Menü, das in ihrem Gründungsjahr serviert wurde. Viele ausländische Besucher wählen das Gericht, das ein Nobelpreisträger aus deren Land gegessen hat. Am beliebtesten ist das Menü aus dem Jahr 1994, in dem Kenzaburo Oe aus Japan der Nobelpreis in Literatur verliehen wurde. Das Menü, das unter anderem eine würzige Roulade aus Entenbrust, Mango und Mangold sowie Kalbsfilet mit Salbei und Pilzen enthält, wurde bereits mehr als 25000 Mal serviert. Und seine Beliebtheit hat dazu geführt, dass der Stadshuskällaren das Menü auf Japanisch drucken ließ. Außer drei Gängen gehören zum Nobelmenü Champagner, Rotwein, Dessertwein, Kaffee und Mineralwasser. Als I-Tüpfelchen werden die Gerichte auf dem schönen Nobelservice serviert. Leider kann das Lokal jedoch nicht alle Nobelmenüs anbieten. Trotz umfangreicher Forschungsarbeit konnte nicht ermittelt werden, was in den Jahren 1905, 1906, 1908, 1923 und 1924 serviert wurde.

Bei einigen Menüs schiebt auch das Gesetz einen Riegel vor. Die Schildkrötensuppe, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts einige Male als Vorspeise serviert wurde, ist heutzutage verboten, weshalb man stattdessen eine „falsche Schildkrötensuppe“ serviert. Das einzige, das im Stadshuskällaren beim Nobelmenü neben der königlichen Familie und den Preisträgern fehlt, ist die ungeheure Maschinerie, die hinter den jährlichen Festlichkeiten steht. Die Bedienungen, die beim Nobelbankett arbeiten, und zusammen eine Schlange von über hundert Metern bilden, brauchen ganze 5 Minuten und 40 Sekunden, um sämtlichen Gästen das Essen zu servieren. Hierzu kommen Zigtausend Teller und Schalen, ein halber Kilometer Tischdecken, 25000 Schnittblumen, die in üppigen Gestecken arrangiert sind, und 45 Personen, die nichts anderes tun als Weinflaschen zu öffnen. Allein der Abwasch nach dem Bankett dauert ca. 1 Woche. Trotz der unglaublichen Koordination und Planung, die das Fest erfordert, kam es bislang noch nie zu größeren Zwischenfällen. Ihnen steht heute der Sinn nach königlichen Leckereien? Pech gehabt, leider müssen Sie das Abendessen fünf Tage im Voraus buchen – auch hier ist also Planung angesagt!

Das erste Nobelmenü von 1901
Hors d´oeuvres Pochiertes Glattbuttfilet mit Trüffel und Weißweinsoße. Gebratenes Rinderfilet Imperial, gebratene Haselhuhnbrust in Madeirasoße. Nobeleisparfait, Fruchttortelette.

… und das jüngste
Hummer und Blumenkohlröschen auf Blumenkohlpüree, Krabbengelee und Meereskorallensalat. Nobelbrot. Gänselebergefüllte Wachtel mit Steinpilzragout, sonnengetrockneten Tomaten, frischem grünem Spargel, Madeirasoße und Kerbelpüree. Vanilleeis und Johannisbeerparfait auf dünnem Meringenboden mit Karamellflan. Dazu wurden folgende Getränke gereicht: Champagner Pommery, BRUT I´Hospitalet de Gazin 1998, POMEROL Bernkasteler Graben Riesling Eiswein 1999, MOSEL - SAAR - RUWER Mineralwasser, Kaffee.



Autor Josefin Ekman
Foto vorherige Seite: Gunnar Ask/PRESSENS BILD

:-)


Ämne: Malou again
Datum: den 9 december 

Liebe Malou
Ja, wenn ich es nicht schwarz auf weiss gesehen hätte, weil Du es zurückgeschickt hast, so würde ich es nicht glauben. Malou zu Maou: es kann sich dabei nur um eine momentane Schwäche des rechten Ringfingers handeln. Solche Schwächen gibt es bei Menschen, wie Du sicherlich weißt.   ...

Nein, im Ernst, diesen hübschen und kompakten Namen will ich doch nicht ändern. Er hört sich an wie ein Französisch-schwedischer Mischkonzern ;-) Ich mag ihn ganz einfach, aber definitiv mit dem nötigen L.

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Ämne: ..und die Nacht nicht mehr sehr entfernt..
Datum: den 9 december 21:53

Lieber ...,
Wie schön, dass ich nicht zwischen "Mjau" und "Muuu" gelandet bin. Kann also wieder ausatmen. Und natürlich liegt die Betonung auf der letzten Silbe. Ist ja doch französisch. :-)

Ich hatte Konferenz am Nachmittag und kam erst spät ziemlich müde nach Hause. Vielleicht auch müde, weil ich gestern so böse war, dass ich nicht einschlafen konnte vor so 2 Uhr nachts.

Die Konferenz war teilweise ein bisschen hitzig aber im übrigen benahmen sich die Anwesenden wie sonst.. d.h. wie Schafe. Seitdem es gilt mit dem Direktor und seinen Ideen zu flirten um höheren Lohn zu bekommen, wagt niemand mehr eine eigene Ansicht über Dinge zu haben. Menschliche Erniedrigung würde ich es nennen. Na ja, ich habe es überlebt sonst sässe ich nicht hier.

(---)


Diesen Ausdruck "wo sich Füchse und Hasen gute Nacht sagen" finde ich so lustig. Das tun sie nämlich gerade hier hinter unserem Haus. Die Hasen sieht man oft im Winter und im Frühjahr und die Füchse hört man in der Ferne. Du weisst, wir wohnen, obwohl sehr zentral, doch sehr ländlich. Diese Kombination hat uns immer schon gut gefallen.
*
Meinst du "der" Visper wäre es gewesen, den du gekannt hast? Das glaube ich kaum, denn dieser hat in Australien und Südafrika gelebt und später in Südamerika, wo er eine Indianerin geheiratet hat.
*
Ach, wie herrlich der Artikel von dem Nobelessen! Ich danke dir dafür. Und wenn du hier wärest, würde ich dir auch zeigen, wie es auf den Tellern ausgesehen hat, denn ich habe fast jedes Jahr ein wenig von diesem grossen Bankett auf Video aufgenommen. Und dann könntest du sehen wie alles strahlt und glitzert und die schönen Abendkleider der Damen bewundern. Die Unterhaltung, die wie das Essen bis zuletzt ein wohl verborgenes Geheimnis bleibt, ist auch immer erstklassig. Und dann kommen die Reden der Preisträger. Manche sind sehr humoristisch. Und da ist vor allem die grosse Freude, die alle ausstrahlen an dem Fest. Sie steckt einen geradezu an. Ich würde es gern mit dir ansehen. Ich glaube du würdest darauf reagieren, wie auf NY.
*
Ach, ist das wirklich so? Du hast einen halben Roman im Kopf? und die andere Hälfte auf Papier oder PC? Das freut mich riesig. Erzählst du mir mehr davon? Oder braucht es seine Ruhe?
*
Ich muss noch ein wenig für morgen vorbereiten. Mittwochs stehe ich schon um 7.50 Uhr im Klassenzimmer.

So grüsse ich dich lieb und freue mich schon auf dein nächstes Mail. Ja, das wünsche ich mir am meisten von allem: Mails von dir. Ich bin süchtig geworden.
S+K
Malou


Mittwoch, 6. Dezember 2023

Lieber Mausfreund

 



Es ist bereits zehn Uhr abends und ungefähr um diese Zeit werde ich
wieder wach.. Ja, es ist komisch, wo ich doch am späten Nachmittag
schon todmüde sein kann. Aber, vielleicht hat das mit meinen späten
Gewohnheiten zu tun. Oft komme ich erst nach Mitternacht ins Bett und
wenn ich dann noch etwas lese kann es halbzwei werden. Voilà!

Nachts werden manchmal sehr interessante Programme im Fernsehen
gezeigt, Reprisen von Dingen, die ich verpasst habe. Neulich habe ich
einen Film, oder sagen wir lieber ein Portrait von Norman Mailer
gesehen. Es war fesselnd und ich habe gedacht, dass er dir ziemlich
ähnlich ist. Lebendig, humorvoll und begeisterungsfähig.. dieses schöne
Wort, das ich neulich von dir gelernt habe. Und mir kam der Gedanke,
dass du in 25 Jahren wahrscheinlich so ähnlich aussehen wirst. Dabei
denke ich vor allem an seine schönen blauen Augen.

(---)

Wie schön, dass du das Bedürfnis hast morgens ein paar Zeilen zu
schreiben. Auch ich würde mich sehr gern an den PC setzen und den Tag
mit dir beginnen.. wenn nicht wenn wäre.. :-)

Du wolltest mir Bilder schicken und ich warte schon darauf.
Ich habe mir gerade ein paar italienische Lehrbücher bestellt. Es war
nicht so leicht sie zu finden, denn sie sind schon an die 10 Jahre
alt. Bisher hatte ich sie mir in der Bibliothek geliehen aber ich
möchte sie gern selbst besitzen. Es ist ein wunderbarer Kurs.
Eigentlich stammt er von BBC und ist sehr intelligent gemacht. Glaube
ich habe dir das schon mal erzählt. Ich habe mir auch schon die
Kassetten dazu besorgt, damit ich die richtige Aussprache lerne. Und
wozu das alles? Mein nächstes Leben möchte ich in Italien verbringen.
;-)))



Spass beiseite. Ich habe eine stehende Einladung dorthin. Eigentlich
sind N und Lo die einzigen von meinen Mailkontakten, denen ich noch
schreibe. Die anderen liegen in Quarantäne. Von Brasilien kommen ab
und zu Files, die Pierro an alle seine Bekannten verschickt. Ich bin
wohl auch auf der Adressliste und gehöre somit zu seinen
Undisclosed-Recipients. ;-) Im übrigen haben wir keinen Kontakt mehr.

Ich wünsche dir einen feinen Tag.
Mit lieben Gs und Ks in Qs
Malou
...


Dienstag, 5. Dezember 2023

Meine persönliche Theorie


Lieber ...,
Eigentlich brauche ich dich mehr in Zeiten, wenn ich selbst nicht schreiben kann.
Neulich bin ich ganz zufällig auf ein paar Gedanken von dir gestoßen. Was denkst du heute darüber?
Ich wünsche dir alles Liebe und Gute

mit Gs und Ks

Malou


Und wir wissen beide, dass Proust einer der bedeutendsten Gehirnforscher ist. Ich bin sicher, es ist nicht nur die Vergangenheit, für die das Gedächtnis zuständig ist, es ist ebenso für die Zukunft ein wichtiger Mitarbeiter unserer Seele. Man ist ja erstaunt, was alles zum Vorschein kommt. Vieles kommt, wonach man nie und nimmer gesucht hat. Und doch ist es nicht die ganze Wahrheit, sondern nur die eigene. Und es ist ebenso das Gedächtnis, das aus seinen Steinbrüchen eine Zukunft entwirft. Ich glaube, Menschen mit einem starken Willen sind solche, die eine gute Vorstellung entwickeln können. Und die Vorstellung holen sie sich aus der Vergangenheit. Aber das ist meine persönliche Theorie. Braucht nicht zu stimmen. Wenn sie nicht auf die Realität zutrifft? Umso schlimmer für die Realität.


Re:

Ja, wer das geschrieben hat ist genial.
Wer ist es?
Freud persönlich?
Vielleicht Jung?
Ein moderner Hirnphysiologe?
Sag es mir
 
liebe Grüsse
...

Sonntag, 3. Dezember 2023

1. Advent

 

...


Und was treibst du Malou? Bist du an den Weihnachtsvorbereitungen? Das glaube ich mindestens. Du wirst dein Haus auf Hochglanz bringen und alles beleuchten, was beleuchtenswert erscheint, nicht wahr?

Und ich, wie gesagt, mit einem Kerzlein unter der Brücke.
Liebe Gs und Qs und Ks und so


Lieber ...,

"alles beleuchten, was beleuchtenswert erscheint" *smile* Ja doch, das tun wir alle hier in Schweden. Und nicht nur was beleuchtenswert erscheint..
In allen Fenstern siehst du, schon vom 1. Advent an, entweder Sterne oder Leuchter. Früher, als ich noch klein war, gab es diesen schönen aus Papier, der wirklich wie ein richtiger Stern aussah, wenn er angezündet war und ein warmes schönes Licht verbreitete. Ich habe immer noch einen solchen oben bei mir und ich muss sehr vorsichtig damit umgehen beim aufhängen, denn er leidet schon sehr an Altersschwäche. Werde ganz nostalgisch wenn ich ihn leuchten sehe. Doch heutzutage gibt es alle möglichen Sorten. Manche aus dünnem Holz geschnitzt, andere aus goldglänzendem Metall: Ach, es gibt wirklich so viele verschiedene Sterne und immer wieder kommen neue dazu.

(---)

Es freut mich, dass du mit dem Schreiben beginnen willst. Aber Konsalik? Ich kenne den Namen und ich glaube sogar, dass ich eventuell ein Buch hier irgendwo stehen habe, das mir mal Bertelmans Lesering geschickt hatte, als ich vergessen hatte abzubestellen. Ich war, als ich an der Uni Germanistik studiert habe, Mitglied in diesem Lesering.

Ich habe dir sicher schon einmal von dem Programm erzählt, das man eine zeitlang jeden Donnerstag sehen konnte. Man zeigte jeweils einen Schriftsteller und liess ihn/sie über sein Schreiben berichten. Man erfuhr wie, wo und wann sie schrieben und dabei habe ich gestaunt, wie hart sie fast alle ihr Schreiben diszipliniert haben. Fast wie Bürozeiten kam es mir vor. Sie erzählten sehr persönlich und voll Charme. Manche trugen ständig ein kleines Notizbuch bei sich, damit sie, wenn ihnen was Gutes einfiel, es gleich aufzeichnen konnten.
Ich habe mir diese Programme öfters auf Video aufgenommen, um sie später nochmals richtig geniessen zu können. Ich hatte auch den Eindruck, dass sie in ihren kreativen Perioden sich  von der Umwelt zurückzogen, um nicht gestört zu werden. Anfangs hatten sie meistens einen Plan (einen Plot?)  und gewisse Personen bestimmt für ihre Story. Doch oft merkten sie, wie sich diese Personen selbständig machten und sich nicht besonders um die Absichten des Schriftstellers kümmerten. Der Roman schrieb sich sozusagen selbst. :-)

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So verabschiede ich mich wie üblich mit lieben Gs und Ks (wahlfreie Sorte) Qs
Marlena