Freitag, 20. März 2020

Mittwoch, 18. März 2020

Sonntag, 15. März 2020

The Invisible Wall



Lieber ... ,

(---)

Was ich dir eigentlich erzählen wollte ist, dass ich mir gerade ein Buch bestellt habe.

The Invisible Wall
von Harry Bernstein

 
Es ist der Debütroman eines 96-jährigen. Also noch 35 Jahre könntest du warten.

MlGuK
Malou

 
"There are places that I have never forgotten. A little cobbled street in a smoky mill town in the North of England has haunted me for the greater part of my life. It was inevitable that I should write about it and the people who lived on both sides of its 'Invisible Wall.' " 


The narrow street where Harry Bernstein grew up, in a small English mill town, was seemingly unremarkable. It was identical to countless other streets in countless other working-class neighborhoods of the early 1900s, except for the "invisible wall" that ran down its center, dividing Jewish families on one side from Christian families on the other. Only a few feet of cobblestones separated Jews from Gentiles, but socially, they were miles apart.
On the eve of World War I, Harry's family struggles to make ends meet. His father earns little money at the Jewish tailoring shop and brings home even less, preferring to spend his wages drinking and gambling. Harry's mother, devoted to her children and fiercely resilient, survives on her dreams: new shoes that might secure Harry's admission to a fancy school; that her daughter might marry the local rabbi; that the entire family might one day be whisked off to the paradise of America.
Then Harry's older sister, Lily, does the unthinkable: She falls in love with Arthur, a Christian boy from across the street.
When Harry unwittingly discovers their secret affair, he must choose between the morals he's been taught all his life, his loyalty to his selfless mother, and what he knows to be true in his own heart.
A wonderfully charming memoir written when the author was ninety-three, The Invisible Wall vibrantly brings to life an all-but-forgotten time and place. It is a moving tale of working-class life, and of the boundaries that can be overcome by love.





https://www.nytimes.com/2007/04/04/books/04grim.html

Sonntag, 8. März 2020

in Basel


Liebe Malou
Ich weiss nicht, ob der Trick mit den Kartons hier auch
funktioniert. Ich glaube, in der Stadt wird man von allen
Seiten genaustens beobachtet. Und man weiss von den
Schweizern, dass sie viel Freude daran haben, andern
Leuten die Ordnungshüter auf den Hals zu hetzen.
Wirklich, das tun sie. Und nebenbei gesagt haben wir
für diese Schachten alle bezahlt. Entweder werde ich sie
weiterverkaufen oder vorerst mal im Keller stapeln.

Ja, ich habe erstmals in Basel übernachtet. Das Bett war
sehr angenehm, doppelt so breit wie bisher. Das schätze
ich. Und das ungestörte Radiohören war prima. Ich habe
vorläufig noch keinen Fernseher, so muss ich mich aufs
Hören konzentrieren. Und auch Bilder habe ich noch keine
gehängt. Ja, ich war sehr fleissig und habe fast alles am
ersten Tag eingeräumt. Allerding noch provisorisch. Ich
habe eher auf die Grösse der Bücher als auf die Inhalte
geschaut. So findet man später rein gar nichts. ich werde
also in den nächsten Wochen immer wieder ein bisschen
genauer ordnen. Ich habe sehr viele Bücher über Malerei.
Die sind ziemlich schwer. Aber ich glaube, dass ich
genügend Platz habe. Ich habe von meinen Eltern ein
Gestell, das sehr viel Raum bietet. Du wirst es dann auf
dem Foto sehrn, das ich machen werde. Aber gib mir
noch ein bisschen Zeit.

Heute Nachmittat war ich mit Walo unterwegs. Es hat
zwar zeitweise geregnet, und ich bin als "Städter" ja
nicht angezogen, um über Land zu gehen. Aber alles in
allem war es gut und windig. Dann haben wir eine kleine
Mahlzeit bei ihm gemacht. Er ist ein grosszügiger Kocher,
dh. er denkt in grossen praktischen Zügen...

Ja, ich hoffe, dass ich es gut haben werde und ich hoffe
es auch für S.

Ich schicke dir liebe Gs und Ks in Qs
...



:-)



Lieber ...,
Ach, wie lieb von dir, mir in dieser hektischen Zeit einen
kleinen Einblick in dein neues Leben zu gewähren. Und
wie immer geniesse ich deinen Humor ...
Was das häusliche betrifft so werde ich dir gern mit Rat
(Tat geht ja leider nicht) beistehen. Ich möchte dir auch
ein paar leichte gute Rezepte zusenden, denn nun wirst
du wohl auch deine Kochkünste ausprobieren.

Wenn deine Wohnung voll leerer Kartons ist, dann bist du
schon sehr fleissig gewesen. Ich glaube bei mir würden sie
ziemlich lange wartennmüssen um geleert zu werden.
A propos Kartons. Kannst du es nicht so machen wie ich
damals? Du stapelst sie vor dem Haus und der Sturm
bringt sie dir weg. ;-))

Ich glaube nicht, dass ich irgendwelche Schwierigkeiten
hätte zu  wählen zwischen den beiden Welten. Mit dir
würde ich am liebsten im Urwald leben, zwischen Affen
und Elefanten.

Ach, du hast es gut, .. Aber es wird vielleicht noch einige
Zeit dauernd bevor du es richtig einsehen wirst. Klar, jetzt
musst du auch an all die kleinen Formalitäten denken, die
du vielleicht früher nicht bemerkt hast, dass es sie gab.
Aber ich denke du wirst bald auch jemanden finden, der
dir für nicht allzu viel Geld, mit diesen irdischen Dingen
behilflich sein wird.
Hast du nun schon in deiner eigenen Wohnung geschlafen?
Wie war es? Und deine neuen Bücherregale? Reichen sie
aus? (Glaube ich kaum). Hast du gemerkt welcher Genuss
es ist Bücher in ein neues Regal zu stellen?
*smile*.
Du bist am PC und so sende ich dir dies nun ab.

MlGuKuHuQs
Malou


Samstag, 7. März 2020

Zwischen Urwald und Hochzivilisation

3/3



Liebe Malou

Du bist lieb. Ja, es war viel Arbeit von morgens 530h
bis abends um 23h. Ich war fix und fertig. Und im
Moment steht die kleine Wohnung noch voller leerer
Schachteln. Es ist wie ein Bunker. Und man könnte
leicht den Höhlenkoller bekommen, wenn sich das
nicht ändert.

Ja, es ist ein anderes Leben, und ich muss an viele
praktische Dinge denken, die ich besorgen muss, oder
über die ich mich informieren muss. Das fängt bei
kleinen Dingen an wie zB. Oel & Essig einkaufen
und geht hin bis zur Info, wie man die Waschmaschine
bedienen soll. Ich werde in nächster Zeit sehr beschäftigt
sein. Und ich hoffe natürlich, dass mir das alles neuen
Schwung gibt.

Und heute morgen hat es beinahe gestürmt, und da hat
mir doch dieser Stürmische einen Elefanten-Schrei zuge-
tragen. Das fühlt sich an, als ob nebenan gleich der
Urwald wäre. Aus dem Fenster sehe ich die Flugzeuge
vom Flughafen Basel-Mülhausen aufsteigen. Und im
Rücken der Urwald. Ich befinde mich auf der schmalen
Grenze zwischen Urwald und Hochzivilisation. Und mein
Herz hat sich noch nicht entschieden, welcher Seite es
zuzuneigen gedenkt.

Ich wünsche dir ein feines ruhiges Wochenende. Meines
wird stürmisch sein.
GsKsQs

Freitag, 6. März 2020

Re: 14/2



Liebe Malou
Ich schicke dir ebenso innig einen lieben Valentinsgruss. Ich weiss nicht, ob ich das je schon einmal gemacht habe in meinem Leben. Wenn ich Valentin höre, dann denke ich an einen Schulkameraden im Gymnasium. Er hatte einen Klumpfuss und war nicht besonders geschickt in der Schule. Er hat aber später schwer aufgeholt, ist Priester geworden und gibt heute, wie ich gehört habe, Philosophie in der 6. Klasse. Ja, der Valentin. Ob er wohl weiss, was da alles in seinem Namen geschieht.

Aber wir können bestimmt unsere Valentinsgrüsse und -küsse austauschen. Nach sovielen Jahren ist ja vielleicht auch nicht mehr der heilige Valentin, sondern vielleicht der Augustin oder einer seiner Kollegen zuständig.

Ja, ich glaube, am Gymnasium haben sie an diesem Tag auch Blumen verkauft und verteilt. Und bestimmt ist das ein sehr heikler Brauch für all jene, die nicht so beliebt sind. Und dass sie dir ein Liebeslied gesungen haben, das war richtig Klasse.

Ich wünsche dir noch einen schönen, ruhigen Valentinsabend in eurem hübschen Haus. Je mehr ich hier bei uns ausziehe, desto gemütlicher stelle ich mir deine Wohnsituation vor. Ist das nicht komisch. Im Moment bin ich zwischen Stuhl und Bank, wie wir in Deutsch sagen.

Liebe V-Grüsse und V-Küsse in V-Quanten

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