Dienstag, 14. August 2018
Donnerstagmorgen
Datum: den 22 augusti 08:53
Liebe Marlena
Ja, gestern hatte ich absolut keine Zeit. Wir hatten eine
Fortbildung und ich war nicht im Büro. Das war nicht
schlecht. Wenigstens konnte ich zuhause mein Mittagessen
einnehmen und nachher noch eine halbe Stunde Mittags-
schlaf machen. Ich glaube, das wäre in unserem Alter
diejenige Errungenschaft, die unsere Lebensqualität mit
einem Schlag mindestens verdoppeln würde. Manchmal
mache ich auch hier im Büro ein Nickerchen. Aber das ist
nicht dasselbe. Ich setze mich in meinen Schaukelstuhl und
versuche, irgend eine Akte, einen Artikel oder sonstwas zu
lesen bis ich nicht mehr anders kann. Dann schlummert es
eine Weile, vielleicht 10 Minuten. Und dann fühlt man sich
wieder frisch. Das ist mein sogenannter IN, mein Instant-
Nap. Wirkliche Medizin! Vielleicht lachst Du darüber, dass
ich einen Schaukelstuhl in meinem Büro halte wie damals
Präsident Kennedy. Er tat es wegen seines Rückenleidens.
Ich habe ihn für die unruhigen Kinder organisiert. Diese
kleinen Knirpse, die einfach nicht still sitzen können und
überall herumklettern: für sie habe ich mir gedacht, sei es
leichter, wenn sie einen Stuhl haben, der ihnen in ihrer
Unruhe quasi mit eigener Unruhe Antwort gibt, und sie
vielleicht damit etwas beruhigt. Und im übrigen war auch
ich selbst weniger irritiert, wenn die Kinder auf diesem
Stuhl herumgeturnt sind, anstatt auf meinem Pult, wie sie
es früher getan hatten.
*
Stehdhals Figuren seien passionierte Epikuräer! Dein Zita
ist m.E. wohl nicht ganz vollständig. Du schreibst: ... ses
héros les plus typiques unissent deux traits de caractère
souvent jugés inconciliables: ce sont des épicuriens
passionés ... Und was soll denn der zweite Zug,
inkonziliable (kein deutsches Wort eigentlich) sein?
Was dieser eine Zug betrifft, so kann ich mir sehr wohl
vorstellen, dass Stendhals Figuren ihn tragen, denn
es ist ein ureigener Zug des Autors selbst. Er war ja ein
sehr unruhiger und ambivalenter Charakter. Wenn man
die Biographie liest, kann man sich kaum vorstellen, wie
aus ihm ein bedeutender Schriftsteller der Weltliteratur
werden konnte. Wohl hat er sein Leben der Liebe und dem
Schreiben gewidmet. Aber er war offenbar ein sehr scheuer
Mensch, hat tausendfach gezögert, eine Frau zu erobern,
um sich im Nachhinein darüber Vorwürfe zu machen. Aber
er hat in seinem Tagebuch solche Situationen in allen
Details analysiert und seine eigene Rolle reflektiert.
Stendhal wollte dichten und hat sich unzählige und riesige
Projekte vorgenommen, die er nie ausführen konnte. Er
wollte in Versen schreiben, wollte Stücke schreiben,
obwohl seine Leidenschaft und sein Geschick eigentlich
in der Prosa gelegen hat. Das hat dieser rührige Stendhal
erst spät in seiem Leben bemerkt. Schon in seinem privaten
Leben gab es eine grosse Ambivalenz. Seine Familie hatte
durchaus aristokratische Ansprüche. Sein Vater sorgte für
einen Privatlehrer, hielt den kleinen Sohn von der Strasse
zurück. Und der begeisterte sich natürlich im Jugendalter
für die Revolution und für die Jakobiner. Aber ein Teil
seiner Person blieb irgendwie eltitär. Er diente in
der napoleonischen Armee, kam nach Italien, nach
Deutschland, ja bis nach Moskau. Von seinem Republika-
nismus war schliesslich nicht sehr viel übrig.
Irgendwo sagte Stendhal offenbar, das beste im Leben sei
das eigene Selbst: le Moi. Darum drehe sich eigentlich alles.
Und damit hat er doch wohl einen modernen Nerv der Zeit
getroffen. In der Liebe suchte er sich die unmöglichsten
Arrangements heraus, zum Beispiel die glücklich verheira-
tete und sittsame Frau seines Vetters, und fantasierte sich
in eine Liebschaft hinein, sah bei ihr dauernd diskrete
Gesten ihrer Zuneigung, unterdrückten Schmerz geheimer
Liebe, gerötete Augen, kleine Signale etc. etc., die ihn in
ständiger Aufregung hielten, die aber im RL absolut keine
Entsprechung hatten. Er lebte sozusagen von fiktiven
Liebesverhältnissen. Dazu hatte er natürlich unzähliche
Affairen, die er in seinem Tagebuch getreulich notierte
und aus denen er sich auch - wie man es von Nietzsche
sagt - die Geschlechtskrankheit holte. Man spricht vom
Tripper. Lues ist nicht sehr wahrscheinlich, den man N.
nachsagt. Aber seine leidenschaftlichsten Lieben waren
wohl - wie gesagt - die unerreichbaren.
Aber er lebte gut, war sehr wohl ein Geniesser, hatte durch
seine Familien Beziehungen zur höheren Verwaltung und
konnte so seine Stellungen bekommen. Er wäre zwar sehr
gerne Konsul in Rom geworden, was ihm nicht gelang. Das
war hart, denn er träumte vom Süden und hatte ganze
Theorien entwickelt, wie sich die natürlichen und der
Kunst aufgeschlossenen Italiener von den schwachen
Franzosen unterschieden. Sein ganzes Leben ist
aufgespannt zwischen solchen und ähnlichen Gegensätzen.
Und diese Dichotomien sind ja doch typisch für das
Bürgertum und heute noch in unserem Denken sehr
virulent. Nietzsche war einer der ersten, der sie
demaskiert hatte.
*
Ich habe in 10 Minuten eine Sitzung und muss los.
Geniesse die Hitze, solange sie da ist. Bald wird es wieder
Herbst und wir werden die wollenen Pullover hervorholen.
Mit einem süssen Kuss
...
Montag, 13. August 2018
Abstinenzsymptome. .
Ämne: Abstinenzsymptome.. Hilfe!
Datum: den 21 augusti 19:17
Ach .., du lässt mich darben! Erst reichst du mir starke Drogen und dann wenn ich ganz süchtig geworden bin verschwindest du.. gerade jetzt wo ich dich so gut brauchen würde.
Hier ist immer noch tropische Wärme. Sogar wenn ich mit dem Rad fahre ist es warm wo doch sonst meist die Luft so angenehm frisch ist. Aber mein Haar flattert heute nicht im Wind. Habe es aufgesteckt weil es mir zu warm ist wenn ich es herunterlasse.
Habe wieder einen hektischen Tag hinter mir. Aber es wird sich bald ändern hoffe ich wenigstens.
Von den Personen bei Stendhal wird gesagt: .. ses héros les plus typiques unissent deux traits de caractère souvent jugés inconciliables: ce sont des épicuriens passionnés ...
Stimmt das?
Ach, diese Stille um mich herum.. ich ertrage sie kaum. Muss mich wirklich erst gewöhnen. Und Issi ist kein guter Gesprächspartner obwohl ich mich manchmal laut mit ihr unterhalte gibt sie selten eine Antwort. Ist schlimm wenn man auf einen Wellensittich als Gesprächspartner angewiesen ist ;-))
Ich werde mir ein bisschen Musik auflegen und die Stille verjagen. Eine CD mit Cornelis Vreeswijk. Ich mag seine männliche Stimme und seine Texte. Würde dir auch gefallen. Da bin ich sicher.
So dann gehe ich wieder. Muss noch die Diagnosen korrigieren für morgen.
Wünsche dir alles Gute,
Marlena
Trübsal
Liebe Marlena
Das schöne Bauernhaus mit den vier oder fünf öööö deinerseits war eine
Verlegenheitslösung. Ich habe es hier in meinen vielen Ordnern und Kisten
und Schränken gefunden, um dann zu probieren, ob ich es direkt in den
fotofolder schicken kann. Es ist dann ja schon etwas gross erhausgekommen,
nicht wahr. Ich glaube, mein Bruder hat mir das Bild einmal geschickt. Das
Haus muss im Kanton Bern stehen. Aber so ganz sicher bin ich mir da nicht.
Ich meine bloss, diese Art der Terassen und des Dachhimmels gebe es vor
allem im Kanton Bern.
*
Du setzt mir die Pistole an die Brust? Du bedrängst mich richtig! Und das
alles nur, damit ich mich dazu entschliesse, Naipaul zu lesen. Na ja, meine
liebe Marlena, Du solltest doch mit mir Geduld haben. Ich kann es Dir
überhaupt nicht versprechen. Aber ich will es auch nicht ausschliessen. Das
Problem dabei ist vielleicht schon, dass der Nobelpreis Deine Empfehlung
übertönt. Wenn Du mir diesen Schriftsteller als Geheimtipp angegeben
hättest, dann wäre ich sicherlich schon mitten im Buch. Aber so, mit einem
Nobelpreis, das heisst ja doch, Tausende und Tausende von Leuten sind im
Moment daran, diesen Naipaul zu lesen. Das ist einfach keine Vorstellung,
die mich beflügelt. Aber die Idee, bei ihm mal nachzulesen, was er über den
Islam gesagt hat, die hatte ich auch schon.
*
Gerade schaue ich aus dem Fenster und bin erstaunt, ...
Sonntag, 12. August 2018
V.S. Naipaul
Ein Kosmopolit zwischen allen Stühlen
V.S.Naipaul/ Der Literatur-Nobelpreisträger des vergangenen Jahres feiert
morgen seinen 70. Geburtstag. Der in Trinidad geborene Schriftsteller lebt
seit 1953 in England. Seine weiten Reisen liefern ihm Material für seine
Bücher.
Von Hana Goodhart
London. Der britische Schriftsteller V.S. Naipaul wird von Literaturkennern
und Millionen Lesern hoch geschätzt, aber von kaum jemandem wirklich
geliebt. Morgen wird der Nobelbreisträger 70 Jahre alt.
Ob mit Frauen oder Schwulen, mit Moslems oder der britischen
labour-Regierung und gar mit anderen Schriftstellern - der Nobelpreisträger
des vergangenen Jahres hat es sich in seinem Leben schon ziemlich mit allen
verdorben. Er wird schnell verletzend, ist unbeherrscht und duldet keinen
Widerspruch. Viel Feind, viel Ehr, scheint sein Motto zu sein.
Viele Schriftsteller bezeichnen sich als kosmopolitisch, Naipaul ist es
wirklich. Geboren wurde er auf Trinidad als Nachfahre indischer Einwanderer
in einer multikulturellen Umgebung. Mit 18 Jahren erhielt er ein Stipendium
für Oxford, wo er 1953 sein Examen ablegte. Seitdem lebt er in England,
verbringt aber einen grossen Teil seiner Zeit mit Reisen in Asien, Afrika
und Amerika. Aus diesen Reisen sind die meisten seiner Werke hervorgegangen.
In der Nachfolge seines Debütswerks "Der mystische Masseur" (1957) wurde
"Ein Haus für Mr. Biswas" (1961) der erste grosse Bucherfolg des Autors.
Darin mischt er in einer für ihn typischen Weise Autobiografisches und
Dokumentarisches mit Fiktionalem, gestaltete die Hauptfigur nach seinem
Vater.
Einer der schärfsten Kritiker des heutigen Islams
In seinen zahlreichen Büchern befasst sich Naipaul immer wieder mit der
zerstörerischen Wirkung des Kolonialismus, so in "Gueruillas" (1975) und "An
der Biegung des grossen Flusses" (1979). Als er in diesem Jahr allerdings in
Neu Delhi an einer Podiumsdiskussion teilnahm und dort indische Autoren die
Folgen des Kolonialismus beklagten, fuhr der Autor aus der Haut. "Das ist
alles 50 Jahre her. Ueber welchen Kolonialismus reden Sie?", fragte er
erregt. Schriftstellerinnen, die über die Unterdrückung von Frauen
gesprochen hatten, herrschte er an: "Wenn ich das Wort Unterdrückung schon
höre! Banalität irritiert mich."
Naipaul ist auch einer der schärfsten Kritiker des Islams, den er oft mit
dem Kolonialismus vergleicht. Heute seien es die Moslems, die versuchten,
andere Kulturen zu versklaven und auszulöschen.
"Um zum Islam konvertieren zu können, muss man seine Vergangenheit, seine
Geschichte zerstören. Diese Abschaffung des Ich, die die Moslems verlangen,
ist schlimmer als die Vernichtung der kulturellen Identität durch den
Kolonialismus - viel, viel schlimmer ", meint der Schriftsteller.
Trotz der stark gesellschaftskritischen Ausrichtung seiner Bücher sagt
Naipaul von sich, es gebe keinen politischen Leitgedanken, an dem er sich
orientiere. Er habe sich immer allein von der Intuition lenken lassen. Er
beobachte und registriere, versuche aber nie, seine Erfahrungen in ein
vorgefasstes Weltbild einzuordnen.
"Sie dürfen nicht versuchen, einen Sinn zu erfinden", betont er, "wenn Sie
es hrausputzen, entstellen Sie es." Als ihn ein Leser einmal fragte, was er
mit seiner Schriftstellerei bezwecke, antwortete er: "Meine Absicht ist es,
Bücher zu schreiben".
Liebe Marlena
Das also ist jener Typ, den Du mir wiederholt so warm empfohlen hast! Und
dazu gab es hier in der Regionalzeitung auch noch ein Bild von diesem Typen.
Er sieht auch nicht besonders appetittlich aus. So, wie sein Charakter oben
beschrieben worden ist, so sieht er aus. Ich würde mit ihm als Clochard nur
sehr ungerne den Brückenbogen teilen. Ich würde ihm kaum mein Sackmesser
leihen. Ich würde ihn nicht aus meiner Flasche trinken lassen. Gut,
vielleicht würde ich angesichts eines Hungers mein Brötchen halbieren. Aber
wohl eher, um ihn zu besänftigen denn aus Sympathie zu diesem Typen. Das
einzige, was mich an seiner Biographie imponiert ist die Tatsache, dass er
in Oxford studiert hat. Mit einem Stipendium, wohlgemerkt. Also muss er
mindestens in jungen Jahren ziemlich begabt gewesen sein. Heute brilliert er
mit ausgesuchter Arroganz. Und das ist doch keine britische Eigenart!
Aber vielleicht hast Du trotzdem recht, Marlena, wenn Du seine Bücher lobst.
Man soll ja die Person des Autors nicht mit dem Buch vermischen. Auch wenn
es realiter ein solches Gemisch darstellt. Ich werde also Deinen Tipp
nochmals überschlafen, wie ich doch so vieles in meinem Leben über- manchmal
sogar verschlafe.
*
Ich habe in meiner Bibliothek eine Biographie über Stendhal gefunden. Das
ist ein unbekannter Autor. Und dass ich auf Stendhal komme, hängt mit der
Biographie über Nietzsche zusammen, die ich soeben gelesen habe. Offenbar
war Nietzsche ein begeisterter Stendhal-Leser und lobte ihn über Massen. Und
wenn ich Nietzsche lese, muss ich doch sehr annehmen, dass er einen Sinn für
Qualitäten hat. Also Stendhal. Im Grunde genommen hatte ich allerdings in
meinen Bücherschränken in der kleinen Wohnung nebenan nach einem kleinen
Taschenbuch von Annemarie Schwarzenbach gesucht. Sie ist gerade daran, in
der Schweiz entdeckt zu werden. Schwarzenbach war eine Journalistin und
Schriftstellerin aus reichem Hause, war eng befreundet mit den Mann
Geschwistern, in Erika sogar verliebt, und reiste anfang letzten
Jahrhunderts mit einer Genfer Journalistin in den Iran und nach Afghanistan.
Sie hat - hör mal an - in Teheran geheiratet. Allerdings tat sie es mit
einem Diplomaten aus der französischen Botschaft, der offenbar schwul war.
Doch bei den Manns lernte sie vor allem die Heroinsucht und war Zeit ihres
Lebens nicht mehr davon gekommen. Sie hatte sich längst mit ihrer Familie
überworfen, nun war sie abgeschrieben. Aber sie hatte natürlich noch Geld
von ihnen und fuhr mit einem riesigen Cabriolet auf schütteren Schweizer und
europäischen Strassen herum. Sie starb an einem Sturz vom Velo in Sils. Das
ist akkurat jenes Sils, in dem Nietzsche mit seinem Zarathustra rechtete und
die Welt auf die Rundbahn der ewigen Wiederkehr schickte und über dessen
Licht ich eine Kurzgeschichte zu schreiben versprochen habe. Vor einigen
Jahren hatte ich ein Büchlein von Schwarzenbach zufällig in einer
Buchhandlung gefunden und gekauft. Und jetzt, so dachte ich mir, könnte ich
es endlich lesen. Aber ich finde es bei Gott nicht mehr.
Du musst wissen, dass ich bei meinen Dingen immer wieder in dasselbe Dilemma
gerate. Ich suche zuhause, nestle ein wenig in meinen Dingen herum, um
schnell zur Ueberzeugung zu kommen, dass ich das Ding (meist sind es Bücher)
wohl im Büro auf dem grossen Gestell habe. Also suche ich am nächsten Tag im
Büro, um wiederum in Relativ grosser Eile zum Schluss komme, dass ich
vielleicht doch besser zuhause etwas genauer suchen sollte. Wie muss man
sich ein solch unökonomisches Verhalten erklären? Ich glaube, ich suche so,
wie man suchen würde, wenn man nur einen Raum absuchte. Erst sucht man
oberflächlich, weil man denkt, man fände das Gesuchte schon irgendwie. Erst
wenn das nicht gelingt, schaltet man sozusagen einen Gang höher und sucht
intensiver, öffnet jetzt schon Truhen, schaut bei Büchern, die in der
zweiten Reihe stehen und so fort. Und dann gibt es wohl bei den meisten
Menschen noch einen dritten Gang, wenn sie schimpfend und säufzend alles
ausräumen, um es dreimal zu drehen und wieder hineinzustellen. Ökonomisch
wäre in meiner Situation also, wenn ich bei der Suche gleich mit dem zweiten
Gang anfangen würde, Oder ich sollte am 2. Ort nach einiger Zeit gleich in
den 2. Gang schalten. Ach, Du weißt bestimmt, was ich meine. Aber ich finde
das Buch trotz meiner 6 Gänge einfach nicht und nirgendwo!
Aber Bücher zu suchen hat auch seinen Reiz. Meist findet man alte Bekannte,
treue Seelen und da und dort leicht vergilbte Unbekannte, die man dann
schnell wieder identifiziert und vielleicht dieses Mal Feuer fängt. Bei der
Suche habe ich auch einige kleine Bände von Sempé wiedergefunden. Du kennst
doch Sempé. Er ist mein Lieblingszeichner lange gewesen. Ich glaube, wenn
ich mir nicht sehr Mühe gebe, ähneln sich meine Figuren, die ich zeichne,
allzu sehr den Sempé Figuren, all den kleinen Figuren, die vor den
Pariserkulissen dahineilen und ihr Glück suchen. Ich habe soeben eine kleine
Würdigung in der NZZ gelesen. Ich schick sie Dir. Sempé darf man nicht
verpassen. Er ist ein Philosoph des Alltags und vor allem des französischen
Alltags.
Ich wünsche Dir ein gutes Wochenende
Mit einem lieben Gruss
...
Mittwoch, 8. August 2018
Montag, 6. August 2018
Mittwoch, 1. August 2018
Vielleicht
Vielleicht
Erinnern
Das ist
vielleicht
die qualvollste Art
des Vergessens
und vielleicht
die freundlichste Art
der Linderung
dieser Qual
Das ist
vielleicht
die qualvollste Art
des Vergessens
und vielleicht
die freundlichste Art
der Linderung
dieser Qual
[Erich Fried]
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