Freitag, 13. Dezember 2013

Lucia 13. Dezember





"Semblable à une apparition céleste, Sainte Lucie vient illuminer les
ténèbres des nuits de décembre. À travers tout le pays, aux premières
heures du jour, les écoles, les hôpitaux, les maisons de retraite et
les lieux de travail reçoivent, dans une atmosphère baignée de magie,
la visite d'une Sainte Lucie et de son cortège. Vêtues de longues robes
blanches, précédées de la Sainte coiffée d'une couronne de bougies, les
jeunes filles s'avancent solennellement, chacune portant une bougie à
la main et chantant des refrains traditionnels. "

Besonders die Worte ".. dans une atmosphère baignée de magie.."
gefallen mir daran, denn diese Feier hat etwas Magisches an sich.  


das Lied "Sankta Lucia"  hier


.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Sonntag, 8. Dezember 2013

Barbarische Weihnachts-Geschichte


(---)

Stell Dir vor, Malou, da kommt mir eine barbarische Weihnachts-
Geschichte in den Sinn. Es war in der 4. Primarklasse, würde ich sagen.
Ich hatte eben die Rolle als Joseph im Weihnachtsspiel erhalten und
wusste noch nicht recht, ob das eine Auszeichnung oder eine Strafe
sein sollte. So nebenbei hatte ich mitbekommen, dass ein dünnes und
langes blondes Mädchen Maria spielen sollte. Aber ich habe nicht
erkannt, was das wirklich bedeuten sollte. Erst um 12 Uhr, als wir über
den Schulhof nach Hause zum Mittagessen schlenderten, versuchten
andere Schüler mich (oder vielleicht uns) zu necken, weil wir doch nun
Maria und Joseph, also ein Paar wären. Das war mir nun aber absolut
peinlich, gegen meinen Willen verheiratet zu sein. Und demonstrativ
stiess ich die arme Maria von mir, so dass sie gegen einen Zaun
taumelte. Sie war sehr betrübt, weinte, wenn ich mich recht erinnere.
Doch ich erinnere mich ebenso, dass sie nicht aus körperlichem
Schmerz weinte,sondern wegen des Unrechts, das ihr geschehen war.
ich glaube, sie war sehr verwirrt, dass ich so reagiert hatte. In meinem
Kopf wollte ich keine Maria an meiner Seite und ich hatte sie nicht
gewählt. Aber ebenso war es auch nicht sie gewesen, die diese
Konstellation geschaffen hatte. Das empfand sie wohl als brutale
Ungerechtigkeit. Und recht hatte sie damit.
Wir haben dann, so muss ich annehmen, unseren Part im
Weihnachtsspiel sehr unterkühlt und distanziert gespielt. Ich weiss
noch, wie ich in der Kirche mit dem langen Bart in der Gegend
herumgestanden habe, und wie der Lehrer der Oberstufenschüler
mir deswegen zugezwinkert hatte. Aber ich war mir dessen kaum
bewusst, dass ich einen solchen langen weissen Bart trug, und
ich hatte wohl auch keinen Gedanken an meine Maria verschwendet.
Ich glaube, sie musste eine Gummipuppe im Arm wiegen, eine Puppe,
wie sie auch meine Schwester besass, mit einem kleinen Mundloch,
so dass man ihr erst die Flasche geben konnte, um ihr nachher die
nassen Windeln zu wechseln zu können. Mädchen fanden das
damals herrlich. Mit einem solchen kleinen Ding und einem blauen
Überwurf musste Maria mitten in der Kirche sitzen und mit langsamen
Bewegungen zeigen, dass diese Guppipuppe sozusagen heilig war.
Nicht alles, aber diese kleine Drink- und Piss-Puppe fand ich echt
dämlich. Ich konnte mir schlichtweg nicht vorstellen, dass das
Jesuskind das Getrunkene ohne irgend eine Zutat in die Hosen
laufen liess. Ich meine, wie kann man sich bei einem heiligen
Menschen so was Tierisches vorstellen? Das war doch irgendwie
widerlich. Auch bei einem Jesus.
Aber ich glaube, wir haben die Szene dann irgendwie hinter uns
gebracht. Ich hatte nicht viel zu sagen, ein oder zwei Sätze,
entäuschend wenig, angesichts des langen Bartes, der mir beinahe
bis zu den Schuhen reichte. So kam es, dass die Gruppe mit den
Blockflöten anfing, Stille Nacht zu pipsen. Und so konnte ich
wenigstens diesen pissenden Jesus etwas vergessen.
Soweit meine Joseph-Rolle. Überigens hatte ich immer gewusst,
dass dieses Jesus- Puppen- Kind nicht von mir stammen konnte.
Damit hatte ich einfach nichts gemein. Und dass der liebe Gott
seine Hand im Spiel gehabt hatte, das wollte mir weder die Maria
noch meine Lehrerin sagen. Sie haben mir das Wichtigste einfach
verschwiegen, Malou! Ich bin praktisch hintergangen worden! Man
hat mir ein pissendes Kind untergeschoben. Wenn Du weißt, was
ich meine.
*
Nun bin ich etwas vom Thema abgekommen. Das Thema war
Gewalt unter Jugendlichen. ...
...

Samstag, 7. Dezember 2013

Blick durchs Fenster

7/12


Reh- und Hasenspuren im Garten




.

Freitag, 6. Dezember 2013

Nikolaustag


Datum: den 6 december

Liebe Marlena
---
Heute haben wir hier St. Nikolaus. Die Kinder sind ein bisschen nervös, und
die Eltern nicht minder. Aber das war ja schon immer so. Ich kann mich
erinnern, als der St. Nikolaus damals zu uns gekommen war. Wir sassen alle
auf dem Sofa und schauten in die grosse schöne Stube, die wir sonst während
der Woche nicht betreten durften. Im 19. Jahrhundert soll diese Stube als
Büro eines französischen Generals der napoleonischen Truppen gedient haben,
so hatte mir Onkelchen erzählt. Auf jeden Fall war sie für ein Kind ziemlich
eindrücklich, mit glattem Parkettboden, Täferung aus dunkelm Holz an den
Wänden. Einmal hatte ich vom Sofa, wo wir vor dem St. Nikolaus zu sitzen
pflegten, ein Geheimfach in der Wand gefunden. Das war wirklich sehr
aufgregend gewesen, und in der folgenden Zeit hatte ich oft Süssigkeit dort
versteckt.
Der St. Nikolaus kam allein, jedes Jahr wieder, hatte einen grossen Sack bei
sich und hielt jedem Kind einige Dinge vor, in denen es sich während des
Jahres verfehlt hatte. Ich habe keine Ahnung mehr, was er mir unter die
Nase gerieben hat. Aber ich erinnere mich sehr gut, wie er unser
Dienstmädchen, eine junge, hübsche Italienierin kritisiert hatte, weil sie
manchmal etwas ungeschickt und voreilig gewesen sein soll. Ich hatte den
Eindruck, dass ihr das sehr unangenehm gewesen war. Sie hiess Silvana, und
ich bin sicher, dass ich sie später darüber getröstet habe.
*
Es gibt zwei Arten von St-Nikolaus. Im Wallis, also einem katholischen Teil des Landes kommt der St.Nikolaus mit dem Bischofsstab. Er sieht wie ein Bischof aus, hat natürlich aber auch Bart und ein Gehabe wie St. Nikolaus. Und daneben kommt Schmutzlich, er ist ganz schwarz. Man könnte denken, es sei der Teufel, oder mindestens sonst ein nicht sonderlich vertrauenswürdiges Wesen.
Und dann gibt es den St. Nikolaus in reformierten Gebieten. Dort hat der Mann einen meist roten Anzug mit einer Kaputze und einen langen weissen Bart. Meist hat er auch noch ein riesiges Buch, aus dem er den Kindern die Sünden und Straftaten des Jahres vorhält.
*
Ich kann mich auch an eine Nikolaus-Szene im Kindergarten erinnern. Wir
hatten eine Bank rundum im Raum und sassen gespannt da, bis das grosse
Unikum hereintrat. Und siehe da, der Kerl hatte einen Sack auf dem Rücken,
an dem ein Sack hing. Und aus dem Sack ragte ein Bein in Strumpf und Schuh.
Natürlich wollten wir Kleinen sofort wissen, was mit dem Bein los sei. Und
der komische Kerl meint, dies sei Vreni, die eben nicht folgsam gewesen sei.

Lange Jahre konnte ich kein Mädchen ertragen namens Vreni. Ich
verabscheute sie richtiggehend, nur weil sie hiessen, wie dieses Mädchen,
von dem ich glaubte, es wäre wirklich im Sack des St. Nikolauses
weggetragen worden.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Tomas Tranströmer


 date 23 November 2006 19:31


Lieber ...,
...

In dieser dunklen Zeit vor dem 1. Advent steht das Leben irgendwie
still. Es passiert nicht viel von dem ich dir erzählen könnte. Die
Zeit der treibenden Blätter ist nun vorbei und die Menschen bleiben zu
Hause. Klar, wenn ich in Stockholm wohnen würde, gäbe es viel
Zerstreuung.
G hat mir gestern Abend ein ganz euphorisches Mail geschickt. Sie
war bei einem Schriftstellerabend im Kulturhaus in Stockholm. Niklas,
der junge langhaarige Kollege (erinnerst du dich noch?) hatte
Eintrittskarten besorgt. Der Abend war eine Huldigung an einen unserer
größten Poeten, Tomas Tranströmer, der seit 1990 am halben Körper
gelähmt ist und an Aphasie leidet, doch immer noch produktiv ist. Ein
Schauspieler trug seine Gedichte vor und Tranströmer selbst beendete
die Vorstellung am Flügel. Wie das möglich ist mit einem Arm? Der
stehende Applaus nachher wollte nie enden.

Und G war natürlich auch froh, dass sie die Möglichkeit hatte
sich mit einigen Schriftstellern im Publikum nachher unterhalten zu
können. Auch ihren Professor von der Uni hat sie wiedergesehen.
Du siehst, man könnte neidisch werden. Und ich verstehe ihre
Begeisterung nach einem Abend mit so viel seelischer Nahrung. Hier
muss man sich hier und da einen kleinen Happen suchen, um seinen
Hunger zu stillen.

So ich glaube ich lasse dich für diesmal.
Wünsche dir alles Liebe und Gute,
mit Gs und Ks
Marlena
Kennst du übrigens schon T? Hier ein paar Worte über ihn.

"In this, his 75th year, Tomas Tranströmer can be clearly recognised
not just as Sweden's most important poet, but as a writer of
international stature whose work speaks to us now with undiminished
clarity and resonance." /Enitharmon Press, London.
                                      
                                  ***
..
und hier er selbst
http://www.youtube.com/watch?v=K5NVcA0zipE

(R) 

Literatur-Nobelpreisträger 2011
Bild  6 Oktober 2011




Sonntag, 1. Dezember 2013

Advent in Schweden





...

Und was treibst du Malou? Bist du an den Weihnachtsvorbereitungen? Das
glaube ich mindestens. Du wirst dein Haus auf Hochglanz bringen und
alles beleuchten, was beleuchtenswert erscheint, nicht wahr?

Und ich, wie gesagt, mit einem Kerzlein unter der Brücke.
Liebe Gs und Qs und Ks und so
....

Re:


"alles beleuchten, was beleuchtenswert erscheint" *smile*

Ja doch, das tun wir alle hier in Schweden. Und nicht nur was
beleuchtenswert erscheint..
In allen Fenstern siehst du, schon vom 1. Advent an, entweder Sterne
oder Leuchter. Früher, als ich noch klein war, gab es diesen schönen
aus Papier, der wirklich wie ein richtiger Stern aussah, wenn er
angezündet war und ein warmes schönes Licht verbreitete. Ich habe
immer noch einen solchen oben bei mir und ich muss sehr vorsichtig
damit umgehen beim aufhängen, denn er leidet schon sehr an
Altersschwäche. Werde ganz nostalgisch wenn ich ihn leuchten sehe.
Doch heutzutage gibt es alle möglichen Sorten. Manche aus dünnem
Holz geschnitzt, andere aus goldglänzendem Metall: Ach, es gibt
wirklich so viele verschiedene Sterne und immer wieder kommen
neue dazu.


Amaryllis

Auch die typischen Weihnachtsblumen dürfen nicht fehlen. Die schönen Amaryllis von denen man nie weiss wieviel Blüten sie tragen werden, die stark duftenden Hyazinthen und vor allem die s.g. Weinachtssterne. Und natürlich hängt eine "gute Hausfrau" auch Weihnachtsgardinen in alle Fenster. Vielleicht kommst du mal bei Ikea vorbei. Dort kannst du bestimmt sehen wie das aussieht. Später dann kommt noch das Luciafest am 13. Dezember, das hier von allen sehr gross gefeiert wird und vorher auch noch das Nobelfest um das uns so viele beneiden :-) Vielleicht schaust du es dir auch ein wenig an? Es wäre schön etwas mit dir zusammen zu tun.




.