Montag, 2. September 2013

ärgerliche Sportrezension


Lieber Mausfreund
...
Was soll ich dir noch erzählen? Ach ja, der arme D. hat einen wahren Sturm im Lande entfacht mit einer Sportrezension. Er war in jungen Jahren einer der besten Fussballspieler und auch Eishockeyspieler und schreibt obwohl er nun Kulturchef ist ab und zu auch Sportartikel. Und jetzt hat er eine Mannschaft aus dem Süden Schwedens "Skånejävlar" genannt. (Skåneteufel). Man muss dabei wissen dass djävul ein sehr hartes Schimpfwort ist im schwedischen aber natürlich kommt es auch immer drauf an in welchem Zusammenhang man ein Wort verwendet. Jedenfalls hätte er es nicht tun sollen, denn er wurde von überall her angegriffen und sogar angemeldet wegen "hets mot folkgrupp" (klingt ja fast deutsch, oder?) Und der arme Kerl musste sich öffentlich verteidigen und was ich dir eben sagen wollte, am Ende seines Artikels zitierte er Updike und nennt Journalisten "ein träg- (oder zäh-?)bewegliches Reptilgeschlecht".
Er ist wahrhaftig ein grosser Fan von diesem Updike.




Samstag, 31. August 2013

Freitag, 30. August 2013

Mittwoch, 28. August 2013

Illusionen auf dem Kartoffelkarren



Liebe Marlena
Wo ich meine Illusionen verloren habe? Illusionen über die Menschen? Na ja, das ist wie wenn Du mit einem Karren voller Kartoffeln über einen holperigen Weg rollst. Sie fallen ja nicht gleich alle zusammen vom Karren, sondern springen einzeln da und dort herunter.
Aber ich habe nicht ein schlechtes Bild von den Menschen. Das bestimmt nicht. Und ich habe im Leben wirklich eine Menge Menschen kennengelernt.
Weißt Du Marlena, ich habe den Eindruck, dass es sehr von der Distanz abhängt, wie man Menschen wahrnimmt. Kennt man sie nur aus Entfernung, oder kennt man sie in einem sehr persönlichen Rahmen. Das ist die Frage. Es gibt doch auch diesen merkürdigen Riss durch die Welt, den jeder von uns selbst erleben kann, diese unüberbrückbare Diskontinuität zwischen meiner Innenwelt und der Aussenwelt. Man könnte grob sagen, das eine sei die private, das andere die öffentliche Welt. Aber es stimmt hier auch nicht ganz. Die Sprache, nota bene, wie Wittgenstein nachweist, ist eine durch und durch öffentliche Angelegenheit. Es gibt nicht die Privatsprache, nur für mich selbst, so, wie...
*
Kurz und gut, meine Illusionen liegen an den Rändern meines Lebensweges wie Kartoffeln, die vom Karren heruntergekollert sind. Aber ein paar sind wohl immer noch oben geblieben. Und das spricht doch auch für den Karren, oder nicht?
...

Dienstag, 27. August 2013

Donnerstag, 25. Juli 2013

Fischen im Kalix älv



 

mit Zugnetz

mit dem Kescher


mit künstlichen Fliegen
 
 
 
 
.
...

Mittwoch, 3. Juli 2013

Türme

...

Der Turm, an dem wir bauen, wie du mit Rilke sagst, ist nun auch wieder ein Symbol für dieses Versagen. Der Turm ist ein Symbol für die Vergänglichkeit und die Tatsache, dass unsere Absichten nicht verwirklicht werden können. In der Malerei gibt es im Mittelalter den Turm. Dort ist er aber noch klein und bescheiden, eben mittelalterlich. Und dann in der Renaissance kommen die monströsen und grossen Türme, wie ihn Bruegel (ich glaube, es war Pieter, nicht Jan) gemalt hat, diesen fantastischen Turm, dem man einfach ansieht, dass er nie fertig werden kann. Ein Jahrhundertwerk, eine riesige Absicht einer Generation, und die nächste wird noch weiterbauen und die übernächste vielleicht auch noch, aber nicht mehr allzu zielbewusst, und schliesslich wird die Idee sich verlieren, sie wird aufgegeben und nur noch ein paar komische Spinner werden versuchen, weiter zu bauen, bis schliesslich keiner mehr hinaufsteigt und die ganze Pracht zu verfallen beginnt. Das ist das Schicksal der Türme! Sie werden nie ihre Vollendung erreichen. Sie werden immer Ruinen sein, die Türme!


.