Dienstag, 5. März 2013

Que diras-tu ... ?


Lieber ...,

Ich habe mir in deinen Briefen viel vorgestrichen was ich dir gern beantworten will. Hab Geduld mit mir. Es kommt mit der Zeit. Diese letzten Schulwochen sind so überfüllt von Arbeit dass ich nicht sehr viel Zeit für lange Mails haben werde. Aber die kurzen kann ich dir jederzeit senden. Immer gibt es irgendwo eine kleine Pause, in der ich dir endlich wieder sagen kann was du schon zur genüge weißt, nämlich dass ich dich überall sehnsuche. Ich weiss es ist schlimm,  aber ich glaube dass ich dich liebe. Und auch ich bitte zu Gott, dass es nie aufhören möchte aber auch dass er uns beiden diese Maladi erträglich macht. Ich will dich für immer in meinem Leben behalten.

Kennst du dieses schöne Gedicht von Baudelaire:

"Que diras-tu ce soir, pauvre âme solitaire,
Que diras-tu, mon coeur, coeur autrefois flétri,
A la très belle, à la très bonne, à la très chère,
Dont le regard divin t'a soudain refleuri? ..."


Damit sage ich dir gute Nacht mein lieber Mausfreund

i.M.
Marlena



(May 2000)

Heute




im Garten




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Sonntag, 3. März 2013

Rom und Zürich


 
Santi Luca e Martina

Ich glaube, ich schicke Dir wieder mal ein Römerbild. Hast Du den
Stadtplan dabei, damit Du dann auch genauestens orientiert bist. Ich
behaupte, in einer halben Stunde kann man das Zentrum Roms auf
einem Plan kennenlernen, dass man sich dann schon ziemlich gut
auskennt, sodass man kaum mehr verloren gehen kann. Und ich
muss gestehen, dass ich mich nach einigen Tagen dort nach meinem
Bild Zürichs orientiert habe. Ich würde sagen, dass Zürichs Zentrum
ungefähr gleich gross sein muss. Die Via del Corso ist die
Bahnhofstrasse. Die Universität liegtungefähr im Raum der Stazione
Termini, wo dahinter ja wirklich auch die Uni liegt. Der Vatikan wäre
ungefähr der Uetliberg. Und das Forum Romanum stellt als eine Art
Steinwüste den Zürichsee dar.
Aber ich habe diese Vorlage nicht bewusst genommen, sondern habe
erst im Nachhinein bemerkt, dass es in meinem Kopf so abläuft.
Schau mal dieses hübsche Foto. Ich glaube, es war eines der ersten,
die ich knipste. Es war gegen Abend und ich kam von Termini herunter.
Und da fand ich diese Gruppe Jugendlicher vor der Kirche S Martina e
Luca. So glaube ich zumindest, dass sie heisst. Sie liegt gleich neben
dem Forum Romanum. Diese Kuppelkirchen, typische Barockgebilde,
haben es mir einfach angetan. Ich habe sie von allen Seiten
fotographiert. Sie prägen ja auch die Sky-Line Roms. Und sie sehen
aus allen Seiten gleich aus ;--).
Ich habe übrigens die Erkenntnis gemacht, wie sich diese Kirchen
architektonisch entwickelt haben. Das wusste ich vorher nicht, oder
nicht so bewusst. Der Anfang war die alte Basilika, also ein Langraum.
Dann kamen die Seitenschiffe hinzu. Ich glaube, der alte St. Peter war
so eine alte Basilika. Dann kam das Querschiff, das den Grundriss
eines lateinischen Kreuzes machte. Und damit ergab sicch die Vierung,
jenes Quadrat, über dem sich Hauptschiff und Querschiff kreuzten.
Darüber entstand oft der Kirchturm. Und im Barock dann eben die
Kuppel, wie man in der Kirche Il Gesù sehen kann. Und schlisslich hat
man die Schiffe beiseite gelassen und nur diesen Rundbau mit der
Kuppel gebaut. Ich finde, das ergibt einen wirklich schönen, geradezu
idealen Innenraum. Es gibt noch andere solche Kuppelkirchen in der
Nähe des Forums. Diese hier ist lange nicht renoviert worden und sieht
ein bisschen vergammelt aus. Die eine Seite, nämlich jene, die
Richtung Forum geht, ist eine Präsentationsfassade mit Eingang. Ich
glaube, ich habe sie auf einem anderen Foto mindestens teilweise
erwischt.
Schön ist die Abendsonne auf dem Bild und der Kontrast der doch
überaus vergänglichen und volatilen Ballone vor dem Hintergrund der
Kirche, die ja schon fast sowas wie die Ewigkeit repräsentiert.

Samstag, 2. März 2013

Gardisten im Vatikan





Habe ich Dir meine schönen Fotos von den Gardisten schon gezeigt?
Die beiden finde ich besonders gelungen. Sie sind auf der Treppe vor
San Pietro aufgenommen. Und - wie man an den Uniformen sieht -
war es auch am Sonntag. Die beiden breiten afrikanischen Hintern
haben mich dazu animiert, von diesem Winkel her zu knipsen. Ich
finde, es gibt einen schönen Eindruck von einer farbenprächtigen
Internationalität.

"meine Kleine"


Lieber ...,
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Ich verstehe schon, dass deine "Kleinen" nicht so klein sind. Es ist
eine liebe Bezeichnung, die du da verwendest. Meine Kleine sagt
manchmal, wenn sie mich nach langer Zeit wieder sieht "men mamma, vad
liten du är" (aber, Mutti, wie klein du bist) und dann wird gemessen,
denn ich will ihr doch beweisen, dass sie sich gewaltig irrt, wenn sie
denkt sie sei größer als ich.. *s* Meine Mutter war ziemlich klein,
aber sonst waren alle meine Verwandten große stattliche Leute.
Besonders meinen Grossvater bewunderte ich wegen seiner stattlichen
Figur und seiner stolzen Haltung. Er sah ungemein gut aus.

...

Freitag, 1. März 2013

Und das ist Sehnsucht ...




Sacro Monte di Domodossola 

Und das ist Sehnsucht: wohnen im Gewoge
und keine Heimat haben in der Zeit.
Und das sind Wünsche: leise Dialoge
täglicher Stunden mit der Ewigkeit.

Und das ist Leben. Bis aus einem Gestern
die einsamste von allen Stunden steigt,
die, anders lächelnd als die andern Schwestern,
dem Ewigen entgegenschweigt.

Rilke








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kleine Skitour




date 1 March  
subject Sonne und Schnee.. :-)

Lieber  ... ,
Danke für dein liebes Mail und das herrliche Bild. Dort würde ich gern
eine Woche verbringen.. aber leider, ich kann nicht Slalom fahren.
Doch für "Nordic Ski" bin ich immer zu haben.
Und stell dir vor! Heute bin ich zum ersten Mal seit ewig Ski
gelaufen. Es ist wieder ein herrlicher sonniger Wintertag und am
Morgen ist K in den nahen Wald gefahren (unsere "kleine Schweiz") um
zu sehen ob die Loipen gut sind. Und ein Skifahrer sagte ihm, dass die
3 km-loipe sehr gut sei, aber die längeren hätten stellenweise etwas
zu wenig Schnee.
So sind wir dann gegen Mittag losgefahren zu einer kleinen Skitour.
Es muss Jahre her sein, dass ich auf den Skiern gestanden habe, aber
es ist wie mit dem Radfahren.. man hat es im Körper. Und während K
noch eine extra Runde gemacht hat, habe ich ein wenig in der Sonne
gesessen und meditiert. Irgendwie habe ich versucht alle meine in der
Welt zerstreuten Teile wieder in mich hinein zu ziehen. Mag lustig
klingen. Aber der Gedanke, ganz befreit zu sein von allem ausser mir..
hat mir ein schönes Gefühl gegeben. Ich habe an die Worte aus einem
alten Schlager gedacht.. "Freedom's just another word for nothing
left to lose"..   und ich habe mich ganz frei gefühlt.

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