Mittwoch, 19. September 2012

New York - 2. Tag


Ämne:  2. Tag
Datum: den 21 augusti 2003 03:02



Liebe Marlena
Doch, heute war ich in China Town, und auch in Little Italy und im Greenwich Village. Das sind die alten Quartiere, die manchmal fast deutsch oder hollaendisch wirken. Es sind diese grossen Backsteingebaeude mit den Metallleitern zur Seite. Daraus lassen sich natuerlich im Greenwich Village schoene Gallerien machen.
Ich war auch in einem Kaufhaus und habe das Angebot studiert. Sie arrangieren die Fruechte schoen, so dass einem das Wasser im Mund zusammenlaeuft. Bestimmt polieren sie jeden Apfel einzeln. Und die Tomaten tuermen sie neben den Orangeen, so dass man meint, es waeren Kaki. Bei den Gebaecken haben sie viel Undefinierbares. Und die Zuckerbeeren sind gleich neben den gedoerrten Fruechten, als ob das beides Fruechte waeren. Die Torten sind zum Weinen kitschig mit der gruenen oder blauen Dekoration. Am besten haben mir zwei Kuechengeraete gefallen: das eine ein Alleskoenner (Zapfenzieher, Zange fuer Drehverschluss und Zapfen) in exotischen Farben. Daneben eine Klemme fuer die Zahnpastatube, damit alles nach Vorne an die Front gedrueckt wird.
In eine Privatbibliothek haben sie mich nicht eingelassen. Darum bin ich dann nachmittags in die New York Public Library. Sie ist natuerlich riesig und hat viele kleine Unterbibliotheken, sog. Collections. Sie sind schon aufgemacht und mit noblen Moebeln umgeben. Und der Lesesaal ist gross, mit hohen Fenstern und Tischlampen mit goldenen Messingschirmen. Viele Arbeitsplaetze sind mit PC eingerichtet. Und natuerlich kontrollieren sie beim Eingang, ob du irgendwelche Bombem mitbringst. Doch die Schwarze hat nur halbherzig in meine Tasche geleuchtet.
Nachmittags bin ich ins Guggenheim und in den Central Parc gegangen. Und anschliessend bin ich beim Metropolitan Museum vorbeigegangen. Aber ich hatte zuwenig Geld im Sack und zuwenig Zeit im Nachmittag, um dort hineinzugehen. Vielleicht gehe ich spaeter mal.
Heute abend gehen wir also Fisch essen. Ich hoffe, es schmeckt. Ich habe mich deswegen fast den ganzen Tag zurueckgehalten.
Und Du bist bei der Arbeit. Das Feld hinter Eurem Haus sieht doch gar nicht so schlecht aus. Ich finde, es wirkt ziemlich malerisch. Das darf man doch den beiden Bruedern zugutehalten.
Ich schreibe Dir morgen mehr. Heute warten sie auf mich.
Liebe Gruesse und Kuesse
...

Dienstag, 18. September 2012

Down Town heute

(ungekürzt)
Ämne: Down Town heute
Datum: den 20 augusti 2003 06:05


Liebe Marlena
Na ja, wenn Odysseus einen Labtop gehabt haette, waere die Geschichte nicht halb so melodramatisch herausgekommen. Stelle Dir vor, wie die arme Penelope ihre Freier hingehalten hat, und das, obwohl sie nicht wusste, ob und wann er kommt. Es ist die ewige Geschichte der Hausfrau, die mit dem Nachtessen auf den Mann wartet, der einfach nicht von der Arbeit loskommt. Mit Labtop wuerde sie vielleicht doch herausbekommen, dass er drueben mit Circe in der Bar sitzt.
Ja, wir haben hier 6 Stunden Differenz. Aber mein Jetlag war eigentlich kaum spuerbar. Man hatte mir gesagt, ich solle viel trinken. Und das tue ich unablaessig, wenn ich hier bei meinen Bekannten bin. Und man soll am ersten Tag erst um Mitternacht ins Bett. Auch das habe ich getan. Wir haben gestern noch einen Spaziergang hier im East Village gemacht und die Bar besucht, die sie jeden Abend besuchen. Sie kennen dort viele Leute und bekommen die meisten Drinks gratis serviert, so dass sie bloss noch ein Trinkgeld bezahlen. Ich habe bis 24h durchgestanden, obwohl von der Air Condition her eine herbe Brise wehte. Und nachher hatte ich dann davon auch etwas Kopfweh. Aber die Muedigkeit war staerker.
Heute habe ich Down Town besucht. Das ist das Geldzentrum mit der Wallstreet, dem Ground Zero, dem Finance Center, also eigentlich der unterste Zipfel der Insel. Man sieht von dort schoen auf die Freiheitsstatue, die nicht muede wird, ihr Corne mit Softice hoch zu halten. Ich bin mit der Ferry nach Staten Island hinueber gefahren, um von dort eine schoene Sicht auf Manhattan zu haben. Es war so, wie man es auf den Fotos sieht. Sie brauchen kaum zu retouchieren - es sieht bei Sonnenuntergang einfach grandios aus. Und als guter Katholik habe ich auch die Trinity Church besucht, die gleich neben Ground Zero liegt. Sie ist ein neugotisches Kirchlein, wo wir Europaer sofort uns zuhause fuehlen. Und auch das Kirchlein ist wunderbar airconditioned. Und hinten, neben der Sakristei, gibt es auch Erfrischungsraeume fuer uns Glaeubige. Ich habe mich ins Gaestebuch eingeschrieben. Hinten, in der letzten Rubrik, wo man eine Mitteilung eintragen konnte, kam ich ein bisschen in Verlegenheit. Und so dachte ich, es wuerde einen sehr guten Eindruck machen, wenn ein Schweizer aus der Schweiz "God save America" hinschreibt. Ich hoffe, die Amis werden mir das nicht vergessen!
Es ist ziemlich warm in der Stadt, weil auch die Luft feucht ist. Wenn ich Schweiss im Ruecken spuere, dann suche ich eine von diesen riesigen Buchhandlungen. Sie sind nicht so kalt conditioned wie andere Raeumlichkeiten, wahrscheinlich, weil sonst die Buecher schimmeln wuerden. Bei angenehmer Fruelingstemperatur lese ich dann ein oder zwei Kapitel aus Tolstois Krieg und Frieden. Dann bin ich wieder auf Normaltemperatur. Es ist wirklich sehr angenehm. Und sie haben riesige Ledersessel, dass man sich wie zuhause fuehlt.
Im Finance Center habe ich einen Kaffee getrunken. Es gibt dort einen schoenen Wintergarten mit 16 Palmen. Der Starbucks Kaffe wurde mir in einem XL/Becher gereicht, gut ein Viertel Liter. Und dann stuelpen sie ueber den Becher so einen Deckel, damit man wie ein Baby daran saugen kann. In der Schweiz nennen wir sowas Schoppen. Ich musste das Gebraeu allerdings in einem kleinen Laboratorium gleich neben der Theke noch nachkorrigieren. Dazu habe ich reichlich Zucker und Milch beigegeben.
Es gibt viele schoene Frauen in NY. Der Grossteil sind Latinas, also wohl von Mittel/ und Suedamerika. Die Amerikanerinnen selbst sind nicht so besonders, meist unelegant und etwas massig. Aber ein paar sind dann, um den Duchschnitt zu heben, wirklich Klasse. Ich war abends noch rasch in den Central Park gefahren. Dort hat ein Zeichner mit Kohle eine junge Frau portraetiert. Und natuerlich hat sich hinter seinem Ruecken eine Traube gebildet. Ich glaube, es waren zwei Schwedinnen, die neben mir standen. Sie waren jung, huebsch und und unschuldig, also suess. Der Zeichner hat ueberigens seine Kohle mit dem Pinsel aufgetragen. Ich glaube, er mischt Kohlestaub mit einer Fluessigkeit, vielleicht Terpentin. Und dann kann er damit arbeiten wie mit Schuhwichse. Er hat das Gesicht gut getroffen, nach meinem Geschmack einfach zu sehr sich mit kleinen Nuancen und Details beschaeftigt. Aber die Leute moegen es ja, wenn das Bild fotoaehnlich rauskommt.
Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, heute auch ab und zu ein bisschen zu zeichnen, oder skizzieren. Aber es gab soviel zu sehen, ich habe das schlicht vergessen. Und beim Sitzen war ich - wie gesagt - mit der Ueberdosis Kaffee beschaeftigt.
Morgen will ich die Villages besuchen: Greenwich Village, Eastern Village, SoHo. Das ist alles hier in der Naehe und bildet den mittleren Teil Manhattans. Hier gibt es keine hohen Gebaeude, sondern oft noch die alte Grundstruktur, also Backsteingebaeude mit diesen Eisentreppen und Feuerleitern, wie man sie in den Filmen sieht. Ueberigens erinnert mich die Strasse, in der ich wohne, an jene, die man gleich anfangs im Film Mrs Dalloway sieht. Und mein Gastgeber hat mir erzaehlt, dass diese 9th Street oft gesperrt bleibt, weil man Filme dreht. Die Polizei habe eine eigene Abteilung, die damit beschaeftigt ist.
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Und Du bist buehnenhungrig, "schulgeil" wuerden wir hier - etwas grob - vielleicht sagen. Das zu hoeren hat mir gefallen. Das zeigt Deine Energie. Das ist "die Angst des Torwarts vor dem Elfmeter", wuerde Handke es formulieren. Aber es ist doch gut, dass Du etwas zu tun hast, was Dich in Schuss haelt, nicht wahr? Du bist ja doch eine Vollblutlehrerin. Ich glaube, Du gehst in Deinem Beruf sehr gut auf. Und das weisst Du auch, obwohl es - wie in jedem Job - einiges zu beklagen und zu bemaengeln gibt.
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So ist das doch ein ziemlich ausfuehrliches Mail geworden. Das hatte ich eigentlich nicht geplant. Aber meine Gastgeber sind auf Tour. Sie treffen sich mit ihren Freunden in den Bars. Und so sitze ich hier allein in Bs. Arbeitszimmer und trinke das Reservoir an Wasser im Kuehlschrank leer.
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Ich wuensche Dir einen allerbesten Arbeitsanfang und eine gute Zeit.

Mit allerliebsten Gruessen aus der Ferne
...






Montag, 17. September 2012

19 augusti 09:07

Ämne: Re: still from far away..
Datum: den 19 augusti 2003 09:07


Lieber ...,
Ich bin ganz ohne Hoffnungen an den PC gegangen und war erstaunt und erfreut zwei mails von dir zu finden. Ach, du bist wirklich lieb. Wie wäre es gewesen wenn Odysseus einen Laptop mitgehabt hätte? ;-)
Es ist schön zu hören, dass du gut angekommen bist und schon deine ersten Eindrücke bekommen hast. Ja, genau das hat mich in Singers Buch überrascht. Wie diese riesige Weltstadt eigentlich ein mehrmillionendorf ist. Und nun verstehst du auch was ich meine, wenn ich sage dass man den Patriotismus etwas übertreiben oder lass mich sagen erlernen muss. Aus so vielen Nationen ein "wir" zu schaffen verlangt schon etwas Mühe.
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Ich bin heute wie ein nervöses Pferd, das bald auf die Rennbahn muss. Oder eine Schauspielerin, die auf die Bühne soll. Aber ich weiss, dass dieses Gefühl sofort verschwindet wenn ich dann vor den Schülern stehe. Wenn ich schon von Bühne spreche, so habe ich gestern Moulin Rouge gesehen. Die Handlung war sehr banal und voraussehbar.. La Traviata oder die Kameliendame.. aber trotzdem hat es eine Dimension gehabt, die den Film sehenswert macht. Dann schaue ich mir noch einmal "Chocolat" an. Ein ganz anderer Film, mit viel Wärme und Charme. Kennst du den? Wie du siehst versuche ich so gut wie möglich meine Gedanken abzuleiten.
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Und heute geht der Kurs wohl los bei dir? Aber im Moment schläfst du sicher noch, denn du liegst wohl zeitlich ungefähr 6 Stunden nach, oder?

Ich wünsche dir alles Gute und Schöne,
Mit lieben Grüssen
Marlena

Re: From far away..


den 19 augusti 2003 00:02
Re: From far away..


Meine liebe Penelope
Ich bin gut angekommen nach einem endlos langen Flug. Ich sass neben einem Schweiyer Studenten aus Berkely. Es war gany interessant, mit ihm yu diskutieren. (wo du ein y liest, sollte ein z sein und umgekehrt ).
Jetzt bin ich schon bei meinen Bekannten yuhause und wir lernen uns kennen. Er gleicht seiner Mutter sehr.
Es scheint mir, dass es eine lustige Woche geben wird.
Dein Mail konnte ich noch nicht wirklich lesen. Aber ich werde es demnaechst nachholen.
Mit einem lieben Gruss aus der neuen Welt\
...

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Ämne: Re: still from far away..
Datum: den 19 augusti 2003 00:19


Liebe Marlena
Manhattan ist eigentlich wie ein Dorf. Es ist alles viel uebersichtlicher, als ich es mir vorgestellt habe. Die Strassen gerade, durchgehend nummeriert, man kann fast nicht verloren gehen. Fast ein bisschen fantasielos.
Aber die Leute, die man hier sieht, kommen aus der ganzen Welt. Das ist schoen anzuschauen. Manchmal gibt es Exemplare darunter, dass man nur staunt Auf dem Flughafen habe ich eine Schwarze gesehen, eine solche Schwarze hast Du bestimmt noch nie gesehen. Man koennte sie in einem Circus auftreten lassen.
Jetzt muss ich mir langsam ueberlegen, was ich morgen tun soll. Und heute abend / so wurde mir gesagt / soll ich nicht zu frueh ins Bett, damit das Jet Lag nicht einschlaegt. Ich werde sehen, was ich tun kann.
Mit noch einem lieben Gruss
...

From far away ..


Ämne: From far away..
Datum: den 18 augusti 2003 17:18


Liebster Mausfreund,
Hier sitze ich und fühle mich irgendwie ganz verlassen und du scheinst mir so undendlich weit weg. Eigentlich ist das komisch, denn wenn du in der Schweiz bist, bist du doch genau so unnahbar.

Wenn du dieses Mail kriegst, bist du schon am anderen Ende der Welt und beginnst deine Verwandlung (Mutation, wie du sie nennst). Ach, du bist lustig. Aber ich glaube wirklich, dass diese Reise dich verändern wird. Du hast so viele Auffassungen (ich wollte fast sagen Vorurteile) über Amerika und nun kannst du sie mit der Realität konfrontieren. Nein doch, sei mir nicht böse. Vorurteile ist nicht das perfekte Wort dafür.. aber Meinungen, die man sich irgendeinmal, durch eine persönliche Erfahrung, zugeeignet hat.. und die dann, vielleicht mit Unrecht, hängengeblieben ist. Ich sage vielleicht. Es geht mir auch so. Ich sehe die Amis als meist sehr liebe und freundliche aber naive Menschen. Mit dem Verstand weiss ich natürlich, dass das nicht allen dort gelten kann und trotzdem denke ich es immer wieder gefühlsmässig. Nur weil ich in meiner Jugend in Paris mit naiven Amerikanern in Kontakt gekommen bin.
*
Heute bereiten sich alle auf den Empfang der neuen Schüler vor und auf die ersten Unterrichtsstunden. Auch ich sollte das tun, aber wie immer schiebe ich das ganze aufs längste vor mir hin. Keine noch so unangenehme Aktivität scheint mir im Moment weniger sympathisch. So sollte ich wohl eigentlich die Gelegenheit ausnützen und etwas tun vor dem ich mich sonst drücke. Aber zuerst muss ich eine Weile mit dir sprechen.
Sag, wie ist es von dort drüben auf Europa zurückzublicken? Siehst du es leuchten wie ein kleines Juwel am anderen Ende des Ozeans? Sogar wenn ich im Sommer die 1.000 Kilometer von hier entfern bin, sehe ich mein Leben hier mit anderen Augen. Ich bin fest überzeugt davon, dass du dir die nötige Energie holen wirst für deine kommenden Berufsjahre. Ach, wie bin ich neugierig auf deine Erlebnisse "over there".
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Heute sehne ich mich dauernd nach etwas Süssem. Orangenmarmelade oder Schokolade. Vielleicht hilft es mir über die schlimmen Abstinenzsymptome hinweg.

Doch ich höre am besten jetzt auf. Du kannst doch nicht deine kostbare Zeit am PC verschwenden, das verstehe ich sehr gut. Ich hoffe, dass du viele interessante Erlebnisse haben wirst und ich freue mich schon auf den Tag, wenn du mir davon erzählst. Es scheint eine Ewigkeit bis dahin...

So grüsse ich dich lieb und wünsche dir eine schöne Zeit,
Marlena
PS: Schick mir nur ein paar Zeilen, damit ich sehe, dass es dir gut geht.

Samstag, 15. September 2012

Re: Vielleicht doch...



den 17 augusti 2003 14:44
Re: Vielleicht doch..

Liebe Marlena
Na klar, habe ich noch dies und jenes vergessen im Büro. Vor allem muss ich noch die Adresse des Institutes in meine private Mailbox kopieren. Weshalb das so ist, erzähle ich Dir später.
Ich habe heute morgen nur Zwetschgen gegessen. Du weisst, was das ist. Das sind Pflaumen, blau, mit einem weisslichen Staub, wenn sie frisch geerntet sind. Wenn man sie dann abwischt, werden sie dunkelblau. Ich esse die Dinger verrückt gerne. Aber wenn man sie in leeren Magen gibt ... Du weisst schon. Ich Moment bin ich unter Druck.
*
Euer Krebsfest klingt kulinarisch wirklich vorzüglich. Ich weiss gar nicht, wie man im Sommer soviel essen kann bei dieser Wärme. Aber es gelingt, bei uns Südstaatlern ein bisschen Neid zu provozieren !! Es klingt alles wirklich lecker.
*
Es ist wieder heiss heute hier. Wir fahren um 16h nach Lenzburg. S. hat uns Scampi versprochen. Und zum Dessert dann ein Zwetschgen-Mousse. Das ist gut bei dieser Temperatur. Ich habe meinem Onkelchen vor 14 Tagen ein Buch über Marokko mitgebracht. Er ist sehr interessiert daran und liest unablässig drin. Ich glaube, das belebt seine Phantasie.
*
Und ich habe beschlossen, mich neu zu erfinden. Wie Du sagst, tut man das jeden Tag. Aber mit meiner Pilgerreise nach NY soll es einen kleinen Mutationssprung geben. Ich meine einen Sprung von der Grössenordnung zwischen Schimpanse und Mensch ;--)) Klingt ein bisschen zu nitzscheanisch, nicht wahr? Aber im Ernst, ich möchte doch versuchen, in diesen 14 Tagen Energie zu schöpfen, die für die letzten paar Jahre im Job hinhalten. Und das Buch gibt gute Anregungen.
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Vielleicht komme ich auch mal dazu, Dir ein Mail zu schreiben, vielleicht. Erwarte nicht zuviel, meine Liebe, denn NY scheint eine hochelektrische Stadt. Und wenn man in diesen Strom hineingerät, dann sitzt man nicht mehr still. Nur noch in diesen Bars mit dem Neonlicht, wie man sie auf den Bildern sieht.
*
Ich wünsche Dir eine gute Zeit.
Halt mir den Daumen und die Treue, meine liebe Marlena.
See you
kisses
...



Ämne: Telegramm
Datum: den 17 augusti 2003 19:17
 

 
John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens


Lieber ...,
Wenn du dich nun auf deine Odyssee begibst,
bitte nimm dich in acht vor den Sirenen.
Deine Penelope

Freitag, 14. September 2012

Vielleicht doch... ?



Ämne: Vielleicht doch..
Datum: den 17 augusti 2003 13:27


Lieber ...,
Vielleicht huschst du doch noch einmal ins Büro, weil du etwas vergessen hast. Deshalb schicke ich dir noch ein paar Zeilen.
Ja, es war schön gestern. D.h. die Krebse und die Vorspeise mit Pfifferlingen gefüllte Teigwaren, haben ganz vortrefflich geschmeckt. Der Apéritif, das deutsche Bier und der Wein ebenso. Und nachher gab es dann noch eine Nachspeise aus Eiskugeln, Melone und Kirschpuré. Und wie üblich, bei uns in Schweden, auch wenn es schon spät am Abend ist, gab es einen Kaffee und dazu ein herrliches Tortenähnliches Gebäck. Und wir sind gut nach Hause gekommen. Sind ja immerhin fast 30 Meter zu gehen.. ;-)
*
Die Sonne scheint, aber was ist schon ein sonniger Tag ohne meinen lieben Mausfreund. Ich vermisse dich schon jetzt. Du musst es fühlen.

So grüsse ich dich nochmals lieb und hoffe, dass du wirklich noch mal ins Büro musst vor deiner Abreise.
Ich freue mich auf den Bericht über deine Pilgerfahrt.
S+K und auch M,
Marlena