Dienstag, 8. November 2011

November

der letzte Apfel am Baum

Montag, 7. November 2011

...nie mehr

7 November 2007 09:20
subject   7. Nov. 2007


Liebe Malou
Ich danke dir ganz herzlich für die guten Geburtstagswünsche. Und auch
für das sms, das gestern plötzlich hereingeflogen ist. Und dass sie am
6. November Schweden beflaggen, ist mehr als richtig. Natürlich tun
sie das auch ein bisschen wegen dem reformierten König mit seiner
katholischen Tochter, die ich doch im St. Peter in Rom gesehen habe.
Wir beziehen uns auf solche Dinge in einem Satz oder zwei. Das ist
merkwürdig, wenn man bedenkt, wieviel Freud und wieviel Leid in
solchen Ereignissen für die Betroffenen gelegen haben mögen.

Ja, du bist mein Heftpflaster Malou. Du bist diejenige Person, die
noch in meine tiefere Vergangenheit gesehen hat. Ich merke langsam,
wie es ist, solcherart von der Vergangenheit abgeschnitten zu sein. Es
wird nie mehr möglich sein, sich voll zurückzuerinnern. Ich meine in
einer Art, wie es eine Familie tut, wenn alle gemütlich zusammen
sitzen und einer fragt: weisst du noch?. Natürlich kann man sich
zurückerinnern. Aber die Erinnerungen werden nicht mehr ergänzt von
andern Familienmitgliedern um sie zu einem vollen Bild zu
komplettieren, vielleicht um Irrtümer aus dem Weg zu räumen, um starke
Gefühle der Gemeinsamkeit aufkommen zu lassen.
...

Sonntag, 6. November 2011

6. November

Gustav Adolf Gebäck

Ämne: Prost!
Datum: den 6 november 2002 19:35

Lieber ...,
Ich weiss nicht ob du meine musikalische Huldigung erhalten hast. Ein "Happy birthday", gesungen von Giraffen ist gerade genug originell für einen Mann wie du. Ein bisschen enttäuscht war ich doch darüber dass man es nicht hören konnte. Aber uns fehlt ja nicht die Fantasie ;-)
...
Ach!? In aller Welt hat man dich gefeiert heute? Du bist wirklich ein Glückspilz. Ich bin froh wenn sich die allernächste Verwandschaft an meine grossen Geburtstage erinnert. Aber wenn ich ehrlich sein soll so muss ich sagen dass auch ich mich nur um die Geburtstage in der Familie kümmere, d.h. von Mann, Kind und ..  Ein bisschen schäme ich mich natürlich dass ich nicht so bin wie meine verstorbene Cousine, die sich immer an alle Verwandten erinnerte und auch mir ständig die unmöglichsten Dinge schickte. Ach, wie sehr ich sie vermisse!

Ich hab wieder auf die webcam geschaut und auch festgestellt dass Petrus wahrhaftig an dich gedacht hat. Und endlich hatte man die roten Fahnen entfernt, die so lange das schöne Gässchen verdeckt haben. Bei uns dagegen flaggt man heute überall - wegen dir und wegen Gustav II Adolf. Die richtigen Patrioten essen sogar an diesem Tag ein spezielles Gebäck zu seinem Andenken.

Sag wie ist es denn mit den Uhrzeiten bei euch? Die Uhr auf der webcam hatte man nicht eine Stunde zurückgestellt wie wir es neulich hier getan haben. Bei euch war es noch hellichter Tag während es hier schon ganz dunkel war.

Gern würde ich jetzt mit einem guten Wein mit dir anstossen aber ich kann nicht eine ganze Flasche öffnen nur wegen einem Gläschen. So werde ich ein Glas Cognac oder noch besser einen Whisky trinken zu deinen Ehren. Prost, chéri!

Schau mal was man heute um 20.00 Uhr im Fernsehen (TV 2) zeigt:

Ein Dokumentarfilm: Marlenes 6 Gesichter
Ein persönlicher Dokumentarfilm von C.C. über eine kanadensische Frau mit einer multiplen Persönlichkeit. Eine emotionelle Reise von Schweden nach Kanada die mit einer Begegnung im Internet beginnt und mit Liebe endet. Wir begegnen Marlenes sechs verschiedenen Persönlichkeiten und deren verschiedene Einstellung zum Leben.

Mein Mittagessen (wir essen middag am Abend) ist nun fertig.
Wünsche dir noch einen schönen angenehmen Abend.

Mit lieben Grüssen
Marlena

Re: Time goes by...     Ämne: 6. Nov. 02
Datum: den 6 november 2002 15:34

 

Freitag, 4. November 2011

Vielleicht

.



 
Vielleicht

Erinnern
Das ist

vielleicht

die qualvollste Art

des Vergessens
und vielleicht
die freundlichste Art

der Linderung
dieser Qual

[Erich Fried]

Lucian Freuds Bilder

Liebe Marlena
...
Ich habe kürzlich ein Bildband gekauft über Lucian Freud. Vielleicht
hast du von ihm gehört. Er ist ein Enkel des berühmten Sigmund Freud,
lebt in England, und hat sich einen Namen als Porträtmaler gemacht.
Und dabei macht er seinem Grossväterchen grosse Ehre. Er malt seine
Figuren so nackt, wie man sie kaum je gesehen hat. Das Fleisch springt
einem aus den Bildern derart entgegen, wie es bloss noch bei Sigmund
aus seiner Psychoanalyse geschehen ist. Die Gemälde haben etwas
Schockierendes an sich. Sie versetzen den Zuschauer in die Rolle des
vorwitzigen Voyeuristen, weil die Modelle derart offen daliegen.
Vielleicht ist es das erste Mal, dass auch Männer sich derart exponieren
und ihre Dinger zeigen, wie man das noch niemals auf Bildern gesehen
hat. Im ersten Moment wirkt es widerlich. Bei weiblichen Figuren sind
wir das mehr gewohnt, denn da führt die Malerei eine lange Tradition
fort. Aber das Männer derart die Beine spreizen, das ist unerhört,oder
besser unersehen (kein gängiges deutsches Wort). Ich glaube, zur Zeit
hat Freud eine grosse Ausstellung in der Tate in London. Und einen
Moment lang hatte ich mit dem Gedanken gespielt, nach London zu
fliegen, um das anzuschauen. Vielleicht findest Du im Internet ein
oder zwei Beispiele von diesem Maler.
Ist er nicht gerade 80 geworden?
*
Oktober 2002

S.O.S

Ämne: Re: S.O.S
Datum: den 31 oktober  20:24


Liebste Marelna
Ich könnte Deinen Schutz doch sehr gut brauchen. Ich bin wieder krank. Heute war ich beim Arzt. Er sagt, vor nächsten Montag soll ich auf keinen Fall anfangen zu arbeiten.
Ich habe etwas Frostfieber, Ohrenschmerzen, Husten wie eine Jagdhundemeute und Durst wie eine Herde Walliser Braunvieh.
Habe Geduld Wenn ich kann, schreibe ich wieder.
Mit einem lieben Gruss

Donnerstag, 3. November 2011

"Die Himmelstür zum Cyberspace"

Subject: Re: ne me quitte pas ...
Date: Sat, 30 Sep 2000 07:59:40 GMT

Liebe Marlena
Gerade war ich auf der Post und habe den Brief abgegeben, denn ich wusste nicht, mit welchem Wert ich ihn frankieren sollte. Wir können jetzt sehen, wie lange es dauert. Denn wenn ich mal in Not sein sollte, muss ich genau wissen, wie lange es dauern wird, bis ich Marlenas Hilfe anfordern könnte. ...
*
Ich habe gerade ein interessantes Buch gefunden, das zu lesen ich angefangen habe. Es heisst "Die Himmelstür zum Cyberspace" von einer amerikanischen Wissenschaftsjournalistin namens Margaret Wertheim. Ich bin noch nicht so weit in der Lektüre, aber man kann alles nachlesen, was wir beide schon diskutiert haben über Platonismus, den klassischen Dualismus von Körper und Geist, den Cyberspace als die RES COGITANS Descartes' und viele ähnliche Dinge, inklusive alles, was mit dem Symbol eines Turmes assoziiert sein könnte. Ich glaube, Marlena, wir haben unsere imaginären Bedingungen gar nicht so schlecht durchschaut. Und darüber können wir doch ein wenig stolz sein.
Solche Fragen der modernen Medien, und wie sie unser Weltbild verändern können, das interessiert mich mehr als die technischen Fragen des EDV-Systems. Doch natürlich muss ich zugeben, dass ich oft bei Diskussionen schweigen muss, und dass ich in vielen kleinen Situationen des Alltages ein wenig hilflos sein kann.
*
Ich kenne Jacques Brel, doch ich habe keine CD von ihm. Ich höre diese Musik vor allem, wenn wir über Weihnachten die Wohnung P und M haben, dann kann ich sie stundenlang hören und mich den Gedanken hingeben. M hat viele von diesen alten Platten.Und ich liebe sie besonders dort in .., wo ja auch sonst die Atmosphäre ein wenig französischer ist als hier. Sie ist oft voller Poesie, wie Du sagst.

Ich wünsche dir und Deiner Familie ein schönes Wochenende. Hier ist es noch ziemlich mild. Doch der Himmel ist bedeckt. Und nächste Woche soll es kühler werden. Wir werden sehen. Dann können wir "wachen, lesen, lange Briefe schreiben, und (..) in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben". Aber nicht zu unruhig.
Mit einem schönen Kuss für Dich
...