Lieber ...,
Es ist Samstagmorgen. Neben mir auf dem Sofa liegt ein Haufen Bügelwäsche. Soll sie tun. Zuerst will ich mich ein wenig mit einem Mail an dich ”verlusten” (heisst es so?).
Gestern war ein schöner sonniger Nachmittag. Freitags komme ich erst spät nach Hause (sogar nach K und A) und bin meistens ziemlich erschöpft. Anna und K dagegen schienen in prima Form zu sein und beschlossen noch schnell vor dem Essen einen Waldlauf zu machen. Und dann kamen sie mit einem schönen grossen ”blomkålssvamp” nach Hause.
Ich beneide manchmal die Kultur der Juden. Sie haben noch solche gemeinsame Traditionen, wo alle um den Tisch versammelt sind.
Bei uns essen wir immer im Wohnzimmer bei Kerzenlicht und klassischer Musik. Und wir unterhalten uns über die Geschehnisse der vergangenen Woche. Es ist ein schöner Moment.
Dann verschwindet jeder in seine private Sphäre. Ganz privat wird sie leider nicht. K liebt es, seine CDs zu hören (und hören zu lassen). Er hat wirklich alles, was man sich wünschen kann. Ich höre sie ja auch gern, aber nicht immer. ;-)
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Heute habe ich ”satsat på hästar” (auf Pferde gesetzt?) Und diese kleine Zeitspanne zwischen Hoffnung und Enttäuschung träume ich davon, eine Riesensumme zu gewinnen. Dann weiss ich, dass ich mal nach Visp fahren werde, um mir diese merkwürdige Stadt anzusehen. Ich glaube, ich habe mich etwas falsch ausgedrückt im letzten Mail. Pierro wird nicht verstimmt, weil ich mit dir maile - im Gegenteil glaube ich, dass es meinen ”Status” bei ihm um einiges erhöht.. *lacht* Aber er ärgert sich eben jedesmal, dass er nicht wissen darf, wer dieser fantastische Mensch ist, der auch seine Heimat so gut kennt. Nun ja, ihr habt nicht im selben Milieu gelebt. Ein blouson noir und ein blouson doré treffen sich kaum. Aber ihr kennt dieselben Personen (Visp war sicher damals ziemlich klein) und als ich ihn lesen liess was du von dem Scherenschleifer geschrieben hattest dann weiss ich dass seine Nostalgie gigantisch war.
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Eigentlich sollte ich nicht über solche Dinge schreiben. Ich könnte mich locker mit dir darüber unterhalten, aber so schwarz auf weiss klingt alles so definitiv. Ach ja, ich würde mich für mein Leben gern mit dir unterhalten. Sag warum tun wir es nicht wieder einmal im ST? Es war doch ab und zu wirklich schön ...
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Aujourd’hui je vais téléphoner à la soeur de mon oncle qui habite à Paris pour lui demander l’adresse e-mail de sa fille en Amérique. Malheuresement j’ai perdu le contact avec elle. Nous avons passé des étés merveilleux ensemble à Paris (quand nous étions jeunes) et je la regarde presque comme une petite soeur. Il faut que je fasse quelque chose pour ne pas oublier le français. Un peu d’exercise pour m’aider à m’exprimer plus facilement.
Devant moi je vois la carte avec les deux élans qui s’embrassent tendrement. Elle me fait penser à toi.
Je t’embrasse aussi et te souhaite une bonne journée,
Marlena


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