Montag, 9. Dezember 2019
4. Tag - im Metropolitan
Ämne: im Metropolitan
Datum: den 23 augusti
Liebe Marlena
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Heute war ich also im Metropolitan Museum. Dazu habe ich sogar mein Jacket mitgenommen. Ich dachte, es wuerde heute regnen und die AC sei bestimmt ziemlich kalt. Zuerst bin ich noch rasch beim NLP Institut vorbeigegangen, damit ich dann am Sonntag, dem ersten Kurstag, morgens nicht lange suchen muss. Doch die Arbeit beginnt jeweils erst um 10 a.m. In der Untergrund habe ich dann eine Kolumbanerin getroffen, die auch sehr eifrig in den Plaenen und Reisefuehrer geblaettert hat. So haben wi ein Team/Work gemacht. Sie wollte eigentlich nur in den Central Park. Ich habe sie dann zur Met ueberredet. So haben wir die amerikanischen Impressionisten angeschaut. Aber ich war ein bisschen enttaeuscht: es gab nicht so viele. Ich hatte mal in einer Ausstellung in Lugano mehr davon gesehen. Aber es war ganz passabel. Und sie hatten viele und ausgezeichnete Stuecke von Courbet. Und von Degas gab es jede Menge Skulpturen mit Frauen, die sich waschen, kaemmen, buersten und schaben. Man koennte damit ein halbe Badeanstalt fuellen. Meine Begleiterin liebte van Gogh. So sind wir auch ein bisschen dem armen Vincent. Es gibt dieses Bild einer aelteren Dame aus Arles. Na ja, ich glaube, es gibt mehrere Versionen. Aber eins war da. Kuerzlich hatte ich in Basel bei Beyeler ein anderes davon gesehen. Es ist ein schoenes und eindrueckliches Bild. Aber an der Vorliebe fuer van Gogh konnte ich sehen, dass sie nicht soviel von Bildern weiss und kennt. Aber sonst war es sehr unterhaltsam, wieder mal mit jemandem zu plaudern und zu scherzen. Die letzten zwei Tage war ich mehr oder weniger allein unterwegs. Sie ist Aerztin und gerade daran, ihre Spezialisierung zu machen. Sie will sich fuer Augenaerztin entscheiden, wie schon ihr Vater und ihr Bruder es sind. Und so hat sie natuerlich auf meinen Wunsch gleich eine Nachkontrolle an meinen Augen gemacht. Ich glaube, sie war zufrieden mit der Heilung meiner Wunden. Es ist lustig: sie ist 30, sieht aber aus wie 20. Anfangs hatte ich ein bisschen Bedenken, weil ich dachte, ich koenne doch nicht mit einem solch jungen Ding herumziehen. Wir haben festgestellt, dass ich so alt bin wie ihr Vater, und haben uns sozusagen fuer ein Vater-Tochter-Verhaeltnis entschieden. Ich habe einiges erzaehlt von den vielen Dingen, die ich in den letzten 20 Jahren ueber Malerei und Maler gelesen und gelernt hatte. Und sogar mein Jacket konnten wir gebrauchen, weil sie in dem sibirischen Klima mit der Zeit etwas froestelte. Ich habe, wie es sich gehoert, in diesen nordischen Winden tapfer ausgehalten. Sie musste dann gehen, weil ihre Freundin - bei der sie wohnt - anrief und schon von der Arbeit heimgekehrt war.
Ich hatte noch ein laengeres Gespraech mit einem Amerikaner, einem pensionierten Lehrer der High School (Erdkunde) Er wusste, wo die Schweiz liegt und konstatierte mit Bewunderung, dass wir ueberall Seen haetten. Na ja, ich habe ihm nicht widersprochen. Er empfahl mir, auf das Dach des Museums zu gehen, um den Blick ueber den Central Park und die Skzline zu geniessen. Das habe ich dann auch noch getan. Wir haben uns sogar ein bisschen in die Politik vorgewagt. Ich sprach von einem gewissen Misstrauen der Europaer gegen[ber der amerikansichen Politik. Aber er begriff nicht, was ich meinte. Er stellte fest, dass die Europaer endlich ihre Hausaufgaben machen sollten. Die Amerikaner schickten soviel Geld in die Turkei, nach Israel. Also sollten wir doch dort endlich fuer Frieden sorgen! Gut, dass bald danach seine Tochter und seine Frau aufgestanden sind, um ihm zu bedeuten, dass sie sich nun genuegend ausgeruht hatten.
Das war mein Programm. Jetzt gehe ich bald ins Bett. Meine Gastgeber sind fuers Wochenende weg. Ich huete sozusagen. Ich koennte mit der alten Dame aus Puerto Rico nebenan eine wilde Party machen!
Ich wuensche Dir ein feines Wochenende.
Mit lieben Gruessen und ... Du weisst schon, à la carte
...
Heute bin ich etwas frueher nach Hause gekehrt, denn gestern war es spaet geworden, und meine Knie waren etwas weich. Ich habe am Union Square eine Serie Fruehstueckseier gekauft, nachdem ich hier meinen Gastgebern alle weggegessen hatte. Und jetzt bin ich, nach einer erfrischenden Dusche, hier am PC.
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