Montag, 9. September 2013

New York - 3. Tag


Ämne:  3. Tag
Datum: den 22 augusti

Liebe Marlena
Heute hatte ich mir Midtown vorgenommen. Ich bin zu Fuss bis hinauf zur Grand General Station gepilgert. Auf dem Weg gab es einige Kleinigkeiten wie das Flatironhaus, das man immer wieder abgebildet sieht, den Washington Square Park, wo der alte George auf einem Gaul sitzt und locker-laessig die rechte Hand ausstreckt, um den nachkommenden Generationen den Weg zu weisen. Er macht es - das wollen wir nicht unterschlagen - ein wenig Marc Aurel auf dem Kapitol in Rom nach. Der Union Square scheint das Billighotel der Stadt. Es gibt auf den langen Bankreihen jede Menge Penner, die noch nicht alle so frue Tagwache haben. Oft haben sie ihre ganze Habe in Plastiksaecken rund um die Beine stationiert, was wahrscheinlich auch hilft, das Terrain abzustecken. Aber Penner, die wirklich was auf sich geben, schlafen nicht hier, sondern in der Park Avenue. Die hat ein anderes Niveau. Der kleine Gramercz Park war mit einem eisernen Gelaender umgeben und noch geschlossen. Offenbar koennen die Anlieger mit einem Schluessel eintreten. Zwei Damen haben dort ihren Morgenkaffee getrunken. Und rundum haben die Hoernchen gespielt und sind uebermuetig herumgetollt. Es ist lustig, sie ziehen den Schwanz steif hinter sich her wie eine Schleppe, die sie knapp ueber den ungeschnittenen Rasen schweben lassen. Sie sehen eigentlich aus wie unsere Eichhoernchen. Nur die Schwaenze sind ein bisschen schlanker und ihre Farbe geht ins Grau. Am Rande des Madison Square Garden haben zwei Fensterputzer die hohen Scheiben im ersten Stock gereinigt. Das sah aus wie eine zirkusnummer. Die Stangen aus Aluminium haben sich gebogen, und immer mussten sie diese ueberlangen Dinger herunterkippen, um sie im Wasser zu spuelen. Die Grand Central Station habe ich mir ausgiebig angeschaut. Dort kommen die Vorortszuege zusammen und auch die Busse von Newark kommen hier an. Es gibt Laeden mit allen Koestlichkeiten, Kioske, Restaurants, Bars, Schuputzer und Refreshment Rooms. Auch die Polizei ist praesent, immer mindestens zu zweit, eine Patrouille mit Hund. Ich habe mir verkniffen, hier eine NY Times zu kaufen. Ich wollte mich nicht fuer Stunden beschaeftigen und damit ablenken. Dann bin ich nochmals in die Public Library, die ganz in der Naehe ist, und habe mich im Lesesaal fuer eine halbe Stunde abgekuehlt. Sie sind grosszuegig hier, machen nur eine Eingangskontrolle. Aber dann lassen sie dich gehen, wohin du willst. Nur, wenn du den Lesesaal verlaesst, schaut einer in die Tasche, ob Du den Schwarten Krieg und Frieden nicht doch mit eingepackt hast. Hinter der Bibliothek, die ueberigens gleich neben dem Eingang eine Statue von Sokrates zeigt, wie er im Nacken einer Sphynx sitzt und etwas ratlos ins Wasser des kleinen Brunnens vor sich stiert. BUT ABOVE ALL TRUTH BEARETH AWAY THE VICTORY. Der schoene Spruch stammt natuerlich noch aus der Gutenberg/Galaxy, aus jenen alten Zeiten, als Schriftliches sich noch als Wahrheitsquelle herausgestellt hatte. Das ist heute vorbei. Aber der etwas pathetische Spruch ist ganz schoen. Die Astors werden irgendwo in der Bibliothek verdankt. Offenbar haben sie viel Geld gestiftet. Der erste Astor ist aus Deutschland eingewandert, hatte zwar nicht als Tellerwaescher, sondern als Verkaeufer in einem Pelzgeschaeft gearbeitet und nach wenigen Jahren selbst ein Geschaeft gefuehrt, mit dem er dann zu seinen Millionen gekommen sein soll.
Auf dem Platz hinter der Bibliothek ist ein Konqert im Gange. Das gilt den vielen Bueroangestellten, die hier ihren Picknik nehmen und sich die blassen Wangen sonnen. Ich setze mich in den Schatten und zeichne ein bisschen, bis mich die Lust auf einen Kaffee zum Buchhaendler gegenueber lockt. Meist haben sie in einer Ecke des Ladens ein kleines Kaffee, wie das ja auch der Jaggy in Basel gemacht hat. Ich lese das Gratisblatt, das dort aufliegt, und schnuppere in einer Biografie ueber Susan Sontag. Sie habe an der Sorbonne Vorlesungen bei Simone de Beauvoir besucht. Spaeter wurde sie von einem Professor eingeladen, eine Vorlesung ueber Fotographie mitzuverfolgen. Doch das war wieder in Amerika. Sie ist ja wirklich ihr ganzes langes Leben von Europa beeinflusst geblieben und ihm treu geblieben. Ich erinnere mich, wie heftig sie sich gegen den Irak Krieg gewehrt hatte.
Im Trump Tower bin ich dann spaeter wieder in einen tiefen Sessel gesunken und habe mich eine gute halbe Stunde mit diversen Kleinigkeiten beschaeftigt. Das Trump Gebaeude ist luxurioes, mit goldenen Einfassungen ueberall und mit rotem Marmor. Eine Wand herunter rinnt ueber 3 Stoecke eine Wasserflaeche, die, weil einige Steine etwas hervorgesetzt sind, unruhig spritzt und nicht aufhoert, zu rauschen. Auch hier habe ich eine kleine Zeichnung gemacht. Das ist die einfachste Art, sich umzuschauen.
Kurz und gut, es war ein harter Tag und NY ist - unter uns gesagt - ein hartes Pflaster. Ich habe bestimmt 20 bis 30 km gemacht. Manchmal vergesse ich beinahe, dass es noch eine Subway gibt.
Morgen wird es regnen, wurde mir gesagt, und deshalb gehe ich in die Met. Sie liegt am Rande des Central Parks. Der wirkt ueberigens so lebendig und natuerlich, weil er rundum von den riesigen Haeusern so bedraengt ist. Die Luftaufnahmen zeigen das noch markanter.
Abends dann ein koreanisches Essen hier bei meinen Landlords. Hat gut geschmeckt. Eine nette Japanerin war dazu geladen, mit der ich mich sehr gut unterhalten habe. Sie hatte ein gutes Verstaendnis und hat jeweils blitzschnell verstanden. Das mag ich sehr. Sie ist Kunstschmiedin von Beruf und entwirft selbst Schmuck. Der hat mir nicht so sehr zugesagt, aber Schmuck ist ohnehin nicht meine Sache.
Ich wuensche Dir noch einen guten Abschluss der ersten Woche
und kuesse Dich aus den Fernen Landen.
Mit lieben Gruessen
...


Sonntag, 8. September 2013

New York - 2. Tag



Ämne:  2. Tag
Datum: den 21 augusti



Liebe Marlena
Doch, heute war ich in China Town, und auch in Little Italy und im Greenwich Village. Das sind die alten Quartiere, die manchmal fast deutsch oder hollaendisch wirken. Es sind diese grossen Backsteingebaeude mit den Metallleitern zur Seite. Daraus lassen sich natuerlich im Greenwich Village schoene Gallerien machen.
Ich war auch in einem Kaufhaus und habe das Angebot studiert. Sie arrangieren die Fruechte schoen, so dass einem das Wasser im Mund zusammenlaeuft. Bestimmt polieren sie jeden Apfel einzeln. Und die Tomaten tuermen sie neben den Orangeen, so dass man meint, es waeren Kaki. Bei den Gebaecken haben sie viel Undefinierbares. Und die Zuckerbeeren sind gleich neben den gedoerrten Fruechten, als ob das beides Fruechte waeren. Die Torten sind zum Weinen kitschig mit der gruenen oder blauen Dekoration. Am besten haben mir zwei Kuechengeraete gefallen: das eine ein Alleskoenner (Zapfenzieher, Zange fuer Drehverschluss und Zapfen) in exotischen Farben. Daneben eine Klemme fuer die Zahnpastatube, damit alles nach Vorne an die Front gedrueckt wird.
In eine Privatbibliothek haben sie mich nicht eingelassen. Darum bin ich dann nachmittags in die New York Public Library. Sie ist natuerlich riesig und hat viele kleine Unterbibliotheken, sog. Collections. Sie sind schon aufgemacht und mit noblen Moebeln umgeben. Und der Lesesaal ist gross, mit hohen Fenstern und Tischlampen mit goldenen Messingschirmen. Viele Arbeitsplaetze sind mit PC eingerichtet. Und natuerlich kontrollieren sie beim Eingang, ob du irgendwelche Bombem mitbringst. Doch die Schwarze hat nur halbherzig in meine Tasche geleuchtet.
Nachmittags bin ich ins Guggenheim und in den Central Parc gegangen. Und anschliessend bin ich beim Metropolitan Museum vorbeigegangen. Aber ich hatte zuwenig Geld im Sack und zuwenig Zeit im Nachmittag, um dort hineinzugehen. Vielleicht gehe ich spaeter mal.
Heute abend gehen wir also Fisch essen. Ich hoffe, es schmeckt. Ich habe mich deswegen fast den ganzen Tag zurueckgehalten.
Und Du bist bei der Arbeit. Das Feld hinter Eurem Haus sieht doch gar nicht so schlecht aus. Ich finde, es wirkt ziemlich malerisch. Das darf man doch den beiden Bruedern zugutehalten.
Ich schreibe Dir morgen mehr. Heute warten sie auf mich.
Liebe Gruesse und Kuesse
...

Freitag, 6. September 2013

Down Town heute

(ungekürzt)

Ämne: Down Town heute
Datum: den 20 augusti


Liebe Marlena
Na ja, wenn Odysseus einen Labtop gehabt haette, waere die Geschichte nicht halb so melodramatisch herausgekommen. Stelle Dir vor, wie die arme Penelope ihre Freier hingehalten hat, und das, obwohl sie nicht wusste, ob und wann er kommt. Es ist die ewige Geschichte der Hausfrau, die mit dem Nachtessen auf den Mann wartet, der einfach nicht von der Arbeit loskommt. Mit Labtop wuerde sie vielleicht doch herausbekommen, dass er drueben mit Circe in der Bar sitzt.
Ja, wir haben hier 6 Stunden Differenz. Aber mein Jetlag war eigentlich kaum spuerbar. Man hatte mir gesagt, ich solle viel trinken. Und das tue ich unablaessig, wenn ich hier bei meinen Bekannten bin. Und man soll am ersten Tag erst um Mitternacht ins Bett. Auch das habe ich getan. Wir haben gestern noch einen Spaziergang hier im East Village gemacht und die Bar besucht, die sie jeden Abend besuchen. Sie kennen dort viele Leute und bekommen die meisten Drinks gratis serviert, so dass sie bloss noch ein Trinkgeld bezahlen. Ich habe bis 24h durchgestanden, obwohl von der Air Condition her eine herbe Brise wehte. Und nachher hatte ich dann davon auch etwas Kopfweh. Aber die Muedigkeit war staerker.
Heute habe ich Down Town besucht. Das ist das Geldzentrum mit der Wallstreet, dem Ground Zero, dem Finance Center, also eigentlich der unterste Zipfel der Insel. Man sieht von dort schoen auf die Freiheitsstatue, die nicht muede wird, ihr Corne mit Softice hoch zu halten. Ich bin mit der Ferry nach Staten Island hinueber gefahren, um von dort eine schoene Sicht auf Manhattan zu haben. Es war so, wie man es auf den Fotos sieht. Sie brauchen kaum zu retouchieren - es sieht bei Sonnenuntergang einfach grandios aus. Und als guter Katholik habe ich auch die Trinity Church besucht, die gleich neben Ground Zero liegt. Sie ist ein neugotisches Kirchlein, wo wir Europaer sofort uns zuhause fuehlen. Und auch das Kirchlein ist wunderbar airconditioned. Und hinten, neben der Sakristei, gibt es auch Erfrischungsraeume fuer uns Glaeubige. Ich habe mich ins Gaestebuch eingeschrieben. Hinten, in der letzten Rubrik, wo man eine Mitteilung eintragen konnte, kam ich ein bisschen in Verlegenheit. Und so dachte ich, es wuerde einen sehr guten Eindruck machen, wenn ein Schweizer aus der Schweiz "God save America" hinschreibt. Ich hoffe, die Amis werden mir das nicht vergessen!
Es ist ziemlich warm in der Stadt, weil auch die Luft feucht ist. Wenn ich Schweiss im Ruecken spuere, dann suche ich eine von diesen riesigen Buchhandlungen. Sie sind nicht so kalt conditioned wie andere Raeumlichkeiten, wahrscheinlich, weil sonst die Buecher schimmeln wuerden. Bei angenehmer Fruelingstemperatur lese ich dann ein oder zwei Kapitel aus Tolstois Krieg und Frieden. Dann bin ich wieder auf Normaltemperatur. Es ist wirklich sehr angenehm. Und sie haben riesige Ledersessel, dass man sich wie zuhause fuehlt.
Im Finance Center habe ich einen Kaffee getrunken. Es gibt dort einen schoenen Wintergarten mit 16 Palmen. Der Starbucks Kaffe wurde mir in einem XL/Becher gereicht, gut ein Viertel Liter. Und dann stuelpen sie ueber den Becher so einen Deckel, damit man wie ein Baby daran saugen kann. In der Schweiz nennen wir sowas Schoppen. Ich musste das Gebraeu allerdings in einem kleinen Laboratorium gleich neben der Theke noch nachkorrigieren. Dazu habe ich reichlich Zucker und Milch beigegeben.
Es gibt viele schoene Frauen in NY. Der Grossteil sind Latinas, also wohl von Mittel/ und Suedamerika. Die Amerikanerinnen selbst sind nicht so besonders, meist unelegant und etwas massig. Aber ein paar sind dann, um den Duchschnitt zu heben, wirklich Klasse. Ich war abends noch rasch in den Central Park gefahren. Dort hat ein Zeichner mit Kohle eine junge Frau portraetiert. Und natuerlich hat sich hinter seinem Ruecken eine Traube gebildet. Ich glaube, es waren zwei Schwedinnen, die neben mir standen. Sie waren jung, huebsch und und unschuldig, also suess. Der Zeichner hat ueberigens seine Kohle mit dem Pinsel aufgetragen. Ich glaube, er mischt Kohlestaub mit einer Fluessigkeit, vielleicht Terpentin. Und dann kann er damit arbeiten wie mit Schuhwichse. Er hat das Gesicht gut getroffen, nach meinem Geschmack einfach zu sehr sich mit kleinen Nuancen und Details beschaeftigt. Aber die Leute moegen es ja, wenn das Bild fotoaehnlich rauskommt.
Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, heute auch ab und zu ein bisschen zu zeichnen, oder skizzieren. Aber es gab soviel zu sehen, ich habe das schlicht vergessen. Und beim Sitzen war ich - wie gesagt - mit der Ueberdosis Kaffee beschaeftigt.
Morgen will ich die Villages besuchen: Greenwich Village, Eastern Village, SoHo. Das ist alles hier in der Naehe und bildet den mittleren Teil Manhattans. Hier gibt es keine hohen Gebaeude, sondern oft noch die alte Grundstruktur, also Backsteingebaeude mit diesen Eisentreppen und Feuerleitern, wie man sie in den Filmen sieht. Ueberigens erinnert mich die Strasse, in der ich wohne, an jene, die man gleich anfangs im Film Mrs Dalloway sieht. Und mein Gastgeber hat mir erzaehlt, dass diese 9th Street oft gesperrt bleibt, weil man Filme dreht. Die Polizei habe eine eigene Abteilung, die damit beschaeftigt ist.
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Und Du bist buehnenhungrig, "schulgeil" wuerden wir hier - etwas grob - vielleicht sagen. Das zu hoeren hat mir gefallen. Das zeigt Deine Energie. Das ist "die Angst des Torwarts vor dem Elfmeter", wuerde Handke es formulieren. Aber es ist doch gut, dass Du etwas zu tun hast, was Dich in Schuss haelt, nicht wahr? Du bist ja doch eine Vollblutlehrerin. Ich glaube, Du gehst in Deinem Beruf sehr gut auf. Und das weisst Du auch, obwohl es - wie in jedem Job - einiges zu beklagen und zu bemaengeln gibt.
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So ist das doch ein ziemlich ausfuehrliches Mail geworden. Das hatte ich eigentlich nicht geplant. Aber meine Gastgeber sind auf Tour. Sie treffen sich mit ihren Freunden in den Bars. Und so sitze ich hier allein in Bs. Arbeitszimmer und trinke das Reservoir an Wasser im Kuehlschrank leer.
*
Ich wuensche Dir einen allerbesten Arbeitsanfang und eine gute Zeit.

Mit allerliebsten Gruessen aus der Ferne
...

Donnerstag, 5. September 2013

New York



Liebster Mausfreund,
Hier sitze ich und fühle mich irgendwie ganz verlassen und du
scheinst mir so undendlich weit weg. Eigentlich ist das komisch,
denn wenn du in der Schweiz bist, bist du doch genau so unnahbar.

Wenn du dieses Mail kriegst, bist du schon am anderen Ende der
Welt und beginnst deine Verwandlung (Mutation, wie du sie nennst).
Ach, du bist lustig. Aber ich glaube wirklich, dass diese Reise dich
verändern wird. Du hast so viele Auffassungen (ich wollte fast sagen
Vorurteile) über Amerika und nun kannst du sie mit der Realität
konfrontieren.
...
Sag, wie ist es von dort drüben auf Europa zurückzublicken? Siehst
du es leuchten wie ein kleines Juwel am anderen Ende des Ozeans?
...
Ach, wie bin ich neugierig auf deine Erlebnisse "over there".


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From far away..

Meine liebe Penelope
Ich bin gut angekommen nach einem endlos langen Flug.
Ich sass neben einem Schweiyer Studenten aus Berkely.
Es war gany interessant, mit ihm yu diskutieren. (wo du
ein y liest, sollte ein z sein und umgekehrt ).
Jetzt bin ich schon bei meinen Bekannten yuhause und wir
lernen uns kennen. Er gleicht seiner Mutter sehr.
Es scheint mir, dass es eine lustige Woche geben wird.
Dein Mail konnte ich noch nicht wirklich lesen. Aber ich
werde es demnaechst nachholen.
Mit einem lieben Gruss aus der neuen Welt\
...

Telegram


Telegram
den 17 augusti 2003 18:17


Lieber ...,
Wenn du dich nun auf deine Odyssee begibst,
bitte nimm dich in acht vor den Sirenen.
Deine Penelope

Mittwoch, 4. September 2013

Herbst


heute im nahen Wald

Lieber ...

...

Sonst passiert hier nichts Besonderes. Die Tage werden immer kürzer
und die Abende dunkler. Jetzt haben wir wieder sehr angenehme
Temperaturen. Es ist ein schöner Herbst.

"Wer jetzt kein Haus hat baut sich keines mehr.. "    Diese Worte
kommen mir in den Sinn, denn auch ich werde lange Briefe schreiben. Es
ist nichts Trauriges daran. Im Gegenteil, ich geniesse es. Ach, ich
liebe diesen Rilke. Besonders im Herbst "wenn die Blätter treiben"
kommen mir immer wieder seine schönen Strophen ins Gedächtnis.

Ich weiss nicht, ob man bei euch davon gehört hat, aber neulich wurden
ein Mann und sein Hund auf grausame Weise vor seinem Haus von einem
Bären getötet. Und diese Woche wurden zwei Jäger ebenfalls von einem
Bären angegriffen und verletzt. Man sagt die Bären sind dieses Jahr
sehr hungrig weil sie nicht genügend Beeren finden. Persönlich finde
ich, dass man schon zu viele Bären und Wölfe hat in unserem Land.
Bären gibt es auch in der Gegend wo wir unser Sommerhaus haben.



(15 October 2007)

Dienstag, 3. September 2013

Büro-Tag in Basel


Ämne: Mina
Datum: den 4 september 17:00


Liebe Marlena
Heute haben wir unseren Büro-Tag. Zwei Mitarbeiterinnen haben ein sattes Programm organisiert, so dass wir keine Minute ohne irgend eine Aktivität oder gar Essen in der Landschaft herumstehen. Wir werden am Morgen in den zoologischen Garten Basels gehen, und uns durch den Affenspezialisten informieren lassen. Ich habe diesen Spezialisten schon einmal in einem Clubanlass gehört. Er weiss aus vielen Jahren Arbeit mit den Primaten viel über die Menschenaffen und erzählt Dinge, die uns oft an den Menschen erinnern. Ich erinnere mich noch, wie er erklärte, dass das genetische Material des Gorillas und des Menschen sich nur in 2% unterscheiden. 98%
Verwandtschaft ist doch eine herbe Kritik an uns Gotteskindern, Krone der Schöpfung. Wenn das Wetter hinhält, folgt nach dem Affenhaus die Rheinfahrt mit Apéro. Man sieht dann die Stadt einmal von einer anderen Seite und kann dazu plaudern und Sprüche machen. Das Mittagessen schliesslich ist im Parterre Restaurant im Kasernenareal (1. Stock) vorgesehen. Das Kasernenareal ist, wie der Name sagt, eine alte Kaserne mit einen riesigen Hof. Dort sind heute diverse kulturelle Institutionen, Gallerien etc. untergebracht. Das ganze befindet sich in Kleinbasel, also in jenem Teil Basels, der früher als der ärmere und für die Arbeiter gedacht war. Aber heute ist es sogar schick, auf der Kleinbasler Seite am Rhein zu wohnen.
Der Nachmittag ist, gemäss Organisation unserer Kolleginnen, einem Spaziergang dem Rhein entlang bis hinauf zum Tingeuely-Museum vorgesehen. Bei Regenwetter soll er etwas kürzer ausfallen, und mit einem Besuch des Karikatur-Museums unterbrochen werden. Und schliesslich wollen sie um ca. 16h noch im Goldenen Sternen bei Tee, Kaffee und Kuchen diesen Tag enden lassen. Respektive die Kalorien aufbuttern.

Und wenn ich heute morgen um 6.00h in den Himmel schaue, muss ich fürchten, dass das Schlechtwetterprogramm zum Rollen kommen wird. Ich glaube, es wird sicherlich etwas regnen heute, und ich überlege mir schon, welchen Schirm ich mir unter den Arm klemmen soll.

*

(R)